In dieser Woche gibt’s die neue STL – The Unseen Voyage. Jetzt wieder auf seinem Label Something. Ich hatte heute morgen kurz reingehört und dann dafür doch gerne und ohne Mühe einen kleinen Umweg übers Paul-Lincke-Ufer gemacht. Jetzt läuft hier A1 Space Warroirs – erreichte Silent State (mal abgesehen von der Popularität) schon fast eine neue Dimension, so ist Space Warriors noch viel mehr Dancefloorkiller. Mit einem zackigen Beat starten die Warriors ihre Science Fiction Maschinen, getragen von einer funky 70s Bassline bis sie bald die kosmischen Sirenen erreichen, die dann zur Freude aller so wunderschön singen. Was für ein Hammertrack und mit dem schicke ich dieses Jahr noch jeden auf den 12 Minuten-Film – versprochen! Auf der B-Seite zeigt sich dann Stefan Laubner wieder von seiner super deepen Seite. Aber ich muss jetzt erst noch einmal Space Warriors hören…
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Rick Wade – Intelligence (Laidrec 001)
Das langerwartete Debüt des Vinyl only Dial House-Sublabels Laid und Rick Wade, auch so einer der gerade seinen x-ten Frühling erleben darf, war da natürlich eine gute Wahl. Perfekter Deep-House mit taufeinen schwebenden Ambient-Flächen über warmen Seen aus Bass. Einzig bei den Beats könnte Wade sich mal etwas mehr einfallen lassen. So einen stumpfen Bumm-Tchak einfach durchlaufen zu lassen mit zwei Minuten Fade-In und -Out, das ist echt ein büschn wenig.
DJ Jus-Ed: Smallville, Kinda Soul & Underground Quality
Sommer. House. Da gehört doch was zusammen? Und wenns um neu-alte House Music geht, kann einer gerade nicht fehlen: DJ Jus-Ed, in der Groove ob seines clevern wirtschaftens vor kurzem als „House-Schwabe“ bezeichnet. Eventuell wird es bis zum medialen Backlash nicht mehr lange dauern. Aber im Moment ist das House immer noch rund und der Underground noch Quality!
Steinhoff & Hammouda – Touch (Smallville 13)
Die Smallville Homeboys sind nach ihrer ersten eher technoiden EP jetzt auch beim Deep-House angekommen. Das Titelstück (featuring Dionne) kommt immer noch in einem eher minimalen Soundgewand daher, mit grummeligen Techno-Bässen, aber die „Klassiker“ schreienden Sounds des Roland TR909 weisen den Weg. Auf der Flipside hat Jus-Ed einen wunderbar flächigen Remix des Tracks You Are von ihrer ersten EP beigesteuert. Und natürlich wieder ein tolles Cover von smallville und mule electronic Hauskünstler Stefan Marx.
Jus-Ed – Our Children EP (Kinda Soul Recordings KSR-002)
Jus-Ed allein. Auf fremden Label macht er auch mal das, was er (meiner bescheidenen Meinung nach) am besten kann: leicht käsig trancige klassische Housetracks, ziemlich schnell. Aber sobald die Fläche kommt flieg ich mit. Muss ich.
VA – Minimal Soul Pt.2 (Underground Quality UQ-016PT-2)
Auf dem eigenen Label ist der Mut zum Experiment größer. Wo Minimal Soul Pt.1 noch den extremen Minimalismus alter Profan oder Baby Ford Platten durchdekliniert hat, kommt der zweite Teil noch etwas ungewöhnlicher daher: Gerade-ungerader Breakbeat mit stotternder Flächenmaschine. Gewöhnungsbedürftig, aber toll. Den Vogel ab schiesst aber Levon Vincent mit seinem Games Dub ab – ein kalt knallender Scheppersound mit Felgenbruch. Stoisch kaputt wie Omar S‘ Blown Valvetrane. Da fliegt mir doch das Blech weg.
