https://vimeo.com/29922346
Endlich mal was zu Uwe Schmidt, wohl am besten bekannt als Atom Heart, Atom TM oder Señor Coconut. Der Mann mit über 60 Alias-Namen, der auf Fotos fast immer sehr ernst blickt. Zur RBMA 2004 in Rom erklärte er uns, wieso er eigentlich unter 60 verschiedenen Namen Musik veröffentlicht hat, wie sich das mit den Genre-Grenzen verhält und warum es keinen Sinn macht, sich als Musikproduzent einer bestimmten Stilrichtung zu begreifen.
Damals wie heute war er als Señor Coconut mit Band unterwegs – deshalb gehts auch gleich mit den Geschichten zur Kraftwerk-Interpretation los. Und weil wir ja momentan noch so ein tolles Internet haben, findet ihr hier auch Links zur besprochenen, von Kraftwerk nicht gemochten Radioactivity-Version und die spanische Version zu Smoke on the Water.
Mir persönlich gefällt Uwe Schmidt im Ambient-Mood am allerbesten. Atom Heart – Orange auf Fax und die gemeinsamen Arbeiten mit Pete Namlook, Bill Laswell und Tetsu Inoue kannste bei Gelegenheit ruhig mal checken.
- Atom Heart: Uwe Schmidt zur RBMA 2004
- Atom Heart (Discogs)
- Señor Coconut
Meine Platte der Woche ist das neue Album von Nuel, dass soeben unter dem Namen Trance Mutation als Further Records 38 LP in Amerika erschienen ist. Further Records ist eines meiner Lieblingslabel in diesem Jahr. Das zwischen Washington und Seattle beheimatete Label hab ich seit dem Donato Dozzy Album K von 2010 ständig im Auge und auch in diesem Jahr haben dort schon ein paar wirklich tolle Releases das Licht der Welt erblickt. So verschieden die auch sind – bei Further Records hört man Musik aus einer weiter gefassten Perspektive…

Als 1999 die erste Superlongevity Compilation auf Perlon erschien, war das Label bereits 2 Jahre und 10 Releases alt. Das kam irgendwo aus den Klangwelten um Phonography oder Playhouse, war aber dennoch um einiges abstrakter und sowieso schon immer sehr eigen. Ich weiß noch wie mir mal jemand gesagt hat, dass er sich nicht vorstellen könne, diese Tracks im Club aufzulegen aber irgendwann trotzdem einfach alle Perlon-Veröffentlichungen nachgekauft hat. Da war dann der Clubbeweis auch schon längst erbracht.
Eines Tages im Dezember: Inzwischen hat sich hier der richtige Moment für die Harmonie Park LP von Wareika gefunden. Zwischen Jazz, Techno-Folklore und ihrem „advanced“-Ansatz für elektronische Musik konnte man schon beim ersten Hörbeispiel im Juni ahnen, dass es für diese LP auf Perlon durchaus den richtigen Zeitpunkt geben würde. Während die Weihnachtsmelodien wieder Hochkonjunktur haben, setzte ich einfach auf die CD-Version dieser LP. Manchmal lausche ich zwar ein wenig ratlos dieser stoischen HiHat hinterher und frage mich, was die da eigentlich macht. Dennoch gefällt mir der Harmonie Park mit seinem Wolfsdorf-ähnlichen mäandern von einer Harmonie zur nächsten echt gut – seine zahllosen und ständigen Variationen zwischen Minimal-Techno-Afterhour und Fernet-Branca Gitarre, die vielleicht auch gerade wegen dieser endlosen Offbeat-HiHat so gut funktionieren. Brücken ohne Ende als LP+CD.
Heute ist mir mal wieder sehr nach Boards of Canada und für solche Stimmungen gab’s in der vergangenen Woche dafür passend einen Mix beim Kraftfuttermischwerk. Tracks einzig und allein von Boards of Canada – gemischt und ausgewählt von Tamaris. Der Mix ist klasse und Boards of Canada gehen wirklich immer!
Software und Hype der Woche sind definitiv Paul’s Extreme Sound Stretch und dieser
Was für ein schönes Album! Heute läuft hier das neue Mount Kimbie Album Crooks & Lovers auf der Hotflush LP 04 schon den ganzen Tag in der Endlos-Rotation. Das FACT Magazine hat uns nämlich freundlicher Weise alle Tracks von Crooks & Lovers als Stream zur Verfügung gestellt – wie ich finde, die wirklich angenehmste Art, eine Platte vorzuhören. Anfangs erinnerten mich die neuen Tracks von Mount Kimbie in ihrer Stimmung fast an das Múm Album des Jahres 2002