Die Inner Love EP von Trinidadian Deep ist soeben auf Future Vision Records erschienen, einem Sublabel von Prescription, welches seit seinem ersten Release Prescription 000 mit Romanthonys “The Wanderer” aus dem Jahr 1994 für ganz ausgezeichnete Deep House Veröffentlichungen steht und dabei auch kaum Ausnahmen verzeichnen musste. Ich vermute, dass Trinidadian Deep ein Label für unterschiedliche Deep House Produzenten ist, die der Labelbetreiber Ron Trent für jeweils einzelne Tracks um sich versammelt. Hier ist es neben Ron Trent selbst noch Bradford James auf A1 mit Tree Of Life – einem ganz wunderbaren Vocaltrack mit direkten Wurzeln zu diesen ganz großen HipHop Tracks und Jay Tripwire auf B1 mit Mind Channel. Alle Tracks werden von Afro-Percussions getragen und besitzen diese Synths, die den Raum derart in Schwerelosigkeit versetzen können, wie ich es auch nur von einigen Ron Trent Tracks kenne. Bitte einmal ganz tief fallen lassen: All Killer – No Filler!
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Sterling Void: Serve It Up (Clone CC 19)
Weil ich gerade wieder bei klassischen US-Platten bin: 1988 gab es mal eine Hand voll Test-Pressungen unter dem Namen Sterling Void – Serve It Up auf dem DJ International Sublabel Underground. Aus welchen Gründen auch immer hat es der Track dann aber nicht zu einer ordentlichen Veröffentlichung geschafft. Das war bis jetzt also so eine Platte, die es eigentlich gar nicht gab. Doch Serge von Clone Records hat sich ein Herz gefasst, die Rechte für diesen Track erworben und den endlich mit einem aktuellen Mastering und einem etwas Club-tauglicherem Edit auf der Flip als Clone Classic Cuts 19 veröffentlicht. Die Stimmung des Tracks erinnert mich schnell an Releases von Terrace Anfang der 90er und ich liebe so was! Wie Clone schon selbst sagt, ist Sterling Void – Serve It Up bestimmt nichts für jeden – für meine Plattenkiste passts!
Terrance McDonald: Spaced Out (MOS DEEP 003)
Die neue Terrance McDonald – Spaced Out auf dem Aroy Dee Label M>O>S MOS DEEP 003 ist auch so ein richtiger Knüller! Das ist zwar ein Repress und das Original hat Terrance McDonald bereits 1991 im zarten Alter von 16 Jahren auf Saber veröffentlicht – da weiß man gleich, woher der Wind weht. Es geht mir dabei auch nur um den A2 Track Back From Canada. Also das ist genau so ein House Track, wie ich ihn mir idealerweise vorstelle. Ein paar klassische, nach 80′s klingende Synths sind so durchaus immer noch total geil, ein bisschen Soundstream-Arrangement und dann noch diese Snare im Off… die wird selbst die Anhänger der im Moment so angesagten Technovolksmusik überzeugen. Sonst sind’s nur ein bisschen nervende Chicago Tracks aber genau dieser eine Track und alle sind glücklich, versprochen. Lieblingsplatte!
Steven Tang: The Verged Sessions (Aesthetic Audio 10)
Dieser Tage kann man Keith Worthys Qualitäts-Detroit-House-Label Aesthetic Audio zum zehnten Release gratulieren. Wo ich letztens noch gegrübelt habe, wer denn in Chicago in Sachen House / Techno noch am Start ist, leuchtet dort auf einmal Steven Tang wieder ganz hell auf dem Radar. Es sind klassisch anmutende Tracks, ganz nach der Rezeptur von Ron Trents Evergreen Altered States mit einem Chicago-Groove und Sphären, die sich auch mal locker bis nach Detroit und zurück ausdehnen. So macht es für mich auch völlig Sinn, dass hier mit Steven Tang – The Verged Sessions Chicago in Detroit veröffentlicht.
Aber bitte jetzt nicht den Altered States-Vergleich falsch verstehen. Steven Tang hat hier nämlich keinen Abklatsch sondern wirklich eigenständige Tracks produziert, die nur in ihrer Stilistik ähnlich sind und wahrscheinlich ist es die punktuelle Roland Snaredrum auf der B-Seite, die mich einfach immer wieder sofort dorthin bringt. Mein Favorit ist momentan A2 Verged! Steven Tang hat hier einen klassischen Chicago Groove am Start, der so schon völlig funktioniert einfach mal keinen Zweifel zulässt – und dann kommt irgendwann noch die Fläche zum abheben. Ein Track für die, die wissen wie und insgesamt ist das eine ganz tolle Platte!
