Die neue Platte auf Circus Company hat mich mal wirklich positiv überrascht. Homewreckers, das sind Johannes Ehmann, Gregor Pottmeier und Krischan Jan-Eric Wesenberg, die hier allen voran mit dem schönsten Plattencover des Monats und der Not My Business EP in der Kiste gelandet sind. Die Vocals mit ihren Versatzstücken aus der aktuellen Musikdiskussion kommen mir so vertraut vor, dass ich gleich im Intro bei Ihnen bin. Sie spielen ihre Roots von 70s Funk, Hip Hop bis House voll aus und dabei kann, wenn man’s richtig macht, nur ein richtig guter Track heraus kommen der sich in hervorragender Gesellschaft, wie z.B. jener von Henrik Schwarz, wiederfindet. Homewreckers – Not My Business ist ein warmer Dancefloorschieber, der mit seinen Lead-Vocals dann doch überzeugt und dabei ein Thema behandelt, welches aktuell und zeitlos zugleich ist. Lohnt sich…
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Omar S aka Alex Smith: Here with me (FXHE AOS-432M)
Manchmal sagen 45 sec Samples einfach gar nichts – so gings mir jedenfalls mit der neuen Omar S – Here With Me auf seinem eigenen Label FXHE. Die hab ich nämlich vor ner ganzen Weile schon mal online gehört und war erstmal nicht wirklich von den Socken – bis ich sie jetzt zum ersten Mal von Vinyl und in voller Länge im Plattenladen gehört habe. Here With Me mit den tollen Vocals von Detroits Diviniti ist ein wirklicher Deephouse Hit, der schon jetzt durchaus als Klassiker durchgeht. Too little time for love – too much time for nothing.. das muss nicht sein und weil Omar S seit der letzten Platte auf Trackpausen verzichtet, gibts auch noch ein schönes Intro dazu. Stop Running Around auf A2 findet sicher auch noch seinen Platz, jedoch habe ich im Moment nur Ohren für Here With Me. What a lovesong – perfekt!
Bestimmt ist nicht nur mir aufgefallen, dass inzwischen richtig viele Tracks bei Youtube zu hören sind. Deshalb habe ich eine Playlist mit Musik aus einem Jahr Monday Edition zusammen gestellt und wenn ihr dem Link folgen möchtet, dann könnt ihr Euch gleich von Omar S und Here With Me in voller Länge überzeugen. Danach geht’s für die nächsten 9 Stunden im Shuffle Mode durch den Montag:
Matthias Meyer: Infinity / Wareika: Smiles (Liebe Detail 29)
Im Dezember hatten wir hier den Hinweis auf die Efdemin-Aufnahme aus dem Harry Klein Club München. Bei Minute 56 gab’s diesen Track der mir gleich beim ersten Hören sehr angenehm aufgefallen war. Toni fragte erst erfolglos hier in den Kommentaren danach und lieferte ein paar Tage später großartiger Weise auch selbst die Antwort: Matthias Meyer – Infinity, die aktuelle Liebe Detail. Super! Ich bin dann auch schnell los und hab die mir gleich geschossen und vergangenen Freitag gleich zwei Mal gespielt (was bei mir eigentlich nicht vorkommt – auch wenn ich die 5-Stunden-Set Marke locker knacke). Kurzes Fazit: Killer! Erste Liebe Detail seit langem und Infinity werde ich wohl ne ganze Weile spielen. Ein Danke geht nochmal an Toni und der B Track Smiles von Wareika ist auch schön.
