Und da ist er wieder: Norm Talley, der alte Haudegen, welcher einen neuen, amtlichen Detroit-House-Schieber mit dem Namen Cosmic Waves ganz frisch auf dem Sushitech Sublabel Pariter 009 veröffentlicht hat. Für mich klingt der Track ein bisschen danach, als hätte sich Norm Talley etwas am andauernden Erfolg von The Journey orientiert. Und das er diese extrem hohe Messlatte nun nicht jedes Mal knackt, das ist ja nur natürlich. Trotzdem ist Cosmic Waves ein wirklich gutes Tool, welches mit seinem ordentlichen, klackernden Drive jeden Dancefloor Feuer unterm Hintern macht. Und dann hätten wir ja noch die Flip mit je einem Remix von Delano Smith und Kosta Athanassiadis alias XDB. Delano Smith fügt dem Original noch sphärische Synths hinzu, um dann im letzten Drittel mit Mute und Bass noch mal tooltechnisch steil aus der Kurve zu kommen. …und am Ende ist es der Cosmic Waves Remix auf B2 von XDB, welchem hier deep & völlig entspannt vielleicht der eigentliche Evergreen dieser Platte gelungen ist.
Tag Archives: Vinyl
Doku: To Have & To Hold
Es kommt eine neue Schallplatte äh Doku über die Schallplatte, auch Vinyl genannt, mit dem Titel To Have & To Hold. Sie gibt es in verschiedenen Formaten – in 7″ mit großem und kleinem Loch, 10″, 12″ und in Schwarz, Bunt mit Bild. Mit und ohne Cover, mit Stempel, in Plastik gefütterter Innenhülle oder auch ganz ohne. 33 und 45 Umdrehungen pro Minute. Ich bin mir sicher, davon hat schon manch einer gehört. Dieses schon seit mindestens 20 Jahren tot gesagte Medium, welches zerkratzt, springt und nicht in mp3-Shops zu haben ist. Vinyl, das immer in Stapeln auftaucht und von welchem man schon mal ein paar Tausend bunkern kann. To Have & To Hold wird bestimmt ein ganz toller Film, denn es gibt nichts schöneres als Musik von Vinyl zu hören!
Patrice Scott: Distance Against Time (Sistrum 011)
Patrice Scott hat eine neue 12″ auf Sistrum veröffentlicht mit dem wunderbaren Titeltrack Distance Against Time. Ich fand ja Patrice Scott auf seinen vorangegangenen Releases nicht mehr ganz so überzeugend wie zu Beginn. Mit Distance Against Time hat er mich jedenfalls wieder gekriegt und ich habe sogar eine leise Hoffnung, dass dieser Track ähnlich zeitlos sein könnte wie bspw. Atomspheric Emotions von der ersten Sistrum – warm, deep, spaced out Detroit Deep House. Toll!
| WaEmotions (12″) | 2006 | ▼ | |
| SIS 002 | Patrice Scott | Beyond Deep |
J. Blonde & O. Deutschmann: Milanese Remixes (Falkplatz Limitiert 01)
Guten Morgen Track des Tages ist heute der Quarion Remix für Milanese, ursprünglich von James Blonde & Oliver Deutschmann und ganz frisch auf Falkplatz Limitiert 01 veröffentlicht. Kommt es mir nur so vor, oder scheint sich inzwischen wieder alles ein bisschen in Richtung Techno zu verschieben? Hier war jedenfalls gleich mal gute Laune angesagt, zum Frühstücks-Kaffee als einziger im Plattenladen mit Sonnenschein und blauen Himmel vor der Tür. Mit Reverb wurde an dieser Stelle nicht gespart und so gibts einen super atmosphärischen Dancefloorschieber auf ner funky Bassline und die Version von Nick Chacona auf der Flip ist auch schön.
Sigha: Rawww (Hotflush HFT010) & Podcast
Wo ich gerade mal wieder bei Dub und Techno bin: Eine Platte, die mir in dieser Kategorie schon ne Weile wirklich am Herzen liegt ist die letzte Sigha – Rawww auf Hotflush HFT010. Ich mag ja Scuba und sein Label Hotflush mit diesem, wie ich finde, sehr zukunftsorientierten und zugleich aktuellen Sound. Und wenn ich wirklich Fan von Tracks mit Dubstep-Bezug bin, dann haben die meistens einen sehr kurzen Link zu Techno. Düsteren Techno, der manchmal klingt wie ein schweres Raumschiff im Asteroidengürtel oder wie automatisierte Schwerindustrie in einer von Menschen verlassenen Industriehalle.
Beim Titeltrack Rawww kommt Sigha jedoch völlig ohne Step aus und hat uns hier einen erstklassigen Dubtechno Schieber zusammen geschraubt, der mal locker den Job als Floorfiller übernimmt. Die Tracks der B-Seite sind da schon experimenteller und überzeugen vor allem durch ihr echt starkes Sounddesign. Dazu passt übrigens auch der DJ-Mix Hotflush Podcast 02, welchen Sigha bereits im vergangenen August gemixt hat und den Du dir schon mal für die nächste Nachtfahrt auf den mp3-Player ziehen kannst.
- Sigha – Rawww (hören & kaufen)
- Sigha – Hotflush Podcast 02
- Sigha
- Hotflush
Enypnion ENV2: Various Artists / Furthr – Entra
Enypnion ist eigentlich ein reines Digital-Label aus Polen. Im Jahr 2008 gab’s jedoch schon mal ein Release auf 12″ Vinyl und im Februar kam nun ein Zweites hinzu. Ich mache es kurz: Diese Various Artists EP auf Enypnion mit der Katalognummer ENV2 hat’s auf Anhieb in meine Lieblingsplattenauswahl geschafft. Ich höre sie mehrmals täglich, seitdem sie in der vergangenen Woche mit der Post gekommen ist und ich bin sehr optimistisch, dass sie sich auch nicht wirklich abnutzt. Ob Furthr, Irratio, Pegaz oder Session View – alle Tracks gefallen mir wirklich gut. Die A-Seite ist zuckersüßer Dub-Techno getreu dem Enypnion-Motto dream during dreaming. Die zwei Tracks der B-Seite sind eher Detroit-House oder so. Nur die Auslaufrille könnte ein bisschen tiefer sein, damit die Nadel nicht jedes Mal übers Papier schlittert und die geplant und gepressten zweihundert Stück finde ich auch viel zu knapp für diese eine schöne Platte!
Skudge: Depth Buffering EP (Alpha House) / Convolution (Skudge 001)
Wieder ein neuer Name im Techno Kosmos, der mich begeistern kann: Skudge. Die erste Platte ist bereits im Oktober 2009 auf dem Butane Label Alpha House erschienen und hört auf den Namen Depth Buffering EP. 2 Techno-Tracks im zeitlos minimalen Gewand, die nicht viel mehr Brauchen als einen schönen Bass, ein funky Programming und fertig ist das Tool für ausschweifende Spannungsbögen. Das jüngst erschienene, erste Release auf dem eigenen Label Skudge 001 geht mit den Tracks Convolution und Contamination diesen Weg konsequent weiter. Wer was mit Mosaic, Adam Beyer und diversen B2 Techno-Klassikern aus dem Detroit/Windsor Umfeld anfangen kann, der darf bei Skudge ruhig mal genauer hinhören.