Achtung aufgepasst: Rush Hour hat einen wirklich viel versprechenden neuen Künstler am Start! So habe ich gestern mit viel Glück schon mal das Vorab-Release der Bnjmn 1 auf Rush Hour geangelt, welches mit 4 unglaublich guten Tracks daher kommt. So schön, so deep! Großartige experimentelle Tanzmusik zwischen House und Techno und wer was mit Joy Orbision, Newworldaqaurium oder Aardvarck anfangen kann, der wird auch Bnjmn sehr mögen. Auf dem Myspace-Profil kannst du jetzt schon mal rein hören – Blocks ist der A1-Track auf Bnjmn 1 (meine absoluten Favoriten sind A2 und B2) und It’s Not A Joint kam bereits woanders… HAMMER!
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Various – Music from Mathematics Vol. 5 (Mathematics 39)
Okay, mit diesem Review ist jetzt spontan wieder mal Chicago-Woche bei Monday Edition. Nicht nur, dass diese Various Artists – Music from Mathematics Vol. 5 wirklich gelungen ist und eine Empfehlung mehr als rechtfertigt, so ist es auch in Chicago inzwischen sehr ruhig geworden, was neue Produktionen betrifft. Auf die Schnelle fallen mir eigentlich nur 3 Leute ein, die von dort noch aktuelle Platten veröffentlichen: Neben Tevo Howard ist das noch Larry Heard und Jamal Moss – welcher in Chicago auch das Label Mathematics Recordings betreibt und dort neben seinen eigenen Produktionen inzwischen vorrangig Musik von eher unbekannten Künstlern aus Europa veröffentlicht.
Die A-Seite auf Music from Mathematics Vol. 5 trägt den Titel Alaska von AudioAtlas aus Thessaloniki – ein wunderbarer Deep-House Track für ruhigere Momente des Abends mit einer richtig tollen, beschwingt pumpenden Bassline. Die B-Seite ist dann fest in italienischer Hand. So ist Simoncino mit Baila Baiana ein Break gelungen, der fast die Luft anhält und sich auch perfekt als letzter Track des Abends anbietet und B2 – Curvatura Di Tempo von Mayo Soulomon versetzt mich auf Anhieb in Laurie Anderson / Throbbing Gristle Stimmung. Perfekt für so manche Montags-Edition.
Efdemin: Chicago (Dial LP 21)
Im Mai hat Efdemin einen schönen Mix fürs Electronic Beats Radio gemacht, der sicher auch promo für sein neues Album mit dem Titel Chicago auf Dial LP21 war. Der Mix ist toll – dieses Chicago Album macht mich jedoch schon seit längerem ein wenig ratlos. Ich schätze Efdemin ja sehr. Als DJ hat er uns schon so manches Mal unglaublich begeistert, auch seine neuen Tracks sind top produziert – Night Train funktioniert zum Beispiel im Club tadellos – und dennoch fühlt es sich für mich irgendwie so an, als ob Yin und Yang etwas aus dem Gleichgewicht geraten wären.
Update 2012: Yin & Yang? Ich hab das Album immer noch in der Kiste ;)
Tracklist
The Mole – Oh My Stomach
Black Jazz Consortium – I Want That
Move D – Aspiration 2010
Audision – Red Sky (Robag Wruhme Remix)
Md’z Revenge – The Banger
Pantha Du Prince -Stick To My Side
Murr – Sunday Morning
Scope – Frequencies
Keith Worthy – Now That’s House
Norm Talley & Delano Smith – Constellation
Efdemin – Oh My God
Efdemin – Acid Bells (Martyn’s Bitter Sweet Mix)
Robert Hood: Omega LP (M-Plant 8LP)
Letztens war Robert Hood im Berghain. Wir kamen pünktlich zum Set-Beginn gegen 4 die Treppe hochgetrappst und so 3-4 Platten hat’s schon gedauert, bis man sich auf die leicht erhöhte Schrittgeschwindigkeit eingestellt hatte. Aber dann war Robert Hood einfach nur noch eine Klasse für sich. Niemand bringt einen Minimal-Techno Loop so zum Grooven wie Robert Hood. Eine warme, markerschütternde Bassdrum trägt alles und dann steht er da mit einem wunderbaren Lächeln und so wie er da lächelt, so klingt er. Alle Ruhe der Welt in mindestens 132 funky Techno-Beats pro Minute! Ich hab Robert Hood jetzt zwei Mal gesehen. Im November am Sonntag 17 Uhr in der Panorma Bar und in dieser Nacht im Berghain. Laut im Club ist der jedes mal wirklich richtig großartig. Hier ist Techno ganz direkt, einfach magisch – er selbst nennt es Minimal Techno Soul.
