Review: Brian Dino und Gunther @ Chaiselounge Halle (17.10.09)

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Nochmal ein riesiges Danke an alle!

1995 – 2003: eine persönliche Techno – House Retrospektive (Teil 3)

Techno RetrospektiveLetzter Teil der Retrospektive: Das Jahr 1997 steht für mich für eine blühende Techno-Szene, die es schaffte wirklich großartige Tracks zu prodzieren und sich dabei gut vom puren Komerzgeschäft abgrenzte. Für mich war  und ist der Techno-House Spirit, gern umschrieben mit Love, Peace & Unity, einfach großartig und für mich funktionierte das  auch 1998, 1999 sehr gut. Techno – mein Lebensentwurf. Wolle XDP spricht in der Doku We Call It Techno von dem Ziel, dass die Leute (über die Musik und deren repetivtiven Charakter) in einem Trancezustand ein Gemeinschaftsgefühl erfahren und damit zu einer Menschlichkeit zurückfinden, zu der sie sonst vielleicht nicht finden können. Auch wenn das ein bisschen esotherisch verspinnert klingt verstehe ich, wovon er da spricht. Die beste Zeit dafür ist übrigens Morgens ab 5 Uhr und wenn ich zu dieser Zeit heute irgendwo auflege, dann habe ich immer noch genau das im Hinterkopf.

Natürlich geht es zuerst einmal um Spaß. Die Momente, die Techno und House aber zu etwas ganz Besonderen machen sind jene, wo zum Beispiel der Aggro-Typ von vorhin dann irgendwann völlig versunken auf dem Dancefloor zu Musik tanzt, die er so definitiv noch nie gehört hat und sich dabei alle Aggressionen und Sorgen von Gestern und Morgen verlieren – was zählt ist der Moment, der Rhythmus, die Bewegung. Je mehr Leute so etwas gleichzeitig empfinden, desto stärker wird dieser Effekt und wenn das besonders gut funktioniert hat, dann spendet ein solches Erlebnis sehr viel positive Energie und wirkt weit über die Nacht hinaus. Woran liegt es aber, ob das Besondere von Techno und House auf einer Party entsteht oder nicht?

2000 – 2003

In dieser Zeit wurde es immer offensichtlicher, dass die natürlichen Wachstumsmechanismen der Musikindustire immer stärker auch die Musik im sogenannten Underground bestimmten. Harter Techno wurde immer einfacher strukturiert und bekam das Label Schranz verpasst. Irgendwann hieß es einfach nur noch härter, schneller, krasser – cool, wenn nicht – nicht cool. Wo 1999 noch Deephouse gespielt wurde, kam auf einmal Disco-House. Kurz: die Musik wurde für den Mainstream sehr zugänglich. Auf einmal gab es oft keinen Unterschied mehr zwischen einer normalen Disko und einem Techno- bzw. House-Club und das verbunden mit dem ganzen Scheiß, den Disko so mit sich bringt. Spielte Alkohol vorher nur eine untergeordnete Rolle, so wurde plötzlich auf den Partys gesoffen was das Zeug hält. Die Bar freute das natürlich und so wurde noch verstärkt auf Disko und Schranz gesetzt. Ich musste sehr oft erleben wie die absolute Mehrheit der Leute nur auf den nächsten Hurra-Effekt wartete, war dieser auch noch so billig und plakativ. Und was im Jahr 1997 mit der Champange EP von Miss Kittin and The Hacker noch völlig harmlos begann gipfelte bald im Electro-Clash-Crash.

Eigentlich war ich in dieser Zeit als DJ zeimlich gut gebucht. Bald hatte ich das, was ich mir am Anfang so gewünscht hatte. Ich spielte zur Peaktime auf der Mainstage – und gut, es war nicht jeder Abend schlecht. Ich war mir über das Besondere von Techno und House, was ich eingangs beschrieben habe, noch nicht so bewusst wie heute. Irgendwann wurde mir jedoch klar, dass ich diese  Entwicklung zur Disko nicht länger mittragen und miterleben wollte. Vielleicht gab es noch ein paar Ausnahmen wie das Ostgut in Berlin oder die Sets von Ricardo Villalobos, die zu dieser Zeit wirklich was Besonderes waren – aber das, was Techno und House für mich ausmacht, war sonst leider zu weiten Teilen verloren gegangen.

