Wareika: Harmonie Park (Perlon 81)

wareika harmonie park perlon 81Eines Tages im Dezember: Inzwischen hat sich hier der richtige Moment für die Harmonie Park LP von Wareika gefunden. Zwischen Jazz, Techno-Folklore und ihrem „advanced“-Ansatz für elektronische Musik konnte man schon beim ersten Hörbeispiel im Juni ahnen, dass es für diese LP auf Perlon durchaus den richtigen Zeitpunkt geben würde. Während die Weihnachtsmelodien wieder Hochkonjunktur haben, setzte ich einfach auf die CD-Version dieser LP. Manchmal lausche ich zwar ein wenig ratlos dieser stoischen HiHat hinterher und frage mich, was die da eigentlich macht. Dennoch gefällt mir der Harmonie Park mit seinem Wolfsdorf-ähnlichen mäandern von einer Harmonie zur nächsten echt gut – seine zahllosen und ständigen Variationen zwischen Minimal-Techno-Afterhour und Fernet-Branca Gitarre, die vielleicht auch gerade wegen dieser endlosen Offbeat-HiHat so gut funktionieren. Brücken ohne Ende als LP+CD.

PS: Ja ich weiß, dass es schon die neue Superlongevity 5 auf Perlon 87 gibt. 70 Euro! Dafür muss ich noch ein bisschen sparen.

20 Jahre Groove

20 jahre grooveIm Moment gibt es die 20 Jahre Groove Ausgabe am Kiosk und die ist wirklich großartig. In meinem Plattenladen gab es die Groove zum ersten Mal im Dezember 96 mit der Nummer #43 – Vive La France. Seitdem bin ich ein relativ treuer Groove-Leser. Obwohl. Vor zwei, drei Jahren gab es auch schon eine Phase, in der mir die Worte nur noch ewig gleich vorgekommen sind, das Feuer des Dancefloors für mich irgendwie völlig im nüchternen, journalistischen Anspruch erloschen war und ich während eines etwas hastigen Umzugs gleich mal alle meine Grooves in der Papiertonne entsorgt habe – oh nein!

Denn eigentlich liebe ich die Groove schon immer. Sie ist ein ganz wichtiger Teil meiner frühen Techno-Sozialisation – neben Plattenladen, Freunden, diversen Clubs und Partys sowie dem Radio. Die Musik blieb, vieles ist schon längst nicht mehr da. Die Groove gibt es noch immer und die Ausgabe 20 Jahre Groove ist ein richtiges Stück Zeitgeschichte geworden. Wer sich hier mit elektronischer Musik identifizieren kann, der sollte dieses Heft wirklich zu Hause haben – wenn du vielleicht auf Electro stehst, dann sind 20 Jahre Groove unbedingt Pflicht! Die 7 Euro lohnen sich wirklich. Angefangen habe ich mit den 100 wichtigsten Platten, ok. Wir suchen momentan die Platten, die in der Zeit völlig übersehen oder vergessen wurden. Hotze ist super und dann gibt’s vorne aktuelle, schöne Interviews mit Derrick May, Sven Väth, Thomas Koch, Raf Simons (Mode) und Eve & Rave (Drogen) – alle sehr sympathisch.

Huch, einer fehlt. Über Hawtin könnte ich mich wieder mal richtig aufregen. Ach egal, eine passende Antwort haben bereits 1993 Peter Huber und Thomas Koch unter „Keep The Spirit Alive“ gedruckt. Im ganz großen Interview mit DJ Pierre von 1995 darf ebenfalls so mancher gerne nochmal nachlesen. Für jedes Jahr gibt’s ein paar Leseproben und das ist wirklich köstlich. Außerdem noch eine Hits-Only-Mix-CD von Miss Kittin. Leider hat es hier auch Kaltes Klares Wasser in die Auswahl geschafft – es war eben noch nie alles nur wunderbar. Das beweist gerade diese Jubiläumsausgabe und das macht sie deshalb auch so besonders. Danke und ganz herzliche Glückwünsche, liebe Groove. Ich lese jetzt weiter bei 1996…

Trackwerk: Scott’s New Arrival Mix

trackwerk Scott’s New Arrival MixSo langsam wird mir das immer sympathischer, neue Tracks  bzw. Platten in einem aktuellen Mix hervorzuheben. Dabei besitzt Scott’s New Arrival Mix von trackwerk.net nicht nur eine ausgezeichnete Trackauswahl, sondern ist obendrein noch richtig gut gelungen. Entspannt geht’s los u.a. über Donato Dozzy, Space Dimension Controller, Nebraska bis zum Robert Hood Remix auf Dekmantel… Ach da gefällt mir irgendwie alles – ich tanze!

