Platte des Tages ist Vainqueur – Ranges auf Scion Versions 07. Scion – das sind Peter Kuschnereit (DJ Pete) und René Löwe aus Berlin, die auch als Substance und Vainqueur produzieren und sicher schon einigen sehr gut bekannt sind. Das erste Scion-Release war Emerge – Nummer 1 des Labels Chain Reaction. Dieses Label ging 1995 als Basic Channel-Nachfolger vom Hardwax aus an den Start und was da so Mitte der 90er von Moritz von Oswald, Mark Ernestus & Co an Musik produziert wurde, gilt weithin als Blueprint von Dub-Techno.
Im vergangenen Herbst gab es ein neues Dub-Techno Release von Vainqueur. Damals spielte ich auch mal wieder meinen alten Letzte-Platte-Gassenhauer Basic Channel 06 von 1994, der sich mit seiner 20 Minuten Spielzeit immer dann besonders gut entfaltet, wenn man mit dem Typen von der Security gerade “noch eine Platte” ausgehandelt hat. Meistens geht der dann noch ne Runde. Wenn er dann wiederkommt tut die Platte nur so, als wäre sie gleich zu Ende, um dann mit der erneut einsetzenden Bassdrum noch einmal alle Anwesenden glücklich auf dem Dancefloor zu vereinen. Man ist dann auch immer wieder überrascht wie wenige, auch musikalisch sehr gut informierte Leute Basic Channel auf dem Zettel haben.
Wer bereits solche Standards im Sortiment hat, der fragt sich heute bei neuen Dub-Techno Platten immer häufiger, ob das jetzt wirklich noch gebraucht wird. Meistens entpuppt sich das als Aufguss vom Aufguss und ist am Ende die Mühe nicht wert gewesen. Diese Befürchtung hat dann auch vor einer neuen Scion Versions nicht halt gemacht und doch hatte ich schon beim Vorhören die Ahnung, dass Ranges es wert sein könnte.
Inzwischen dreht diese Vainqueur Platte hier seit 6 Monaten in angenehmer Regelmäßigkeit ihre Runden. Während viele Platten kommen und gehen beginnt gerade jetzt im Frühling Ranges noch einmal mehr aufzublühen. Im Februar haben Scion einen ihrer viel zu seltenen Live-Acts im Rahmen der Transmediale im Hebbel am Ufer gespielt und ich ärgere mich noch 2 Monate später darüber, dass ich es verpasst habe. Die Zusammenfassung erreichte mich prompt und klang so: Obwohl man durchaus ein wenig skeptisch war – wegen Techno im Theater, Eintritt für nur einen Act als Konzert und so – wurde nach 10 Minuten auf der Bühne getanzt und alle erlebten in eineinhalb Stunden die Essenz. Das hat voll lange nachgewirkt und sich mehr als gelohnt. Wenn ich mir Ranges von Vainqueur jetzt anhöre, dann muss ich immer daran denken und kann mir sehr gut vorstellen, wie es ungefähr gewesen sein könnte. Killer!
Elektronische Musik gehört einfach zu Berlin und vom 3. bis 6. November sollte diese Verbindung wieder einmal besonders gefeiert werden. Im Rahmen der Berlin Music Days gab es neben dem Rave in Tempelhof auch diverse Showcases wie zum Beispiel eine Austellung der Zeitmaschine im Horst Kreuzberg und die De:Bug Musiktechniktage. Nahezu alle Clubs glänzten mit hervorragenden Line-Ups und auch Electronic Beats lud am Donnerstag zum Festival ins Radialsystem, wo wir zum ersten Mal seit den Achtzigern ein großartiges Konzert von The Human League in Berlin erleben durften.
Einige Stunden später war ich dann erneut Gast im Radialsystem, denn jetzt begannen dort die De:Bug Musiktechniktage 2010. Native Instruments veranstaltete Workshops zur Maschine und zum neuen Traktor Controller S4, Ableton zeigte The Bridge und Schneiders Büro lud zum Synthesizerbasteln. Ich hatte mich zum Maschine Workshop angemeldet und tatsächlich noch eine Einladung erhalten. Der Workshop war jedoch eher für jene gedacht, die noch nicht mit der Maschine arbeiten und die sich für Ihre Möglichkeiten interessieren. Die Maschine habe ich aber hier bereits schon längst hoch gelobt und bis jetzt habe ich damit auch noch alles hin bekommen, was mir damit in den Sinn gekommen ist. Nach der Einleitung habe ich mir also nur meine zwei aktuellen Fragen zum antriggern von analogem Equipment beantworten lassen und mich dann wieder verabschiedet. Meine Halswirbelsäule muckt seit diesem Tag auch rum und länger sitzen war an diesem Nachmittag für mich einfach nicht drin.
Einen Tag später gab es außerdem noch mein persönliches Workshop-Highlight dieser Musiktechniktage bei Dubplates & Mastering am Paul-Lincke-Ufer. Christoph, auch bekannt als CGB aus so mancher Auslaufrille, ist dort mit seinen Kollegen für Vinyl-Cut und Mastering zuständig und so bot sich für alle Anwesenden die Gelegenheit, sich ohne 15-Minuten D&M Abrechnungstakt im Rücken jede Frage zur Schallplatte beantworten zu lassen. Im Zentrum des Workshops stand natürlich erst einmal Mehr…
Oh Mann, jetzt ist mir ja fast ein schwerer Fehler unterlaufen. Nicht das ich nicht gesehen hätte, dass es die WAX 30003 frisch im Laden gibt. Nein, ich bin nur mit diesen ganzen Sublabels durcheinander gekommen, dachte erst an die Equalized 3 und hab diese frische WAX 30003 dann vorschnell als Repress einsortiert. Und das wäre echt schade gewesen, hätte mich nicht Achim vom freundlichen Hardwax Service nochmal ausdrücklich drauf hingewiesen. Danke dafür, denn die WAX 30003 ist ein Knaller – in vielerlei Hinsicht vielleicht die beste WAX. Im zügigen 128er Tempo gehts gleich los, ein lang gestreckter Clap (oder so) schiebt den funky Beat auf der 2 und der 4 und bald erklingt ein Synth-Accord, der mich an die schönsten Detroitplatten überhaupt erinnert. Dem, der da nicht Tanzt, dem ist so schnell nicht zu helfen. Und ich sehe es schon vor mir, wie ich dann mal schnell irgendeine rein mixe, die WAX 30003 umdrehe, denn Achtung: es geht auch noch ein bisschen fetter. Da weiß ich doch gleich wieder, warum ich den ganzen Scheiß hier mache. Danke!
Rhythm & Sound Platten im Mix hatten wir bereits schon mal im Monday Edition Podcast 02. Mindestens noch eine andere Version kann man davon nach der Zeit aber schon haben und so kommt dieser Rhythm & Sound Mix von Micky gerade recht. Den hab ich vor ner Weile beim kfmw entdeckt und der ist jetzt nicht ganz so See Mi Yah verliebt wie meiner – also mit anderer Trackauswahl und das gefällt mir auch sehr gut.
Tracklist:
Rhythm & Sound w/ Shalom – We Been Troddin
Rhythm & Sound – Roll Off
Rhythm & Sound w/ Tikiman – Music A Fe Rule pt1
Rhythm & Sound – Trace
Rhythm & Sound w/ Cornell Campbell – King In My Empire (version)
Rhythm & Sound w/ Jennifer Lara – Queen In My Empire (version)
Rhythm & Sound w/ Tikiman – Unknown Version
Rhythm & Sound w/ Tikiman – Spend Some Time
Rhythm & Sound w/ Tikiman – Why
Rhythm & Sound – Aerial
Rhythm & Sound w/ Paul St. Hilaire – Na Fe Throw It
Rhythm & Sound – Aground
Rhythm & Sound – Smile
Am Sonnabend wird Hardwax 20! Und das wird gebührend auf 3 Floors im WMF Berlin gefeiert. Um 20 Uhr geht’s schon auf dem Killasan Floor los. Nach Torsten und Sascha ist dann um 22 Uhr der Chef Mark Ernestus persönlich mit Tikiman und Freunden am Start bevor es dann mit René Löwe aka Vainqueur, Anthony “Shake” Shakier, Errorsmith und Gernot von Modeselektor durch die Nach geht.
Im Live Floor gibt sich nach Electric Indigo um 0 Uhr der Rest der Hardwax-Crew die Klinke in die Hand: Substance, MMM, Soundhack, Pete & Sleeparchive, Marcel Dettmann & Shed als Deuce Live und als DJs. Dazu noch Prosumer mit Soundstream in Floor 3 und karibische Köstlichkeiten: Happy Birthday, Hardwax! Für den genauen Zeitplan und mehr Infos besucht einfach die Hadwax-Seite:
Btw: Auf der Seite steht, dass es bei Hardwax demnächst auch mp3s gibt.
Letzte Woche ist die neue Apple Pips erschienen, auf jener besonders der Titeltrack Leave It All Behind für ein Feuerwerk an Assoziationen sorgt. Hardwax assoziiert zum Beispiel gleich mal Drexciya, die Underground Resistance Helden und absoluten Meister im Detroit Electro. Und was hier Alex Green & Damon Kirkham als Instra:mental mit Zutaten aus der Drum’n'Bass rooted chilled UK Garage zu einer mindblowing retrofuturistic killer 12″ zusammen gepresst haben, das sind die Träume jener Afterhours unter Techno[musik!]nerds, bei denen wir uns immer gern aus dem klassischen Papier-Newsletter die Hardwax-Kritiken vorgelesen haben. Soll ich an dieser Stelle wirklich noch was hinzufügen?
