Letzten ist mir die externe Festplatte abgeschmiert und damit mein gesamtes Mix-Archiv. So unschön der Umstand war, so positive Nebenwirkungen hat sowas auch. Zum Beispiel musste ich mir mal Gedanken machen, was denn da jetzt alles fehlt und was mir davon wirklich noch wichtig ist. Sonsic Sunset – The Final Live FM Broadcast von Dave Siska stand dabei ziemlich schnell ganz oben auf dem Zettel!
Sonic Sunset war vor allem die Radio Sendung von Dave Siska und Matt MacQueen auf 89.3 FM WNUR Chicago, die am 15. September 2006 zum letzten mal live auf Sendung ging. An diesem Abend ist als Part 2 auch dieser Mix von Dave Siska entstanden. Ich habe ihn bis jetzt schon unglaublich oft gehört und er nutzt sich einfach nicht ab. Die Trackauswahl für sich ist schon toll. Doch das wirklich Besondere an diesem Mix ist die Stimmung die er transportiert – zwischen Melancholie, Liebe und ganz großem Glück. Dieser Mix atmet und ich habe jedes Mal von Neuem das Gefühl, ganz nah bei Dave Siska zu sein. Gänsehaut pur – ALL TIME FAVORITE!
PS: Zum Glück ist dieser Mix immer noch online und auf sonicsunset.com gibts auch ganz aktuelle Mixes.
Sonic Sunset: Final live FM broadcast – a retrospective (Part2)
Tracklist:
Kraftwerk – Computer Love – Computer World (WB) 1981 New Order – Everything’s Gone Green (Factory) 1981 Alden Tyrell – Love Explosion [Vox] (Viewlexx) 1999 Fingers Inc – Distant Planet (Trax) 1987 Remote_ – Public Service – Uninstall EP (Meanwhile) 2006 Adonis – No Way Back [Vocal] (Trax) 1986 Unit 4 – Body Dub [Freak Electrique Acid Dub remix] – Remixes EP (Clone) 2004 Aroy Dee – The Planets (M>O>S) 2003 3MB featuring Juan Atkins – Die Kosmichen Kuriere – Global Technological Innovations Vol 1 (New Electronica) 1993 Rhythim Is Rhythim – Strings of Life [Unreleased mix] – RetroTechno: Detroit Definitive (Network UK) 1991 Alex Cortex – Laconic LP (Source) 2000 Bandulu – Pacekeeper – Guidance (Infonet) 1993 Reload – Peschi – Theory of Evolution (Warp) 1995 Jeff Mills – Perfecture – Metropolis (Axis) 2000 CiM – By A River – Reference (De:Focus) 2000 Future Beat Alliance – Void – Disconnected (Delsin) 2001 Rene Lowe & Paul St. Hilaire – Faith [Vox] (False Tuned) 2003 Modus Vivendi – Modus Vivendi [Fade In Mix] (FNAC) 1993 David Siska – Reconcile – Null Du Jour (Reverie) 2006 7th Plain – Pearl – TEEX 3 (Volume) 1994
Wie ich im Interview zum neuen Keep It Deep Guest Mix von Helena Hauff erfahren habe, legt sie erst seit 2009 auf. Dafür hat Helena Hauff inzwischen aber wirklich beachtenswerte Erfolge erreicht. Von hier aus sieht es ja fast so aus, als ob sie in Hamburg nahezu jeden coolen Gast supporten darf oder ist es eher umgekehrt? Egal. Ihre Musikauswahl ist tight und ihre Einstellung ist die Richtige. Da lässt sich selbst die aktuelle Groove zu einem kurzen Portrait hinreißen…
Nachdem wir im März 2010 einen wirklichen schönen Housemix von ihr als Monday Edition Podcast hatten und mir erst letztens ihr Modifyer - Process Part 254 (Birds and other Instruments No. 1) noch nachträglich sehr positiv aufgefallen war, legt jetzt Helena Hauff für den Keep-It-Deep Guest Mix noch ein paar extra Jack-Kohlen in den Ofen. Gleich die erste Platte fönt mich weg und nach diversen Chicago-House / 303 Exkursionen (No Way Back) passt selbst Specters letzte Pipe Bomb butterweich in den Flow.
