Deutsche Elektronische Musik (Soul Jazz LP213)

Deutsche Elektronische Musik (Soul Jazz LP213)Herzlich Willkommen zum unmöglichsten Plattencover des Monats: Deutsche Elektronische Musik, liebevoll compiliert auf der Soul Jazz LP213. Es gibt Tage, an denen ich mich mit 4/4-Takt-Bummtschack ein bisschen schwer tue und dass, obwohl ich das sonst 24/7 ein- und ausatmen könnte. Es gibt dann die Möglichkeit, gar nichts zu hören oder man fängt an, Musik abseits von Techno und House anzuhören. Mir kam dieser Tage diese Compilation für elektronische Musik aus Deutschland, überwiegend aus den 70ern, in die Hände. Und so eine Vorstellung haben die bei Soul Jazz in England von Plattencovern für Deutsche Elektronische Musik? Die Verpackung fällt somit als Instrument der Verkaufsförderung aus, was durchaus auch eine bewusste Entscheidung sein könnte – ebenso wie das Veröffentlichungsdatum kurz vor dem 1. Mai. So stimmt einen das großzügige, mit Fotos und massig Hintergrundwissen ausgestattete Booklet wie folgt ein:

The first seeds of experimental German rock and electronic music were planted in 1968, as students and workers in Paris, Prague, Mexico and throughout the world demonstrated for civil and employment rights and against the war in Vietnam, imperialism, capitalism and the bourgeois values that came with it. The birth of a worldwide counter-culture, drug experimentation, social consciousness expanded artistic and musical worlds. Germany experienced  its own unique cultural revolution fuelled by these students‘ and workers‘ revolts and young generation’s desire to rid itself of the guilt of Nazism…

Weil mir die LP in zwei Teilen für dieses Experiment doch etwas zu teuer erschien und sich kein mp3-Shop dafür fand, habe ich gestern Deutsche Elektronische Musik als Doppel-CD gekauft. Was für ne Erfahrung! Ich kaufte eine total hässliche Doppel-CD im Plattenladen <erster Zeitsprung: 20 Jahre zurück> um dann mit den Kommunen der 70er in ihren akustischen Kosmos einzutauchen <zweiter Zeitsprung: nochmal 15 Jahre zurück>. Eine Frischzellenkur sondergleichen und ich musste auch beim mehrmaligen Hören die Skiptaste nur ganz vereinzelt aktivieren. Und ich werde wohl auch morgen erst mal Deutscher Elektronischer Musik in dieser sehr schönen Zusammenstellung auf Soul Jazz den Vorzug geben, um dann wieder ganz Techno zu sein.

Dark Arx: Blood Vein (Dark Arx Recordings 002)

dark arx blood vein dkx 002So, Onkel Hotze meldet sich wieder zu Wort. Ich würde ja wirklich gern mehr schreiben, aber ich habe erst gestern wieder darüber referiert, dass ich mir dieses Jahr unbedingt noch einen ordentlichen, natürlich analogen, Drumsynth kaufen muss und da beißt die Maus keinen Faden ab: Dafür muss viel gearbeitet werden. Egal. Eine Platte, die mich aber heute so zwischendurch wirklich sehr erfreut hat, muss hier unbedingt erwähnt werden: Dark Arx – Blood Vein. Mit Roots im Dupstep geht Dark Arx hier so filigran und dennoch mit Feuer in den Venen die Brücke zum Techno, dass es mir ein wahre Freude ist. Auf Minus 6 passt sie vom Tempo auch in meine Schrittgeschwindigkeit und klingt dabei immer noch so fett. Die 8 Euro waren an dieser Stelle für Dark Arx goldrichtig investiert. 3x Tipp!

Daniel Bell: The Bunker Podcast 12

daniel bell - the bunker podcast 12Heute hab ich mal wieder einen älteren Mix ausgegraben: The Bunker Podcast 12 – gemixt von Daniel Bell vor ziemlich genau 2 Jahren. In Sacramento geboren und in der Nähe von Toronto aufgewachsen zog er Ende der 80er nach Detroit um dort u.a. mit Richie Hawtin und John Aquaviva 90-92 als Cybersonic zu veröffentlichen. Er gründete bald das Label Accelerate und hatte als DBX mit Losing Control seinen größten Hit und vor allem hat Daniel Bell schon damals das Blueprint für Minimal Techno mitentwickelt, welches bis heute so gültig ist. Bald kamen die Labels 7th City, Elevate und Harmonie Park hinzu. Aus 7th City entwickelte sich ein Vertrieb, durch welchen sich Daniel Bell wahrscheinlich all diese noch nie gehörten Killer-Platten geangelt hat, die er heute so auflegt. Seit 2000 wohnt Daniel Bell in Berlin und es ist seitdem in Bezug auf Releases deutlich ruhiger um ihn geworden. Aber nicht nur durch sein Neujahrsset bei den weißen Hasen in Berlin und dem DBX Berghain Live-Set vom März ist Daniel Bell für mich immer noch einer der DJ’s überhaupt. Beide Sets waren so richtig klasse und ich freue mich jetzt schon aufs nächste Mal…

SCB: 20_4 (SCB 01)

SCB: 20_4 (SCB 01)Auf die Uhr geguckt: It’s Scuba Time! Oder auch SCB, Paul Rose eben, der gerade auf allen Kanälen sendet. Als Scuba hat er soeben sein neues Album Triangulation veröffentlicht, welches auch schon überall umjubelt wurde. Ich habe mir inzwischen ja angewöhnt, mir bei Scuba ein bisschen länger Zeit zu lassen. So auch dieses Mal, denn ich freue mich schon so richtig über sein SCB – 20_4 Release. Was für eine Techno-Platte! Als das mit Dubstep los ging, hatten es mir gleich diese düsteren Atmosphären besonders angetan – und genau diese wehen bei 20_4 von Ferne über eine warme 4/4 Kickdrum, um dann von treibenden Hihats umgarnt zu werden. Killer! …und für 3_5 auf der Flip gilt das ebenso!

Anton Zap: I Get No Kick From Champagne (Ethereal 001)

anton zap i get no kick from champagne ethereal 001Kurze Pause, sorry. Das Autorenteam dieses Blogs scheint momentan sehr gut ausgelastet zu sein bzw. widmet sich mal anderen Dingen. Trotzdem gab’s für mich ein paar wirklich schöne Platten.

Besonders positiv aufgefallen ist dabei wieder einmal Anton Zap, der – ich erwähnte es bereits – für mich zu den aktuellen Top-Produzenten gehört und bei dem man immer genauer hinhören sollte. Die I Get No Kick From Champagne EP ist im März auf dem neuen russischen Label Ethereal erschienen und im gewohnten Terrain zwischen Dub- und Deephouse wird Anton Zap immer besser. B1 – Air kommt mit leicht gebrochenen Beats auf entspannt knarzender Bassline. So weit, so gut. Ich erinnere mich an diesen Moment, als ich hier nachts saß und diesen Anfangstönen lauschte. Ich ahnte noch nicht, dass mich gleich eine kurze Ansage „movin!“ und eine wunderschöne Synthmelodie in die Mitte meines Zimmer (auf den Dancefloor) springen lassen. Was für ein Starter! Und I Get No Kick From Champagne ist klar und doch so süß wie Wolken, die am Morgen aufreißen und die warme Sommersonne plötzlich gebündelt auf die Erde scheint. Wer braucht da noch Champagner aufm Floor, um glücklich zu sein? Lieblingsplatte.

Nachtdigital 13 Lineup

Nachtdigital 13 ND13 OlganitzHeute wurde das Lineup für Nachtdigital 13 veröffentlicht. Leider ist das kleine Festival mit maximal 3000 Besuchern schon seit Dezember ausverkauft…

Das komplette Lineup für Nachtdigital 13:

Theo Parrish, Scuba, Floating Points, Chateau Flight, John Roberts, Lusine, Manamana (Map.ache & Sevensol), Margaret Dygas, Mathias Kaden, Redshape and Drums, Supermayer, Ada, Band Ane, Fantastikoi Hxoi, Feindrehstar, F.S. Blumm, OneTake, Rik Elmont, Sensual., Steffen Bennemann

Specials:
ND LOVES BORDER COMMUNITY:
James Holden, Nathan Fake, Avus, Luke Abbott, Wesley Matsell

UNCANNY VALLEY:
Albrecht Wassersleben, Break.SL, Hombres Discos (Tiny & Spunky), Jacob Korn, Soeren Matschiste, The Moroders

Deko & Visuals:
Convulse, Cinemata, Malte

1998: Kompakt Köln präsentiert Michael Mayer (Neuhs 003 CD)

kompakt köln präsentiert michael mayer neuton mix-cdManchmal entdecke ich beim Durchstöbern fremder Sammlungen so ne richtige Überraschung, wie zum Beispiel diese Kompakt Köln präsentiert Michael Mayer Mix-CD. Ja genau, eine Mix-CD von 1998 auf dem vor ca. 2 Jahren dahin geschiedenen Vertrieb und Label Neuton. Es hat mich schon ein bisschen gewundert, dass ich diese CD (sie wird als drittes Release von Michael Mayer bei Discogs gelistet) bisher noch gar nicht kannte und dieser Mix gefällt mir ganz außerordentlich gut. Für Manche zählt das Jahr 1997 mit Releases wie von Oz Artists (wir hatten die Platte heute auch schon im Eli Verveine Mix) zu den besten Technojahren überhaupt und es fällt gar nicht schwer, die Magie dieser Zeit in diesem Mix heraus zu hören. Ich weiß ja nicht inwieweit Kompakt hier mit liest, aber hey: Genau deswegen lieben wir Euch noch immer!

Update: Im Juni erscheint Michael Mayer – Immer 3

Tracklist

01  Kandis – Dilldop
02  Herbert and Dani Siciliano – Going Round (Hmmmmm Mix)
03  Herbert and Dani Siciliano – Going Round (Original Mix)
04  Sanasol – Feelarama
05  Forever Sweet – Super Trouper
06  Oz Artists – Other Exercises
07  Byron C. – Isoplace
08  Forever Swestephan G. – Loo e.p.
09  Reinhard Voigt – Klar 2
10  Soylent green – Jet Set
11  The Modernist – Dali Bop Horizon (J. Paape Remix)
12  Christian Morgenstern – Gem Club Part III
13  Dom – Fackeln Im Sturm
14  W-Moon  – Lood Type Blue
15  Zimt – U.o.a.a. (J. Paape Remix)
16  Om1 – Opium