Alan Abrahams verbindet in seinen Produktionen als Bodycode und Portable die musikalischen Wurzeln aus seiner Heimat Südafrika mit dem Vibe von Chicago House. Das kann man ungefähr so in der Einleitung des Interviews zum aktuellen Podcast 22 bei Little White Earbuds lesen. Selbsterfahrung durch Rhythmus – da haben wir’s wieder, was in westlichen Sphären immer noch gern als esotherisch verspinnertes Gelaber abgetan wird. Zu sehr verkleistert das Rauschen der Partnerbörsen die Sinne, als dass die eigentliche Energie der Rhythmen überhaupt bewusst wahrgenommen werden kann. Bodycode und Portable wollen aber nicht nur Flirtbeschallung sein – sie wollen weiter gehen, so dass seine Produktionen manchmal ein Weilchen brauchen, bis sie in der Tiefe endlich ihre wahre Größe entfalten. Mir ist es mit Release auf Perlon letztes Jahr selbst so gegangen. Erst nach Hennings Achtungs-Aufruf nach der Selbsterfahrung auf dem Dancefloor hab ich sie schließlich entdeckt, als eine der besten Platten für 2008 überhaupt! Mit diesem Podcast wird es vielleicht ähnlich sein, obwohl das hier erst mal zerhackt wirkende Release sicher schon ein paar Ohren geöffnet hat. Check it twice ;)
Tracklist
01. Oleg Poliakov, “Rainy Dayz” (Portable remix) [Circus Company]
02. Bodycode, “Meaning and Memory” [Spectral Sound]
03. Portable ft. Lerato, “Body to Body” (live remix) [Yore Records]
04. Portable, “Release” [Perlon]
05. Bodycode, “Subspace Radio” [Spectral Sound]
06. Portable, “The Many” [Perlon]
07. Bodycode, “I’ll Hold Your Hand” [Spectral Sound]
08. Bodycode, “Nanotechnolody” (live remix) [Spectral Sound]
09. Bodycode ft. Lerato, “What Did You Say” [Spectral Sound]
Rekids geht in die Stranddisco. Zwischen den grimmigen Ravekloppern von Radio Slave bis Luke Solomon war Toby Tobias immer schon der lockere Clubhänger mit dem obligatorischen Longdrink. Die Remixe zu seinem Album Space Shuffle vom letzten Jahr greifen sich nun auch genau die sonnigsten Momente heraus und bräunen diese noch mal kräftig nach. So ist Dave Ellesmeres Version von Schoon ein relaxter Deep-House Track mit wunderbar trockenen Beats. Der James Teej Mix von In Your Eyes bietet die große Balearen-Sause inklusive einer Horde Engländer „under the influence“, und Neo-Retro-Disco Darling Tensnake entführt mit seinem Mix des Stückes nach Rimini, ca. 1987.
Diese Platte verfolgt mich. Beziehungsweise sie verfolgte mich, denn als sich gestern kurz nach 1 Uhr alle zu diesem rollenden Piano in den Armen lagen, da kriegte mich der Fettwanzenblues dann doch noch – aber wie. Ich konnte nicht anders und musste heute zuschlagen, und jetzt möchte eigentlich die nächsten drei Tage erstmal nichts anderes mehr hören. Die Rede ist vom zweiten Giegling-Release, ein (noch?) kleines Labelprojekt aus Weimar, welches schon mit seiner ersten Veröffentlichung von Kettenkarussell
Das von Ada kuratierte Areal-Sublabel IRR gehört mit seinen grob gerasterten visuellen Erscheinungsbild zu den interessantesten jüngeren Debütanten. Bislang konnte noch jede Veröffentlichung auf IRR, von John Daly, Ada zu DJ Koze, durch eine spezifische eigene Note überzeugen, durch Tracks die sich außerhalb der üblichen Trademarksounds der Protagonisten bewegten. Die aktuelle Laufnummer 004 bespielt nun René Breitbarth. Auch er mit zwei Stücken, die seinen gewohnten Klangraum, wenn nicht verlassen so doch mindestens deutlich erweitern.
Eine Platte, die mir schon vor 2 Wochen in der Einkaufstüte nicht fehlen durfte, möchte ich Euch auf keinen Fall vorenthalten: Hauntologists EP 2. Ich hab mich ja schon über die erste Ausgabe sehr gefreut. Damals wie heute finden sich auf dem grafisch sowie akustisch übersichtlich gehaltenen Release vier Rhythm Tracks, die dafür umso tiefer unter die Haut gehen. Ein Hauch von Jacktrax umweht die Groovebox, die Acid-Bassline pumpt ihren warmen liebevollen Groove und die dezenten Synths versetzen alles in einen mystisch verzauberten Zustand. Es ist wie ein perfekter minimaler Chicagotrip in einer Stimmung, wie man sie manchmal auch bei Baby Ford finden könnte. Hauntologists sind klassisch und zugleich so rund, dass es für 2009 gerade richtig ist. Recorded in Berlin und Düsseldorf – wie ich inzwischen bei Discogs gelernt habe von Jay Ahern & Stephan Schneider. Echt klasse!
Auf meinen Wegen durchs Netz bin ich bei infinitestatemachine über Gmos – Deep In The Mix gestolpert. Nachdem das mp3 erst einmal Gelgenheit hatte, in meinem Download-Ordner noch ein bisschen zu reifen, habe ich mir das gestern endlich mal angehört und Gmos hat mich wirklich überzeugt. Absolute Killer Tunes…
Wow, die allerliebst durchgeknallten Franzosen von Karat können auch anders. Die Tracks der neuen gemeinsamen EP von Ark und Dolibox sind anders als alles was sie bisher so gemacht haben und sie unterscheiden sich auch von den vom Cover (Arkzilla und das Dolibox-Alien auf Zerstörungstour durch Paris) geweckten Erwartungen: Be My Baby ist deep, warm, entspannt und saumäßig lässig. Der von Ark gewohnte Samplewahnsinn mit verzerrtem durchs-Telefon-Gelaber ist nicht verschwunden, aber etwas in den Hintergrund getreten, zugunsten einer freundlich fließenden, geschlossenen Trackarchitektur. Gerade im Titelstück funktioniert diese Kombination aus flächige deeper Funkyness und Sample-Schnitzeln aus alten Soul-Platten vorzüglich. Auf den beiden Tracks der B-Seite wuchert das Sample-Gestrüpp dann etwas heftiger und experimenteller. Insgesamt kann das, wie ich finde, mit den letzten Veröffentlichungen von Moody (ohne mann) und Theo Parrish locker mithalten.
Manuel Tur hat den aktuellen Resident Advisor Podcast RA.159 gemixt. Zusammen mit Langenberg und Dplay bildet er nach Jan Peter Wulz in der aktuellen De:Bug die neue Essener House-Schule. Na gut. Es geht jedenfalls um House Music und die hat Manuel Tur -Essen hin oder her- sehr schön ausgesucht. Seht und hört selbst.
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