Dienstag. Ein Arztbesuch, Herbst, Nieselregen und Wind, Frühstück und News – am späten Vormittag schien meine Kondition bereits verflogen. So orderte ich 2 Kaffee und Techno als musikalische Unterstützung aus dem Hause Random Circuits. Dort gibts jetzt eine neue Podcast-Serie für Resident DJs und ich mag das Konzept und mochte auch gleich die Playlist von Noah Gibson. Er ist DJ in The Office Stockholm und spielt hier ein über Dienstagstotpunkte hinaus kickendes, Hardwax-affines Techno Set.
Tracklist
1. Wax 20002 – B / WAX
2. Ben Klock – OK ft. Elif Biçer – Kenny Larkin Remix / Ostgut Ton
3. Monobox – Realm 02 – Substance Remix / Logistic
4. Dynamo – Aufenthalt 2 / DIN
5. N/A – Variance III – Marcel Dettmann Edit / Sandwell District
6. Mike Dehnert – WH2 / Fachwerk
7. Forward Strategy Group – Applied Generics (B) / FSG
8. Klockworks – Onyx / Klockworks
9. San Proper – Keep It Raw / Perlon
10. Levon Vincent – Games DUB / Underground Quality
11. Mike Ink. – Roughmix – By Ø & Mono Junk / Sähkö
12. Tyche – Scald / wandering
13. Norman Nodge – Maniac / MDR
14. Tib Mendel – It’s The Powder / Pulseart
15. Unknown – Can You See The Light? / Voices
Na wie geht’s am heutigen Montag? Hangover, Schlafdefizit, Stress auf der Arbeit oder einfach nur Montag? Wie auch immer, für mich kommen die 10 Essential Tracks, ausgesucht von Levon Vincent gerade recht, die gestern bei Groove n’ Vibes veröffentlicht wurden. Der erste Track Don Carlos – Alone (Paradise) war für mich schon gleich genau die richtige Medizin für Tage wie diesen. Weiter geht’s mit einer erstklassigen Auswahl zwischen 1970 und 1997, die an dieser Stelle schon mal vorweg unterstreicht, dass Levon Vincent in den Jahrespolls unter der Rubrik Newcomer 2009 bestimmt etwas ungenau gelistet wird ;) Nebenbei muss ich an dieser Stelle unbedingt noch auf seine aktuelle 12″ The Medium is the Message hinweisen – bereits erschienen auf Levon Vincents eigenen Label Novel Sound. Nicht nur der Titel ist klasse. Mir gefällt besonders B1 A Melody For Everyone und außerdem bedankt sich die Monday Edition an dieser Stelle gleich noch mal ganz offiziell für die Erwähnung im Levon Vincent Mix der Club Tape pres. Underground Quality CD. Hach, echt schön das alles und jetzt schnell weiter zur Playlist. Made my day..
Die großartige Premiere vom Neuling im Hardwaxvertieb Just Another Beat -wir eninnern uns an die Money Nugget EP- hat mit Jouem und seiner Levitation EP ihren Nachfolger gefunden. In Sachen Deepness machen sie so weiter, wie sie angefangen haben. Der Titeltrack auf der A-Seite kann das sogar dem Zeitgeist entsprechend mit 112 Beats in der Minute auch noch ein kleines bisschen langsamer und sein Name, zu deutsch schweben, ist Programm. Elemente aus Downbeat, Dubtechno und Deephouse vereinigen sich hier zu wunderschönen Klangwolken, perfekt für die ruhigen Momente. Die Flip Day Lily ist ähnlich gestrickt, jedoch ein bisschen darker. Just Another Beat!
Im vergangenen Jahr hat Shed aka René Pawlowitz einige Releases ohne einen Aliasnamen veröffentlicht und mit Equalized und dem Vorgänger der WAX 20002 war er damit durchaus erfolgreich. Die Equalized und WAX 10001 hatten es Ende 2008 bis auf Platz 13 und 15 der De:Bug Jahrescharts geschafft und am coolsten finde ich eigentlich, dass wirklich viele die Handschrift von Shed rausgehört haben, ohne dass das Label drauf stand. Gibt es einen besseren Beweis dafür, dass sein Sound eben die eigene Persönlichkeit hat, die bei so vielen Produktionen so oft vermisst wird? Nun geht die WAX 20002 an den Start und ich habe sie wieder wirklich gern. Der Sound spielt, wie schon bei 10001, mit Mitte-90er House Techno Assoziationen nur das es jetzt vor allem im Bassbereich deutlich mehr Druck auf die Magengegend gibt und so. True Techno House Music!