Ein kurzer Doku-Scan bei Youtube förderte diese arte-Doku über Sven Väth zutage. Diese ist aus dem Jahr 2000/01 und ist somit auch schon wieder 10 Jahre alt. Damals spielte Sven Väth noch am Sonntag der Loveparade im Tresor-Park, das Omen hatte er zu dessen 10. Geburtstag im Jahr 1998 gerade dicht gemacht und Cocoon war damals noch ein mobiles Club-Konzept. Sven Väth erzählt in vielen Interviews aber außerdem etwas über seine Jugend in Obertshausen, seine Beziehung zum Dorian Gray und dem Frankfurter Flughafen, OFF, Indien und Ibiza war damals auch schon ein großes Thema. Ich hab mit Sven Väth im Vergleich mit manch anderen eigentlich gar nichts zu tun. Die HR-Clubnight konnte man bei uns nur über Tapes hören und wenn er mal in der Nähe aufgelegt hat dann war es meistens so voll, dass ich dann auch gleich abgewunken habe. Trotzdem mag ich ihn. Zwei seiner Tracks haben es in meine Alltime-Favorites geschafft und so manche Worte dieser Doku sitzen auch 10 Jahre später noch zeitlos perfekt.
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Insect O: Elbfloorbeatz DJ Sessions
In der Nacht zum Ostermontag war ich seit langem mal wieder kurz zu Besuch in Dresden. Dort habe ich unbekannter Weise Insect O getroffen, der mir kurz darauf wieder bei Facebook unter gekommen ist und sich als Oliver Hartmann heraus stellte. Drei Klicks später habe ich dann bei Soundcloud echt nicht schlecht gestaunt: Unter anderem gibt es dort diese Aufnahme von Elbfloorbeatz auf Coloradio mit einem schönen Interview, einer Auswahl an Insect O Tracks und einem kurzen Dub Techno Mix. Der Rest ist dann selbst erklärend und der beste Beweis, dass in Dresden abseits von Uncanny Valley noch lange nicht Schluss ist. Unbedint auch mal die anderen Tracks in der Insect-o-Klangwolke anhören.
20 Jahre Groove
Im Moment gibt es die 20 Jahre Groove Ausgabe am Kiosk und die ist wirklich großartig. In meinem Plattenladen gab es die Groove zum ersten Mal im Dezember 96 mit der Nummer #43 – Vive La France. Seitdem bin ich ein relativ treuer Groove-Leser. Obwohl. Vor zwei, drei Jahren gab es auch schon eine Phase, in der mir die Worte nur noch ewig gleich vorgekommen sind, das Feuer des Dancefloors für mich irgendwie völlig im nüchternen, journalistischen Anspruch erloschen war und ich während eines etwas hastigen Umzugs gleich mal alle meine Grooves in der Papiertonne entsorgt habe – oh nein!
Denn eigentlich liebe ich die Groove schon immer. Sie ist ein ganz wichtiger Teil meiner frühen Techno-Sozialisation – neben Plattenladen, Freunden, diversen Clubs und Partys sowie dem Radio. Die Musik blieb, vieles ist schon längst nicht mehr da. Die Groove gibt es noch immer und die Ausgabe 20 Jahre Groove ist ein richtiges Stück Zeitgeschichte geworden. Wer sich hier mit elektronischer Musik identifizieren kann, der sollte dieses Heft wirklich zu Hause haben – wenn du vielleicht auf Electro stehst, dann sind 20 Jahre Groove unbedingt Pflicht! Die 7 Euro lohnen sich wirklich. Angefangen habe ich mit den 100 wichtigsten Platten, ok. Wir suchen momentan die Platten, die in der Zeit völlig übersehen oder vergessen wurden. Hotze ist super und dann gibt’s vorne aktuelle, schöne Interviews mit Derrick May, Sven Väth, Thomas Koch, Raf Simons (Mode) und Eve & Rave (Drogen) – alle sehr sympathisch.
