Als im Jahr 2001 das The Other People Place Album Lifestyles Of The Laptop Café auf Warp veröffentlicht wurde war nicht klar, wer sich dahinter verbirgt und wer diese großartigen Tracks produziert hat. Jedoch gab’s schon die Ahnung, dass The Other People Place von dem selben Produzenten kommen könnte wie Drexciya – jenes sagenumwogene Electro-Unterwasser-Project auf Underground Resistance, Submerge & Co.
James Marcel Stinson produzierte völlig anonym und nur darauf bedacht, die Musik in den Mittelpunkt zu stellen. Keine Live-Gigs, keine Interviews, keine persönlichen Angaben auf den Platten. Erst mit seinem plötzlichen Tod mit 32 Jahren am 03. September 2002 wurde bekannt, dass James Marcel Stinson der Produzent hinter The Other People Place, Drexciya (gemeinsam mit Gerald Donald), Lab Rat XL, Shifted Phases und Transllusion war – einer der Helden elektronischer Musik überhaupt.
Seitdem ich letzte Woche Let Me Be Me im Donnacha Costello Mix gehört habe, hängt The Other People Place wieder in meinem Ohr fest. Beim ersten Hören ist dieses Album vielleicht nicht unbedingt so zwingend, aber falls hier jemand auf Electro steht und wem The Other People Place noch nichts sagen sollte, für den ist Lifestyles Of The Laptop Café auch neun Jahre nach der Veröffentlichung immer noch ein ganz heißer Tipp.
Montag, die Sonne lacht! David Moufang aka Move D hat vor zwei Wochen in Rom aufgelegt, sein Set aufgenommen und teilt es mit uns auf seinem Soundcloud-Profil. Am Sonnabend hat es uns schon mal großartig in die lange Nacht entlassen und an einem solchen wunderbaren Frühlingstag passt mir dieser Move D Mix auch super ins Programm. Tipp!
Wow, da drüben bei Keep it Deep gibt’s einen neuen Guest Mix und der kommt von Leonid. Ich weiß nicht wie das kommt, dass der mir schon immer so bekannt vorkommt – und das obwohl Leonid erst je eine Platte bei Statik und Sistrum veröffentlicht hat. Ich hätte Leonid auch immer eher im Osten als in Dublin vermutet – egal. Der Mix ist sehr schön geworden und wer noch mehr erfahren will, der surft mal bei keep it deep vorbei..
Paul Rose in full effect! Im aktuellen Resident Advisor Podcast hat er nun einen Mix veröffentlicht, in welchem er seine Pseudonyme Scuba und SCB vereint. Und das klingt wieder mal wirklich spannend und wie Hardwax sagen würde: on the forefront of techy IDM rooted UK garage & dubstep. Btw: Scuba veröffentlicht am nächsten Montag sein neues Album mit dem Titel
Patrice Scott hat eine neue 12″ auf Sistrum veröffentlicht mit dem wunderbaren Titeltrack Distance Against Time. Ich fand ja Patrice Scott auf seinen vorangegangenen Releases nicht mehr ganz so überzeugend wie zu Beginn. Mit Distance Against Time hat er mich jedenfalls wieder gekriegt und ich habe sogar eine leise Hoffnung, dass dieser Track ähnlich zeitlos sein könnte wie bspw. Atomspheric Emotions von der ersten Sistrum – warm, deep, spaced out Detroit Deep House. Toll!
Little White Earbuds hat einen neuen Podcast mit Donnacha Costello draußen und der irische Italiener überzeugt mich mal wieder. Toller DJ Mix seiner Einflüsse zwischen House und Techno, Detroit und Chicago… Update: Hier kommt die Tracklist vom Donnacha Costello Mix.
Guten Morgen Track des Tages ist heute der Quarion Remix für Milanese, ursprünglich von James Blonde & Oliver Deutschmann und ganz frisch auf Falkplatz Limitiert 01 veröffentlicht. Kommt es mir nur so vor, oder scheint sich inzwischen wieder alles ein bisschen in Richtung Techno zu verschieben? Hier war jedenfalls gleich mal gute Laune angesagt, zum Frühstücks-Kaffee als einziger im Plattenladen mit Sonnenschein und blauen Himmel vor der Tür. Mit Reverb wurde an dieser Stelle nicht gespart und so gibts einen super atmosphärischen Dancefloorschieber auf ner funky Bassline und die Version von Nick Chacona auf der Flip ist auch schön.
Wo ich gerade mal wieder bei Dub und Techno bin: Eine Platte, die mir in dieser Kategorie schon ne Weile wirklich am Herzen liegt ist die letzte Sigha – Rawww auf Hotflush HFT010. Ich mag ja Scuba und sein Label Hotflush mit diesem, wie ich finde, sehr zukunftsorientierten und zugleich aktuellen Sound. Und wenn ich wirklich Fan von Tracks mit Dubstep-Bezug bin, dann haben die meistens einen sehr kurzen Link zu Techno. Düsteren Techno, der manchmal klingt wie ein schweres Raumschiff im Asteroidengürtel oder wie automatisierte Schwerindustrie in einer von Menschen verlassenen Industriehalle.
Enypnion ist eigentlich ein reines Digital-Label aus Polen. Im Jahr 2008 gab’s jedoch schon mal ein Release auf 12″ Vinyl und im Februar kam nun ein Zweites hinzu. Ich mache es kurz: Diese Various Artists EP auf Enypnion mit der Katalognummer ENV2 hat’s auf Anhieb in meine Lieblingsplattenauswahl geschafft. Ich höre sie mehrmals täglich, seitdem sie in der vergangenen Woche mit der Post gekommen ist und ich bin sehr optimistisch, dass sie sich auch nicht wirklich abnutzt. Ob Furthr, Irratio, Pegaz oder Session View – alle Tracks gefallen mir wirklich gut. Die A-Seite ist zuckersüßer Dub-Techno getreu dem Enypnion-Motto dream during dreaming. Die zwei Tracks der B-Seite sind eher Detroit-House oder so. Nur die Auslaufrille könnte ein bisschen tiefer sein, damit die Nadel nicht jedes Mal übers Papier schlittert und die geplant und gepressten zweihundert Stück finde ich auch viel zu knapp für diese eine schöne Platte!