Was ich mache, wenn ich nicht blogge? Zum Beipspiel am Sonntag Abend in die Panorama Bar gehen und bei Move D durchtanzen. So geschehen vor genau einer Woche. Ich fand, Move D war in wirklich toller Form und soweit ich das beurteilen kann, hatten alle wirklich viel Spaß dabei. Für alle, die das jetzt noch nicht gehört haben… und los!
Wenn es hier an den nächsten Montagen mal wieder ruhig bleiben sollte habe ich an dieser Stelle einen Tipp für dich: Wenn noch nicht geschehen, check unbedingt mal Panorama Bar Music auf Facebook. Das ist momentan meine Lieblings-Facebook-Seite – mein Lieblingsclub ist die Panorama Bar ja sowieso schon lange! Dort posten inzwischen alle möglichen Leute die Youtube-Links zu Platten, die sie am Wochenende dort gehört haben. Es ist ein bisschen wie Plattenraten unter Freunden an Bar und Perlentauchen am Tag danach. Wunderbar!
Prosumer ist momentan auf USA-Tour und war am Dienstag auch zu Gast bei Beats in Space in New York. Gestern Abend ist der Mix dann auch hier eingeflogen und jetzt muss ich mal eins loswerden: Prosumer ist definitiv mein DJ des Jahres! Ich hab ihn jetzt nicht so oft gehört, wie man das eventuell annehmen könnte wenn man schon den selben Wohnort teilt. Die paar Mal, die ich ihn aber doch gehört habe, waren wirklich ganz ganz große Klasse.
Wenn hier so ein Mix als mp3 neu einfliegt dann skippe ich immer erst grob durch, ob mir der Flow in diesem Moment überhaupt zusagt. Auf Play gedrückt und schon drehte sich das imaginäre Fragezeichen über meinem Kopf. Ob das jetzt wirklich die richtige Datei war? Skip Forward. Hmmm, skip, skip und dann zack – hat er mich schon wieder gekriegt und dieser Mix lief in auto-repeat. Es ist ungefähr so wie es bei Nachtdigital war. Erst gucken alle etwas skeptisch, was das nun wieder werden soll. Wenn Prosumer aber dann doch irgendwann leider wieder aufhört stellen alle Beteiligten jedes mal von Neuem fest, dass sie soeben außergewöhnlich viel Spaß aufm Dancefloor hatten. Das ihm das momentan so regelmäßig auf seine ganz persönliche Art gelingt, das ist wirklich was ganz Besonderes.
Das Wort Prosumer kommt übrigens ursprünglich von Alvin Toffler, der das 1980 in seinem Buch “The Thrid Wave” beschrieben hat. Ihr wisst sicherlich alle wer sich darauf noch berufen hat, oder? Juan Atkins, Derrick May und Kevin Saundersson als sie damals das Techno-Ding begründet haben. Ganz tiefe Wurzeln sag ich nur und dieser Mix sei dir hiermit wirklich wärmstens ans Herz gelegt. So gut!
Tracklist
Steve Parks – Still Thining Of You – Reynolds Records
Solo – Love Torn – Next Plateau
Bob Chance – Jungle Talk – Morrhythm
Twilight – Dance With Me – Ross Records
Panash – Cheval – Atavisme
Donnovan – I Can Make You Happy (Deeper Dubb) – R/Tyme
Springboard – Be My Man – RJM
Common feat Jill Scott – I Am Soul (Roy Davis Jr Remix/Sound Stream Reconstruction)
Vil-N-X – What Cha Gonna Do – Island Noyze
Dionne – Come Get My Lovin’ – Bigshot
Candy J – Somethings They Never Change – Hotmix
Scott Sellars – Let’s Dance Shall We? – Big Sound Works
Noni – Be My (27th and 10th Ave Mix) – Prescription
DJ Scott – Music Man (Late Mix) – Solid Grooves
Renegades Of Rhythms – Cresent Lab 23 – Vigilante
Norma Jean Bell – Love Me In The Rain – Pandamonium
Aardvarck – (Just Washed) That Pig – Rush Hour
Marvin Dash – A1 – Morris/Audio
Ron Hardy – Liquid Love (Instrumental)
John Beltran – Brilliant Food (Kassem Mosse & Mix Mup Remix) – Delsin
Floating Points – Danger – Eglo
Electric Funk – On A Journey (I Sing The Funk Eelctric) – Rams Horn
Tata Vega – Get It Up For Love – Motown
Rinder & Lewis – Lust – Derby
Aphex Twin – Z Twig – Warp
Wo wir gerade bei Steffi Doms waren: Steffi hat ihr Debüt-Album mit dem Titel Yours & Mine fertig und es erscheint dieser Tage als Ostgut Ton LP 08. Bei A1 ging mir gleich mal ein Licht auf, denn Yours kam bereits im Dezember als Domeright Whitelabel mit einem von Kevin Saunderson inspirierten, sehr klassischen Housetrack in 3 Versionen plus Acapellas. Erst ein Whitelabel, dann ein Podcast und jetzt das Album – so wird’s gemacht. Egal ob ich einen Track, Remix oder ein DJ-Set von ihr höre – ich freue mich immer, dass wir wohl tatsächlich die gleiche Faszination für jene Harmonien teilen, die sich auch nach 20 Jahren nicht abnutzen und die immer ihren ganz eigenen Charme versprühen. Es ist dieses Etwas aus Chicago, was zum Beispiel Larry Heard Tracks unsterblich macht und es ist diese besondere, warme Melancholie, die selbst im kaputten Detroit noch Leben retten kann. Die Vintage Basslines sägen dabei liebevoll am Nervenkostüm, Flächen erheben sich und der Rhythmus kennt nur einen Namen: Jack. So weit, so gut. Die Entdeckung des Albums kommt noch und das ist für mich Virginia Högl, welche die Vocals für die Tracks Yours und You Own My Mind eingesungen hat. Ich bin ja nun schon ein bisschen dafür bekannt, dass ich besonders gerne an Vocals herum nörgele. Bei Virginia’s Stimme und ihrer Art, die Worte “I want you” zu sagen, bin ich jetzt aber wirklich mal hin und weg.
Steffi Doms ist nun schon seit einigen Jahren Resident DJ in der Panorama Bar Berlin und betreibt gemeinsam mit Dexter das Label Klakson. Nahezu regelmäßig schenkt sie uns einen neuen Mix und inzwischen hat sie auch ein paar echt gelungene Tracks u.a. für Ostgut Ton und Underground Quality produziert. Steffi’s letzter Mix, der Dummy Mix 59, ist ihr zwischen oldschool – not oldschool wieder besonders gut gelungen und Sascha hat auch gleich mal einen Großteil der Tracklist zusammen gestellt. Den Rest kriegen wir bestimmt auch noch zusammen… (via Electronic Beats / FB)
Tracklist
01 Instra:mental – Let’s Talk
02 Subroom Association – Traffic Line
03 Quarion – Io
04 Jayson Brothers – Monster Box
05 Rainer Trueby – Ayers Rock
06 Gerd – Frienly Fire
07 Martyn – Shook Up
08 Italo Johnson – B1 (italojohnson01)
09 Kink – e79
10 ?
11 ?
12 Levon Vincent – Games Dub
13 Braiden – The Alps (Kassem Mosse Fix)
14 Jason Fine – Many To Many (Klock rmx)
15 Third Side – Erebus
Heute Abend ist im Berghain Record Release Party zum neuen Shed Album The Traveller – offizieller Veröffentlichungstermin ist dann nächste Woche. Seit Montag läuft dafür die Promomaschine auf Volldampf – und ich glaube, das tut sie nahezu von ganz alleine. Es gibt einen Resident Advisor Podcast, das FACT-Magazin hat das Album schon vorab komplett im Stream, Shed mixt morgen das De:Bug-Groove Radio auf Fritz und im Shed-Interview der aktuellen De:Bug schlägt Anton Waldt vor lauter Lob rhetorische Purzelbäume:
…[auf] “The Traveller” findet sich oberflächlich betrachtet kaum eine gerade Bassdrum. Aber der mächtige Vierviertel-Kick ist als Leerstelle ständig präsent und zwar so drängend, dass im Kopf des Zuhörers ein Sog entsteht, der zur fehlenden Bassdrum führt.
Hokus Pokus! Die Roots sind unüberhörbar UK-Hardcore. Wer mich ein wenig kennt der weiß, dass speziell Hardcore noch nie mein Ding war. Aber egal. Platten, auf denen solche Tracks wie 04 Atmo – Action zu finden sind, die kaufe ich. Und ein bisschen Hardcore kann nicht schaden – vor allem, wenn der Herbst jetzt langsam durch die Ritzen kriecht. Auf die Party heute Abend freue ich mich jedenfalls richtig. Die läuft für mich ungefähr so: Zeitig hingehen, denn Daniel Stefanik macht oben den Anfang. Dann unten Shed live, danach Surgeon und A Made Up Sound. In der Panorama Bar ist die ganze Nacht die KANN-Bande am Start – da kann gar nichts schief gehen. Und wenn schon harter Techno, dann ist Surgeon der Meister. Murder-Lineup!
Wow! In Verbindung mit dem Mix von gestern habe ich bei mnml ssgs noch vom SCB live at Panorama Bar Berlin Mix gelesen, den halcyonline freundlicher Weise zum kostenlosen Download zur Verfügung stellt. SCB – Scuba – Paul Rose: Ich erwähnte es bereits, hier bin ich Fan! Was gestern für mich Steven Tang Chicago/Detroit war, das ist heute für mich SCB in Techno/Dubstep und er hat das den Abend in der Panorama Bar echt so geil gemixt… TIPP!
Heute Vormittag habe ich den neuen Special Mix der Kollegen von mnml ssgs gehört. Es gibt dort nämlich das erst 6 Wochen junge DJ-Set von John Osborne aus der Panorama Bar Berlin als Download und -äh- das fetzt so richtig rein! :) Wenn mir der Wind jetzt schon wieder stärker beim Fahrrad fahren entgegen kommt und sich so der Herbst leise ankündigt, dann erinnere ich mich: Im Herbst gefällt mir das Berghain am allerbesten und wenn ich das hier höre, freue ich mich schon so richtig drauf – genau mein Ding!
Tracklist:
Echologist. Slow Burn.
Sigha Reimagining. Steadfast
Luke Hess. Motor Dub. FXHE MUSIC
Keith Worthy. Lost In Sound. Aestetic Audio
Marko Fürstenberg, Without You –Sven Weisemann rmx Rotary Cocktail 024
Luke Hess, Slow To Speak. Sound Mind EP. Deeplabs 001
Larsson, Ruanda. Marko Fürstenberg Rmx. Rotary Cocktail 011
RIBN Light Black EP
Langenberg. Times. Manuel Tur’s Fround Reflex
Joey Anderson. Dive Deep. SMR-008
Keith Worthy. Rocket Science. Aestetic Audio
Vampire EP. Echochord 042
Goldwill. What Is Behind. The Curtain Aera Edit. Wandering/5th Journey
MO 4.5
Mood II Swing. Move Me
Wax 10001
Jason Fine. Many To Many. Ben Klock Remix. KM013
Levon Vincent. Solemn Days. Deconstruct-002
Skudge 001. Contamination
Ben Klock. Viscoplastic. DRH028
Levon Vincent. Double Jointed Sex Freak. Novel Sound
Tevo Howard. Boing Pop. Rebirth
Phylyps Trak II
Wax 30003
Skudge 002. Melodrama
Deep ‘a & Biri. Fragile. You & Me Edit. Rotary Cocktail 017
Precious System. The Voice From Planet Love. Dixon Chic A Go Edit. Running Back 016
Ben Klock. OK ft Elif Biçer. Kenny Larkin Remix. Ostgut Ton 026
Donnacha Costello. Black Bag Job 737. Minimise 034A
Omar-S 004. FXHE Music
Demnächst bekommt die Mix-CD Serie der Panorama Bar Nachwuchs. Nach dem überaus erfolgreichen Debüt von Cassy ist auf Panorama Bar 02 Resident DJ Tama Sumo an der Reihe und vorweg gibt es schon vier exklusive Tracks auf Vinyl vom Berghain Label Ostgut Ton. Ich habe mir Part 2 gekauft mit Late Night Jam von Levon Vincent und Steffi‘s 24 Hours auf der Flip. Late Nigt Jam ist dabei ein knöcherner 120 Beats pro Minute Groover aus der Kategorie Ekstase durch Reduktion, ausgestaltet mit Rave Signal und Psycho Breaks für gemeinschaftlichen Synapsenkollaps in der richtigen Soundumgebung. Steffi’s 24 Hours ist dann deutlich entspannter. An einem Morgen mit klassischer Chicago-Bassline erschafft sie hier einen House Flieger für die besonders süßen Träume. Eine Platte, zwei Tracks und zwei mal Gänsekopfhaut.
Nach der De:Bug hat auch die Jungle Word ein Kapitel aus Tobias Rapps Buch Lost and Sound: Berlin, Techno und der Easyjetset veröffentlicht. In der De:Bug ging es irgendwie darum, wie versteckt die eigentlich doch so präsente Technokultur in Berlin zu finden ist und was da so alles zu finden ist. So richtig hat mich das ja nicht vom Hocker gehauen. Da finde ich dieses Kapitel schon viel besser. Hier geht’s Tobias Rapp um das Berghain und die Panorama Bar, der vielleicht beste Club der Welt und Berlins Touristenattraktion Nummer 1, und was diesen nun so besonders macht:
Über das Schreckensregime des Türstehers, Rave und Religion, die steigende Euphoriekurve, das Drinnen und das Draußen und das ewige Halbdunkel des Morgengrauens. Ein Samstag im Tempel des Techno, dem Berghain.
von Tobias Rapp
Wann genau ist eigentlich Samstag? Fast alle Clubs machen um Mitternacht auf, am Ausgehsamstag ist also immer schon Sonntag. Die Zeit vorher muss man herumbringen, in Bars, auf der Straße, wenn es gar nicht anders geht, auch zu Hause. Wer in einer Samstagnacht vor ein Uhr in einen Club geht, landet unweigerlich auf einer leeren Tanzfläche, die von einem DJ bespielt wird, der genau weiß, dass niemand um diese Zeit tanzen will, und der deshalb Musik spielt, zu der auch niemand tanzen würde, wenn denn jemand da wäre. Ist aber nicht. Die Leute stehen vor der Tür. In der Schlange.
Das ist überall so, vor allem aber vor dem Berghain. Lang und diszipliniert zieht sie sich durch den märkischen Sand. Ganz hinten eingegrenzt von Baustellengittern, in der Nähe der Tür dann s-förmig von Stahlsperren in eine raumsparende Form gebracht, als wollten die Leute in ein anderes Land einreisen. Wollen sie auch, gewissermaßen. Gemeinhin geht man ja davon aus, das Warten vor einer Clubtür habe etwas mit dem Anspruch auf Exklusivität zu tun, den der jeweilige Laden geltend mache. Ein Glaube, der wahrscheinlich noch immer fernes Echo des gequälten Stöhnens all derjenigen ist, die in den späten Siebzigern einmal darauf warteten, in das New Yorker Studio 54 hereingelassen zu werden, die berühmteste Discothek des 20. Jahrhunderts. Dort stellte das Schreckensregime des Türstehers jene Mischung aus Celebrity, Geld, Schönheit und Jugend her, um die sich auch heute noch einige Sehnsüchte ranken. Man wurde herangewunken, um hineingelassen zu werden – oder eben nicht, dann musste man dabei zuschauen. Was sich den Rest der Nacht hinziehen konnte, es zwang einen ja niemand, dort auszuharren, außer die schiere Attraktivität aufmerksamkeitsökonomischer Macht, die das Nachtleben von Städten regiert, in denen Berühmtheit, Reichtum und Geschmack zusammengehören. Was in Berlin nicht der Fall ist.
weiterlesen>>