Huch, einer fehlt. Über Hawtin könnte ich mich wieder mal richtig aufregen. Ach egal, eine passende Antwort haben bereits 1993 Peter Huber und Thomas Koch unter „Keep The Spirit Alive“ gedruckt. Im ganz großen Interview mit DJ Pierre von 1995 darf ebenfalls so mancher gerne nochmal nachlesen. Für jedes Jahr gibt’s ein paar Leseproben und das ist wirklich köstlich. Außerdem noch eine Hits-Only-Mix-CD von Miss Kittin. Leider hat es hier auch Kaltes Klares Wasser in die Auswahl geschafft – es war eben noch nie alles nur wunderbar. Das beweist gerade diese Jubiläumsausgabe und das macht sie deshalb auch so besonders. Danke und ganz herzliche Glückwünsche, liebe Groove. Ich lese jetzt weiter bei 1996…
Drexciya Interview mit Liz Copeland (Mai 2002)
Drexciya waren James Marcel Stinson und Gerald Donald aus Detroit. Stinson hatten wir erst kürzlich mit seinem Projektnamen The Other People Place als Platte des Tages und als Nachschlag gibt’s jetzt hier das einzige Derxciya Interview, welches er jemals im Radio gegeben hat – stellvertretend für Detroit Techno und so. Sehr schönes Interview! (via Henning Around)
Raster Noton @ Berlin Mitte Institut
Heute ist hier Ambient Tag und da passt die Sendung beim Berlin Mitte Institut irgendwie echt gut dazu. Dort sind heute zwischen 19 und 23 Uhr Frank Bretschneider und Grischa Lichtenberger von Raster Noton – Archibv für Ton und Nichtton zu Gast, um dort ihren Ansatz von experimenteller Musik vorzustellen. Entgegen zur Ambient-Wikipedia-Definition von eben ist Raster Noton für mich ja eher ein Label, welches die Musik nicht ins Ambiente einfügen will sondern mit ihrem experimentellen Ansatz noch tiefer ins (Unter-) Bewusstsein vordringt. Wird bestimmt spannend:
Doku: To Have & To Hold
Es kommt eine neue Schallplatte äh Doku über die Schallplatte, auch Vinyl genannt, mit dem Titel To Have & To Hold. Sie gibt es in verschiedenen Formaten – in 7″ mit großem und kleinem Loch, 10″, 12″ und in Schwarz, Bunt mit Bild. Mit und ohne Cover, mit Stempel, in Plastik gefütterter Innenhülle oder auch ganz ohne. 33 und 45 Umdrehungen pro Minute. Ich bin mir sicher, davon hat schon manch einer gehört. Dieses schon seit mindestens 20 Jahren tot gesagte Medium, welches zerkratzt, springt und nicht in mp3-Shops zu haben ist. Vinyl, das immer in Stapeln auftaucht und von welchem man schon mal ein paar Tausend bunkern kann. To Have & To Hold wird bestimmt ein ganz toller Film, denn es gibt nichts schöneres als Musik von Vinyl zu hören!
Moodymann @ Red Bull Music Academy London (RBMA 2010)
Kenny Dixon Jr., noch besser bekannt als Moodymann, ist on Tour: Nach dem klasse Set im Berghain vom Februar war Moodymann in der vergangenen Woche Gast der Red Bull Music Academy in London. Das ist doch mal ein wirklicher Hammer, denn eigentlich gibt Kenny Dixon Jr. keine Interviews. Update: Und so richtig geil ist, dass es die RBMA Lecture mit Moodymann schon in voller Länge im Videostream gibt. Die ist jetzt Pflicht für alle!
It’s not what you do,
It’s how you do it.
You have to be comfortable in what you do,
And whatever you do,
Do it well!Moodymann @ RBMA 2010
Juan Atkins: Interview at Bleep43 & Free Model 500 Track
Bleep43 hat am Wochenende ein wirklich tiefgründiges Interview mit Juan Atkins (aka Cybotron, Model 500) veröffentlicht und insgesamt hat dieses Projekt über ein Jahr Zeit benötigt bis nun endlich veröffentlicht wurde. Doch was ist ein Jahr, wenn es hier über den 1962 in Detroit geborenen Juan Atkins geht? Er ist der Godfather of Techno, auf ihn geht die noch weitgehend gültige Symbiose zwischen Musik und Technologie speziell für Techno zurück, er hat als Cybotron bereits 1984 einen meiner Alltimefaves Alleys of your Mind gemacht, gab dieser neuen Musik aus Detroit mit dem prophetischen Track Techno City ihren Namen und nicht zuletzt war da dieses Future Shock Buch von Alvin Toffler. Dabei frage ich mich, warum ich dieses Buch nach inzwischen auch schon 15 Jahren Techno immer noch nicht gelesen habe? Egal, oder auch nicht. Ein sehr persönliches und ausführliches Interview – auch für müde Interviewleser. Und als Bonus gibts bei Little White Earbuds einen neuen Model 500 Track zum kostenlosen Download.
Bob Moog @ Red Bull Music Academy 2003
Die Lecture der Red Bull Music Academy mit Bob Moog, dem Erfinder und Entwickler der großartigen Moog Synthesizer, ist wieder online. Eine kurze Geschichtsstunde in Sachen elektronische Musik, eine Musiker-freundliche Einführung in die Funktionsweise eines Synthesizer und ein super sympathischer und inzwischen schon verstorbener Bob Moog. Essentiell!
Deep Frequency @ Inifinitestatemachine
Der Infinitestatemachine Blog ist doch immer wieder einen Klick wert. Letztens habe ich ja schon auf den tollen Gmos Mix dort hingewiesen. In der vergangenen Woche gab’s dann ein super Interview mit Simon und Guillaume, die neben ihrem Lucky Cloud Soundsystem auch das Internetradio Deep Frequency betreiben. Endlich ein Internetradio, dass die Lücke von Garniers PPB nicht nur ausfüllt sondern noch einen drauf setzt. Die Tracks, die hier gemixt durchs Internetradio schimmern, machen dem Namen Deepfrequency alle Ehre und schnell wird klar, dass hier zwei echte Profis am Werk sind. Es sind zwei alte Party-Haudegen aus London, die schließlich über Ibiza auf David Mancusos legnedärer Loft Party landeten und seitdem diesen Vibe weitertragen. Bei Simon und Guillaume stehen Funk, Soul, Disco Klassiker locker neben deepen Techno Tracks und Deep House – ein perfekter Mix, falls der nächste Montag mal wieder bloody sein sollte. Lest selbst wie das kam mit Mancuso und Lucky Cloud, hört den Mix und checkt das Radio – lohnt sich.
PS: Deepfrequency sendet fast jeden Abend ab 21 Uhr live und sonst gibt es ein tolles Archiv mit vergangenen Sendungen.