James Blake: Don’t believe the hype!

james blakeAus aktuellem Anlass macht Monday Edition mal eine Ausnahme und empfiehlt fürs aktuelle James Blake Album, vorher wirklich gründlich reinzuhören. Denn eigentlich ist da nur ein wirklich toller Track drauf und der heißt Limit To Your Love. Die weiteren Tracks sind ungefähr aus der selben Idee geschnitzt wie der große Hit, den ihr euch inzwischen auch im Radio anhören könnt. Räume aufspannen mit minimaler Klimper-Klangbesetzung und dazu das endlose Autotune-Gejaule des Knaben. Ich hasse Autotune! Das ist eine Software zur Tonbearbeitung, die bereits bei Cher – Believe ihren großen Auftritt hatte und ihre Stimme so künstlich nach Plaste klingen lässt. Die De:Bug findet zwar, dass es eine ganz große künstlerische Leistung ist, die eigene Stimme fünfmal durch Autotune zu jagen und dann übereinander zu legen. Andere finden, dass man damit einer breiteren Öffentlichkeit Dubstep näher bringen könnte…

 

Lel Palfrey @ Mike Huckabys Show on Cjam FM Detroit

lel palfrey mike huckaby show cjam detroitJa, es ist momentan ein wenig ruhiger hier. Während der letzten Wochen und Monate hatte ich vermehrt das Gefühl, dass ich mich hier in bestimmten Punkten immer mehr im Kreis drehe. Ich blieb so manche Antwort schuldig und so war es höchste Zeit, mal einen Gang zurück zu schalten und mich wieder einmal tiefer mit der Frage zu beschäftigen, was ich denn hier wirklich machen will.

Es gilt, neue Ideen und viel zu lange aufgeschobene Projekte in die Tat umzusetzen. Das benötigt manchmal auch ein bisschen mehr Zeit aber langsam nimmt das Formen an. Außerdem hab ich gerade auch viel Freude an so altmodischen Aktivitäten wie Leute persönlich treffen und mal ganz in Ruhe Bücher lesen. Orwells 1984 und Rave von Rainald Goetz waren genauso überfällig wie Lost and Sound von Tobias Rapp. Ich hätte ja schon selbst von mir erwartet, dass ich diese Bücher längst gelesen hätte, aber ich hab mir dafür in den vergangenen Jahren vor lauter Vinyl, Musik und Internet einfach viel zu wenig Zeit genommen.

Bei keep-it-deep’s Mixed Up Monday laß ich gestern ganz ähnliche Gedanken und einen schönen Mix hab ich da außerdem gefunden. Der Schotte Lel Palfrey hat für Mike Huckabys Show auf Cjam einen Mix gemacht und der hat mir gestern den Montag wirklich bereichert.

Tracklist

1. Agnes – Calvingrad, Boring City (Digs’ Dames Agnes Mellers remix) [Ornate Music]
2. Iron Curtis – Till You Go (Baaz remix) [Morris Audio]
3. Rick Wade – Pleasure Craft [Shanti]
4. Rick Wade – Whistle Bump Track [Harmonie Park]
5. Norm Talley – Change (Mike Huckaby 2010 Remix) [Third Ear]
6. Alex Agore – Improper Change [No Matter What]
7. Baaz – Black Pattern [Quintessentials]
8. Ernie – Soul Of The Night [Minuendo]
9. Nacho Marco – Delicate [We Play House]
10. Ladzinski – All Night [Boe Recordings]
11. Nick Lawson – You Look Good [Morris Audio Citysport Edition]
12. Dubbyman – King Of Motown (W&P HGG Remix) [Cornuta Sound]
13. San Soda – Just In [We Play House]

