Scott Ferguson: ISM Guest Mix 7 – Unreleased Ferrispark Tracks

scott ferguson ferrispark recordingsUnd schon wieder mein aktueller Lieblingsblog: Scott Ferguson hat einen neuen Guest Mix für inifinitestatemachine gemacht mit eigenen, meist unveröffentlichten Tracks. Hier geht’s 60 Minuten in einem wirklich entspannten DJ Mix um die 110 bpm voran und Scott Ferguson trifft so irgendwie den Nerv der Zeit. Mir war bereits am Sonnabend Vormittag der Fusion erfreulich aufgefallen, dass House Music in dieser Geschwindigkeit mehr und mehr gefeatured wird. Was sich in den letzten Jahren zum Beispiel schon bei The Mole und Workshop angekündigt hat, hat dort erstaunlich gut funktioniert und Scott Ferguson schlägt mit seinen neuen Tracks für sein Label Ferrispark Recordings in eben diese Kerbe. Das passt!

Tracklist

01. One Love (Unreleased)
02. Train From Castellemonte (Unreleased)
03. Theme Music Part 1.
04. Don’tchu (Unreleased)
05. I Do It…
06. Strollin’ (Unreleased)
07. 2nite (Unreleased)
08. Joe W (Unreleased)
09. I’ll Tell Anybody (Unreleased)

San Soda: Evaluation Of The Evidence (WPH Recordings)

San SodaDeinze, das ist diese nichtmal 30.00 Einwohner zählende Stadt in Belgien, in der auch gerne mal Leute wie Charles Webster oder Scott Ferguson in Bars spielen, die kaum mehr als 100 Leute fassen, und genau daher stammt Red D. Laut eigener Aussage war die Musik von San Soda für ihn der entscheidende Anlass, nach über 15 Jahren DJ-Dasein endlich sein eigenes Label zu starten. Schon nach dem ersten Release zeigte sich, dass das eine mehr als gute Idee war, und so landete auch heute wieder die neuste Veröffentlichung von Nicolas Geysens alias San Soda in meiner Einkaufstüte. Seit 2008 veröffentlichen WPH (We Play House) Recordings jetzt schon tolle Platten und bekunden somit ihre Liebe zum Vinyl, zu tollen Slogans („Some of us claim to think about music – but we are still dancing to it“) und natürlich nicht zuletzt zu überaus toller Musik.

Die meisten Tracks auf WPH Recordings kamen bisher vom bereits erwähntem Nicolas Geysens, welcher spätestens seit der aktuellen Sven Weisemann Mix-CD selbst dem letzten Fan von Housemusik ein Begriff sein sollte. „Evaluation of the evidence„, nach meiner Rechnung WPH Release Nummer 5, kommt im schrulligen „Purple“-Vinyl daher und diesmal leider auch ohne neues Motto aus. Dafür bekommt man 3 wunderbar entspannte Tracks die mal wieder zeigen wie breit gefächert San Soda seine teils deepen, teils leicht melancholischen und wiederum teils gnadenlos auf den Dancefloor ziehenden Tracks entfalten kann. Das klingt nicht so, als wenn hier jemand seinen Stil nicht finden kann, sondern genau das erst gar nicht will.

Besonders hervorheben möchte ich den Titeltrack sowie „20061019“ auf der B-Seite, ein Stück, welches scheinbar noch älter ist als „2007050“ von San Sodas Debüt. „Evaluation Of The Evidence (Live)“ beginnt mit einer leicht tristen Melodie und dumpfem Subbass, öffnet sich während seiner langen Spielzeit (sorry, Stoppuhr gerade nicht zur Hand) allerdings immer mehr und flutet jeden Club und jedes Open-Air mit den wärmsten Flächen und Pianoklängen der Saison, wirklich traumhaft. „20061019“ geht die Sache ein bisschen flotter an und dürfte neben glücklichen Gesichtern auch jede Menge tanzende Beine hervorbringen. Manche werden sagen, dass sie sowas schon hundert mal gehört haben – but we still love house.

