Luke Hess: Dubout 3.13 (FXHE Records)

luke hess dubout 313 fxhe recordsWer beim Plattenhören das dritte Release von Luke Hess auf dem Omar-S Label FXHE Records doch erst mal wieder zurück gestellt hat, der soll vielleicht doch noch mal in die Dubout 3.13 reinhören. Beginnen wir mit der B-Seite. Luke Hess ist uns vor allem als Dub-Techno Produzent bekannt und dem wird B1 Leads to Life auch vollkommen gerecht. Keine Ahnung wie es euch geht – bei mir gab es schon mal Zeiten, in denen sich mit einem warmem Dub-Reverb mein Herz schon deutlich einfacher erobern lies. Heute hab ich weitgehend genug davon. Trotzdem mag ich den Track, weil er nicht gar so sehr in Watte gehüllt ist und wenigstens im Beat ein paar Ecken und Kannten besitzt.

Nach dem Floorfiller-Tool Unity Excerpt auf B2 kommen wir nun zur A-Seite. Als beim Vorhören die beschwingte Hookline bei Narrow Road einsetzte, klingelte es bei mir sofort. Da gab’s doch 1996 diesen Surgeon-Gassenhauer auf der Downwards 06, der schon damals in eine ganz ähnliche Kerbe schlug. Trotzdem kann ich hier aus eigener Mix-Erfahrung diesem Track schon mal jedem wärmstens an Herz legen. Variation durch Omar-S Co-Produktion ist ja sowieso immer gut und Narrow Road wird so bestimmt wieder alle mitnehmen. Tipp!

Moomin: Clubberia Podcast CB108

moomin clubberia podcast cb108The Story About You heißt das erste Album von Moomin, dass soeben bei Smallville erschienen ist. Wo ich auch hingucke ist man Moomin und seiner Ex-Frankfurter White-Clique um Oskar Offermann und Tristen wohlgesonnen – völlig zurecht und so auch hier! Es gibt ein schönes White Feature in der aktuellen De:Bug und selbst Der Spiegel lässt sich zu einer (zugegeben ziemlich sinnlosen und dennoch irgendwie positiven) Plattenkritik über The Story About You überreden. Nicht zuletzt schrieb Spacehall: Wat ne Möhre, dit Gelöt nehm ick mir mit…

Fehlte nur noch der Mix als moderner Promo-Sidekick für alle Zauderer und Unentschlossenen. Bitte schön. Für euch und für die Fans sowieso gibt’s seit Montag den Clubberia Podcast CB108.

Tracklist

Moomin – Doobiest / Smallville
Ben Westbeech – Hang Around (Karizma’s Kaytronic Dub Mix) / Brownswood Recordings
Moomin – Sunday Moon / WHITE
Moomin – Love and .. / Laid
Kowton– 117 / Ominira
Moomin & Christopher Rau – Our Dream Of … / Unreleased
STL – Silten State / Smallville
Theo Parrish – Overyohead / Sound Signature
LoSoul – Brother In Love / Playhouse
Omar-S – Oasis #1 / Fxhe Records
Moomin – Raw Like 97 / Smallville

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Christian Löffler / Steffen Kirchhoff: Baltic Sea EP (Ki Records)

Christian Löffler / Steffen Kirchhoff: "Baltic Sea" EP [Ki Records]Zwei Jahre existiert „Ki Records“ nun schon mittlerweile. Vor einigen Monaten (im etwas durchwachsenen Sommer diesen Jahres) erschien auf dem Label, welches in Köln beheimatet ist, mit „Reisegefährte“ (sowohl für den Künstler Biodub, als auch für das Label selbst) das Erstlingswerk in Form eines Albumdebüts. Und das ist schon ziemlich gut gelungen, muss ich an dieser Stelle einfach mal anmerken.

Mittlerweile haben wir schon wieder fast Winter und es bricht somit eine Zeit an, in der für einige Menschen unter uns die Melancholie und die all zu oft beschriebene >>Deepness in der Musik<< wieder etwas mehr Wertigkeit bekommt, als sie es sonst ohnehin schon tut.

Durchaus passend, dass mit der neuen Katalognummer (Ki-006) gerade vor kurzem die zweite Ausgabe der sogenannten „Split Series“ EP erschien, für die sich die zwei Künstler Christian Löffler und Steffen Kirchhoff verantwortlich zeichnen.