Clubroot: Your Time Guest Mix

Clubroot Your Time Guest MixWährend ich in der vergangenen Nacht diesen Neujahrstext schrieb habe ich übrigens eher zufällig diesen Your Time Guest Mix von Clubroot gehört und dieser entwickelte sich dabei zum absolut passenden Soundtrack. Breakbeats sind ja eher nicht der Rhythmus, der mich unmittelbar ins Herz trifft. Doch als mir Pasquale im vergangenen Sommer die beiden Clubroot Alben ans Herz legte war sofort klar, dass man Clubroot unbedingt gehört haben muss. Das gilt hier auch uneingeschränkt für diesen Mix und erst recht in dieser Jahreszeit! Wer will, kann ja dann noch die Alben auschecken. (via Kraftfuttermischwerk)

Tracklist

01. Clubroot – Celestial – Dub
02. Goth-Trad – Cut-End (Tease) – Deep Medi Musik
03. Clubroot – Scars – Dub
04. Actraiser – Mysteries Of The Universe – Dub
05. Swarms – Seperate Sense VIP – Dub
06. Clubroot – Lurking In The Shadows – Dub
07. Clubroot – Hellion – Dub
08. Setspeed – Droptools – Bass Music
09. Actraiser – Solstice (Vandera Remix) – Forthcoming Subdepth Records
10. Clubroot – Comedown VIP – Dub
11. Clubroot – Left-Hand Path – Dub
12. Lung – Afterlife (Tease) (Kryptic Minds Remix) – Kokeshi
13. Clubroot – Deep In Thought – Dub
14. Ghostek – Trust Me – Dub
15. Clubroot – Eden – Dub

SCB – Hard Boild VIP (SCB002)

scb 002 hard boiled vipInzwischen hab ich es ja schon mehrmals erwähnt: Paul Rose, ob als Scuba oder unter seinem Techno-Alias SCB, gehört in diesem Jahr zu meinen absoluten Lieblingen. Sein Sound trifft es meistens genau richtig zwischen Dubstep und Techno, die Tracks sind großartig produziert und seine DJ-Sets finde ich Weltklasse. Die SCB 002 macht dabei auch keine Ausnahme, obwohl mir dieser Looptechnotrack 28_5 auf der B-Seite schon fast ein bisschen zu clean geraten ist. Herausragend ist hier der Titeltrack Hard Boild VIP. Die Bassline ist rund, die Snyths erschaffen eine warme Atmosphäre und in der Hälfte des Tracks kickt das dann plötzlich noch mal so richtig. Da geht ein Ruck durch jeden Dancefloor – für alle, die sich auch zwischen Dub- und Detroittechno zu Hause fühlen.

Space Dimension Controller: FACT Mix 126 & RA Podcast 231

space dimension controller ra.231Jack Hamill hat’s jetzt als Space Dimension Controller geschafft! Gerade wurde seine großartige Debüt-EP The Love Quadrant vom October 2009 noch mal nachgepresst, sein neues Album Temporary Thrillz auf R&S wird von allen Seiten gelobt und sein Remix für Anthony Shake Shakier auf Rush Hour ist ebenso gelungen. Dann gab’s kürzlich noch den Space Dimension Controller Podcast für Resident Advisor RA.231 und bereits im Februar einen, für meinen Geschmack fast noch besseren Podcast fürs Fact-Mag. Wenn das kein Lauf ist, dann weiß ich auch nicht. Es ist also mal wieder Zeit für Funkdiscosound. Tensnake hat’s ja schon bewiesen, Nebraska ebenso. Space Dimension Controller ist im Vergleich auf seine ganz eigene Art schon noch mehr 80er und wenn ich seine Musik anhöre, dann erinnere ich mich plötzlich auch wieder an diese Playgroup Lieblings-DJ-Kicks von 2002. Wo ist die Zeit hin? Let’s disco!