Die letzte Woche war für mich echt hart, so dass ich schließlich das Wochenende nur noch völlig fertig im Bett verbracht habe. Dieser Mix hat mich jedoch allem Stress zum Trotz wirklich super durch die Woche gebracht und bevor der Akku völlig runter war, hatte ich dank Helena Hauff immer noch ein Lächeln auf den Lippen. Besser als jeder Energydrink!
Heute ist hier die Reissue der Hometown Chicago LP von Boo Williams eingetroffen. Hometown Chicago ist ursprünglich 1996 auf Relief Records in Chicago erschienen und in dieser Zeit war Boo Williams in absoluter Topform! Da gibt es zum Beispiel diese Geschichte von der Halloween-Party in Leipzig, bei der er 95 aufgelegt hat. Der Abend muss damals so gut gewesen sein, dass ich davon auch Jahre später immer wieder hörte. Wenn ich jetzt dieses Album durchhöre, dann kann ich mir aber so in etwa vorstellen, wie gut das damals gewesen ist.
Manchmal ist so eine Reissue auch ein richtiges Glück. Die kommt in bester Soundqualität auf dem extra dafür neu gegündeten Label Another Day 001 und ist für alle, die diese Platte schon 15 Jahre besitzen, sicher eine willkommene Runderneuerung. Die Originale waren zum Schluss circa 45 Euro wert und die meisten werden inzwischen ja sowas von runter sein. Und all jene, die von diesem Album bisher noch gar nichts gehört haben, dürfen hier gern ungehört zuschlagen. KILLER!
Steffi Doms ist nun schon seit einigen Jahren Resident DJ in der Panorama Bar Berlin und betreibt gemeinsam mit Dexter das Label Klakson. Nahezu regelmäßig schenkt sie uns einen neuen Mix und inzwischen hat sie auch ein paar echt gelungene Tracks u.a. für Ostgut Ton und Underground Quality produziert. Steffi’s letzter Mix, der Dummy Mix 59, ist ihr zwischen oldschool – not oldschool wieder besonders gut gelungen und Sascha hat auch gleich mal einen Großteil der Tracklist zusammen gestellt. Den Rest kriegen wir bestimmt auch noch zusammen… (via Electronic Beats / FB)
Tracklist
01 Instra:mental – Let’s Talk 02 Subroom Association – Traffic Line 03 Quarion – Io 04 Jayson Brothers – Monster Box 05 Rainer Trueby – Ayers Rock 06 Gerd – Frienly Fire 07 Martyn – Shook Up 08 Italo Johnson – B1 (italojohnson01) 09 Kink – e79 10 ? 11 ? 12 Levon Vincent – Games Dub 13 Braiden – The Alps (Kassem Mosse Fix) 14 Jason Fine – Many To Many (Klock rmx) 15 Third Side – Erebus
Seit Ewigkeiten (also immerhin fast drei Wochen) war ich heute mal wieder im Plattenladen. Nach langem Hin-und-her, Abwegen, Weglegen, Doch-Nochmal-Reinhören und tiefem Blick in den Geldbeutel, ging ich schließlich zufrieden mit unter anderem Theo Parrish, XDB, Omar-S, Andy Stott und Function unterm Arm nach Hause. Alle gut, keine Frage, doch meine Platte des Tages, der Woche, ach, vielleicht sogar des Monats kommt von Stephen Hitchell und Rod Modell und heißt “Seconds To Forever“.
Als Echospace, oder wie eben hier cv313, veröffentlichen die zwei Produzenten schon seit Jahren rauschig warmen Dubtechno, dem man die Vorbilder deutlich anhört, aber keineswegs als einfache Kopie ebendieser abgestempelt werden kann. Ein Vorwurf, vor dem sich dieser Tage beispielsweise Knowone deutlich mehr fürchten müsste. Der Grad zwischen Referenz und Kopie ist schmal – aber das ist eine andere Baustelle, zurück nach Chicago und Detroit, zu cv313.
