Soulphiction & Move D: In The Limelight (Philpot)

Soulphiction & Move D - In the limelightWelchem Erwartungsdruck muss ein Release eigentlich standhalten, wenn die Beteiligten Soulphiction, Move D sowie Trus’me heißen, und es am Ende auch noch auf Philpot Records erscheint? In meinem Fall einem ziemlich großen, „In the Limelight“ schafft das allerdings absolut locker. Die A-Seite erinnert dabei tatsächlich an eine Mischung zwischen David Moufangs letzten Beitrag auf Workshop und einem dieser warmen und basslastigen Soulphiction Tracks. Neben den obligatorisch groovenden Bongosounds und einigen funky gespielten Gitarrenlicks, holen sich die beiden hier auch noch einen Vocoder mit ins Boot und schaffen es, dass dieser nicht peinlich klingt oder stört, sondern den Track perfekt abrundet. Trus’me steuert auf der B-Seite einen fantatischen Remix bei, der zwar ähnlich funky, warm und dezent wie das Original mit den Bässen und Klängen spielt, dann allerdings doch ein kleines bisschen mehr pumpt und schonmal vorsichtig auf die Tanzfläche schielt. Und wer mir jetzt noch sagen kann, woher ich das Sample aus dem letzten Track, „The Essence“, kenne, der bekommt von mir den virtuellen Digger-Nobelpreis des Tages überreicht. Drei große Namen und drei großartige Tracks – ich habe ehrlich gesagt nichts anderes erwartet.

Redshape: House Mood DJ-Set / Alpha On The Rocks (Present 05)

redshape House Mood DJ Set Alpha On The RocksRedshape ist ja wohl einer der besten Produzenten, die wir in der letzten Zeit so hatten und seit der Delsin 2.0 Party in der Panorama Bar ist Redshape nun auch als DJ unterwegs. Auf Soundcloud gibt’s jetzt zum ersten Mal ein Mix namens House Mood DJ Set – was soll ich sagen: Bei dem Qualitätsmaßstab, den er sich als Produzent erarbeitet hat, schielßt er als DJ nahtlos an. Das Redshape durchaus auch mal in so einer Art House Mood ist, das konnte man übrigens auf seinem kürzlich erschienenen Alpha On The Rocks Release auf dem eignen Label Present schon nachhören. Nicht ganz so fordernd war dieser Titeltrack vielleicht für einige erstmal ungewohnt. Jedoch blüht das hier grade erst nach und nach so richtig auf und war am letzten Wochenende meine absolute Lieblingsplatte. Nun aber erst mal viel Spaß mit dem DJ Set der Woche… Pflichtmix!

PS: Auf dem Myspace Profil habe ich jetzt auch den Download-Link gefunden und noch eine Aufnahme der Redshape Live-PA aus dem Tresor.

Manuel Tur: 0201 (Freerange)

manuel tur 0201Manuel Tur war ja in der vergangen Woche mit seinem Podcast für Resident Advisor schon mal Thema hier. Am 20. Juni war inzwischen Release Date für sein Album 0201, welches auf Freerange bisher als CD und mp3 veröffentlicht ist. Und mit 0201 hat er sich locker 2 Posts in diesem Blog verdient. Es klingt wie die Essenz aus seinem Slow Club, so dass ihr hier bitte nicht die forefront Dancefloor Kracher erwartet. Es ist ein Album, welches sich hier gerade zu allen möglichen Zeiten zu Hause gemütlich macht. Ob zum Frühstück, zur Nachmittagssonne oder zum Entspannen am Abend – Manuel Tur dringt mit diesen großartigen Deephouse Tunes auf 0201 immer so beeindruckend durch, dass es mir schon fast die Wörter verschlägt. Endlich mal wieder Deephouse, wie ich ihn in solch einer klasse Form auf Albumlänge schon fast 10 Jahre nicht mehr gehört habe. Es ist ein Album, welches ich Euch unbedingt noch fürs Wochenende mitgeben muss. Es ist ein Album, welches in diesem Jahr ganz sicher ganz weit vorne landen wird und durchaus so viel Potential mitbringt, dass es vielleicht für einen Platz zwischen großen Klassikern reicht. Nimm die Download Variante und füttere deinen mp3-Player damit – zum Träumen, zum driften. Und die Golden Complexion Remixes von Pépé Bradock sowie Stay im 12″ Mix kommen mir als Vinyl auch noch in die Kiste!

Walter Jones: I’ll Keep On Loving You (dfa 2212)

walter jonesFiltersatte Space-Disco auf dfa und dazu noch eine Coverversion einer prototypischen Stock, Aitken & Waterman Synthiepop-Produktion der mittleren 80er. Hipper und schlimmer gehts nimmer. Aber Walter Jones aus New Orleans (man kennt ihn von diversen Edits auf Cisco und Supersoul) und Gal Aner („Juju“ von Juju & Jordash) gehören zu den guten und durchbrechen mühelos die Erwartungshaltung die man einem solchen Stück entgegen stellen möchte, ja muss. Es hätte ja nur zu leicht ein vor schlichter Ironie triefender Electromüll daraus werden können. Aber weit gefehlt: durch konsequente Verlangsamung und in den Hintergrund schieben der allzu offensichtlichen Referenzen an das alte Jahrzehnt beginnt I’ll Keep On Loving You zu schweben. Noch dazu lässt Jones etwas Ambient in seine Disco, was mächtig zur Deepness beiträgt. Sehr Touchy-Feely. Wenn das Käse ist, dann ein handgeschöpfter Rohmilchcamembert aus der Normandie.

DIY Minimoog

free-minimoogMit den Klassikern der elektronischen Klangerzeugung ist das ja so eine Sache: die Einen verkaufen einen Synth nach dem anderen, weil die ja so viel Platz brauchen und es doch wirklich gute digitale Lösungen gibt – die Anderen können sich die analogen Geräte immer noch nicht leisten und so gibt’s immer mehr Replikate für den kleinen Geldbeutel. Neben Softmachines, wo man aktuell die TR-808 und die TB-303 als Kissen erwerben kann gibt es jetzt die ultimative Low-Budget Varriante: den DIY Minimoog als Bastelanleitung für den etwas anderen Scherenschnitt. Aus dem Papier-Minimoog kommt natürlich kein Ton – dafür gibt es aber den Minimoog V inzwischen in der 2.0 Version als VST-Plugin von Arturia. Aus dieser durchaus zeitgemäßen Mischung aus Hard- und Software kommt man dem originalen Sound dann schon verdammt nahe, ohne dafür gleich ein paar tausend Euro auf den Tisch zu legen. Einem Sound, der den hervorragenden Ruf genießt, dass man diesen nicht nur hören sondern auch sehen kann. (via Kraftfuttermischwerk / SynthGear)

LWE Podcast 22: Portable vs. Bodycode

bodycode portableAlan Abrahams verbindet in seinen Produktionen als Bodycode und Portable die musikalischen Wurzeln aus seiner Heimat Südafrika mit dem Vibe von Chicago House. Das kann man ungefähr so in der Einleitung des Interviews zum aktuellen Podcast 22 bei Little White Earbuds lesen. Selbsterfahrung durch Rhythmus – da haben wir’s wieder, was in westlichen Sphären immer noch gern als esotherisch verspinnertes Gelaber abgetan wird. Zu sehr verkleistert das Rauschen der Partnerbörsen die Sinne, als dass die eigentliche Energie der Rhythmen überhaupt bewusst wahrgenommen werden kann. Bodycode und Portable wollen aber nicht nur Flirtbeschallung sein – sie wollen weiter gehen, so dass seine Produktionen manchmal ein Weilchen brauchen, bis sie in der Tiefe endlich ihre wahre Größe entfalten. Mir ist es mit Release auf Perlon letztes Jahr selbst so gegangen. Erst nach Hennings Achtungs-Aufruf nach der Selbsterfahrung auf dem Dancefloor hab ich sie schließlich entdeckt, als eine der besten Platten für 2008 überhaupt! Mit diesem Podcast wird es vielleicht ähnlich sein, obwohl das hier erst mal zerhackt wirkende Release sicher schon ein paar Ohren geöffnet hat. Check it twice ;)

Tracklist

01. Oleg Poliakov, “Rainy Dayz” (Portable remix) [Circus Company]
02. Bodycode, “Meaning and Memory” [Spectral Sound]
03. Portable ft. Lerato, “Body to Body” (live remix) [Yore Records]
04. Portable, “Release” [Perlon]
05. Bodycode, “Subspace Radio” [Spectral Sound]
06. Portable, “The Many” [Perlon]
07. Bodycode, “I’ll Hold Your Hand” [Spectral Sound]
08. Bodycode, “Nanotechnolody” (live remix) [Spectral Sound]
09. Bodycode ft. Lerato, “What Did You Say” [Spectral Sound]

Toby Tobias: Space Shuffle Remixes (Rekids 039)

rekids Space Shuffle RemixesRekids geht in die Stranddisco. Zwischen den grimmigen Ravekloppern von Radio Slave bis Luke Solomon war Toby Tobias immer schon der lockere Clubhänger mit dem obligatorischen Longdrink. Die Remixe zu  seinem Album Space Shuffle vom letzten Jahr greifen sich nun auch genau die sonnigsten Momente heraus und bräunen diese noch mal kräftig nach. So ist Dave Ellesmeres Version von Schoon ein relaxter Deep-House Track mit wunderbar trockenen Beats. Der James Teej Mix von In Your Eyes bietet die große Balearen-Sause inklusive einer Horde Engländer „under the influence“, und Neo-Retro-Disco Darling Tensnake entführt mit seinem Mix des Stückes nach Rimini, ca. 1987.