Space Dimension Controller: Temporary Thrillz (R&S 1008)

space dimenson controller temporary thrillz rs 1008Ich weiß nicht, wann ich zum ersten Mal von zeitlich begrenzten Öffnungen des Raum-Zeit-Kontinuums gehört habe. Wahrscheinlich war es irgendwann, als jeden Nachmittag Star Trek im Fernsehen lief. Vielleicht war es sogar 1998, als das Raum-Zeit-Kontinuum immer mehr Thema bei Deep Space Nine wurde. Und wenn ich jetzt auf meine jüngste Vergangenheit zurück blicke, dann habe ich in diesen Tagen erstaunlich oft Momente erlebt, die mich ganz stark an 1998 erinnern. Vielleicht hängt es mit der Wiederentdeckung von LTJ Bukem’s Earth Compilations zusammen, die diese Woche hoch und runter liefen – welche auch die Laune der zickigsten Mitfahrerin seit langem nach unserem gemeinsamen Nachtflug über die Autobahn nach Berlin auf beeindruckende Weise transformieren konnten. Vielleicht hatte ich damals beim Mixen zweier Platten zum ersten Mal dieses Gefühl, wenn man sich selbst durch Musik ausdrückt. Und vielleicht passiert es mir jetzt mit Maschinen gerade wieder, dieses Fließen. Neue Dimensionen öffnen sich, alte Visionen sind wieder hellwach. Sich mit 31 ein bisschen wie mit 19 fühlen: die neue Space Dimension Controller – Temporary Thrillz auf dem wiederbelebten R&S Label passt mir perfekt dazu.

Elgato: Tonight / Blue (Hessle Audio 15)

elgato hessle audio 15Schon mal was von Hessle Audio gehört? Etwa nicht? Dann könnte die B-Seite der neuesten und ersten Veröffentlichung von Elgato auf Hessle Audio 15 ein durchaus gelungener Einstieg werden. Hessle Audio ist so ein Post-UK-Garage-Dubstep Label, andere sagen vielleicht UK-Funky – obwohl ich persönlich mit diesem Begriff eher nichts anfangen kann. Ist auch egal, denn Elgato’s Blue ist für mich einfach House. So einen fetten Subbass fand man bisher jedoch fast nur beim Dubstep. Zwar wurde schon längst voraus gesagt, dass jetzt Dubstep alles ringsherum ein wenig infiziert hat bzw. sich jetzt überall hin ausdehnt. Wenn aber wie hier so ein Wahnsinnstrack auf Hessle Audio dabei heraus kommt, dann ist das für mich immer noch eine kleine Sensation. Je öfter ich den höre, desto besser wird er.

Reality Or Nothing: Sandwell District Mixes (RSB 8 & 9)

reality or nothing mixes rsbKarl O’Connor (Regis) und Peter Sutton (Female) haben in den 90ern unter anderem neben Surgeon ganz hervorragende, harte Techno Tracks auf dem Label Downwards in Birmingham veröffentlicht. Für meinen Geschmack gehören Sie zu den wenigen Produzenten, die harten Techno schon immer sehr zeitlos produziert haben. Während ich bereits einen Großteil meiner Kollektion aus den alten Tresor Tagen aufgelöst habe, behalte ich ihre Platten nur zu gerne in meiner Sammlung und kaufe sogar immer noch welche dazu. Auf Sandwell District und Downwards gibt es immer wieder wirklich gute Releases und diese zwei neuen EP’s auf RSB mit den Reality Or Nothing Mixes sind auch richtig großartig. Reality Or Nothing ist ein Projektname von O’Connor und Sutton, unter welchem sie 1996 und 1998 insgesamt 4 Platten auf dem Label Housewerk Recordings veröffentlicht haben. Damals war noch ganz üble Fax-Listen Informationsdiktatur im Plattenladen und so hatte ich von diesen Tracks vor zwei Wochen einfach noch keine Ahnung. Umso schöner ist es jetzt, wenn plötzlich diese Mixes auftauchen – dark, jedoch nicht so finster wie es teilweise auf Downwards ist und so richtig fett. Neben den zwei Originalen ist es besonders der Reality Or Nothing Female Mix, der mich immer wieder neu in den Sessel drückt. Und alle anderen Tracks sind auch wirklich super!