Eigentlich ist alles wie immer. Es knistert, es rauscht, es sind Tracks, die einfach ebenso vertraut wie eben doch immer wieder packend durch die Hallräume segeln. Und während die Platte mit dem Original des Titeltracks schon beeindruckend beginnt, wird es danach immer besser. Denn der Reshape von “Seconds To Forever” kickt noch mehr, lässt durch die Tiefen des Dubs noch Congas schwingen und mich die Nadel immer wieder auf Anfang setzen. Ebenfalls nicht genug bekomme ich von dem fast 23-minütigen, sehr ambienten “Beyond The Clouds (Reprise)” auf der B-Seite. Schleppend und schwer, verwaschen und doch so klar. Ein Rausch, der trotz seiner Länge viel zu schnell endet.
Die Seite des Tages ist Promomixes.com. Als Promomixes 009 gibt es aktuell diesen Mix von Function, der hier einen House-Hit an den anderen reiht. Red Zone – New York City 1991 sagt da eigentlich auch schon alles. Das war wohl damals einer der House Clubs in New York und es gibt auch noch ein Interview mit Function dazu. Ganz toll – der Mix, dieses Konzept von Promomixes, alles.
Tracklist
Master C&J – Face It (Club) (State Street Records) Robert Owens – Bring Down The Walls (Trax Records) Bang The Party – Bang Bang You’re Mine (Bumpin’ Vocal) (Warriors Dance) Sandee – Notice Me (Notice The House Mix) (Fever Records) Phuture – Rise from Your Grave (Strictly Rhythm) Robert Owens – I’ll Be Your Friend (Original Def Mix) (RCA) Jungle Wonz – Time Marches On (Club) (Trax Records) Virgo – In a Vision (Trax Records) Mr. Fingers – Beyond the Clouds (Trax Records) Sound Vandals – On Your Way (Deep Mix) (Nu Groove Records) KC Flight – Voices (Original Dub Mix) (RCA) SOHO – Hot Music (Jazz Mix) (Outer Rhythm)
Diese Tracks hat Joshua Michaels als Circulation bereits in den Jahren 1995 / 1996 auf Balance Chicago veröffentlicht – das ist ein Sublabel von Prescription. Mein Favorit dieser Reissue auf P&D 006 ist definitiv Patterins (Iz & Diz Ghosts In Detroit Wake Up Dub) und genau die Art von Deep House, die immer und immer wieder geht. Süße Strings, warmer Bass, ein sanfter Groove – perfekt und zeitlos. Als Sahnehäubchen gibt’s auf der B-Seite noch einen original 95′er Prescription Chicago House Slammer unter der Überschrift Emotions Unknown in zwei Versionen. Tolle Platte!
Wo ich schon mal wieder bei den Classics bin: Wer ist der berühmteste aller frühen Chicago DJ’s? Richtig, Ron Hardy! Seit über 10 Jahren hat deephousepage.com ein schönes Mix Archiv für Ron Hardy und dort habe ich auch diesen Mix gefunden, als ich so 2004/2005 verstärkt Chicago House- und somit auch Italo Disco Forschung betrieben habe. Dieses Ron Hardy Set aus der Music Box ist vom 19. Juni 1984. Es ist also die Zeit, kurz bevor sich Chicago House entwickeln sollte. Auf der B-Seite mixt hier Ron Hardy auch “On and On” von Jesse Saunders – der Track, der da gerade ein paar Monate alt ist und weithin als erster Housetrack überhaupt in die Geschichte eingehen wird. Auch sonst kann mich dieser Mix immer wieder begeistern. Es ist ein richtiger Sommermix, der mir schon so manchen Moment tief ins Gedächtnis eingeprägt hat. Also schon mal vormerken, der nächste Sommer kommt bestimmt. Richtig perfekt ist es übrigens, dazu mit offenen Fenstern, Strand Outfit und “Feel The Drive” die Küstenstraße entlang zu cruisen. Links das Meer, der wohl temperierte Fahrtwind – ach ja! I don’t believe in magic, I believe, I believe in love ever lasting…