Back to House

Immerhin war ich nicht alleine mit dem, was ich damals über die Techno-House Szene empfand. So gründete sich 2002 in Halle mit dem ZK ein wirklich kleiner Club, der neben unserer Musikauswahl schon allein durch seine Größe ein Statement gegen die uns dort umgebende, kommerzielle Diskowelt setzte. Wir wollten eine Umgebung und diese Grund-Atmosphäre schaffen, in der sowas wie House oder Techno überhaupt wieder stattfinden kann. Der Raum, eine gewisse Offenheit der Leute und natürlich die Musik sind die drei Faktoren, die dafür essentiell sind und die sich auch gegenseitig aufeinander auswirken.

Der Raum benötigt neben einer irgendwie angenehmen oder speziellen Atmosphäre auch eine gewisse Grundgröße, so dass er  eine leichte Fluktuation auf dem Dancefloor zulässt. Am aller Wichtigsten ist  jedoch die Beziehung zwischen der Offenheit der Leute und der Musik. Es ist nur natürlich, dass die Meisten mit gewissen Erwartungen am Abend ausgehen. Neben ökonmoischen Gründen verzichteten wir anfangs völlig auf Gast-DJs und ein Resident spielte stattdessen die ganze Nacht, um auch so die Erwartungen ein wenig einzudämmen. Und mit Erwartungen musikalisch geschickt umzugehen ist für mich das, was einen guten DJ ausmacht. Wer als DJ nur auf Bewährtes und somit Erwartetes zurück greift, ist nur Disko. Wer aber einen Groove spielt, der den Techno-House Spirit in sich trägt und sich außerdem traut, den Dancefloor (wie auch immer) jenseits seiner Erwartungen zu überraschen, der öffnet so den Weg für eine Zeit, in der man House und Techno wirklich fühlen kann.

1995 – 2003: eine persönliche Techno-House Retrospektive (Teil 2)

techno 1997 retrospektive

1995 – 1997

Einer, der dabei Techno entscheident mitgeprägt hat ist Carl Craig. Mit seinen Produktionen von 1994 bis 1997 als Paperclip People sowie seinem Label Planet E ist er auf jeden Fall einer der wichtigsten Produzenten dieser Zeit. Wieder waren es die Tracks aus Detroit, die überall abräumten und der gesamten Techno-Community neue Inspirationen und neue Impulse gaben. Mindestens ebenso wichtig wie Carl Craig ist Jeff Mills, der nun ab 1996 auf seinem Label Purpose Maker neue Loop-Techno Impulse setzte. Convextion gab sein Debüt auf Matrix, Octave One starteten ab 1995 ebenso richtig durch, Kenny Larkin veröffentlichte sein Album Metaphor und trumpfte mit seinem Dark Comedy Alias und nicht zuletzt waren da noch Richie Hawtin (aka Plastikman & Concept), Robert Hood, Blake Baxter oder Scan 7. Und die deutschen DJs wie Sven Väth oder DJ Hell haben diese Tracks gespielt.

Wenn ich an die für mich wichtigsten Releases aus Europa denke, dann möchte ich hier nicht in einem endlosen Namedropping enden. Da sind natürlich die harten Technoplatten z.B. auf Tresor oder Djax Up. Doch aus meiner der jetztigen Perspektive finde ich die Releases u.a. von Jesper Dahlbäck oder Adam Beyer auf Svek sowie die Platten um Steve O’Sullivan auf Mosaic bei weitem spannender – um nur zwei dieser damals ganz frischen Labels zu nennen, die letztendlich nicht nur für mich das Jahr 1997 zu einem der besten Techno-House-Jahre überhaupt machten. Wenn ich durch meine Plattesammlung gucke dann bleibe ich auffällig oft an Platten von 1997 hängen – das mit dem zeitlosen Groove hatten die in diesem Jahr wirklich drauf. Und dann gab’s 95/96 natürlich noch die bis heute essentiellen Platten auf Studio 1, Maurizio usw.