Deep Frequency @ Inifinitestatemachine

simon deep frequency infinitestatemachine mixDer Infinitestatemachine Blog ist doch immer wieder einen Klick wert. Letztens habe ich ja schon auf den tollen Gmos Mix dort hingewiesen. In der vergangenen Woche gab’s dann ein super Interview mit Simon und Guillaume, die neben ihrem Lucky Cloud Soundsystem auch das Internetradio Deep Frequency betreiben. Endlich ein Internetradio, dass die Lücke von Garniers PPB nicht nur ausfüllt sondern noch einen drauf setzt. Die Tracks, die hier gemixt durchs Internetradio schimmern, machen dem Namen Deepfrequency alle Ehre und schnell wird klar, dass hier zwei echte Profis am Werk sind. Es sind zwei alte Party-Haudegen aus London, die schließlich über Ibiza auf David Mancusos legnedärer Loft Party landeten und seitdem diesen Vibe weitertragen. Bei Simon und Guillaume stehen Funk, Soul, Disco Klassiker locker neben deepen Techno Tracks und Deep House – ein perfekter Mix, falls der nächste Montag mal wieder bloody sein sollte. Lest selbst wie das kam mit Mancuso und Lucky Cloud, hört den Mix und checkt das Radio – lohnt sich.

PS: Deepfrequency sendet fast jeden Abend ab 21 Uhr live und sonst gibt es ein tolles Archiv mit vergangenen Sendungen.

Doku: Detroit Wildlife

Ich hab bei dieser Doku Detroit Wildlife, in der es eigentlich gar nicht um Musik geht, eben noch ein bisschen mehr über Techno verstanden und warum es in den Neunzigern einfach nur natürlich war, dass mir in meiner Heimatstadt Halle (Saale) Techno – vor allem Techno aus Detroit – so viel bedeutet hat. So ähnlich wie einige dieser Bilder sind, so war und ist wohl unser Lebensgefühl ähnlicher, als ich das bisher selbst dachte. Heute Abend werde ich noch ein paar Stunden über Transition nachdenken und gleich die Groovebox starten…

(via The Black Dog)

Red Bull Music Academy Berlin 2009

red bull music academy logo berlinWir feiern in dieser Woche 20 Jahre Loveparade! Und auch wenn der Umzug offiziell nicht in Berlin weilt, brodelt es irgendwie. Mein Terminkalender füllt sich immer mehr und mehr und das meiste hat auch irgendwo mit Techno zu tun. Soll das wirklich alles Zufall sein?

Die Red Bull Music Academy ist zum Beispiel auch in Berlin. Am Mittwoch steigt die Eröffnungsparty im Watergate mit Efdemin, Dixon und den Wighnomy Brothers oben und mit Theo Parrish und Quarion im Waterfloor. Donnerstag, Freitag und Sonnabend gibt’s dann das Bass Berlin Festival in der Maria. Wie der Name schon sagt, dreht sich hier alles um den Bass und wegen der Fülle an Headlinern möchte ich mich hier mit dem Verweis auf die Maria Homepage begnügen. Außerdem gibt’s nämlich noch öffentliche Red Bull Music Academy Workshops im WMF, die dazu auch noch kostenlos sind. Am Freitag geht’s mit dem Hip Hop Producer Hank Shocklee und Appleblim um ihre Erfahrungen in der Musik Industrie und am Sonnabend sitzen Mouse on Mars auf der Couch (more lectures tbc, wie es bei RBMA zu lesen ist). Last but not least gibt sich am Sonnabend Maurice Fulton zur Closing Party im WMF die Ehre. Alle Details findest du in den Links:

Sven Weisemann: Groove 119 – MixCD N° 28

sven weisemann groove 119 mix cd 28Die Groove begleitet mich schon ewig, sie war immer ein treuer Begleiter was Techno und House betrifft. Doch in der letzten Zeit habe ich mich schon gefragt, was mir dieses Magazin alle 2 Monate noch bietet? Ausgabe 138 ist nun endlich mal wieder richtig gelungen – neben schönen Artikeln trumpft die Groove in diesem Monat vor allem mit ihrer CD. Sven Weisemann hat einen Mix gemacht und der ist sowas von Auto-Repeat tauglich, wie man es sich für einen DJ Mix nur wünschen kann. So bilden seine Tracks einen entspannten Soundteppich, der sich nie in den Vordergrund drückt, wenn man ihn nicht ernsthaft mit dem Volume-Regler darum bittet. Die Auswahl ist dennoch abwechslungsreich, so dass selbst die 10. Wiederholung kein Bisschen langweilt. Sven Weisemann hat die berühmte goldene Mitte voll ins Schwarze getroffen. Vor Jahren hatten wir mal nur eine CD mit im Urlaub – es war damals eine Live-Aufnahme von Ricardo Villalobos, die auf CD gebrannt durchweg im Auto lief und die sich einfach nicht abnutzte. Sven Weisemanns Mix CD wünsche ich ein eben solches Schicksal. Hier ist man definitiv gut aufgehoben und schon allein dafür sind die 3,90 super investiert. Ich verbleibe mit meinem Lieblingsübergang Ferrer & Sydenham – Wbeeza: YES!

Tracklist

Max Richter – I Was Just Thinking
Sven Weisemann – Xine Zero
Joe Claussell – Rhythm
Ernie – Guerreros
Brothers‘ Vibe – Bongo Beat
David Alvarado – Beautification
Ferrer & Sydenham Inc. – Deep Penetration
Wbeeza – Roks Dogg
Craig Alexander – Soul Revival
Octave One – Fifteenthirteen
Martyn – Phone Lines
KB Project – Feel It
Maurizio – M-5
San Soda – Got Me Jumpin‘ In My Car
Radio Slave – Tantakatan
Millie & Andrea – Gunshot
Freund der Familie – Symbian (Edit)
Synkro – Tell Me
Burial – In McDonalds
Sven Weisemann – Purple Clouds (Piano Solo)

Soulphiction & Move D: In The Limelight (Philpot)

Soulphiction & Move D - In the limelightWelchem Erwartungsdruck muss ein Release eigentlich standhalten, wenn die Beteiligten Soulphiction, Move D sowie Trus’me heißen, und es am Ende auch noch auf Philpot Records erscheint? In meinem Fall einem ziemlich großen, „In the Limelight“ schafft das allerdings absolut locker. Die A-Seite erinnert dabei tatsächlich an eine Mischung zwischen David Moufangs letzten Beitrag auf Workshop und einem dieser warmen und basslastigen Soulphiction Tracks. Neben den obligatorisch groovenden Bongosounds und einigen funky gespielten Gitarrenlicks, holen sich die beiden hier auch noch einen Vocoder mit ins Boot und schaffen es, dass dieser nicht peinlich klingt oder stört, sondern den Track perfekt abrundet. Trus’me steuert auf der B-Seite einen fantatischen Remix bei, der zwar ähnlich funky, warm und dezent wie das Original mit den Bässen und Klängen spielt, dann allerdings doch ein kleines bisschen mehr pumpt und schonmal vorsichtig auf die Tanzfläche schielt. Und wer mir jetzt noch sagen kann, woher ich das Sample aus dem letzten Track, „The Essence“, kenne, der bekommt von mir den virtuellen Digger-Nobelpreis des Tages überreicht. Drei große Namen und drei großartige Tracks – ich habe ehrlich gesagt nichts anderes erwartet.

