Archiv

Artikel Tagged ‘Politik’

Twitter-Selbsttest: Statusbericht

13. Mai 2009

Seit 2006 gibt es schon Twitter und es dreht sich vor allem um die Frage: What are you doing? Man hat 140 Zeichen, um diese Frage zu beantworten – nahezu von Überall und Jederzeit und ich kann solche Nachrichten auch ebenso flexibel von denen empfangen, denen ich folge. Was macht jetzt für mich Sinn daran, nach einer Woche Twitter-Selbsttest?

Als erstes sah ich, dass bereits die Mehrheit der relevanten Musikmagazine tweets in die Welt setzt. Meistens ist das ganz einfach gelöst, in dem der RSS-Feed bei twitterfeed.com eingetragen wurde und somit alle RSS-Aktualisierungen relativ zeitnah auch bei Twitter gepostet werden. Dem bin ich gleich mal gefolgt und habe mich dann einen Nachmittag mit twitterfeed rum geärgert, weil die meinen RSS-Feed so nicht akzeptieren wollten. Falls jemand das gleiche Problem haben sollte: Ich habe es irgendwann dadurch gelöst, dass ich nun wieder den vollständigen RSS-Feed benutze und nicht mehr die gekürzte Variante.

Für mich als Tweet-Leser wurde dann schnell klar, dass Twittern über die Twitter-Website nicht wirklich Sinn macht. Weil ich Firefox-User bin, habe ich mir zuerst das Add-on Twitterfox installiert und es tickern hier nun unten rechts im Fenster neue Meldungen durch. So habe ich ganz nebenbei erfahren, dass Levon Vincent eine neue Platte auf Deconstruct veröffentlicht hat, Tresspassers auf Delsin nachgepresst wird, es eine neue Live-Aufnahme von Octave One im Netz gibt. Boris schreibt mir, wenn er einen Schreibfehler auf Monday Edition entdeckt hat und wer meine Tweets liest der weiß bereits, dass ich einen Mix für Lost In Atlantis gemacht habe.

Als Ableton twitterte, dass die alles lesen was über Ableton getwittert wird, wurde mir klar, dass Twitterfox bei weitem nicht alles kann, was mit Twitter möglich ist. Es gibt eine unglaublich große Anzahl weiterer Tools, mit denen man diesen zunächst sehr simplen Dienst für sich personalisieren kann. Am meisten wird wohl zur Zeit Tweetdeck verwendet, dessen Einführung ich an dieser Stelle gern dem upload-mag überlasse:

Tweetdeck funktioniert außerdem hervorragend für private Nachrichten bzw. Direct Messages, die nicht im allgemeinen Twitter auftauchen. Grade wenn wir hier am Blog schrauben oder einfach mal schnell einen Link austauschen wollen, dann geht das mit tinyurl und Tweetdeck wirklich sehr viel schneller als mit eMails, Myspace & Co. Interessant ist es auch mal, mit Tweetdeck nach Berliner Clubnamen zu suchen und als Job-Börse könnte Twitter auch super funktionieren.

Neben dem aktuellen und sehr lebhaften Tweet zur Internetsperre #Zensursula geht aber noch viel mehr, wie Tanith bereits im Februar berichtete. Ausgehend von diesem Tweet von Netzpolitik zur Abmahnung von der Deutschen Bahn AG wegen Verrat von Betriebsgeheimnissen

verbreitete sich die Sache innerhalb von 2 Stunden wie ein Flächenbrand aus Twitter heraus. Innerhalb kürzester Zeit gab es Interviews mit Markus, dem Betreiber des Netzpolitikblogs, Medien nahmen die Sachen auf und bis zum Abend hatte es die Geschichte schon bis zu SPON geschafft.

Für die Bahn ein neuerliches PR Debakel, das sich ja nun schon zu einer ganzen Serie auswächst, aber für Twitter und das Netz ein neuerlicher Beweis, das die Zeiten sich geändert haben und man aus Zeitverschwendungstools wie Twitter durchaus auch basisdemokratische Waffen gegen Mundtotmacherei entwickeln kann.

  • Facebook
  • Twitter
  • MySpace
  • del.icio.us
  • Netvibes
  • Technorati
  • Google Bookmarks
  • Yahoo! Bookmarks

Technik, Und so , , ,

Protest gegen Internetsperre!

22. April 2009

stopHeute wird um 13 Uhr im Bundestag der Entwurf eines Gesetzes zur Bekämpfung der Kinderpornographie in Kommunikationsnetzen besprochen und mein RSS-Reader schlägt Alarm. So befindet sich z.B. Spreeblick im Streik und erklärt:

Wir unterstützen die Bundesregierung in ihrem Bestreben, dem Missbrauch von Menschen und speziell Kindern ein Ende zu bereiten, bezweifeln jedoch auf Grundlage vieler Expertenmeinungen, dass dieses Bestreben der wahre Grund für die angekündigten Sperrungen ist.

Die geplante technische Umsetzung auf Basis von Sperrlisten halten wir für laienhaft, wirkungslos und unter Umständen kontraproduktiv. Wir fordern die Bundesregierung auf, die durch die Listen offensichtlich bekannten illegalen Websites zu schließen und ihre Urheber bzw. Betreiber strafrechtlich zu verfolgen. Wir lehnen Internetsperren ab, die ob ihrer Intransparenz und technischen Zweifelhaftigkeit eine Gefahr für die Demokratie in Deutschland sind. Wir fühlen uns durch die von Fachleuten wiederholt in Frage gestellten Zahlen und Fakten, die das Familienministerium kommuniziert, als wählende Bürger belogen.

Wir halten Wahlkampf-Taktiken und politischen Populismus für äußerst unangemessen, wenn es um die Bekämpfung des Verbrechens der Gewalt an Minderjährigen gehen soll.

  • Facebook
  • Twitter
  • MySpace
  • del.icio.us
  • Netvibes
  • Technorati
  • Google Bookmarks
  • Yahoo! Bookmarks

Und so