Christian Löffler – Heights (ki records 001)
Neues machte der Mai: ki records, ein gerade geschlüpftes Label aus Köln und Christian Löffler, ein recht neuer Player aus Meck-Pomm. Ergibt als Laufnummer KI-001 eine 4-Track EP, die auf das wunderbarste alter Errungenschaften einen frischen Schwung gibt und damit gerade ziemlich einzigartig da steht. Die Verbindung melodiöser Ambient-Sounds mit einem Gerüst eher minimaler Beats und Bässe in einer aktuellen Klangästhetik zwischen Techno und House. Erst mal ist das keine so besondere Errungenschaft. Was dann aber im einzelnen aus dieser Basis gemacht wurde sehr wohl. Löffler verzichtet vollständig auf Echokammern und Dub-Chords. Seine Stücke nehmen eher die heute schon verloren geglaubten Fäden wieder auf, die einmal die Debüts von Pantha du Prince, Anders Ilar oder Alex Smoke ausgelegt haben. Eine spezielle Mischung von entrücktem Schwelgen in Melancholie und einer furztrocknen „Stiff Upper Lip“ Attitüde die von Löffler fast unverschämt unbeschwert in die Jetzzeit transportiert wird.
Ich nenne das gerne „Provinztechno“ – und in der Sound- und Coverästhetik wie auch in der Qualität schliesst sich „Heights“ an die jüngsten Highlights dieses ausgedachten Genres (Kann, Musik gewinnt Freunde, Acker) nahtlos an.
- ki-records
- Christian Loeffler
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DJ Sprinkles: Sisters, I Don’t Know Where This World… (Mule Musiq 38)
DJ Sprinkles a.k.a. Terre Thaemlitz neuste EP heißt Sisters, I Don’t Know Where This World Is Coming To und ist frisch auf Mule Musiq in Tokio erschienen. Spätestens mit seinen letzten EPs Brenda’s $20 Dilemma und vor allem mit Grand Central Pt. 1 hat er sich in der House Community eindrucksvoll Gehör verschafft und dem steht er auch hier nicht nach. Die Frage, wohin das alles nur führen soll, verschlägt DJ Sprinkles zum Beginn der A Seite gleich mal die Bassdrum. So weht ein auch Hauch von Melancholie durch die beiden atmosphärischen Ambient-Deep-House-Whatever Tracks und seine einzige Antwort I don’t know. Jedoch höre ich nach ca. 15 wunderschöner Musik für ruhigere Momente Bruchstücke von Mr. Fingers – Can You Feel It, die schon DJ Sprinkles Grand Central Pt. 1 so hervorragend geschmückt haben. So macht es dann auch richtig Sinn, dass das Motor City Drum Ensemble auf der Flip zwei Remixes zu diesem Track beisteuert. Dabei wischt besonders der B2 Bassline Dub die Sorgen vom Tisch – mit aller Deepness, Kraft und Hoffnung im Vibe of House. Sure Shot!
Kann 00 Remixed by Sven Weisemann & Daniel Stefanik
Kann Records waren die umjubelten Newcomer in Sachen House Music im Jahr 2008. Ich bin von der Kann 00 Debüt Doppel EP noch immer wirklich überzeugt und so habe ich diese Remixes erst mal etwas skeptisch angehört – aber dann ganz schnell entschieden: sie sind der Hammer! Auf Seite A nimmt sich Sven Weisemann dem Evol Peed von Sevensol & Bender in Sven’s Dust Devil Remix an. Mit seinen warmen Chords lässt er im gekonnten Mojuba-Style die Bassline sowie die jazzy Synths des Originals verschwinden und verleiht so seinem Remix Flügel. Die Flip kommt dann mit Erinnerungen von Daniel Stefanik zu Memorial Smith. Nachdem wir uns erst mal im schon bekannten Brotherhood US-House Style eingegroovt haben holt Stefanik plötzlich und etwas unverhofft den Jazz raus – was für ein schöner und gelungener Überraschungseffekt, der dann von funky Percussions und einem Vocal In my House gefeiert wird. Also wenn das kein Memorial Smith ist… Shelter lässt grüßen.
Norm Talley: The Journey / In Yo Soul (Third Ear)
Beatdown Member Norm Talley hat ne großartige 10″ auf Third Ear released. The Journey dreht sich vor allem um zwei Akkorde klassischer House Strings – ungefähr so: laaa liii. Dazu ein funky Beat der so gekonnt aus der Hüfte kommt, dass er locker jeden ambitionierten Dancefloor nach vorne schraubt. In Yo Soul auf Seite B klingt noch ein bisschen deeper, darker und die Synths dazu haben etwas mystisches. Die Platte hat Talley übrigens seiner verstorbenen Mama gewidmet – kein Wunder also, dass er aus dem, was er am Besten kann, alles rausholt und diese Tracks werden unsterblich sein.