Auch beim House tat sich einiges. Groß im Rennen waren damals DJ Sneak, Strictly Rhythm und so, die sich noch ne Weile am sogenannten Wildpitch Sound inspirierten. Aber für mich steht allen voran Matthew Herbert! Mit seinen Tracks auf Phono setzte er entscheidende Maßstäbe in Richtung Deep House. Die Frankfurter Ongaku Leute starteten ihr Label Playhouse, Ricardo Villalobos veröffentlichte Tracks wie MDMA oder The Contempt, Chris Liebing veröffentichte als  Noosa Heads die großartige Houseplatte Mushrooms und 1997 gab’s die Nummer 1 auf Perlon.

Was zum Jahr 1997 auf jeden Fall mit dazu gehört ist Radio Evosonic. Das mit dem Internet war ja noch völlig in den Kinderschuhen, eigentlich viel zu teuer und bis auf techno.de und tanith.org gab’s auch noch keine wirklich relevanten Seiten im Netz. So blieb uns damals ebenfalls nur das Radio und der Plattenladen als Informationsquelle. Ich versuchte immer gleich nach der Schule im Plattenladen vorbei zu gucken und es hatte viel mit Glück  zu tun, etwas von den wirklich fetten Platten abzubekommen. Eine ordentliche Radiosendung, bei der auch Platten vorgestellt wurden, gab es bei uns nicht wirklich und in meinem Freundeskreis hatten wir nur vereinzelt Tapes von der HR3 Clubnight. Aber dann kam am 1. Mai Radio Evosonic – unsere Musik, 24 Stunden, 7 Tage die Woche non stop. Es lief die ganze Zeit und was Evosonic für die Technoszene für eine Bedeutung gehabt hat, dass konnte man auch an Chris Liebings “Freitag Abend” Sendung sehen. Er sagte da immer irgendwas mit Schranz und 3 Jahre später sollte harter Techno, den er dort immer spielte, einfach nur noch Schranz genannt werden. Fortsetzung folgt…

1995 – 2003: eine persönliche Techno-House Retrospektive (Teil 1)

Am Montag Abend ging’s bei der Retrospektive vom Berlin Mitte Institut mit Tanith und Wolle XDP um die Jahre 1995 bis 2003. Es war eine schöne Sendung, die mir den Montag Abend versüßt hat und eine Inspiration zugleich. Denn über diesen Zeitraum kann ich schon ein bisschen Mitreden und die eine oder andere Facette wäre von meinem Standpunkt aus auf jeden Fall noch hinzuzufügen. Immerhin gehöre ich ab 1995 zur ganz jungen (evtl. zweiten, dritten?) Techno-Generation und die ergreift jetzt hier das Wort! :) Und weil das ein etwas längerer Zeitraum ist, kommt dieses Posting in mehreren Teilen.

1995

loveparadeBis 95 war also das Techno/Rave Ding gewachsen und gewachsen und endlich war ich damals fast 16, so dass ich als Junge auch ne halbwegs realistische Chance hatte, Partys zu besuchen. Am Wochenende der Loveparade 95 war ich im Urlaub in Spanien und irgendwie war diese Loveparade bis dorthin zu spüren. Es war das Thema überhaupt. In der nahe am Zeltplatz gelegenen Disko waren wir fast jeden Abend und haben da auch sowas ähnliches wie Techno gehört. Ich hörte dort aber auch mein erstes wirkliches Techno-Mixtape und von diesem Moment an war ich mit dabei. Zurück in Deutschland besuchte ich zum ersten Mal einen Plattenladen und bald standen zwei Plattenspieler im Kinderzimmer – verbunden mit einem Mixer, den ich damals  bei Westfalia gekauft hatte.

Musikalisch war für mich damals die große Zeit des Entdeckens und des Ausprobierens endlich weitgehend vorbei. Diskos waren für mich ab sofort kalter Kaffee. Lieber ging ich am Sonnabend zur Underground Technoparty im besetzten Haus um die Ecke und ich wusste, das ist mein Ding. Dort war nicht nur die Musik besser. Ich merkte auch sofort, dass es dort nicht darum ging sich völlig zu besaufen und danach sich gegenseitig ins Gesicht zu boxen – es ging um Musik, tanzen im absolutem Strobo-Nebel und eine gemeinsame gute Zeit. Während viele Ältere 1995 schon eine Zeit der Ernüchterung erlebten ging es für mich erst los. Ich erlebte damals in meiner Heimatstadt Halle (Saale) wohl ziemlich das selbe Gefühl welches viele, die von Anfang an mit dabei waren von 1989-91 aus Berlin berichten – eine Erlösung.

