Momentan bin echt geflasht vom Kangding Ray VS Mix, den die mnml ssgs vor 3 Wochen ins Netz geschossen haben. Kangding Ray ist David Letellier und hat inzwischen 3 Alben auf Raster Noton veröffentlicht. Zum neuen Album OR schreibt Chris: OR (French for Gold) is more: this is an album that bathes you in the dark glow of late capitalism, right up to your neck. I’m not bullshitting you, either on the sound side or David’s intentions. Dieser Mix ist dazu wohl auch als Sidekick gedacht und ich lasse an dieser Stelle die Tracklist einfach für sich sprechen. Alles weitere lest ihr lieber direkt bei mnml ssgs. Unbedingt mal anhören!
Tracklist
Steve Reich „Come out“ + Rhythm & Sound „Outward“
Oneohtrix Point Never „Returnal feat. Antony (Fennesz Remix)“ + Mark Fell „Multistability 1-B“
Deadbeat „Loneliness and reverly“ + These New Puritans „Drum Courts – Where Corals Lie“
Coh „Andante Facile“ + Pole „Alles Klar“
Nam June Paik „My jubilee ist unverhemmet“ + Alva Noto „Future“
Ben Frost „Leo Needs A New Pair Of Shoes“ + Ricardo Villalobos „Fools garden (black conga)“
Ø „Ionos“ + Emeralds „It Doesn’t Arrive“
Richie Hawtin „00:24“ + Deaf Center „Lobby“
Various Production „Infinity (xx cover)“ + Senking „Breathing Trouble“
Pomassl „Tandem distiller“ + Lissom „Bask“
Fever Ray „If I Had A Heart (Fuck Buttons Remix)“ + Ital Tek „Tokyo freeze (Remix)“
Codes in the Clouds „The Distance Between Us (Nils Frahm Remix)“ + Vex’d „Slime“
Timnah Sommerfeldt wohnt in Basel, ist DJ, produziert auch eigene Tracks und ist meine Soundcloud-Entdeckung vom Mai! Zwar habe ich dann schnell gesehen, dass sie schon längst einen
Am 8. Mai waren unsere Freunde aus dem Uncanny Valley in der Panorama Bar und wir hatten dort einen wirklich großartigen Sonntag. Dino ist extra aus Hamburg gekommen und so sind wir dann früh am Morgen mit einem super deepen Techno Set von Thomas Fröhlich eingestiegen. Danach die Hombres Discos Tiny und Spunky oben – ein Ende mit Bilderbuch-Panorama. Am Nachmittag haben sich alle im neuen Garten versammelt, der mir jetzt viel besser gefällt und/oder noch ein bisschen bei Ben Klock, Marcel Dettmann und Mike Huckaby mitgetanzt. Vielen Dank jenen, die da waren. Es war echt toll mit euch! Abends zu Hause habe ich dann gleich dieses kleine Set für Dino gespielt und glücklicher Weise dabei auch auf Record gedrückt. Monday Edition.
In der Nacht zum Ostermontag war ich seit langem mal wieder kurz zu Besuch in Dresden. Dort habe ich unbekannter Weise Insect O getroffen, der mir kurz darauf wieder bei Facebook unter gekommen ist und sich als Oliver Hartmann heraus stellte. Drei Klicks später habe ich dann bei Soundcloud echt nicht schlecht gestaunt: Unter anderem gibt es dort diese Aufnahme von Elbfloorbeatz auf Coloradio mit einem schönen Interview, einer Auswahl an Insect O Tracks und einem kurzen Dub Techno Mix. Der Rest ist dann selbst erklärend und der beste Beweis, dass in Dresden abseits von Uncanny Valley noch lange nicht Schluss ist. Unbedint auch mal die anderen Tracks in der Insect-o-Klangwolke anhören.
Monday Edition – Zwei Null. Was gibt es besseres, als dies mit einem neuen Podcast einzuleiten und der kommt von Joe Babylon Marougi aus San José. Joe betreibt das Label Roundabout Sounds und hat dort bisher zwei echt schöne Houseplatten veröffentlicht. Ein Blick auf die Tracklisten offenbart dazu noch Remixes von Rick Wade, John Tejada, Orlando Voorn und XDB. Kenner wissen schon, in welche Richtung das jetzt geht.