Tracklist (via Gridface)
Ron Hardy – Live at the Music Box, 6/19/1984 (A)
Lady B: To The Beat Y’all
Alessandro Novaga: Faces Drums 3
Noise Abroad: Vent That Spleen
Prince: When Doves Cry
Jamie Principle: Waiting on My Angel
Frankie Goes to Hollywood: Relax (Sex Mix)
Doctor’s Cat: Feel the Drive (Trans Europe Mix)
Jackmaster Dick’s Revenge: Sensuous Women Goes Disco
MFSB: Love Is the Message
Roy Ayers Ubiquity: Running Away
Tullio De Piscopo: Stop Bajon
Jocelyn Brown: Somebody Else’s Guy (Remix break)
Womack and Womack: Baby I’m Scared of You
Ron Hardy – Live at the Music Box, 6/19/1984 (B)
Womack and Womack: Baby I’m Scared of You
South Shore Commission: Free Man
Dinosaur L: Go Bang! #5
The Originals: Down To Love Town (edit)
First Choice: Let No Man Put Asunder (edit of Disco Madness remix)*
Es gibt einen wirklich super schönen Mix von The Analogue Cops bei Diamonds and Pearls! Hier ist mir dann auch plötzlich erschrocken aufgefallen, dass ich ja überhaupt noch nicht diese Italo Johnson 02 vorgestellt habe. Was für ein Versäumnis und das, obwohl ich diese Platte schon ne ganze Weile in der Kiste mit mir herum trage. Den Favoriten B1 könnt ihr hier jedenfalls gleich mal anhören (22:20) und auch sonst gibt’s bei The Analogue Cops noch richtig viel zu entdecken. Ich bin Fan!
Tracklist
CRC vd Myon – Mass Defect E.P. – Heliocentric – HEM-3 Arne Weinberg – Paralayzed Tribes (Kirk Degiorgio RMX) – Adepth Audio – adepth 03 Quincy – My First Mistake – Detronome – Detro – Detro Zero One Third Side – Goddess of the night – Restoration – RST10 Dario Damerini – Portofino – Enterbt Rec. – ER03 ItaloJohnson – B1 – Italojohnson – ITJ02 The Analogue Cops – Squeeze – Sabotage – SBT-001 Aux88 pres. Black Tokyo – Puzzlebox – PBX-16 Marieu – Dark Theory – Restoration Records – RST-004 Black Extraterrestrial – Treat me like a man – City Boy – CBR24 Joe Babylon – Rise (Rick Wade`s angry heat) – Roundabout Sounds – RS001 Iron Curtis – Stranded – Sudden Drop – SD002 Lucretio – Still me – Restoration Records – RST008 Tobias – Clapper – Diamonds and Pearls – DNP11 Rob Belleville – Tectonic Movements – adepth audio – adepth01 Black Tokyo – Dragon Fly – Puzzlebox – PBX-15 passEnger – Placid Haze – Tabernacle – Taber01
Es gibt eine neue Perlon von Portable unter der Überschrift This Life Of Illusion. Die A-Seite “Life Magically Is” kommt mit ner tiefer gelegten Techno-Predigt mit vielleicht sogar nützlichen Hinweisen zur Lenbensgestaltung, die mich prompt an alte Green Velvet Hits erinnert. Aber warum höre ich nochmal Techno? Ach ja, auch weil ich da nicht ständig zugelabert werde und das ist mir im Moment aus verschiedenen Gründen wieder mal besonders wichtig. Deshalb drehe ich die Platte ganz schnell um, denn hier ist “Find Me” und das ist der wirkliche Hit! Obwohl ich eigentlich schon längst beschlossen habe, nicht länger auf Irgendwas oder Irgendjemanden zu warten, passiert es ja doch immer wieder. Das fühlt sich dann meistens genauso an, wie es Portable hier so großartig in Musik transportiert hat – in dieser ganz eigenen Portable-Melancholie chicagoresk ergreifend und aufbauend zugleich. Superb!