Schon mal was von Hessle Audio gehört? Etwa nicht? Dann könnte die B-Seite der neuesten und ersten Veröffentlichung von Elgato auf Hessle Audio 15 ein durchaus gelungener Einstieg werden. Hessle Audio ist so ein Post-UK-Garage-Dubstep Label, andere sagen vielleicht UK-Funky – obwohl ich persönlich mit diesem Begriff eher nichts anfangen kann. Ist auch egal, denn Elgato’s Blue ist für mich einfach House. So einen fetten Subbass fand man bisher jedoch fast nur beim Dubstep. Zwar wurde schon längst voraus gesagt, dass jetzt Dubstep alles ringsherum ein wenig infiziert hat bzw. sich jetzt überall hin ausdehnt. Wenn aber wie hier so ein Wahnsinnstrack auf Hessle Audio dabei heraus kommt, dann ist das für mich immer noch eine kleine Sensation. Je öfter ich den höre, desto besser wird er.
Tag Archives: Records
Reality Or Nothing: Sandwell District Mixes (RSB 8 & 9)
Karl O’Connor (Regis) und Peter Sutton (Female) haben in den 90ern unter anderem neben Surgeon ganz hervorragende, harte Techno Tracks auf dem Label Downwards in Birmingham veröffentlicht. Für meinen Geschmack gehören Sie zu den wenigen Produzenten, die harten Techno schon immer sehr zeitlos produziert haben. Während ich bereits einen Großteil meiner Kollektion aus den alten Tresor Tagen aufgelöst habe, behalte ich ihre Platten nur zu gerne in meiner Sammlung und kaufe sogar immer noch welche dazu. Auf Sandwell District und Downwards gibt es immer wieder wirklich gute Releases und diese zwei neuen EP’s auf RSB mit den Reality Or Nothing Mixes sind auch richtig großartig. Reality Or Nothing ist ein Projektname von O’Connor und Sutton, unter welchem sie 1996 und 1998 insgesamt 4 Platten auf dem Label Housewerk Recordings veröffentlicht haben. Damals war noch ganz üble Fax-Listen Informationsdiktatur im Plattenladen und so hatte ich von diesen Tracks vor zwei Wochen einfach noch keine Ahnung. Umso schöner ist es jetzt, wenn plötzlich diese Mixes auftauchen – dark, jedoch nicht so finster wie es teilweise auf Downwards ist und so richtig fett. Neben den zwei Originalen ist es besonders der Reality Or Nothing Female Mix, der mich immer wieder neu in den Sessel drückt. Und alle anderen Tracks sind auch wirklich super!
Sven Weisemann: Sole Exception EP (Essays 03)
Hier läuft gerade die neue Sole Exception EP von Sven Weisemann. Mit den beiden vorangegangenen Veröffentlichungen ist ja schon relativ klar geworden, dass sich Sven Weisemann auf Essays eher um die Musik kümmert, die jetzt nicht unbedingt ins klassische Deephouse-Muster fällt. So findet die Sole Exception EP bei mir auch eher ihren Platz in der Ambient- und Downbeatecke. Das ist eigentlich richtige Filmmusik und wenn es SpaceNight noch so wie früher geben würde, dann wäre diese Platte dafür nicht weniger perfekt. Alles weitere dazu darf sich jetzt jeder selbst ausmalen…
In den Auslaufrillen dieses 2×10″-Pakets steht:
elysium was a pagan expression
it’s not the yule, it’s an exception
tidal wave is a series of water waves
you can’t see the tidal wave of love
Donato Dozzy: K (Further 18 LP)
Soeben habe ich mir das neue Donato Dozzy K Album bestellt. Ich brauchte dazu auch nicht noch mal groß reinhören, weil ich es mir schon seit einiger Zeit immer wieder im Komplett-Stream auf der Label-Homepage von Further Records angehört habe. Es ist ein Ambient-Techno Album, an dem mir irgendwie alles gefällt – so auf GAS oder From Within Niveau! Es gibt 400 Stück. Ein Großteil wurde schon bei Further direkt verkauft und wenn ich richtig informiert bin, gibt’s die in Europa auch nur bei Juno und ein paar bei Clone. Tipp!
- Donato Dozzy – K (bei Further komplett anhören)
- Donato Dozzy
Portable: This Life Of Illusion (Perlon 83)
Es gibt eine neue Perlon von Portable unter der Überschrift This Life Of Illusion. Die A-Seite „Life Magically Is“ kommt mit ner tiefer gelegten Techno-Predigt mit vielleicht sogar nützlichen Hinweisen zur Lenbensgestaltung, die mich prompt an alte Green Velvet Hits erinnert. Aber warum höre ich nochmal Techno? Ach ja, auch weil ich da nicht ständig zugelabert werde und das ist mir im Moment aus verschiedenen Gründen wieder mal besonders wichtig. Deshalb drehe ich die Platte ganz schnell um, denn hier ist „Find Me“ und das ist der wirkliche Hit! Obwohl ich eigentlich schon längst beschlossen habe, nicht länger auf Irgendwas oder Irgendjemanden zu warten, passiert es ja doch immer wieder. Das fühlt sich dann meistens genauso an, wie es Portable hier so großartig in Musik transportiert hat – in dieser ganz eigenen Portable-Melancholie chicagoresk ergreifend und aufbauend zugleich. Superb!
Freude Am Tanzen Podcast 05: Luxusdiskussion

„Das ist unser Leben hier! Das muss man sich mal überlegen.“
Bereits im letzten Jahr hat Mario Willms seine Masterarbeit an der Uni Weimar abgegeben: ein Hörspiel zur Krise bzw. zum Wandel der Musikindustrie mit besonderen Fokus auf unsere kleine Techno/House Welt und das möchte ich hier allen wärmstens ans Herz legen. Franziska Grohmann aka Delhia macht hier so ne Art persönliche Moderation durch die Beiträge mit Anja Schneider und Ralf Kollmann von Mobilee Berlin, Mathias Kaden und Thomas Sperling von Freude am Tanzen, Heiko Hoffmann von der Groove, Heiko MSO von Playhouse/Ongaku, Hans Nieswandt und Gunnar Lenke von Lebensfreude Erfurt mit Musik von Douglas Greed. Alle sprechen mir dabei so dermaßen aus dem Herzen und die Stunde für diesen Freude am Tanzen Podcast lohnt sich wirklich. Dieses Hörspiel ist so gut, dass es auch schon auf diversen Radiosendern lief und ein besonderes Danke an Flori vom Spaß am Dienstag, der nicht müde wurde, mich immer wieder an diesen Podcast zu erinnern. Und jetzt einfach mal anhören…
- Download mp3
- Freude am Tanzen Podcast #5
Julio Bashmore: Batak Groove / Around (Soul Motive 07)
Meine Platte des Tages kommt heute, wie auch schon die mindestens letzten fünf Tage, von Julio Bashmore und erschien vor wenigen Wochen auf dem Label Soul Motive aus Bristol. Label und Produzenten habe ich bisher eher in der UK-Funky Ecke verortet, und auch wenn die Tracks noch Spuren dieses Sounds durchscheinen lassen, leuchtet hier doch allen in den grellsten Farben von House. Besonders die B-Seite „Around“ hat es mir unwahrscheinlich angetan, denn Julio Bashmore – der wohl eigentlich Matt heißt – unterfüttert den Beat liebevoll mit allem, was das Deephouse-Herz höher und schneller schlagen lässt. Warme Flächen, fluffige Percussions und ein herzzerreißendes Vocal – schon so ein Übertrack, doch die 808 macht dann echt alles perfekt. Zeitlos schön und das mal wieder von so einem britischen Jungspund und (vielleicht) Wunderkind zugleich. Mal schauen, was da noch so kommt.