Dor: Live @ Panorama Bar Berlin 2012

Letztes Wochenende hat Dor die Klubnacht in der Panorama Bar eröffnet. Weil zwischen 0-1 Uhr meistens kaum Leute da sind, hat Dor einfach die erste Stunde seines Sets aufgenommen und für alle auf Soundcloud gestellt. Playing records I wanted to hear out loud, war seine Intention dabei und ich finde das großartig! Es ist ein wunderbares Set mit einer sehr breiten, abgefahrenen Musikauswahl, welches sich den üblichen Einheits-Club-Erwartungen hier mal ganz locker entzieht. Super!

Basic Channel: BCD

basic channel bcdEs ist ja doch immer wieder erstaunlich, dass Basic Channel in weiten Kreisen immer noch, beziehungsweise wieder so unbekannt ist. Grund genug, hier die erste Basic Channel BCD Compilation noch mal als Platte des Tages vorzustellen.

Heute gelten die ersten 9 Veröffentlichungen, die Mark Ernestus und Moritz von Oswald zwischen 1993 und 1995 als Basic Channel produziert und auf dem gleichnamigen Label veröffentlicht haben, weithin als Blueprint für Dub-Techno. Die waren die Ersten, die das so gemacht haben und somit ist diese BCD Compilation, die damals den vorläufigen Abschluss der Basic Channel-Reihe darstellte, das Dub-Techno Album überhaupt. Es hat unglaublich viele Musiker sehr beeinflusst und dieser Soundkosmos funktioniert auch nach fast 20 Jahren immer noch genauso wie Mitte der 90er. Basic Channel – so zeitlos, so fantastisch wie es nur ganz Wenige später noch hinbekommen haben.

Während auf den Vinyl-Veröffentlichungen wie zum Beispiel auf Basic Channel 2 mit Phylyps Trak auch schon mal richtig Techno aus der Dub-Sphäre kommt, bleibt die Bassdrum auf dieser BCD-Compilation größtenteils in der Wolke. Damit lenkt sie auch nicht zu sehr ab vom Dub-Channel, den man hier so wunderbar hören und entdecken kann. Einer meiner allerliebsten Lieblings-Tracks ist auch dabei – Quadrant Dub. In der 18 Minuten Vinyl-Version wurde dieser Track schon von einigen Securitys und anderen Club-Angestelten als längste und beste letzte Platte mehrfach ausgezeichnet. Und plötzlich setzt ganz sanft die Bassdrum ein und schon sind wieder alle dort, wo man die Musik am Besten hören kann – auf dem Dancefloor. Wer diesen Kosmos aus Berlin-Kreuzberg erst einmal so richtig gecheckt hat, der will das niemals mehr missen. Absolute Lieblingsmusik. Immer!

Die Berliner Krankheit

der klang der familie felix denk sven von thülenÜber die Lesung zum Buch Der Klang der Familie von Felix Denk und Sven von Thülen habe ich bereits was geschrieben. Inzwischen habe ich es auch geschafft, das Buch komplett zu lesen. Tolles Buch! Johnnie Stieler ist wohl einer, dessen Namen vorher eher weniger bekannt war und doch ist er ein Held. Er erwähnt auch die Berliner Krankheit. Die sollte wenigstens einmal auch einen Platz in diesem Berliner Blog namens Monday Edition für elektronische Musik und so haben:

Johnnie Stieler Achim und Dimitri hatten mir den Floh ins Ohr gesetzt, gemeinsam einen Club zu machen. Das war ein Traum. Ich war manisch und hab mich total reingestürzt. Was nicht einfach war mit den beiden. Die litten an der Berliner Krankheit. Das bezeichnete so einen besonders absurden Punk, der auch elektronisch sein konnte, so was wie die Tötliche Doris. Es bezeichnete aber auch eine Lebenshaltung. Die bestand im Wesentlichen darin, nichts auf die Reihe zu kriegen. Irgendwo sitzen mit dreckingen Fingernägeln, kein Geld haben und hoffen, dass jemand vorbeikommt, der noch einen Joint hat. Komplette Lethargie. Das Büro von Achim und Dimitri – soweit man das so nennen konnte – bestand aus zwei Armee-Schreibtischen, übersät von Papieren. Achim hockte auf einem alten Drehstuhl, auf dem nur er sitzen konnte. Man konnte nämlich nur in einer ganz bestimmten Position sitzen. Sonst wäre man sofort runtergefallen. Der ist da jahrelang gesessen. Ohne sich zu bewegen. Der Inbegriff der Berliner Krankheit. Mauerfall zum Beispiel: Dimitri hat die Tür aufgemacht, die Trabbis gesehen, die Tür wieder zugemacht und sich samt Mantel ins Bett gelegt…

(Der Klang der Familie, Seite 136)

Oskar Offermann: U Can You To Me Say (Mule Musiq 148)

Oskar Offermann U Can You To Me SayDa gab’s letztens eine Platte von Oskar Offermann auf Mule Musiq 148U Can You To Me Say ist der der Titel. Wer könnte da einfach Nein sagen? Ein schöner, warmer House-Jacker mit Bassline, Piano Chords im Break und einer Briese Strings. Das ist zwar alles schon klassisch bewährt, doch so nehme ich das Oskar Offermann auch komplett ab. Cutting Edge UK-Breaks, Post-Garage oder Leni-Riefenstahl-Techno – am Ende ist dieser warme Housesound mein Haus, dein Haus, unser Haus!