The Black Dog: Bodytonic Podcast 81

bodytonic 081 the black dog podcastUnd weiter geht’s: Für heute Abend empfiehlt die Monday Edition den Bodytonic Podcast 081 von The Black Dog für alle, die heute Abend Nerven für Ambient und Klangexperiemente haben. Dieser Mix ist ebenfalls schon ein paar Tage im Netz unterwegs und auch wirklich gelungen. Ein Bonus zum letzten The Black Dog Album Real Music for Real Airports und manche könnten den Mix hier sogar noch ein bisschen besser als das Album finden. Tipp!

 Tracklist

Brian Eno – An Ending (Ascent) – Polydor
Bitstream – Retreat Pod – Pylon Music
The Black Dog – BCN 4 – Dust Science
Coil – Box Theme – Solar Lodge
Pan Sonic – Suhteellinen – Blast First
Alex Smoke – Intro – Soma
Gas – Untitled – Kompakt
Fever Ray – If I Had A Heart – Rabid Records
Dave – Wire – Downwards
Monolake – Credit – Monolake / Imbalance Computer Music
FUSE – Carocell – Plus 8
Plastikman – Lost – NovaMute, M_nus
Craig Armstrong – Delay – Sanctuary Records
Loscil – Cloister – Kranky
MLO – Sleeper – Reflective
The Black Dog – Delay 9 – Soma
Jacaszek – Powoli – Miasmah
BMB – All The Saints Have Been Hung – Counterbalance
Autechre – Eutow (The Black Dog’s Arvo Alg Edit) – Warp
Jarvis Cocker – Lanhydrock – Old Music Box – National Trust

Joy Orbison – That Doldrum Joy Sound Mix

Joy Orbison - That Doldrum Joy Sound MixJoy Orbison war mir bis heute absolut kein Begriff, mit seiner aktuellen Veröffentlichung auf Hotflush und diesem tollen Mix hat er mich soeben allerdings sowas von geplättet, dass ich nicht anders kann, als mich dem scheinbar schon stark grassierden Hype in der sogenannten Blogosphäre hiermit einfach anzuschließen. Nachdem letzte Woche schon Hotflush Labelchef Scuba einen fantatischen Mix für den Mnml-Ssgs-Blog hingezaubert hat, legt Joy Orbison nun nach und lässt in seinem That Doldrum Joy Sound Mix alles zusammenkommen, was ich seit einiger Zeit an diesem Dubstep-Sound liebe. Fernab vom Voll-auf-die-Tube-Party-Sound der Sorte Skream (zumindest meines Eindrucks nach meistens) und Co, wird hier zunächst einmal die gerade Bassdrum ausgepackt, um dann in dubbigere Gefilde einzutauchen einmal tief in die Seele des gebrochenen Beats zu schauen. Der bisher beste Mix, dem ich zumindest zu großen Teilen den Stempel “Dubstep” aufdrücken würde – und ab Minute 25 bekomme ich wirklich weiche Knie.

Tracklist:

  1. Pearson Sound – Indelible // Aus
  2. Karizma – Drumz Nightmare // R2
  3. Nu-Birth – Anytime // Locked On
  4. Tonya Renee – About You (Karizma Boucha Remix) // Home Recordings
  5. Altered Natives – Rass Out // Fresh Minute Music
  6. Joy Orbison – Smother // DOLDRUMS
  7. Efdemin – Acid Bells (Martyn Remix) // Curle
  8. Shed – Selection One // Soloaction
  9. Ultramarine – Hooter (Carl Craig Remix/JORb EdiT) // Real Soon
  10. Joy Orbison – Tentative Bidding // DOLDRUMS
  11. Martyn – Hear Me // 3024
  12. Joy Orbison – J. Doe // DOLDRUMS
  13. Joy Orbison – Hyph Mngo // Hotflush