Various Artists – Dérive Vol. 1 EP (Dérive Schallplatten 01)

deriveEin sehr interessantes und facettenreiches Debut präsentiert uns Dérive Schallplatten aus Hamburg. Die „Dérive Vol. 1 EP“ beginnt mit einem wunderschönen deepen Track von Benjamin Brunn, welcher meinen Nerv mittlerweile nun schon desöfteren mit seinen tollen Produktionen (u.a. für Bine Music und Smallville Records) getroffen hat. Developers Live baut sich sehr feinfühlig auf einem wabernden, blubbernden und manchmal auch tröpfelnden Soundgebilde auf. Nachdem ich dieses Stück mehrere Male durchgehört habe, fühle ich mich ein wenig an die Geschichten aus Tausendundeiner Nacht erinnert – ein fliegender Soundteppich, der mich herzlichst auf einen wohlig-warmen Trip einlädt. B1 meldet sich dann überraschenderweise mit einem derartig kickenden Burner von Achim Maerz zurück, der mich direkt auf die Tanzfläche schickt. Es ist vor allem dieser deepe Break mit seinem Detroit-Querverweis, der hier wirklich überzeugen kann. Richtig gut schmeckt aber auch das Dessert von Christopher Rau. Ne Travaillez Jamais ist ein entspannter und etwas jazzig anmutender Deep House Track von dem es gerne noch etwas mehr sein darf. Eingepackt und abgerundet wird die Platte mit einem Blessing Artwork – meinen Glückwunsch für diesen mehr als gelungenen Einstand!

Tin Man: Cool Wave (Cheap 49)

The one and only Tin Man hat im April eine EP auf Pulsingers Label Cheap veröffentlicht und für ein bewegtes 1. Mai Wochenende kommt der Monday Edition der A1 Track dieser EP Constant Confusion gerade recht. Ich mag zwar immer noch seine Love Sex Acid Platte (Keys of Life) ein bisschen lieber, aber Cool Wave hat auf jeden Fall richtig Potential. Ich habs beim ersten Mal nicht gleich gecheckt – seitdem wird das jedoch immer besser. Zu Constant Confusion gibts sogar ein Video und in die restlichen, verträumten Tracks könnt ihr bei Hardwax reinhören:



Nachtrag: Bei Boing Poum Tchak gibt’s jetzt außerdem ein Interview:

My music is generally some combinations of the following : Suicide, YMO, Drexciya, Acid House, Pansonic, Mego Records, Cheap Records, Melancholic English electronics 70s-now, Berlin Techno, Rocksteady, and New Wave.

Delsin II: Remix EP 1 (Delsin 074)

delsin II - remix ep 1Nach der in Kennerkreisen umjubelten Label-Compilation Planet Delsin – Interstellar Sounds Of Stardust kommt jetzt Delsin 2.0 mit zwei Remix EPs von bewährten Delsin-Bomben. Ohr- und Eye-Catcher ist in diesem Teil die Redshape Version vom Newworldaquarium Evergreen Trespassers. Dazu sage ich nur: stilecht – mit gewohnt geliebten Redshape Drive, was dem Orginal ein bisschen mehr Dancefloortauglichkeit verleiht und das hat es auch so wirklich verdient. Die Flip kommt dann mit einem Quince Remix für Taho – Energy Fields, der erst ein bisschen Neo-Detroit mäßig anläuft mich dann aber doch noch kriegt. In der Pipeline ist außerdem die Shed Version von Energy Fields auf der Remix EP 2 und die CD-Compilation mit vielen Original-Tracks für jene, die das bisher verpasst haben.

Jody „Fingers“ Finch: Jack Your Big Booty (Let’s Pet Puppies 004)

Jack Your Big BootyMit Jack Your Big Booty gibt’s hier die Ansage Jody „Fingers“ Finch an das House Chicago von 1986 mit einem Beat, der bestimmt noch drei Jahre später ein Teil der Inspiriation von Poindexter’s berühmten Work That Mutha Fucker Tracks sein sollte. Der Derrick Carter Remix gibt diesem klassisch trockenen Chicago Jacker dann das kleine Plus an Drive für den modernen Dancefloor.

Aber eigentlich geht’s hier für mich um A2 – Whistle Worm. Dieser House Track hat das, was Chicago auch heute noch im zeitlosen Licht erstrahlen lässt und mit seinen Whistle- und Synthsounds auf der 808 so unbekümmert daher kommt, dass alle Bootys -ob groß oder klein- der Erdanziehungskraft davon tanzen können. Reinhören bei

Prostitune: Money Nugget EP (Just Another Beat 001)

just another beatAchtung, hier ist tiefstapeln angesagt. Just Another Beat, das neue Label im Hardwax Vertrieb, startet mit so einer superb deepen US-House Bombe, dass ich letzten Donnerstag extra noch mal los bin, weil ich die unbedingt noch in meiner Kiste fürs Wochenende haben wollte. Irgendwie klingt das, als hätte sich Carl Craig auf seine besten Zeiten zurück besonnen und Patrice Scott als Co-Producer engagiert. Naja – höchst wahrscheinlich ist das völliger Quatsch und deshalb hört einfach selbst:

Ramadanman – Humber (Apple Pips 005)

Ramadanman - Humber (Apple Pips 005)Diesen Monat ist bereits Nummer 5 auf Appleblim’s Label Apple Pips erschienen. Als ich Humber vorgehört habe, kam mir das gleich bekannt vor. Höchst wahrscheinlich habe ich diesen Track schon mal in irgendeinem Appleblim Mix gehört und sofort diesen deepen Detroit House beeinflussten Dubstep Killer wieder erkannt. Am Rande sei an dieser Stelle erwähnt, dass Ramadanman mit seinem letzten Kontext Remix auf Immerse Records bei mir schon einmal auf sehr erfreute Ohren gestoßen ist. Auf der B-Seite findet sich dann noch ein Sommer-OpenAir-Überflieger Rumber Remix von Sven Weisemann. War ich noch zum Jahreswechsel nicht so überzeugt vom Mojuba-Mann, so freue ich mich nach seiner Leontica EP über einen weiteren klasse Track. Sehr schön!

Clouds – Protecting Hands & Calibre – Dutty (Deep Medi Musik)

deepmediDeep Medi Musik ist eines meiner Dupstep-Lieblingslabels. Seit dem Release Nummer 4, Mala – Forgive haben die bei mir so einen Stein im Brett, weil das die erste Dubstep-Platte war, von der ich nach wie vor richtig überzeugt bin. Dann habe ich lange von denen nichts mehr gekauft, doch mit den letzten beiden Releases haben sie mich wieder gekriegt. Clouds – Protecting Hands ist ein sehr luftig schwebender UK-Garage/Dupstep Track, der in der Vocal-Version vielleicht ein bisschen an Portishead erinnern kann. Besonders die Instrumental Version gefällt mir aber wirklich gut.

Mit dem Release von Deep Medi Musik 17 haben sie jetzt noch einen drauf gesetzt und deshalb hier der unbedingte Tip für Calibre. Besonders herausragend ist der Track Dutty. Mit seinen deepen Sounds versteht der sich auf Anhieb mit meiner House-Definition und bringt mit seinem beschwingt gebrochenen Dubstep/UK-Garage Groove eine unerhörte Frische ins Tanzbein. Es ist der Frühling des leicht gebrochenen Beats – hört selbst: