Ich hab bei dieser Doku Detroit Wildlife, in der es eigentlich gar nicht um Musik geht, eben noch ein bisschen mehr über Techno verstanden und warum es in den Neunzigern einfach nur natürlich war, dass mir in meiner Heimatstadt Halle (Saale) Techno – vor allem Techno aus Detroit – so viel bedeutet hat. So ähnlich wie einige dieser Bilder sind, so war und ist wohl unser Lebensgefühl ähnlicher, als ich das bisher selbst dachte. Heute Abend werde ich noch ein paar Stunden über Transition nachdenken und gleich die Groovebox starten…
(via The Black Dog)
1992 gründete Mad Mike Submerge mit der Adresse 2030 Grand River Detroit, den Plattenladen und Vertrieb von Underground Resistance. Doch 2030 Grand River war nicht nur Submerge. Diese Adresse war bis 2000 auch sowas wie eine Künstler/Freak Kommune, in der fast jeder UR-Artist irgendwann mal eine gewisse Zeit verbracht hat. Ein wirklich besonderer Ort für Techno, an dem so viele bis heute herausragende Tracks ihren Ursprung haben. Vor zwei Wochen wurde 2030 Grand River ohne Ankündigung abgerissen. Die YouTube-Playlist unten enthält Ausschnitte der Arte-Doku „Universal Techno“ von 1996. Hier kannst du auch das Gebäude sehen und vielleicht gleich noch ein bisschen mehr verstehen, warum UR-Tracks aus den Neunzigern nach wie vor so einzigartig sind. Techno vom 2030 Grand River ist politisch. Es geht um Zukunft, Chancen, Gerechtigkeit, Freiräume, Depressionen, Liebe, Träume… und was ist dein Grund, Musik zu machen?
Unsere Platte des Tages „Mr. Fingers – Can you feel it“ ist übrigens die erste Platte, die sich Theo Parrish damals in Chicago gekauft hat. Als er dieses Stück im Radio gehört hat musste er zu Import Records rennen und dort Derrick Carter fragen, ob er diese Platte kennt, die immer so bumdup bubumbum bubumbum macht. Ich hab mir am Wochenende das Video mit Theo Parrish bei der Red Bull Music Academy in Seattle 2005 angesehen und ich muss sagen, das war grandioses Entertainment. Theo als One-Man-Show erklärt äußerst unterhaltsam, wie das bei ihm los ging, ausführliche Hintergründe, er gibt so manchen guten Hinweis macht vor allem Mut – Mut, weiter sein Ding zu machen und auch Mut zum Fehler machen. Außerdem erklärt er das noch mal, was man schon in vielen Artikeln über ihn lesen konnte. Kam es im Mag manchmal ein bisschen komisch rüber, so sind seine eigenen Worte um Längen sympathischer. Ich hab nicht nur viel über Theo Parrish gelernt, ich hab auch ein kleines, aber vielleicht essentielles Bisschen mehr verstanden. Großer Tipp für alle!