Die Zwei sind ganz in der Nähe der Ostsee aufgewachsen und leben dort nach wie vor.
Der eine ist – von der musikalischen Seite einmal abgesehen – künstlerisch ausserdem noch als Maler, der andere als Photograph aktiv. Beide verbindet (seit nunmehr fast einer Dekade) eine enge Freundschaft miteinander.

Nachdem der erste Part der dreiteiligen „Split Series“ EP aus der Zusammenarbeit von Arp Aubert mit Me Succeeds heraus in Hamburg entstanden ist und bereits im Dezember 2010 herauskam, liegt hier mit der Baltic Sea EP ein würdiger Nachfolger vor.

Was bereits im Vorfeld schon sehr positiv aufgefallen ist: Ein wahrhaft tolles Front- und auch Back-Cover (ver)ziert die Platte und macht sie somit allein schon visuell bewundernswert. Doch nun zur Musik: Sowohl Christian als auch Steffen steuern auf ihrer Seite der EP jeweils zwei wunderbare Tracks mit Tiefgang und einer tollen Soundästhetik bei.

Die sogenannte „C“-Seite von Christian mit den beiden Stücken „The War“ und „William“ sind vom Tempo her insgesamt ein wenig zurückgenommener bzw. etwas verhaltener als das der Tracks auf der „S“-Seite. Hier gibt es eine sowohl sehr druckvolle als auch angenehm warme Bassdynamik, dort türmen sich beeindruckende sphärische Soundwände auf, obendrein gibt es teils recht mysteriös anmutende Vocals und eine geheimnisvolle Geräuschkulisse – was das Ganze äusserst spannend macht. Da lass‘ ich mich doch nicht zweimal bitten, sondern davon (unbedingt!) gleich mal mit auf die Reise nehmen. Absolut grossartig, gerne mehr davon!

Steffens: „The Beast In Me“ und „Silk Skies“ auf der „S“ sind ebenso beide geprägt von einer tollen Sphärik, die sich insgesamt komplett durch die Tracks hindurch zieht, die sich nahe an der Grenze zur Songstruktur bewegen. Passend zur bereits weiter oben im Text beschriebenen Melancholie in der Musik gibt es hier jede Menge melodischer und klingelnder Parts, was jetzt vielleicht nicht immer jedermanns Sache ist und doch passt das hier erneut einfach alles wieder sehr gut zusammen. Für den Tanzflur sind beide Titel in jedem Fall sehr gut geeignet. Auffällig ist hier definitiv eine gewisse Affinität zu der einen (oder anderen) Produktion aus dem Hause Dial Records, was das Ganze allerdings in keinster Weise schmälert, sondern es meiner Meinung nach eher noch aufwertet.

Die bisherigen Produktionen der beiden Jungs von der Waterkant gefielen mir bislang (ausnahmslos!) alle sehr gut und ich bin jedes Mal immer wieder erfreut, wenn ich erfahre, dass etwas Neues von ihnen erscheint. Vor nicht allzu langer Zeit hatte ich (seit längerem mal wieder) glücklicherweise (einmal mehr) die Möglichkeit, Christian Löffler bei der Präsentation seines aktuellen Live Sets erleben zu dürfen. Im Moment arbeitet Christian übrigens in den letzten Zügen an seinem Debutalbum, welches dann bei „ki Records“ im kommenden Frühjahr erscheinen wird und im Januar 2012 soll es dazu noch eine Vorab-Single von ihm geben.

Zusätzlich bin ich schon sehr auf den dritten und abschliessenden Teil der „Split Series“ EP gespannt; in diesem soll dann eine Soundästhetik aus Tokyo vermittelt werden – also aus Japan und damit sozusagen aus dem Land, welches namensgebend für „ki Records“ ist. Bis dahin erfreue ich mich solange an der Baltic Sea EP.

>>your ghost is not the same<< ….

TIP!

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Levon Vincent: Impression Of A Rainstorm (Novel Sound 06)

levon vincent impression of a rainstorm novel sound 06Letzten Sonnabend hab mich wieder ziemlich geärgert, dass das Kontingent der neuen Levon VincentImpression Of A Rainstorm auf Novel Sound 06 bei Hardwax mal wieder schneller ausverkauft war, als das menschliche Auge gucken kann. Dabei war ich mir schon damals sicher, dass mir diese Platte so manchen dunklen November Tag deutlich erhellen würde. Doch es gilt wie immer: nicht aufgeben und dran bleiben und so habe ich sie heute geschossen!

Die Hysterie, die momentan über die Plattenläden bezüglich der Novel Sound 06 herein bricht, ist im übrigen völlig berechtigt. Bei Impression Of A Rainstorm klöppeln die Percussions mit klassischen Ravesignal, welches sich erst dezent im Hintergrund ankündigt und dann im Verlauf mit immer deutlicher wird. Ein Track, der Assoziationen mit so manchem US-Evergreen nicht scheuen muss. Und die Tracks auf der Flip sind nicht weniger alles Meisterwerke. Die Handschrift von Levon Vincent kann man deutlich raushören und was sind das alles für großartige Produktionen. ALL KILLER!

DJ Yoav B: Spacetrips (Syncrophone 08)

dj yoav b spacetrips syncrophone 008Meine neueste aktuelle Lieblingsplatte ist DJ Yoav B – Spacetrips, die vor kurzem auf Syncrophone 08 in Paris erschienen ist. Oberflächlich betrachtet, könnte der Titel Spacetrips auch Soundtrack einer Filmproduktion sein, welche irgendwas aus den 70er oder frühen 80er Jahren zum Thema hat. Doch wer Yoav B schon kennt der ahnt bereits, dass es hier bei entspannten 115 bpm hinter dem jazzy Klimpern noch ziemlich abgefahren in die Tiefe geht. Während sich bei A2 Temptation die Synths ganz wunderbar um eine funky Killer-Bassline modulieren wird’s dann auf der Flip mit dem Track Peace in ähnlich gemäßigtem Tempo raw und dirty. Wirklich tolle slow-mo Spacetrips!

Drexciya: Re-Releases auf Clone Classic Cuts

drexciya clone classic cutsIn der letzten Woche hat Clone Records via Facebook mitgeteilt, dass sie gerade an Drexciya Re-Releases arbeiten. Wenn mit den Master-Tapes alles klappt, wird die erste Platte noch in diesem Jahr auf dem Clone Sublabel Clone Classic Cuts erscheinen. Das ist doch mal eine schöne Meldung. Die Produktionen von Gerald Donald und James Stinson gehören zu den coolsten, die Detroit-Techno so hervor gebracht hat und außerdem sind die Vinyl-Preise trotz diverser Nachpressungen doch immer noch ziemlich hoch. Für die The Journey Home Single auf Warp von 1995 legt man bei Discogs im Durchschnitt 40€ hin – ich finde, hier kann völlig zu Recht mal nachgelegt werden. Die Musik sollte einfach viel öfter gehört werden.

Es ist ja nun auch nicht so, dass sich Drexciya vom ersten Takt an eingängig jedem Gehör erschließt. Am Anfang ist es hier und da mal ein Track, der vielleicht ganz okay ist. Aber meistens fragt man sich wahrscheinlich schon, was jetzt diese Detroit-Nerds und Blogger so antreibt. Mich hat einst Water Walker auf Tauchstation geschickt – damals im Tresor. Wahrscheinlich ist es meistens einer dieser ganz besonderen Drexciya Tracks, die zu einem bestimmten Zeitpunkt in einem DJ-Set alles in eine neue Dimension verschieben.

Bis die Tracks auf Clone Classic Cuts erscheinen bleibt erstmal noch genug Zeit für Vorfreude. Dafür und für jene, die mit Drexciya noch nichts anfangen können, habe ich hier ein kleines Youtube-Feature zusammen gestellt. Das ist ca. eine Stunde lang und beginnt mit 7 Drexciya Tracks und am Ende kommt noch mal das Drexciya-Interview, das wir hier letztes Jahr schon hatten… Wer dann noch mehr wissen möchte, dem empfehle ich das Drexciya Research Lab.

Floorplan: Sanctified EP (M-Plant)

floorplan sanctified ep m-plantRobert Hood hat unter seinem Alias Floorplan soeben die Sanctified EP auf M-Plant veröffentlicht. Der Piano-Diskotrack auf der A-Seite ist ja nicht so meins. Aber mir ging es ja gleich nur um die B-Seite und mit B1 – Baby Baby hat Robert Hood letztens aufm Dancefloor die sowieso guten Erwartungen echt noch übertroffen. Das ist sowas von einem Club-Burner, dass er heute fast schon ein Klassiker ist. B2 ist auch cool. Tipp!