U Can You To Me Say. Du kannst auch mal den aktuellen Groove Podcast 08 anhören, den hat er soeben gemeinsam mit Edward zusammen gemischt hat.

Baaz: Judy´s Bass (Slices Of Life 3)

baaz judys bass slices of life 3Slices Of Life ist das jüngste Label aus dem Hause ~Scape / Pole / Preisinger. Nach der SOL1 von Pole in Hellblau, den Huckaby Killer-Remixes auf SOL2 in Dunkel-Bordeaux gibt es seit der letzten März-Woche nun Baaz in schickem grün. Baaz hat ja schon auf Daniel Bell’s Elevate Label veröffentlicht und vielleicht kommt von daher auch Judy’s Bass – der tolle House-Schieber der A-Seite.

Da ist kein wirklicher Hit drauf und doch sind diese Tracks so zeitlos, das man sie irgendwie immer spielen kann. Solche Tracks gab es schon immer, wird es immer geben und jedes Mal wird wieder einer ankommen und fragen, was da gerade läuft. B1 Jeally ist mein momentaner Favorit.

Jan Krüger: Louche Podcast 039

 

Heute läuft hier Jan Krüger‘s Louche Podcast 039 vom Februar. Jan Krüger bereibt gemeinsam mit Daze Maxim das Hello? Repeat Label, ehemals in Düsseldorf – heute Berlin. Toller DJ, toller Mix.

Der Klang der Familie

der klang der familie felix denk sven von thülenAm vergangenen Donnerstag war Permieren-Lesung für das neue Buch Der Klang der Familie von Felix Denk und Sven von Thülen im Ex-Planet, dem Kater Holzig. Zuvor gab es ja schon den kleinen Ausschnitt in der Groove über die Episode Tekknozid vs. Mayday. Im Ex-Planet sollte es an diesem Abend dann auch passend zur Location um das Planet gehen. Ich habe das Buch noch nicht selbst gelesen. Doch nach den Ausschnitten, die ich bis heute gelesen und zur Lesung gehört habe, ist das ganz bestimmt ein gutes Buch über die wohl spannendste Techno-Zeit Berlins geworden.

Die Grundlage sind ungefähr 150 Interviews, die Felix Denk und Sven von Thülen in den vergangen 1,5 Jahren geführt haben. In Einzelteile zerlegt und thematisch neu zusammengesetzt kommen hier vom Türsteher, über die bekannten DJs, zur Barfrau, zum Raver alle zu Wort, die damals dabei waren. Dabei ist ein lebendiger Flow entstanden, der persönlich, direkt und ungeschminkt von der großen Zeit des Aufbruchs erzählt. Die Lesung war wirklich schön. Wir haben gut gelacht und danach zum Klang der Familie mit Dr. Motte, Clé, Jonzon und Terrible getanzt. Oldschool, Nebel, Strobo, oh yeah!

Move D: Panorama Bar 22.01.2012

Was ich mache, wenn ich nicht blogge? Zum Beipspiel am Sonntag Abend in die Panorama Bar gehen und bei Move D durchtanzen. So geschehen vor genau einer Woche. Ich fand, Move D war in wirklich toller Form und soweit ich das beurteilen kann, hatten alle wirklich viel Spaß dabei. Jetzt als Erinnerung und für alle, die das Set noch nicht gehört haben…

Spass am Dienstag vom Juli 2010 (Paloma Bar Berlin)

spass am dienstag paloma bar berlinIch hab am Wochenende einen Mix gefunden, dessen Aufzeichnung mir so noch gar nicht bewusst war und die dazu gleich mal 6 Stunden umfasst: Monday Edition live bei Spaß am Dienstag in der Paloma Bar Berlin vom Juli 2010. Schon wieder eineinhalb Jahre her! Ich bin eigentlich nicht so ein Freund von diesen Club-Aufzeichnungen. Ein Club-Set ist für den Club. Aber wenn es jetzt schon mal da ist, na gut. Es ist auch nicht so schlecht. Zwar wars teilweise ein ziemliches tingeltangel – dass heißt nicht so tight ausgewählt und gemixt, wie ich mir das eigentlich vorstelle. Wenn ich gut in Form bin, gehen die Übergänge ja deutlich länger. Jedoch kannst du in Ansätzen schon erkennen, wo ich vielleicht hin wollte und ein paar Mal hab ich mich jetzt auch selbst überrascht.

Insgesamt geht das schon besser, doch bevor du dir heute 6 Stunden Radio anhörst…

http://official.fm/tracks/150427?size=small

Panorama Bar Music

panorama bar musicWenn es hier an den nächsten Montagen mal wieder ruhig bleiben sollte habe ich an dieser Stelle einen Tipp für dich: Wenn noch nicht geschehen, check unbedingt mal Panorama Bar Music auf Facebook. Das ist momentan meine Lieblings-Facebook-Seite – mein Lieblingsclub ist die Panorama Bar ja sowieso schon lange! Dort posten inzwischen alle möglichen Leute die Youtube-Links zu Platten, die sie am Wochenende dort gehört haben. Es ist ein bisschen wie Plattenraten unter Freunden an Bar und Perlentauchen am Tag danach. Wunderbar!