Das ist heute der 500ste Monday Edition Artikel! Nach einiger Überlegung habe ich für dieses kleine Jubiläum die BBC-Doku The Alchemists of Sound von 2003 ausgesucht. Hier geht es um den BBC Radiophonic Workshop. Zwischen 1958 und 1998 kümmerte man sich hier im legendären Room 13 der Maida Vale Studios in London um neue Musik und Effekte für die BBC.
Der BBC Radiophonic Workshop ist für uns vor allem wegen Delia Derbyshire auch heute noch interessant. Sie war es, die dort das Bandmaschinen Beat-Matching perfektionierte und dort mit ihren Kollegen aus Tape-Loops und einem Ring-Modulator wirklich innovative Musik erschuf.
Es ist nicht nur der berühmte Titel Track für Dr. Who, der noch 40 Jahre später nichts von seiner Magie verloren hat. Im Fundus von Delia Derbyshire finden sich z.B. auch großartige Ambient-Soundkollagen und sogar Tracks, die noch heute als lupenreine Minimal-Dancetracks durchgehen.
Am vergangenen Freitag ist die Red Bull Music Academy 2011 in Madrid zu Ende gegangen und zum Glück können inzwischen alle, die nicht live dabei sein können, die RBMA Lectures via Video-Stream nachholen. Eine Lecture zählte dabei ganz sicher zu den absoluten Highlights: Tony Andrews, der sympathische Typ von Funktion One!
Im schönen Zwiegespräch mit Gerd Janson berichtet Tony Andrews nicht nur, wie sie damals in 70ern angefangen haben. Ohne allzu technisch zu werden, geht es vielmehr auch um die ganz praktischen Fragen eines guten Soundsystems. Wie testet man ein Soundsystem? Warum braucht man eine gute Soundkarte? Wie klingt man als Traktor-User besser und warum sollte der Mixer nicht im roten Bereich gefahren werden?
Natürlich geht es hier auch um die Sinnfrage. Warum ist ein gutes Soundsystem wichtig und warum lieben wir alle einen satten, warmen Bass? Das und noch viel mehr in zwei Stunden RBMA fürs Sofa zu Hause. Pflicht für alle, die irgendwas mit Musik am Hut haben!
Zur Zeit geht dieses Ableton-Tutorial-Video mit 101 Tipps für Ableton Live durch die Blogs, wobei hier das Verhältnis von 101 Tipps bei einer Video-Länge von 39:33 Minuten besonders beeindruckend ist – alle 23 Sekunden ein neuer Tipp, Trick oder Shortcut. Wow! Jason Timothy ist Profi-Abletontrainer und hält sich nicht mit irgendwelchen, meistens ja super langweiligen Selbstdarstellungen und Einleitungen auf. Stattdessen geht es gleich los. Die Soundbeispiele sind zudem äußerst kurz gehalten, so dass dieses Tutorial wirklich viele Ableton-Nutzer verwenden können, ohne dass irgendwer gleich Ohrenbluten bekommt. So solls sein! Einen Überblick über die einzelnen Tipps dieses Tutorials findet ihr in Jasons Blog.
In der aktuellen De:bug Ausgabe gibt es ein Interview mit Daniel Troberg von der schwedischen Firma Elektron. Die sind ja schon für ihre Maschinedrum und Monomachine bekannt und bringen jetzt, in Zeiten wo überall Laptops arbeiten, einen 8-Spur Hardware Perfomance-Sampler mit dem Namen Elektron Octatrack. Ich finde die Elektron Maschinen schon seit langem höchst spannend – nicht nur weil ich die Vermutung von Elektron teile, dass nach wie vor “das Arbeiten mit einem dezidierten Stand-Alone-Musikinstrument nicht zu schlagen ist.” Nachdem ich dazu unzählige Youtube Videos studiert habe würde mir das Elektron-Ensemble auch sofort ins Studio stellen, einzig der Preis mit je 1200 Euro hindert mich momentan daran. Zum Inspirieren war das Preview zum Elektron Octatrack und das Interview mit Daniel Troberg dennoch sehr gut geeignet…
Elektronische Musik gehört einfach zu Berlin und vom 3. bis 6. November sollte diese Verbindung wieder einmal besonders gefeiert werden. Im Rahmen der Berlin Music Days gab es neben dem Rave in Tempelhof auch diverse Showcases wie zum Beispiel eine Austellung der Zeitmaschine im Horst Kreuzberg und die De:Bug Musiktechniktage. Nahezu alle Clubs glänzten mit hervorragenden Line-Ups und auch Electronic Beats lud am Donnerstag zum Festival ins Radialsystem, wo wir zum ersten Mal seit den Achtzigern ein großartiges Konzert von The Human League in Berlin erleben durften.