Ob nun jeder die neue Omega LP zu Hause haben muss will ich mal dahin stellen. Omega ist ein Album, was einen als Zuhörer auch ein bisschen fordert und sehr wahrscheinlich hat die große Mehrheit der Robert Hood-Anhängerschaft schon einschlägige 90er Techno-Erfahrung. Diesen Sound begreift man im Club: erst skeptisch, überrascht dann doch irgendwie den Einstieg gefunden, dann wird’s tatsächlich immer besser, sogar richtig geil und hinterher fragt man sich, wie der das jetzt mit den 3 Tönen gemacht hat. Einmal, immer wieder und irgendwann kauft man sich eben das Album, um Robert Hoods Science Fiction jederzeit abrufen zu können. Mein Lieblingstrack ist übrigens Alpha. Beim 3xVinyl ist der leider nicht dabei und bereits im März als Single 12″ erschienen.
Robert Hood gehört zu den wirklich ganz großen Techno DJs / Produzenten überhaupt!
Andy Stott: Tell Me Anything (Modern Love 62)
Zugegeben: Modern Love hatte ich schon ganz schön weit zur Seite gelegt, es erschien mir alles etwas zu bleiern, zu ernst. Doch in letzter Zeit kommt wieder neuer Schwung ins Label und diese Feststellung unterstreicht Andy Stott mit Tell Me Anything noch mal äußerst fett. Mit 109 bpm geht dieser Genre-übergreifende Killer Track erstmal ganz entspannt zur Sache. Doch dieser mächtige Sound, den uns hier Andy Stott in den Magen drückt, der belebt Körper und Geist und macht sofort süchtig. Tell Me Anything ist eine sowas von exzellente Medizin gegen Totpunkte aller Art und im Vergleich geht’s mit Love Nothing auf Flip dann sogar noch ein bisschen deeper. Falls nach Online-Vorhörschnipseln noch Zweifel bestehen: Entweder noch mal in voller Länge anhören oder gleich ungehört kaufen!
Guillaume & The Coutu Dumonts: Breaking The Fourth Wall
Guillaume & The Coutu Dumonts hat auf Circus Company ein neues Album mit dem Namen Breaking The Fourth Wall veröffentlicht und das klingt alles ziemlich schräg und funky. Wer mit Les Gans auf Musique Risquee von 2008 noch was anfangen kann (das ist meiner Meinung nach immer noch der beste Track von Guillaume Coutu Dumont), der wird sich bei diesem Album auch ziemlich schnell zu Hause fühlen. Jazz is the Teacher, House ist das Fundament und irgendwie klingt Breaking The Fourth Wall so, als wäre es perfekt für diesen Frühling gemacht. Alle sind bereit für die große Sommersause, aber irgendwie ist das Wetter wie eine vierte Wand, die einen stets zurück in den Wartezustand versetzt. So mäandern Tracks wie Décennie oder die Singleauskopplung Can’t Have Everything zum dezenten Saxophon ewig vor sich hin, ohne wirklich los zu starten. Langweilig ist das trotzdem nicht und Guillaume & The Coutu Dumonts lässt auch keinen Zweifel daran aufkommen, dass die im T-Shirt durchtanzte Openair-Nacht auch jederzeit wieder stattfinden könnte. Denn wenn es plötzlich soweit ist, dann sind Walking The Pattern und Helicoptere ganz sichere Nummern für jeden Floor. Gefällt mir.
Kenny Larkin: Glob Remixes (Planet E)
Dieses Jahr hat schon mal jemand Planet E als Scheißlabel bezeichnet und ich war ganz ehrlich nur deshalb geschockt, weil ich in diesem Moment nur zustimmen konnte. Der erstklassige Ruf von Planet E ist durch die vielen mittelklasse Releases für die ganz großen Tanzflure dieser Erde ruiniert. Nicht das Throw, Desire und Co nicht mehr zählen würden, aber seit einer Weile hat man bei Planet E einfach nichts verpasst. Eine gute Zusammenfassung der vergangen Platten liefert an dieser Stelle noch mal der Claude Van Stroke Glob Remix – gar nicht schlecht aber auch irgendwie beliebig. So und nun bitte wenden!
Auf der Gegenspur probiert’s Kenny Larkin noch einmal am eigenen Track und das ist schon mal mehr als nur ein Anfang. Back to the Roots mit zackigen Buschtrommeln, etwas Jazz in einem funky Dancetrack bevor dann unser Ben Klock den Vogel abschießt. Es ist ja sowieso immer ein wahre Freude zu sehen, wie so mancher Ben Klock Track die unterschiedlichsten Tanzflächenkonstellationen immer und immer wieder ähnlich stark ausrasten lässt. Der Ben Klock Glob Remix gehört ab jetzt mit dazu. Tipp!