Der kommerzielle Rave trug unter anderem auf VIVA immer beklopptere Blüten (ich erinnere mich an Schlumpftechno, Happy Hardcore und ähnliches). Daneben entwickelte sich aber auch ein ziemlich frischer Techno-House Sound, der sich klar vom Kommerz abgrenzte. Das erste was ich davon mitbekam war die Losung: “Hardtrance ist tot!” – ausgerufen von Mad Max auf seiner Sendung Stunde Null bei Radio Energy Sachsen. Wie es auch bei der Sendung mit Tanith und Wolle XDP angesprochen wurde, musste ab 1995 eine Abgrenzung her. Für Tanith war es zum Beispiel der Breakbeat – für die, die nach wie vor lieber auf die gerade Bassrum abfuhren war es die definitive Abgrenzung zum Trance. Täterätätä Flächen wurden verbannt, Trommelwirbel-Breaks gingen gar nicht und der 303 Acid-Sound wurde mit der Zeit immer weniger abgefeiert. Rückblickend finde ich, dass Underground-Tracks etwas roher wurden (zum Beispiel inspiriert von Green Velvet) und zugleich wurden diese Tracks immer subtiler arrangiert. Ob House oder Techno: Deepness war in irgendeiner Form die Erkenntnis, das Zauberwort und die Lösung. Fortsetzung folgt…

Monday Edition Podcast 03: Rongo Summer DJ Mix

monday edition podcast rongo summerThis podcast was recorded at Rongos Karamea, New Zealand. I made it during my travels around Christmas / New Year 2007 and -in my opinion- this mix sounds still fresh. Many thanks to the lovely Rongo People Shona, Paul and Brian for the great time and making this possible.

Tracklist:

Patrice Scott – Do You Feel Me
Brooks – Pink Cigarettes (Atjazz Rmx)
Kenny Larkin – Butterflies
Martin Buttrich – Programmer
Patrice Scott – Atomspheric Emotions
Kenny Larkin – Groove
Los Hermanos – Birth Of 3000
Blaze – Lovelee Dae (Carl Craig’s 70 Degrees & Sunny Mix)
Derrick Carter – Where We At (Henrik Schwarz, Âme & Dixon Version)
Kenny Larkin – Loop 2
Davina – Don’t You Want It (Extended Mix)
Pépé Bradock – Deep Burnt
John Tejada – Timebomb
Moodymann – Shades Of Jae
Incogdo – Simply Just A Ventage
Laurent Garnier – Moon Beam
Cassy – Somelightuntothenight
Kenny Larkin – Amethyst

ME.03 Rongo Summer DJ Mix by Gunther

Monday Edition Podcast 02: Basic Dub III – Rhythm & Sound

Whilst checking the server statistics for last year I was surprised that Basic Dub III is the favorite mix on my music player at myspace. So the decision is easy to make it available as Monday Edition Podcast. It’s a little tribute to Mark Ernestus, Moritz von Oswald and their fellows for the wonderful dub music released on Burial Mix and the Rhythm & Sound Label – thank you so much.

Tracklist:

Rhythm & Sound – Density Outward
Rhythm & Sound – Aerial
Rhythm & Sound – Let We Go Version
Rhythm & Sound w/ Ras Donovan & Ras Perez – Let We Go
Rhythm & Sound w/ Tikiman – Music A Fe Rule
Rhythm & Sound – Aground
Rhythm & Sound – What A Mistry Version
Rhythm & Sound w/ Tikiman – What A Mistry
Rhythm & Sound – See Mi Version
Rhythm & Sound w/ Willi Williams – See Mi Yah
Rhythm & Sound w/ Jah Cotton – Dem Never Know
Chosen Brothers – Mango Walk (Dubwise Version)