Einige Stunden später war ich dann erneut Gast im Radialsystem, denn jetzt begannen dort die De:Bug Musiktechniktage 2010. Native Instruments veranstaltete Workshops zur Maschine und zum neuen Traktor Controller S4, Ableton zeigte The Bridge und Schneiders Büro lud zum Synthesizerbasteln. Ich hatte mich zum Maschine Workshop angemeldet und tatsächlich noch eine Einladung erhalten. Der Workshop war jedoch eher für jene gedacht, die noch nicht mit der Maschine arbeiten und die sich für Ihre Möglichkeiten interessieren. Die Maschine habe ich aber hier bereits schon längst hoch gelobt und bis jetzt habe ich damit auch noch alles hin bekommen, was mir damit in den Sinn gekommen ist. Nach der Einleitung habe ich mir also nur meine zwei aktuellen Fragen zum antriggern von analogem Equipment beantworten lassen und mich dann wieder verabschiedet. Meine Halswirbelsäule muckt seit diesem Tag auch rum und länger sitzen war an diesem Nachmittag für mich einfach nicht drin.
Einen Tag später gab es außerdem noch mein persönliches Workshop-Highlight dieser Musiktechniktage bei Dubplates & Mastering am Paul-Lincke-Ufer. Christoph, auch bekannt als CGB aus so mancher Auslaufrille, ist dort mit seinen Kollegen für Vinyl-Cut und Mastering zuständig und so bot sich für alle Anwesenden die Gelegenheit, sich ohne 15-Minuten D&M Abrechnungstakt im Rücken jede Frage zur Schallplatte beantworten zu lassen. Im Zentrum des Workshops stand natürlich erst einmal Mehr…
Software und Hype der Woche sind definitiv Paul’s Extreme Sound Stretch und dieser Popsong in Ambient. Nicht das es jetzt so die Neuigkeit wäre, die Länge zu verlängern und dabei die Tonhöhe beizubehalten, aber jetzt braucht man dazu nur noch diese Freeware. Ich hab das Tool einfach mal selbst ausprobiert und beim Track meiner Wahl gab’s dann auch nicht viel zu überlegen: 69 – Desire! Das Carl Craig Masterpiece von 1994 und einer meiner absoluten Lieblingstracks jetzt in der Monday Edition Time Stretch Version…
Ich weiß ja nicht wie es Euch geht, aber am Anfang fiel mir beim selbst Musik machen die Synthesizer-Bedienung besonders schwer. 100 Schalter, Knöpfe, Drehregler, Oszillatoren, Filter, Hüllkurven und irgendwie weiß man nicht, was das nun alles bedeutet und wie sich was wie auswirkt. Bedienungsanleitungen lesen ist auch nicht sehr beliebt und manchmal ist selbst die auf ein A4-Blatt zusammen gestaucht und setzt schon voraus, dass man bereits weiß, wozu welcher Regler des Synthesizers da ist. Vielleicht hilft das Syntheziser Basics Video-Tutorial von Delamar. Zwar sollte man hier jetzt auch keine Spitzenunterhaltung erwarten, aber einen Überblick über die Grundfunktionen kann man sich in diesem 30 Minuten-Tutorial in 3 Teilen doch verschaffen und ein paar Details werden ziemlich anschaulich demonstriert.
Ich bin ja nicht unbedingt ein Korg Fan. Der neue Korg Monotron Synthesizer ist jedoch wirklich ein kleines, ziemlich interessantes Gerät und für 59 Euro ist der mir auch einen Praxistest wert. Im Youtube Video verspricht der Korg Monotron schon mal sehr viel für seine Größe – auch wenn man am Ende vielleicht doch nur noch den eingebauten, schon längst legendären MS-10 / MS-20 Filter benutzt.
Hab ich eigentlich schon erwähnt, warum mein Mix-Output seit einiger Zeit etwas geringer ist als vorher? Naja, ich habe seit ner Weile ein neues Spielzeug mit dem Namen MASCHINE von Native Instruments. Seitdem bastle verstärkt an eigenem Material, welches nun nach und nach immer besser wird. Es werden aber bestimmt noch ein paar Monate vergehen, bis ich meinen Scheiß auf Euch los lasse. Warum ich bisher noch nichts darüber geschrieben habe liegt daran, dass ich mir so gut es geht Mühe gebe, nur über solche Themen zu schreiben, von ich denke, dass ich davon auch größtenteils ne Ahnung habe. Und bei Hardware/Software brauche ich noch immer ein bisschen länger.
Die MASCHINE 1.1 hab ich inzwischen schon ganz gut drauf und bin mit meiner Investition wirklich zufrieden. Nur kurz für jene, welche noch keine richtige Vorstellung von der MASCHINE haben: Das ist eigentlich ne Software, welche stand-alone und als VST-Plugin funktioniert und mit einem echt coolen Sequenzer, Sampler, eigenen Sounds und einer ganz ordentlichen Effekt-Palette ausgestattet ist. Dazu bekommt man außerdem noch einen Hardware Controller geliefert, mit dem man fast die komplette MASCHINE steuern kann, ohne auch nur einmal die Maus zu bewegen. So dauert es nach dem Start nur ein paar Sekunden bis eine 4/4 Kickdrum läuft und man kann dann sehr intuitiv mit den anschlag-dynamischen Pads entweder alle weiteren Parts live einspielen, den intergrierten Step-Sequenzer nutzen oder auch Midi-Noten am Bildschirm (ver-)setzen. Das Tollste dabei: die zwei im Controller integrierten Displays und die beleuchteten Pads versorgen einen über alle nötigen Informationen und so geht irgendwann der Bildschirm aus und ich beschäftige mich fast ausschließlich mit dem Controller. Ich sage nur: Hardware Feeling! Endlich mal ne ordentliche Lösung zum Musik machen ohne Maus und ständiges Bildschirm glotzen und dennoch sind alle Vorteile der Computertechnik bei Bedarf verfügbar.
Welche Features bei NI MASCHINE 1.5 neu sind, lasst ihr Euch lieber direkt bei Native Instruments in den Tutorial-Videos zeigen. Das Beta Release gibt’s übrigens für alle Maschinenbesitzer kostenlos. Für MASCHINE 2.0 habe ich aber trotzdem noch ein paar Wünsche: So würde ich gerne zusätzlich mit einem zweiten MIDI-Controller (bspw. Evolution UC-33) auf die einzelnen Parameter der MASCHINE Zugriff haben, so dass ich zum Beispiel die Lautstärke für bestimmte Sounds mal schnell mit dem Fader hoch und runter ziehen kann. Vielleicht geht das aber auch schon mit den neuen Macro Controls in MASCHINE 1.5 ausreichend gut – gleich mal testen. Ein paar mehr als die zwei vorhandenen Effektplätze je Sound wären klasse und schön wäre auch, wenn ich die MASCHINE mit eigenen VST-Plugins füttern oder auch die Audiosignale einzelner Sounds / Gruppen über die verschiedenen Outputs meiner Soundkarte ausgeben könnte. Wenn die MASCHINE dann noch direkt als Midi-Sequenzer für Analog Synths zur Verfügung steht wäre es perfekt. Falls irgendwas davon schon geht und ich das nur noch nicht geblickt habe… bitte helfen :)
Trotz der paar noch offenen Wünsche kann ich die MASCHINE aber auf jeden Fall empfehlen. Noch nie hat mir Musik am Computer so viel Spaß gemacht und so mache ich mich mal an ein paar neue Tracks und gucke, wie das jetzt mit der ganz frischen Version MASCHINE 1.5 bestimmt noch besser funktioniert…
DIY-Synthesizer, Effektgeräte und vielleicht auch einen Drumcomputer selber bauen? Für Interessierte bietet dazu der Workshop von Leaf Audio in Leipzig und bei Schneiders Büro in Berlin die Möglichkeit. Video angucken und anmelden, die De:Bug hat das nämlich auch schon gepostet: