Doku: Zeitgeist Stammheim Kassel

Ich persönlich war ja nie im Stammheim Kassel oder gar im Aufschwung Ost. Ich hab zwar damals an nahezu jedem Wochenende das Auto quer durch die Republik gesteuert, aber voraussichtliche 3,5 Stunden Fahrzeit für eine Strecke durch den Südharz ohne Autobahn und die dann auch wieder zurück – da war zum Beispiel Berlin für uns schon immer komfortabler. Was natürlich nicht heißt, dass wir die Line-Ups auf den Flyern von Brinkmann und Kopetzki nicht gesehen hätten. Ob man in der Groove, im 1000° oder im Partysan blätterte: Das Stammheim war überall und immer ganz vorn mit dabei.

Die Doku Zeitgeist Stammheim erinnert an diesen Club, der Kassel einst glanzvoll auf der Technolandkarte platzierte und der Stadt neben der Documenta und dem Herkules wenigstens einen Lichtpunkt im Nachtleben gab. Es verwundert mich nicht, dass es dort eine unglaubliche Mühe war, einen solchen Technoclub zu betreiben. Wenn man da heute mal allgemein im Ort nachfragt, dann heißt es meistens nur, dass es ein übler Drogenladen war. Aber so einfach ist es nicht. Es war meistens harter Techno und sicher gab es auch viele Drogen. Was aber die Technokultur nicht nur im Stammheim Kassel ausgemacht hat, das kann man in dieser Doku schon sehr gut erahnen. Beim super Doku-Soundtrack fängt es schon mal an und beim Spaß dabei hört es auch nicht gleich wieder auf.

Wer hier genau zuhört, der kann zum Beispiel auch erfahren, was Techno-Glück eigentlich ausmacht und das es auch nichts bringt, nur den alten Zeiten hinterher zu hängen! Es geht eben auch um die Beziehungen zwischen den Menschen. Das sich eben keiner irgendwie besser fühlt als der Andere. Das wenigstens mal kurz aufgehört wird, aus irgendwelchen gegebenen Zufälligkeiten wie Elternhaus, Herkunft oder sonstigen Hierarchie-Kategorien abzuleiten, dass man die besseren Bedingungen und auch den helleren Himmel verdient. Und die Geburt von unserem Comichelden Hotze wird nebenbei auch noch besprochen. (via thelastbeat)

Real Scenes Berlin (Resident Advisor)

Resident Advisor hat heute einen neuen Teil ihrer Video-Doku Reihe veröffentlicht – Real Scenes Berlin. Manne, Tobi Rapp, Dimitri Hegemann, Dixon, Sammy Dee, die Renate und die Betreiber von Watergate und Weekend weisen den Weg durch die Stadt und bilden in den nur 18 Minuten einen doch gelungenen Querschnitt durch die Stadt. Vom Hausbesetzer bis zum Gefühl, wenn man zum ersten Mal in der Schlange steht und feststellt, dass hier kein Mensch deutsch spricht. Das ist alles irgendwie schon länger her und doch macht Berlin immer noch richtig viel Spaß.

Real Scenes: Detroit (Resident Advisor)

Wenn ich momentan einmal durch die Timeline des Sozialen Netzwerks scrolle, dann war Real Scenes: Detroit, eine Doku von Resident Advisor, in dieser Woche das wohl am meisten geteilte Musik-Video. Und irgendwie passt es auch zu den Riots in London.

Detroit, ihr wisst schon: einstige Metropole der Fließfertigung, musikalisches Zentrum der USA weit über Motown hinaus und Geburtsstadt von Techno – nun sozialer Abgrund und Detroit Wildlife. Ich hab es sehr schnell gespürt, dass die Musik aus den Extremen dieser Stadt eine ganz besondere Energie hat. Zugegeben, einige Tracks waren manches mal sehr melodramatisch und doch scheint man in Detroit oft den musikalischen Weg zum Ziel um einiges direkter zu finden.

Vielleicht ist das auch so, weil Detroit besonders in den letzten 30 Jahren dem Rest der Welt einfach immer ein paar Schritte voraus war. Und als dann anderswo die gleiche Scheiße am kochen war und dort die Musik zu den neu entstandenen Problemen und Stimmungen erst gefunden werden musste, hatte man das in Detroit bereits durch.

Musikalisch habe ich von Detroit jedenfalls sehr viel gelernt. Für den Anfang können jetzt vielleicht auch London und andere Städte was aus Real Scenes Detroit lernen. Besonders von Mike Huckaby, der hier seinen Fokus so wunderbar in die Zukunft richtet.

Space Night Earth Views

Ich habe bei Youtube die Space Night Earth Views in voller länge gefunden! Wenn Fernsehen überhaupt jemals einen nachhaltigen, musikalischen Einfluss auf mich hatte, dann ist das die Space Night. Ich hatte mir die Space Night damals in den 90ern sogar auf VHS aufgenommen. So liefen die Earth Views dann auch immer, wenn ich z.B. nach dem Zivildienst an den schweren Wochentagen wie Dienstag und Mittwoch nach Hause gekommen bin und erst mal ne Mütze Schlaf brauchte. Zwischen 18 und 20 Uhr war beispielsweise 1999 immer Space Night Zeit. Danach hab ich den Fernseher abgeschafft – doch die Compilations auf Elektrolux (insbesondere Space Night Vol. VI) haben bis heute ihren Platz…

Newworldaquarium: Slices Feature 1-10

Momentan ist mir schon mehrmals diese Richie Hawtin Slices untergekommen, die man jetzt in voller Länge im sowieso sehenswerten Electronic Beats YouTube Channel ansehen kann. Da wir hier aber erst den Väth hatten und ich vorerst keinen weiteren Bedarf an Stars habe, sei hier nur am Rand darauf verwiesen. Stattdessen habe ich mich mal wieder bei Electronic Beats umgesehen. Hinter den Kulissen sind dort einige Veränderungen in Gang und beim groben Überblick habe ich dabei dieses Slices Feature für Newworldaquarium entdeckt. Das war bereits im Januar 2010 auf der Slices DVD und das ist immer noch so schön wie zeitlos: Ein Interview mit Jochem Newworldaquarium im verschneiten Plänterwald über seine wunderschöne Musik.

Doku: Sven Väth – Music Planet (arte 2001)

Ein kurzer Doku-Scan bei Youtube förderte diese arte-Doku über Sven Väth zutage. Diese ist aus dem Jahr 2000/01 und ist somit auch schon wieder 10 Jahre alt. Damals spielte Sven Väth noch am Sonntag der Loveparade im Tresor-Park, das Omen hatte er zu dessen 10. Geburtstag im Jahr 1998 gerade dicht gemacht und Cocoon war damals noch ein mobiles Club-Konzept. Sven Väth erzählt in vielen Interviews aber außerdem etwas über seine Jugend in Obertshausen, seine Beziehung zum Dorian Gray und dem Frankfurter Flughafen, OFF, Indien und Ibiza war damals auch schon ein großes Thema. Ich hab mit Sven Väth im Vergleich mit manch anderen eigentlich gar nichts zu tun. Die HR-Clubnight konnte man bei uns nur über Tapes hören und wenn er mal in der Nähe aufgelegt hat dann war es meistens so voll, dass ich dann auch gleich abgewunken habe. Trotzdem mag ich ihn. Zwei seiner Tracks haben es in meine Alltime-Favorites geschafft und so manche Worte dieser Doku sitzen auch 10 Jahre später noch zeitlos perfekt.

Train of Mondays: Live auf Ustream

Am vergangenen Freitag gab es ab 17.30 Uhr zum ersten Mal die Möglichkeit, bei unserer privaten Mix-Session live dabei zu sein. Diese Abende finden bereits seit einigen Jahren in unregelmäßigen Abständen statt und gehören seitdem zu meinen persönlichen Highlights. Ustream hat leider nur die ersten drei Stunden des Abends aufgezeichnet, so dass hier alle Nachzügler nur noch das Warm-Up des Abends nachhören können. Weil wir Train of Mondays sehr spontan entschieden und umgesetzt haben, gibt es an dieser Stelle auch noch keinen richtigen Plan ob, wie und wann es ein nächstes Mal geben wird. Doch ich habe so ein Gefühl, dass es irgendwann bestimmt noch eine Fortsetzung gibt.

DJ’s (der Reihenfolge nach):

  • Christian Fröhlich
  • Monday Edition / Gunther
  • André K