Glade Podcast: Donato Dozzy & The Orb

gladeIm July findet in der Nähe von Bristol UK das Glade Festival statt. Es gibt eine unglaublich lange Artistliste, ein Headliner reicht dem Nächsten die Hand. Was dabei aber für uns besonders interessant ist: es gibt dort auch einen wirklich schönen Podcast mit reichlich Futter für die mp3-Player dieser Welt. 23 Episoden sind inzwischen veröffentlicht und ich habe hier mal für die Monday Edition Mixes von Donato Dozzy und The Orb rausgesucht. Für mich sind beide wirkliche Sommer OpenAir Sets. Absoluter Favorit ist das echte Flieger-Set von Herrn Dozzy während es The Orb eklektisch zwischen Ambient, Techno und so angeht. Wem das noch nicht reicht, der findet im Glade Podcast auch noch James Holden, Carl Craig, Juan Atkins System 7, Booka Shade und so weiter und so fort…

Norm Talley: The Journey / In Yo Soul (Third Ear)

norm talley - the journey / in yo soul - third earBeatdown Member Norm Talley hat ne großartige 10″ auf Third Ear released. The Journey dreht sich vor allem um zwei Akkorde klassischer House Strings – ungefähr so: laaa liii. Dazu ein funky Beat der so gekonnt aus der Hüfte kommt, dass er locker jeden ambitionierten Dancefloor nach vorne schraubt. In Yo Soul auf Seite B klingt noch ein bisschen deeper, darker und die Synths dazu haben etwas mystisches. Die Platte hat Talley übrigens seiner verstorbenen Mama gewidmet – kein Wunder also, dass er aus dem, was er am Besten kann, alles rausholt und diese Tracks werden unsterblich sein.

Heute 19 Uhr: WordAndSound @ Berlin Mitte Institut

berlin mitte institut wordandsoundHeute Abend ist WordAndSound live beim Berlin Mitte Institut WebTV. Wer Fragen an Marc Schneider & Co. hat ist eingeladen, die schon mal im Instituts-Blog zu stellen:

Diesmal haben wir einen der größten deutschen Vertriebe für Elektronische Tanzmusik zu Gast: WordandSound, welche auch Whatpeopleplay gründeten und betreiben. Neben 4 Stunden toller Musik wird es im Interview um die Zusammenhänge von Elektronischer Tanzmusikkultur und Vertrieben gehen. Natürlich werden wir auch auf WAS und WPP speziell eingehen, dafür brauchen wir eure Fragen und Hinweise.

Little White Earbuds Podcast 20: Stefan Goldmann

stefan goldmann - lwe podcast downloadStefan Goldmann hat einen Mix für den LWE Podcast gemacht. Mit dem Label Macro stößt er im Moment vieler Orts auf sehr erfreute Ohren und dieser DJ Mix gibt hier einen wirklich guten Überblick über seinen Sound. Bei Little White Earbuds gibt’s ein kleines Interview oben drauf. Gefällt mir…

Tracklist:

01. Jeff Mills, “Man From Tomorrow” [Axis]
02. Brothers’ Vibe, “The Difference” [Mixx Records]
03. Santiago Salazar, “Arcade” [Macro]
04. Sound Stream, “Soul Train” [Sound Stream]
05. Raudive, “Christmas Tree” [Poker Flat Recordings]
06. Dennis Ferrer, “Son Of Raw” [Ibadan]
07. Loco Dice, “Tight Laces” (Marcel Dettmann’s Response 2) [Desolat]
08. Jacktronix, “Gasoline” [Antipop Records]
09. Kenny Larkin, “Bassmode” (C2 remix) [Planet E]
10. Monobox, “Trade” (Ricardo Villalobos remix) [Logistic Records]
11. Sylk 130, “When The Funk Hits The Fan” (Mood II Swing When The Dub Hits The Fan) [Ovum Recordings]
12. Norman Nodge, “Untitled” [Marcel Dettmann Records]
13. Stefan Goldmann, “Art Of Sorrow” [Victoriaville]
14. Racquet-Ball Club ft. K. La Dawn, “Gravy” [Downtown 161]
15. Stefan Goldmann, “Untitled” [unreleased; CDR]
16. Peter Kruder, “Chordal” (Macro)
17. Santiago Salazar, “Arcade” (Stefan Goldmann remix) [Macro]

Baaz: MixTape #30 (mixmag.info)

baaz mixtapeUnd es geht weiter durch den Mix-Dschungel. Baaz hat uns schon letztes Jahr zwei sehr schöne, lupenreine House-Mixes geschenkt. Erst vor ungefähr zwei Wochen hatte sich sein Random Mix wieder einen Platz in der Hot-Rotation meines mp3-Players erspielt. Und nun das Update für mixmag.info. Da sage ich doch wirklich gerne Ja – ideale Beschallung zum Sommerstart! (via sma)

Placid: TB or not TB

tb303Tracklist:

Warning: Contains Acid!

Buset – Footsteps (ADJD Remix) – Kanzuru
Jitterbug – No Pressure (DJ Qu Remix) – Uzuri
Age – Return To The Force – Force Inc
Jody „Fingers“ Finch – Jack Your Big Booty (BHQ Acid Instrumental) – Let’s Pet Puppies
Nick Solé – Lost and Found – Mojuba
Anonym – Acid Huis – Sushitech
E.R.P. – Irma – Frantic FLowers
Larry Heard – Inside Your Mind (This House Is Home) – Alleviated
Kevin Over – Surge – Fortek
Schatrax – #5 – Shatrax
Roberto Rodriguez – The Days We Lost – Frisbee Tracks
E.S.O.M. – Air – Emphasis Recordings
Seldom Felt 3
DK7 – Slipstream – Output
Alexander Robotnick – Obsession (Andy Blake’s Analogue Obsession) – Dissident
Quince – For My Mr (Sterac Remix) – Delsin
Hienostunut Sonni – No Body (Levon Vincent Remix) – Alexi Delano Limited
Burnski – Nosebonker – Dessous
Jens Lodén – First One (André Lodemann Remix) – Fine Art
Hienostunut Sonni – Sharped Dressed Acid Man (Remix) – Alexi Delano Limited
X2 – Photon – M>O>S Recordings
Cabin Fever – Acid Party – RKDS
Roman IV – Altes Testament – Playhouse
Analog~1 – Reduced – MCMLXV

Platten jekooft: von Leichte Teile (16.05.09)

santiagosalazarSantiago SalazarArcade (Macro 011) – Stefan Goldmanns Label Macro wird immer seltsamer und immer besser. Die Tradition von House/Techno scheint hier nur noch der Ausgangspunkt für einen Trip in die weißen Stellen der Sampling-Landkarte. So ist die jüngste Laufnummer 11 von Santiago Salazar eine erdig psychedelische Pilzsuppe aus fernöstlichen Samples und einem tonnenschweren Krautrock-Synthie-Brummen. Ambient-Slowhouse-Drone, falls es dieses Genre schon gibt. Warum nur sechs Minuten? Der Remix von Stefan Goldmann erscheint da erstmal deutlich konventioneller und auf Spielbarkeit, zumindest in den frühen oder sehr späten Abendstunden ausgerichtet – würde das stück nicht nach der hälfte unverhofft in einen gefühlt japanischen Historienfilmsoundtrack umschwenken.

tensnakeTensnakeIn the End (I want you to cry) (Running Back RB015) – Wäre Justus Köhncke in dieser Runde nicht schon vertreten, der Köhncke-Disco-Gedächtnispreis gebührte Tensnake. Das Titelstück ist so ein superoptiertes, sensationell klingendes Stück Neo-Disco mit subtilen Ambienteinflüssen und dieser kaum zu greifenden Aura einer Retro-Modernität, die die Utopie die „Disco“ einmal war aufgreift und in eine ganz neuen aktuellen Kontext umsetzt. Etwas das eigentlich nur Köhncke beherrscht. In diese Disko kommt jeder rein. Neu-Alt-Neu, Whatever. Unwiderstehlich ist das Adverb zu diesen Tracks.

Justus KöhnckeDon’t Go (Kompakt 185) – Hier ist die Mjunik Vocoder Space-Disco zu Hause. In Kölle nähmlisch. Vom Meister persönlich angerichtet. Mit Gummitwist. Dirk Leyers‘ pumpend-minmaler Mix von „It’s gonna be alright“ wärmt mich bislang noch nicht so wie das Original. Braucht vermutlich die richtige Gelegenheit und Uhrzeit.

inoueKarou Inuoeesc (Endless Flight 13) – Und nochmal schwelgerische Synthie-Disco, diesmal aus Japan. Ist einfach zuu schön. Der endlos langsam glimmende Remix von John Daly macht auch alles richtig.

DiskjokkeAsa Nisi Masa (Full Pup FP019) – Jawoll. Prins Thomas‘ Full Pup endlich wieder auf Kurs. Diskjokke treibt hier Schabernack mit einer hirnzersetzender Acid-Sauce im typischen Osloer Sofarocker-Rhythmus. Erinnert mich seltsamerweise gerade an so britisches Mittneunziger-Zeug auf N-Tone oder Warp. Kann das sein?

pantonePan/ToneShame EP (Cereal Killers c/k11) – Sheldon Thompson lässt die Hosen runter. Schon wieder. Hört das denn nie auf? Seine neue EP auf seinem eigenen Label lässt erstmals hören was sich in seinem exzellenten Live-Set letztes Jahr schon angekündigt hatte: Weniger hartes Rocken, dafür Deepness, Konzentration. Das Titelstück ist so ein zartschmelzend euphorisches Slowhouse-Stück, etwas das ich von einem körperlich wie charakterlich eher, äh, „robusten“ Whiskey-Trinker wie Thompson so gar nicht erwartet hätte. Tolle Sache. Einizges Manko: Der Deprigitarrengetriebene Gui Boratto Mix von Lost Highway auf der B spielt gelinde gesagt nicht gerade in meiner Disco.

BozzwellEscape 5 (Firm31) – Der jüngste Neuzugang auf Firm läst sich mächtig Zeit bis nach etwa zwei Minuten aus Ambient/Field Recording Geknusper ein gaanz langsamer Vocal-House Burner wird, wie früher mal Closer Musik. Andre Kramls Remix kommt da deutlich schneller zur Sache. Und der Popnoname/Dee Pulse Mix von Marlena’s Eyes auf der B1 ist eine kleine Perle an poppig federndem Tech-House. Alles sehr eigenwillig, authentisch und gut. Firm machen konsequent ihr eigenes Ding. So kann „Deep“ auch gehen.

koze_smallDJ KozeMrs Bojangles (Circus Company CCS037) – Topfschlagen für Erwachsene. Koze feilt weiter an seiner unnachahmlichen Mischung aus unendlich verfeinertem Minimal-Sound und wahrhaft kindischer Freude an Höspiel-Intermezzi und albernen Filtereffekten. Klingt nach harter Arbeit. Warum Bodhisattva nach Indien ging wird uns diese Platte aber vermutlich auch nicht erklären können.

André LodemannYou never know (Best Works BWR002) – Die Laufnummer Zwei des Lodemannschen Labels, wieder von ihm selbst bespielt kommt wesentlich knochiger rüber als das üppige Vocal-House des Debüts erwarten liess. Ein heftiger ungerade-gerader Rhythmus macht die A zu einer spannenden Angelegenheit. Ohne je gerade durchzuwummern findet das Stück doch zu einem distinkten Groove. Ziemlich clever und eigen.

thrillerUnknownSwarm/Hubble (Thriller002) – Auf dem britischen Label, das sich mit grauschwarzer Anonymität schmückt wird sich auch am Erbe der frühen Neunziger abgearbeitet, spezifisch an dem was sich in komplett zerbombten Köpfen zwischen Kornfeld-Rave und Leftfield noch so zusammenklauben lässt. Zwischen Wow! und Oha! Kaputter Psycho-Scheiss des Monats. Läuft rückwärts von Innen nach Außen.

John TalabotMy old school (Permanent Vacation permvac 033) – Kann Bitte endlich mal jemand die Verwendung afrikanischer Tribal-Samples, besonders dieses eine „Timbuktu“ Sample, ihr wisst schon, unter empfindliche Strafe stellen? Danke! Ansonsten hab ich an diesem, klar, mächtig kommerziellen und, auch klar, mächtig pathetischen, Maxmimal-Melo-House aus zig geschichteten Streicher/Klavier/Ethno Samples eigentlich nichts auszusetzen. Zu einem Trend (vergleiche vor kurzem auch Culoe de Song oder Wareika) muss das aber von mir aus nicht werden.

buttrichMartin Buttrich/JonaStoned Autopilot (C2 Remix) (Planet e PLE65299) – Um diese Platte bin ich ziemlich lange rumgeschlichen. Ein perfekt austarierter C2 Mix zwischen notwendiger Härte und zugewandter Freundlichkeit, zwischen notwendiger Monotonie und hittigen Effekten. Aber bei aller Liebe: Irgendwann ist jetzt auch mal Zeit sich was neues einfallen zu lassen, Herr Craig. Die B von Jona kommt da erstaunlich frisch rüber.

Efdemin – Acid Bells / Martyn Remixes (Metisse 2.5)

martyn-efdeminUnd noch einer, der grade einen Lauf hat: Martyn. Auf dem Curle Sublabel Metisse aus Belgien remixt er Efdemin’s Acid Bells. Größte Beachtung findet dabei wohl weit und breit der Dark Mix – der eigentlich der Bittersweet Mix sein sollte, wie man hier auf Myspace lesen und nachören kann. Ohne Bassdrum spielt hier Martyn eine wunderschöne Piano-Melodie, die alles andere als dark ist. Zwar flackern die Acid Bells des Orginals immer wieder durch, aber das Piano hat dann schon längst alle mitgenommen. Mit dem  Bittersweet Mix – der einst der Dark Mix war – gibt’s dann noch eine Dubstep Version. Diese Piano Version jedoch, die ist es!

Levon Vincent – Solemn Days (Deconstruct 02)

levon vincent deconstruct 02Diese Woche gab’s die Neue von Levon Vincent auf Deconstruct 02 – seine dritte EP seit Dezember. Erste große Aufmerksamkeit gab es für Inivisible Bitchslap auf Deconstruct 01 und ihrem Nachfolger Six Figures EP auf Novel Sound. Und Mr. Vincent weiß was er tut. So geht es wie bei den Platten zuvor im rohen, leicht düsteren Beat stampfend vorwärts. Solemn Days hat dabei eine Sirene am Start, welche den Dancefloor ziemlich zwingend in Alarmstimmung versetzt. Die B-Seite geht es dann etwas entspannter an. Ein Hauch von Dubtechno überzieht das Gerüst des Tracks und so entsteht ein entspannter Groover, der mit überraschenden Vocalstückchen dazu einlädt, davon zu fliegen. Platte der Woche.