Redshape: House Mood DJ-Set / Alpha On The Rocks (Present 05)

redshape House Mood DJ Set Alpha On The RocksRedshape ist ja wohl einer der besten Produzenten, die wir in der letzten Zeit so hatten und seit der Delsin 2.0 Party in der Panorama Bar ist Redshape nun auch als DJ unterwegs. Auf Soundcloud gibt’s jetzt zum ersten Mal ein Mix namens House Mood DJ Set – was soll ich sagen: Bei dem Qualitätsmaßstab, den er sich als Produzent erarbeitet hat, schielßt er als DJ nahtlos an. Das Redshape durchaus auch mal in so einer Art House Mood ist, das konnte man übrigens auf seinem kürzlich erschienenen Alpha On The Rocks Release auf dem eignen Label Present schon nachhören. Nicht ganz so fordernd war dieser Titeltrack vielleicht für einige erstmal ungewohnt. Jedoch blüht das hier grade erst nach und nach so richtig auf und war am letzten Wochenende meine absolute Lieblingsplatte. Nun aber erst mal viel Spaß mit dem DJ Set der Woche… Pflichtmix!

PS: Auf dem Myspace Profil habe ich jetzt auch den Download-Link gefunden und noch eine Aufnahme der Redshape Live-PA aus dem Tresor.

https://soundcloud.com/redshape/redshape-house-mood-djset

Manuel Tur: 0201 (Freerange)

manuel tur 0201Manuel Tur war ja in der vergangen Woche mit seinem Podcast für Resident Advisor schon mal Thema hier. Am 20. Juni war inzwischen Release Date für sein Album 0201, welches auf Freerange bisher als CD und mp3 veröffentlicht ist. Und mit 0201 hat er sich locker 2 Posts in diesem Blog verdient. Es klingt wie die Essenz aus seinem Slow Club, so dass ihr hier bitte nicht die forefront Dancefloor Kracher erwartet. Es ist ein Album, welches sich hier gerade zu allen möglichen Zeiten zu Hause gemütlich macht. Ob zum Frühstück, zur Nachmittagssonne oder zum Entspannen am Abend – Manuel Tur dringt mit diesen großartigen Deephouse Tunes auf 0201 immer so beeindruckend durch, dass es mir schon fast die Wörter verschlägt. Endlich mal wieder Deephouse, wie ich ihn in solch einer klasse Form auf Albumlänge schon fast 10 Jahre nicht mehr gehört habe. Es ist ein Album, welches ich Euch unbedingt noch fürs Wochenende mitgeben muss. Es ist ein Album, welches in diesem Jahr ganz sicher ganz weit vorne landen wird und durchaus so viel Potential mitbringt, dass es vielleicht für einen Platz zwischen großen Klassikern reicht. Nimm die Download Variante und füttere deinen mp3-Player damit – zum Träumen, zum driften. Und die Golden Complexion Remixes von Pépé Bradock sowie Stay im 12″ Mix kommen mir als Vinyl auch noch in die Kiste!

Walter Jones: I’ll Keep On Loving You (dfa 2212)

walter jonesFiltersatte Space-Disco auf dfa und dazu noch eine Coverversion einer prototypischen Stock, Aitken & Waterman Synthiepop-Produktion der mittleren 80er. Hipper und schlimmer gehts nimmer. Aber Walter Jones aus New Orleans (man kennt ihn von diversen Edits auf Cisco und Supersoul) und Gal Aner („Juju“ von Juju & Jordash) gehören zu den guten und durchbrechen mühelos die Erwartungshaltung die man einem solchen Stück entgegen stellen möchte, ja muss. Es hätte ja nur zu leicht ein vor schlichter Ironie triefender Electromüll daraus werden können. Aber weit gefehlt: durch konsequente Verlangsamung und in den Hintergrund schieben der allzu offensichtlichen Referenzen an das alte Jahrzehnt beginnt I’ll Keep On Loving You zu schweben. Noch dazu lässt Jones etwas Ambient in seine Disco, was mächtig zur Deepness beiträgt. Sehr Touchy-Feely. Wenn das Käse ist, dann ein handgeschöpfter Rohmilchcamembert aus der Normandie.