Scuba: Sub:stance (Ostgut CD 11) / Aesaunic EP (Hotflush 024)
Scuba – das ist der Brite Paul Rose, der neben seinem Label Hotflush auch seit Juli 2008 die Sub:stance Partys im Berghain macht. Außerdem gab’s von dem bereits neben vielen guten Singles ein tolles Album – „A Mutual Antipathie“ heißt das, welchem noch drei Remix EP’s mit Surgeon, Martyn etc. folgten. Wer erinnert sich? Im Oktober 2009 ist bereits die Aesaunic EP erschienen – und irgendwie brauche ich bei Scuba immer ein Weilchen, bis ich endlich die paar Euro für seine Platten über die Theke reiche. Und das, obwohl meistens gleich beim ersten Hören klar ist, das Geld für den jeweiligen Scuba-Tonträger nicht sinnlos raus geschmissen wäre. So hat es auch bei der Aesaunic EP wieder etwas länger gedauert – dafür bin ich jetzt umso mehr überzeugt. Fünf atmosphärische Dubstep Tracks mit (Dub)-Techno-appeal machen auf jeden Fall schon ein kleines, wunderschönes Album. Wer noch nicht reingehört hat, der muss das unbedingt nachholen.
Scuba – Symbiosis (Aesaunic EP)
Markus Güntner: Doppelgaenger (Sending Orbs)
Nach dem Partyfreitag hab ich übers Wochenende Winterschlaf gehalten. An solchen Tagen brauche ich keine 4/4 Bassdrum sondern Ambient und so kam mir das neue Album Doppelgaenger von Markus Güntner auf Sending Orbs gerade recht. Seit er 2000 mit „Regensburg“ auf Kompakt sein Debüt hingelegt hat, hatte ich Markus Güntner auf dem Schirm. Sein erstes Album „In Moll“ von 2001 hat ein ganzes Weilchen gebraucht, aber nach nun fast 9 Jahren ist es einfach das von mir am meisten gehörte Ambient-Album überhaupt. Keine Ahnung wieso, weshalb, warum – langfristig behaupteten sich jedenfalls Markus Güntner’s frühe Ambientproduktionen in Bezug auf die Wiederholungshörfrequenz sogar noch vor Namlook oder Voigt.
Danach zog bei Markus Güntner’s Releases der Dancefloor ein und ich erinnere mich vor allem noch an „Seven Days“ auf Ware. Doch dann kam die Techno-Krise und der krasse Pop-Remix von Talk Talk’s „It’s A Shame“. Markus Güntner hatte damit seinen kommerziell besten Track und verschwand fast gleichzeitig von meinem Radar.
Mit dem aktuellen Album Doppelgaenger meldet sich also Markus Güntner auf Sending Orbs auch bei mir zurück. Gas ähnliche, schwere Flächen ziehen sich durch die Tracks und modulieren sich dabei nur ganz vorsichtig über Asphaltwiesen und durch leere Häuser. An einem Morgen danach ist das schon mal bestens geeignet, um der temporären Apathie zu begegnen. Dann kommen Flimmerfrequenz, Dreiglanz und spätestens der sanfte Kick im Meer der längst vergessenen Maßeinheit Leugen hat mich angenehm aus dem Bett geholt. Wenn die nächste Daisy kommt und der Kater mauzt, dann hat Ambient von Markus Güntner wieder einen festen Platz im persönlichen Klimakatastrophenvorrat.
- Anhören / Sending Orbs
- Markus Güntner
Levon Vincent: mnml ssgs mix 46 / Double Jointed Sex Freak
Frohes Neues alle zusammen! Gestern haben wir hier in der Monday Edition gleich mal absoluten Besucherrekord gefeiert. Es scheint so, als hätten es einige bis zu den Blogs beim Leserpoll der De:Bug geschafft und an dieser Stelle ein wirklich ganz großes Danke an alle, die uns in ihre Lieblingsliste für 2009 eingetragen haben. Das ist so super! Im ersten Jahr gleich mal hinter Tanith eingestiegen – WOW! Wer hätte das gedacht?
Einer, der uns im vergangen Jahr immer besonders gut gefallen hat, ist definitiv Levon Vincent und wie könnte das Jahr besser starten als mit einem neuen Mix von ihm? Seine DJ-Sets waren immer klasse, seine Platten habe ich alle gekauft und das war auch stets die richtige Entscheidung. Laut ist er immer für einen Schauer von Gänsehaut gut und das es 2010 noch ein bisschen geiler geht beweist seine neueste Veröffentlichung Double Jointed Sex Freak auf Novel Sound 04. Nur blöd, dass mir nun gerade diese Platte kurz vor Weihnachten entwischt ist. Mist! So spare ich mir erstmal weitere Worte dazu und verweise auf das Hörbeispiel in der YouTube-Playlist:
Levon Vincent – Double Jointed Sex Freak
Sie wird jedoch ganz sicher nochmal nachgeliefert und bis dahin verkürze ich mir das Warten mit dem neuen Mix von Levon Vincent bei unseren Freunden von mnml ssgs. Der ist wieder mal so tight & funky wie ich es mag und ich glaube, das ist sogar Levon’s bisher bester Mix.
Tracklist
FRED P – NO LOOKING BACK
TEVO HOWARD – 06060606
MOLE PEOPLE – THE OCEAN
XDB – RISING SUN
OMAR S – QUADRAPOLEGIC COMPANION
CULTURAL VIBE – MA FOOM BEY
TRACK SHOW – TRACK 3
MIKE PERRAS – LITTLE BIT OF THIS
FRED P – DEEP HYPNOTIC (MARS MIX)
DJ DUKE – D2-D4
FAT CAT – You Figure it Out
DJ QU – BE FREE
LEVON VINCENT – DJSF 2
MOOD II SWING – MOVE ME
TEVO HOWARD – EVERYDAY HOUSE MUSIC
Maayan Nidam – Don’t Know Why / Feels Like (Perlon 78)
Perlon ist eines dieser Labels dessen Produktionen ich in den vergangenen Jahren eher respektiert als geliebt habe. Die ziehen ihr Ding (heller, trockener Minimalsound mit Microsamples, Pappkartonbeats über extrem tiefen Bässen, keine Chords, selten unter zehn Minuten pro Track) konsequent durch, in konstant hoher Qualität, mit den allerbesten leuten – und doch liessen mich die Ergebnisse meist kalt. Wenige Ausnahmen, die über den uniformen Labelsound hinaus wiesen, wie zuletzt Portables Überhit Release, bestätigen diese Regel nur.
Mit dem Track Feels Like auf der B-Seite der Laufnummer PERL78 gibt es endlich mal wieder einen Track aus diesem Stall, der mich berührt, tanzen lässt und es zugleich schafft auf interessante Weise an meinem Nerven zu zerren. Gelungen ist dieses Kunststück der Wahlberlinerin Maayan Nidam. Sie ist keine unbekannte im Technogeschäft, legt im Watergate auf, und veröffentlicht neben ihrem bürgerlichen Namen als Miss Fitz, Laverne Radix und als Teil des Duos Mara Trax. Feels Like kombiniert holpernde beats, ein staubtrockenes, erst mal ungelenk wirkendes Geklopfe mit einem genial mäandernden akustischen Bass zu dem sich hin und wieder tiefergelegte und zerdehnte Vocals gesellen, wie eine Bande Gregorianer auf Pilzen. Mehr passiert nicht, aber es ist mehr als genug um eine unwiderstehlichen Funkyness zu entwickeln – aus Bauelementen, die für sich denkbar unfunky sind. Die A-Seite Don’t Know Why ist nicht schlechter, aber insgesamt konventioneller und näher an einem typischen Sample-Schnitzelsound wie man ihn eben von Perlon, Foundsound oder Microcosm kennt. Aber auch hier heben die verquer montierten Vocal-Fragmente das Stück über den Durchschnitt. Beide Tracks sind auf Ihre Weise mächtig Deep, und verzichten dabei auf jedes handelsübliche Klischee von Deepness. Geisterhousemusic.
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- Maayan Nidam
- Perlon