PS: Allen, die bisher noch nichts von Steven Tang gehört haben, sei an dieser Stelle noch die Emphasis 001 – Windy City von 1998 empfohlen.
Various – Music from Mathematics Vol. 5 (Mathematics 39)
Okay, mit diesem Review ist jetzt spontan wieder mal Chicago-Woche bei Monday Edition. Nicht nur, dass diese Various Artists – Music from Mathematics Vol. 5 wirklich gelungen ist und eine Empfehlung mehr als rechtfertigt, so ist es auch in Chicago inzwischen sehr ruhig geworden, was neue Produktionen betrifft. Auf die Schnelle fallen mir eigentlich nur 3 Leute ein, die von dort noch aktuelle Platten veröffentlichen: Neben Tevo Howard ist das noch Larry Heard und Jamal Moss – welcher in Chicago auch das Label Mathematics Recordings betreibt und dort neben seinen eigenen Produktionen inzwischen vorrangig Musik von eher unbekannten Künstlern aus Europa veröffentlicht.
Die A-Seite auf Music from Mathematics Vol. 5 trägt den Titel Alaska von AudioAtlas aus Thessaloniki – ein wunderbarer Deep-House Track für ruhigere Momente des Abends mit einer richtig tollen, beschwingt pumpenden Bassline. Die B-Seite ist dann fest in italienischer Hand. So ist Simoncino mit Baila Baiana ein Break gelungen, der fast die Luft anhält und sich auch perfekt als letzter Track des Abends anbietet und B2 – Curvatura Di Tempo von Mayo Soulomon versetzt mich auf Anhieb in Laurie Anderson / Throbbing Gristle Stimmung. Perfekt für so manche Montags-Edition.
Doku: Pump Up The Volume – A History of House Music
Gestern Abend bin ich über die Channel 4 Dokumentation Pump Up The Volume – A History Of House Music auf Youtube gestolpert. Im Jahr 2001 hat hier Carl Hindmarch die Geschichte von House Music aus britischer Perspektive erzählt und die beginnt mit Disco, der Paradise Garage in New York und im Warehouse Chicago um 1977. Besonders im Chicago der 80er hat der Film seine Stärken: Jesse Saunders und Vince Lawrence erzählen wie es so war, als sie 1984 On & On als erste House-Platte gepresst haben. Marshall Jefferson erklärt, warum genau diese Platte damals so wichtig war und wie es sich anfühlte, als House 1987 im Summer of Love wirklich zu einer gesellschaftlichen Revolution in Großbritannien geführt hat. Derrick May, Inner City und Techno dürfen natürlich auch nicht fehlen und selbst A Guy Called Gerald erzählt, wie er damals Voodoo Ray für die Hacienda in Manchester gemacht hat und wie schön es war, dass Pickering den Track dann auch tatsächlich gespielt hat. Und so weiter…
Anton Zap: Roof.fm Podcast 09
Duell auf hohem Niveau: Anton Zap gewinnt 2:1 gegen Tevo Howard im Roof.fm Podcast Duell. Denn erst wollte ich an dieser Stelle den Roof.fm Podcast von Tevo Howard besonders betonen, es blitzten die Erinnerungen an sein Ostersonntags-Liveset in der Panorama Bar in mir auf. Doch dieser House / 80′s Pop Mix wurde mir dann in der zweiten halben Stunde doch zu sehr 80er Synthpop und das möchte ich hier nicht so unkritisch auf euch loslassen.
Im Roof.fm Soundcloud-Profil habe ich nämlich außerdem noch einen Mix von Anton Zap gefunden und der passt hier viel besser ins Montagabend-Programm. Mit Deep House startet Anton Zap seine kleine 53-Minuten Rundreise, die sich zwischendurch immer mal wieder mit abgerundeten, jazzy Klimpereinlagen zurück lehnt und dennoch nicht an Drive verliert.
Tracklist:
Jenifa Mayanja – Time waits for no-one – BuMako
Oscar Barila – Utopia – Parquet
Blunt – City Rain (Cv313′s Reduction Mix) – Dpress Industries
Hugh Masekela – Morola
Thomas Fehlmann – Strahlensatz – Kompakt
Dj Sprinkles – Reverse Rotation – Mule Musiq
Danieto – Tres – impar net label
AntonZap – Alice Miracle – Uzuri
Rare Moods – Soul Mates – Comet
AntonZap – Bye – Unreleased
Tevo Howard – Crystal Republic (Hour House Is Your Rush)
Hab ich eigentlich schon erwähnt, dass für mich Tevo Howard im Moment mit die besten Housetracks produziert? So richtig gefunkt hat es ja bereits letztes Jahr mit Everyday House Music auf seinem eigenen Label Beautiful Granville Records und nun hat Tevo Howard bereits im Februar sein Debütalbum Crystal Republic auf dem Rush Hour Sublabel Hour House Is Your Rush veröffentlicht. Das Tolle an Tevo Howard ist ja, dass er mit seinen Produktionen die Magie klassischer Chicago Tracks erweckt, ohne dass es irgendwo aufgesetzt klingen würde. So überrascht es dann auch nicht als sich in einem Interview herausstellte, dass Tevo Howard schon ein richtig alter Hase aus Chicago ist, der einfach nur mal knapp 20 Jahre pausiert hat. Die 303 schraubt sich wieder so frisch durch die Ohrmuschel, als wäre es erst gestern gewesen und die Rhythmen der 808 jacken so funky in einer Liga mit Mr. Fingers und Marshall Jefferson. Something for you Mind, your Body and your Soul – aber hallo! Im Moment ist gerade das erste Repress unterwegs – für all jene, die es beim ersten Anlauf noch nicht glauben konnten, dass es wieder richtig frische Chicago-Housetracks gibt und das auch noch als All-Killer-Album. Crystal Republic ist Pflicht!
PS: Am Ostersonntag spielt Tevo Howard um 17 Uhr Live in der Panorama Bar.
Donnacha Costello: LWE Podcast 46
Little White Earbuds hat einen neuen Podcast mit Donnacha Costello draußen und der irische Italiener überzeugt mich mal wieder. Toller DJ Mix seiner Einflüsse zwischen House und Techno, Detroit und Chicago… Update: Hier kommt die Tracklist vom Donnacha Costello Mix.
Tracklist:
01. Farley “Jackmaster” Funk, “Love Can’t Turn Around” [Trax Records]
02. Plastikman, “Plasticity” [Plus 8 Records Ltd.]
03. G-Man, “Quo Vadis” [Swim ~]
04. Hugo Moya, “Move” [Relief Records]
05. Neal Howard, “Indulge” [Network Records]
06. Chaz Vincent, “Dream Wave” [Planet E Communications]
07. Neil Landstrumm, “Pirate” [Tresor]
08. The Other People Place, “Let Me Be Me” [Warp Records]
09. Jeep Grrlz, “El Magnifico” [El Chocolates]
10. Paul Johnson, “It’s House!” [Dust Traxx]
11. Neal Howard, “The Gathering” (Club Mix) [Future Sound R & R Records]
12. Jacktripper, “Basement” [Jack]
13. Neal Howard, “To Be Or Not To Be?” [Future Sound R & R Records]
14. Rhythim Is Rhythim, “Emanon” [Network Records]
15. Model 500, “I Wanna Be There” (Edit) [R&S Records]
XDB – Cagomi EP (Metrolux 005)
Es gibt eine Neue von Kosta Athanassiadis aka XDB auf seinem eigenen Label Metrolux Music. Die Cagomi EP beginnt auf der A-Seite mit einem 11 Minuten Desert Storm. Auf Anhieb erkenne ich wohlig warme Dubtechno-Attitüde des XDB wieder, jedoch wollen dieses Mal die Sounds nicht dubtypisch butterweich durchs Ohr gleiten. Stattdessen gibts ein bisschen Pychotreibsand in Kombination mit einer Acidline und das ist echt gelungen. An den letzten beiden Wochenenden habe ich mir immer erlaubt, die ursprünglich 118 Bpm etwas hochzupitchen und so hat der Tanzfloor beim Einsetzen der Bassdrum samt Bassline immer wieder einen schönen Ruck bekommen. Manchem ist sowas auch als Jack bekannt. Der Titeltrack Cagomi auf B1 kommt ebenso mit den Zutaten eines Chicago Jacktrax, die – wie ich immer wieder feststelle – niemals altern. Funky bassline, eine verspult säuselnde Synthmelodie, ein leicht böser Beat, Claps und eine Percussion gibt offbeat noch den Durchzug. Für mich ist es ein bisschen wie bei Jamal Moss – nur das XDB dieses Mal mit dem Plus an Harmonie und Wärme gewinnt.