Tape Club, Nation of Gondwana und Wax Treatment im Horst Berlin

nation of gondwana tape club horst krzbrg berlinGleich ist Wochenende und es ist kaum zu glauben, es ist mal wieder ordentlich was los in der Hauptstadt ;) Heute ist zum Beispiel Tape Club mit Keith Worthy von Aesthetic Audio Detroit mit Support von Julius Steinhoff und Dor (Smallville/Laid). Ich bin da – wer noch? Am Sonnabend und Sonntag ist dann wieder mal das kleine und wirklich feine Festival bei Falkensee: die Nation of Gondwana. In diesem Jahr wird es gemeinsam mit den Leuten vom Goldmund veranstaltet und so gibt’s neben den üblichen Verdächtigen einen zweiten Floor und ein musikalisch verbreitertes Spektrum. Ich überlege, ob ich vielleicht am Sonntag bei schönem Wetter einen Ausflug mit dem Fahrrad da raus mache bevor ich es dann hoffentlich mal zum Wax Treatment in den Horst Krzbrg schaffe – zum Start in die neue Woche musikalisch unterstützt von Shed, DJ Pete, Mark Ernestus & Co…

General Elektro – AU1

general elektro au1Es gibt ein neues Label mit dem Namen General Elektro aus Berlin. Auf ihren erstem Release AU 1, produziert von SVN und Daniel Pflumm vom Elektro Music Department, gibt’s eine Mischung aus Drones und super deepen Techno. Und auch wenn das Atelier da hinten am Kanal am Görlitzer Park schon saniert sein sollte, so höre ich hier immer noch den Putz bröckeln, im Berliner Hinteraus. Ich mag wirklich alle Tracks und besonders A2 Trilogy und B1 Building. Trilogy beginnt mit dem analogen Einstellen des Synths, um sich dann in prägnanter Klangfolge ins Hirn zu schleifen und Building lege ich zur Zeit einfach am liebsten auf… Hört selbst und Pflicht für alle, die nach Hardwax was mit pure Berlin underground techno w/ lo-fi attitude oder z.B. mit Aquaplano anfangen können.

Tevo Howard: Everyday House Music (Beautiful Granville Records)

Tevo Howard - Everyday House Music - Beautiful Granville RecordsIch habe einen neuen Lieblingskünstler: Tevo Howard. Zu Beginn des Jahres hab ich ihn bei Hardwax auf dem Plattenspieler entdeckt, wo Everyday House Music von seiner ersten EP Without Me auf Beautiful Granville Records lief. Chicago-House nach traditionellem Rezept und doch so deep und  zeitlos, dass ich mir sofort die letzte Kopie davon sichern musste. Der Track ist jetzt der Titel der Nachfolgeplatte und in guter Chicago Tradition in einer anderen Version als Album Edit noch mal mit drauf. Wer sich schon mal mit alten Platten aus Chicago beschäftigt hat, der ahnt natürlich, dass man eigentlich schon den initialen Extended Original Mix braucht und der Star ein anderer ist, der hier Energia (Boogiedisco Mix) heißt. Ein Killertrack mit ner amtlichen Portion hypnotischen Dunst unter der Haube, irgendwo auf Augenhöhe zwischen Fingers Inc. & Co. Es sieht ganz so aus als ob sich Tevo Howard 2009 daran macht, das Erbe der Geburt von House und Techno in Amerika fortzuführen. Funky Rhythm Tracks, die immer noch so zeitlos sind, dass sie auch nach mehr als 20 Jahren Menschen auf eine sehr ähnliche Weise berühren und zwischen Techno und House nicht wirklich einen Unterschied machen. Dazu passt auch, dass es weder ein Myspace noch Facebook Profil gibt, keine Bildergallerieen, keine Freundeslisten – nur eine Faxnummer, eine e-mail Adresse und wieder mehr Zeit für Everyday House Music. Die nächste 12″ ist schon in der Pipeline…

Henning Around: By Three On The Trees Mix 07.2009

Henning AroundZu den schönsten Mixes 2008 zählten für mich jene von Henning Around aus Hamburg. Mit Deep Space 20359 und Diving Deeper 20359 hat er sich mühelos einen Stammplatz auf meinem mp3-Player erspielt und jetzt gibt’s endlich neues Futter inklusive Dead Eye – dem Masterpiece mit dem Eon, auch wenn er vor kurzem verstorben ist, weiterleben wird. Alles zum Anhören und zum Download bei Soundcloud. Yeah!

Tracklist:

Moderat – Rusty Nails (Shackleton Unofficial Mix)
Raudive – Khaki
Appleblim & Ramadanman – Sous Le Sable
Surgeon – Floorshow pt. 1
Baby Ford & Eon – Dead Eye
Actress – Hazyville
Kkassem Mosse – Workshop 08
Juju & Jordash – Deep Blue Meanies
Plaid – Ol
Ad Vanz vs. Gescom – Viral
Phillipe Cam – Karine
DJ Bone – Changeapella
Jedi Knights – May the funk b with u
Autechre – Eutow
Datassette – The Aviatrix
Alexi Delano feat. Robert Manos – Round and Round (Metro Area Remix)
Boards of Canada – Amo Bishop Roden

Kate Simko: Take You There EP (Spectral Sound SPC-73)

Kate Simko Take You There EP Spectral SoundKate Simko produziert langsam, vielleicht vier Tracks pro Jahr. Aber wenn sie etwas heraus bringt, ist es immer etwas besonders – auch wenn das Besondere im ersten, Eindruck of gar nicht so direkt erkennbar ist. Die klassisch, am Cello, geschulte Musikerin, (früher auch eine Hälfte von Detalles) produziert etwas, was man wohl als Minimal-Techno bezeichnen muss. Allerdings Minimal, der die Klischees des Genres gekonnt zu umgehen weiss.

Ihre neuste Take You There EP auf Spectral Sound verabschiedet sich noch ein wenig mehr vom Minimal-Sounddesign. Die Tracks sind zwar immer noch sehr perkussiv-trocken und im Aufbau höchst minimalistisch, aber langsamer als zuvor und im Gesamtsound eher „housy“. Das entschiedende Merkmal aller Simko Tracks ist ihre Konzentration und Verfeinerung, die Art und Weise wie sich die kleinste Veränderungen durch die Stücke mäandern und sie immer wieder überraschend und interessant machen – das allerdings auf eine derart subtile Weise dass der flüchtige erste Eindruck, im Plattenladen unterm Kopfhörer oder als Vorhör-Schnipsel im Netz, fast immer negativ ausfallen wird, will sagen „langweilig“. Doch genau diesem Impuls darf man nicht nachgeben. Hier sind reiche musikalische Schätze verborgen. „Deep“ wäre das richtige Wort dafür.

Rondenion: Love Bound EP (Rush Hour Recordings RH-R1)

Rondenion Love Bound EP Rush HourEin Phänomen, aber es gibt immer mal wieder Platten die mich faszinieren, die ich immer wieder hören muss, obwohl ich die einzelnen Tracks eigentlich gar nicht so gerne habe. Der Japaner Hirofumi Goto alias Rondenion hat mit seiner Love Bound EP nun genau so ein Ding produziert, von dem ich gerade nicht mehr los komme. Irgendwo im Großraum zwischen Disco-Edit und Sample-intensivem Maximal-House im Innervisions Style angesiedelt, zerren besonders die beiden Stücke auf der A der EP, Carnival Time und Storm gehörig an meinen Nerven. Zu viel quer übereinander gestapelte Samples (oft nicht mal in der selben Tonart)? Zu viel penetrante Wiederholungen? Zu viel unterschweilliger Noise? Die B Wave Amplitude ist dagegen entspannter, klassischer Deep-House zu sofortigen Genießen. Die erste Seite der EP aber nervt auf eine seltsame, das Interesse wachhaltende Weise, die mich dazu auffordert, immer noch einmal reinzuhören, es immer noch einmal zu versuchen die Tracks endlich zu kapieren. Eine abseitige Qualität, aber definitiv eine Qualität!