Für seinen Mix für Promomixes 011 hat sich der in Berlin wohnende Italiener Lucy das E-Werk 1993 ausgesucht. Lucy erklärt da im Interview, dass er zwar nie persönlich im E-Werk gewesen ist – jedoch hat er inzwischen so viele tolle Geschichten über diesen Club gehört, dass es ihn wirklich interessiert hat. Das E-Werk war von 1993 bis 1997 definitiv einer der prägendsten Technoclubs in Berlin. Lucy hat also einige Mixes aus dem alten E-Werk in der Wilhelmstraße angehört und ich finde, sein eigener E-Werk-Mix ist ihm wirklich gut gelungen. Endlich mal wieder ein toller oldschool Technomix. Wem das gefallen hat, der kann sich dann gleich noch den Original Promomix von Don Williams ziehen, den er 2005 fürs Berghain gemacht hat.
Als im Februar dieser Ambient Mix von Mnml Ssgs Chris für Input Selector erschienen ist, war die Situation in Tokio noch ganz anders. Wir wissen alle, was inzwischen passiert ist und der Super-GAU in Japan hat mir in den vergangenen Wochen wirklich die meisten Sorgen gemacht. Ich hoffe jeden Tag, dass sich Japan endlich einen Ruck gibt und nochmal eindrücklich auf die Schwere und die internationale Dimension der Katastrophe hinweist. Jedem, der nur halbwegs der Logik mächtig ist, sollte doch spätestens jetzt klar werden, in welche Gefahr die Menschen ihren Lebensraum gebracht haben und was für eine Zeitbombe dieser künstliche Neutronen-Beschuss von Uran für unseren Lebensraum darstellt.
Kollektiv Turmstrasse haben bereits im November ihr drittes Album mit dem Titel Rebellion der Träumer auf Connaisseur Recordings veröffentlicht und es gab ja auch allerhand Medienpromo dafür. Wenn ich in den vergangenen Jahren mal was vom Kollektiv Trumstrasse gehört habe, dann habe ich meistens diese cleane Klangästhetik bemängelt, wie man sie einfach auf zu vielen Partys hören konnte. Zwar haben sie auch schon immer sehr schöne Synthie-Arrangements gemacht, die besonders gut auf OpenAirs zum Tragen kommen. Doch im Hintergrund war immer dieses cleane Click-Ticker-Click-Ticktick und sowas musste ich abseits der Partys nicht noch öfter hören. Nun habe ich irgendwann dieses Rebellion der Träumer Album angehört und damit haben Kollektiv Trumstrasse dann doch echt positiv überrascht. Das ist ein Allround-Album mit einem echt schönen Vibe geworden. Die Beats sind fett und von temporären Bombast-Breakbeats bis hin zu Superdezent wirklich abwechslungsreich. Es gibt außerdem eine gesunde Portion Pop und die Digital-Version hat darüber hinaus noch viele schöne Ambient-Momente, weil neun Dazwischen-Tracks die Hörer von einem Track zum Nächsten begleiten. Ein kleines Räuspern am Rande: Ich glaube, ich höre hier manchmal auch einen Hauch von Autotune. Naja, egal. Ich skippe meistens bis Dazwischen 3 vor (hier Minute 15) – ab hier gefällt mir das Album so richtig gut. Mein Favorit ist Schwindelig und bei Addio Addio kann man zum Schluss durchaus schon mal die Schuhe ausziehen und für den Sommer ein wenig barfuß Probetanzen…
Nicolas Jaar – Mann des Jahres 2010 oder was? Wie war das noch, als Nicolas Jaar da am Montag Abend in der Bar gespielt hat und es leider kein winziges Fleckchen mehr gab, wo man sich eventuell noch hätte hinstellen können? Ans Tanzen wollte ich schon gar nicht mehr denken. Alle wie von Sinnen. Gäste die dem DJ nicht erlauben, nach dieser letzten Nicolas Jaar Platte wirklich Schluss zu machen. Stattdessen eigenmächtig die Nadel wieder auf den Anfang schlittern lassen und erneut völlig ausflippen. Und noch mal und noch einmal Time for us… Weil ich das so oft höre: Ich finde das alles gar nicht so Wunderkind-mäßig. Ungewöhnlich ist es schon. Doch wenn es mehr Eltern gäbe, die ihren Kindern wirklich zuhören und denen zum Beispiel mit 14 das Villalobos Album kaufen, weil sich der Sprössling jetzt für die Musik interessiert, dann wäre so ein Style wirklich gar nicht mehr so sehr außerirdisch. Als ob man Musik erst in einem gewissen Alter jenseits der 20 völlig begreifen würde – das ist doch Quatsch. Es ist alles eine Frage des Zugangs. Einen entspannten Start in einen hoffentlich wunderschönen Tag mit 40 Minuten Nicolas Jaar Podcast bei XLR8R.