Tracklist

Jon McMillion – Climbing Out (Vakulas SilkSummer Khreeeper Mix)
Donato Dozzy – Track 3 (from K)
Space Dimension Controller – Transatlantic Landing Bay
Ernie – Hold On (Dubbyman Remix)
Nebraska – Green Marimba
Homewreckers – Close Your Eyes Til The Morning (Late Night Dt Instrumental)
Nebraska – Hi Ya
DJ Jus Ed – I’m Comin’ (Aybee Remix)
Marbert Rocel – Goya (Juju & Jordash Remix)
Duplex – Vivid Array
Juju & Jordash – Deep Blue Meanies (Robert Hood Sci-Fi Remix)
Steven Tang – Ominous (Arne Weinberg Remix)
Swayzak Vs Theorem – Break In At Apartment 205
Cobblestone Jazz – Children
Lost Trax – The Sequel
ERP – El Camino

  • Download mp3
  • Scott’s New Arrival Mix (Soundcloud)
  • Trackwerk.net

Rndm – DNP Mix 2010

rndm dnp mix 2010Als ich vor einigen Tagen diesen Analogue Cops Mix bei Diamonds & Pearls gefunden hatte, gab es bei DNP bereits einen weiteren. Dieser Mix kommt von Rndm – das ist eigentlich Oliver Kargl aus Österreich (wohnt aber inzwischen auch in Berlin) und der ist neben seinen Platten auf Laid, Naif, Dial und Beatstreet auch gemeinsam mit Efdemin unter dem Namen Pigon bekannt. Nebenbei beinhaltet dieser Mix bei 15 Minuten auch die Nsyde 01 von Daso mit dem Fred P. Remix. Die Platte habe ich übrigens als Nummer 1 von 50 Promo Copys von Richard zum Geburtstag geschenkt bekommen. Geiles Geschenk, wa? Insoweit bin ich an dieser Stelle eh schon der König aller Plattensammelgötter und fühle mich gleichzeitig als kritischer Musikblogger befangen. Deshalb wollte mir für diese Platte auch kein ordentlicher Text einfallen, so dass ich hier einfach nur noch mal am Rand drauf hinweise. Auch sonst ist’s ein schön deeper, entspannter Mix. Seht ihr ja selbst: Freund der Familie, Roundabout Sounds, Kann, Mikrodisko, …

https://soundcloud.com/dnp-music-com/rndm-dnp-mix-2010

Tracklist

1. Polyfon – Basement Amusement Park – efe efe – PF09
2. Freund der Familie – Freund der Familie – The Symbian Remixes (Christopher Rau Rmx) – FDF05
3. Sabotage – Analogue Cops – Boiling Day – SBT01
4. Nsyde – Daso – Why Try (Fred P Rmx) – nsyde01
5. Adepth Audio – Microworld – ism (Arthur Oskan Rmx) – adepth 02
6. ItaloJohnson – ItaloJohnson – B2 – ITJ01
7. Exploration – Johannes Volk – Supersymmetric – EXP-001
8. Naif – Bodycode – A New Species – Naif03
9. Roundabout Sounds – Joe Babylon – Rise – RS01
10. Restoration – Third Side – Andy – RST11
11. Kann Records – Daniel Stefanik – #One – Kann05
12. Restoration – Lucretio – My Girl – RST09
13. Roundabout Sounds – Detroit Beatdown Tribute (XDB Firstfloor Mix) – RS02
14. Kann / Mikrodisko – M. Mup & K.Mosse – We Beat This Thing – Kann6 / M6
15. Soiree Records International – Cloud Master Weed – Com On N Join Us – SRT147
16. Roundabout Sounds – Ebb & Flow – Sofia (Orlando Voorn´s Deep Dub Mix) – RS02

  • Rndm – DNP Mix 2010
  • Rndm

De:Bug Musiktechniktage 2010 – Review: Produzieren für Vinyl

de:bug musiktechniktage 2010 dubplates & masteringElektronische Musik gehört einfach zu Berlin und vom 3. bis 6. November sollte diese Verbindung wieder einmal besonders gefeiert werden. Im Rahmen der Berlin Music Days gab es neben dem Rave in Tempelhof auch diverse Showcases wie zum Beispiel eine Austellung der Zeitmaschine im Horst Kreuzberg und die De:Bug Musiktechniktage. Nahezu alle Clubs glänzten mit hervorragenden Line-Ups und auch Electronic Beats lud am Donnerstag zum Festival ins Radialsystem, wo wir zum ersten Mal seit den Achtzigern ein großartiges Konzert von The Human League in Berlin erleben durften.

Einige Stunden später war ich dann erneut Gast im Radialsystem, denn jetzt begannen dort die De:Bug Musiktechniktage 2010. Native Instruments veranstaltete Workshops zur Maschine und zum neuen Traktor Controller S4, Ableton zeigte The Bridge und Schneiders Büro lud zum Synthesizerbasteln. Ich hatte mich zum Maschine Workshop angemeldet und tatsächlich noch eine Einladung erhalten. Der Workshop war jedoch eher für jene gedacht, die noch nicht mit der Maschine arbeiten und die sich für Ihre Möglichkeiten interessieren. Die Maschine habe ich aber hier bereits schon längst hoch gelobt und bis jetzt habe ich damit auch noch alles hin bekommen, was mir damit in den Sinn gekommen ist. Nach der Einleitung habe ich mir also nur meine zwei aktuellen Fragen zum antriggern von analogem Equipment beantworten lassen und mich dann wieder verabschiedet. Meine Halswirbelsäule muckt seit diesem Tag auch rum und länger sitzen war an diesem Nachmittag für mich einfach nicht drin.

Einen Tag später gab es außerdem noch mein persönliches Workshop-Highlight dieser Musiktechniktage bei Dubplates & Mastering am Paul-Lincke-Ufer. Christoph, auch bekannt als CGB aus so mancher Auslaufrille, ist dort mit seinen Kollegen für Vinyl-Cut und Mastering zuständig und so bot sich für alle Anwesenden die Gelegenheit, sich ohne 15-Minuten D&M Abrechnungstakt im Rücken jede Frage zur Schallplatte beantworten zu lassen. Im Zentrum des Workshops stand natürlich erst einmal Weiterlesen

Monday Edition Podcast 18: Basco

me.18 basco eclectic venue mixDunkel, nass und kalt – für mich ist November/Dezember immer die blödeste Zeit des Jahres. Jetzt dauert das aber nur noch 4 Wochen und einen Tag und schon werden die Tage wieder länger, jppie! Trotzdem können ein paar extra geschmeidige elektroakustische Sonnenstrahlen absolut nicht schaden und die gibt es jetzt im neuen Monday Edition Podcast. Basco ist der neue DJ-Name von unserem Sascha, der bisher immer als Duffbeers aufgetreten ist. Am Freitag hat er beim Eclectic Venue im Theatercafé Jena aufgelegt. Dort gab es diesen Mix auch als 45-Minuten B-Seite einer Kassette und die waren auf 25 Stück limitiert! So was scheint ja momentan wieder in Mode zu kommen und das Artwork dazu ist bestimmt richtig klasse. Doch irgendwie will sich bei mir keine richtige Retro-Romantik für diese Kassetten einstellen.  Nach all den tausenden, durch Tape begleitete Autokilometern in den 90ern, nach ungezählten und sehr prägenden Stunden in Küchen und einstigen Kinderzimmern sind mir einfach schon zu viele Lieblingstapes in Bandsalat und Rauschen untergegangen.  Deshalb bin ich jetzt doch sehr froh, dass ich euch diesen Mix auch als mp3-Podcast präsentieren kann.

Tracklist

01 efdemin – technicolour
02 benjamin brunn – auftrag
03 claro intelecto – chicago
04 instra:mental – leave it all behind
05 mara trax – funk me
06 recloose – land of the lost dance
07 three kings feat. jaygun and bashy – shake dat booty
08 tevo howard – dreamer’s reason (club mix)
09 aroy dee – life of raw
10 dave clarke – wisdom to the wise (rob hood mix)
11 prince of denmark – soulfood
12 john swing – unknown feeling
13 sound stream – all night

SCB – Hard Boild VIP (SCB002)

scb 002 hard boiled vipInzwischen hab ich es ja schon mehrmals erwähnt: Paul Rose, ob als Scuba oder unter seinem Techno-Alias SCB, gehört in diesem Jahr zu meinen absoluten Lieblingen. Sein Sound trifft es meistens genau richtig zwischen Dubstep und Techno, die Tracks sind großartig produziert und seine DJ-Sets finde ich Weltklasse. Die SCB 002 macht dabei auch keine Ausnahme, obwohl mir dieser Looptechnotrack 28_5 auf der B-Seite schon fast ein bisschen zu clean geraten ist. Herausragend ist hier der Titeltrack Hard Boild VIP. Die Bassline ist rund, die Snyths erschaffen eine warme Atmosphäre und in der Hälfte des Tracks kickt das dann plötzlich noch mal so richtig. Da geht ein Ruck durch jeden Dancefloor – für alle, die sich auch zwischen Dub- und Detroittechno zu Hause fühlen.

The Analogue Cops meet DNP Vol. 1

the analogue cops meets dnp vol 1Es gibt einen wirklich super schönen Mix von The Analogue Cops bei Diamonds and Pearls! Hier ist mir  dann auch plötzlich erschrocken aufgefallen, dass ich ja überhaupt noch nicht diese Italo Johnson 02 vorgestellt habe. Was für ein Versäumnis und das, obwohl ich diese Platte schon ne ganze Weile in der Kiste mit mir herum trage. Den Favoriten B1 könnt ihr hier jedenfalls gleich mal anhören (22:20) und auch sonst gibt’s bei The Analogue Cops noch richtig viel zu entdecken. Ich bin Fan!

https://soundcloud.com/dnp-music-com/the-analogue-cops-meet-dnp-vol-1

Tracklist

CRC vd Myon – Mass Defect E.P. – Heliocentric – HEM-3
Arne Weinberg – Paralayzed Tribes (Kirk Degiorgio RMX) – Adepth Audio – adepth 03
Quincy – My First Mistake – Detronome – Detro – Detro Zero One
Third Side – Goddess of the night – Restoration – RST10
Dario Damerini – Portofino – Enterbt Rec. – ER03
ItaloJohnson – B1 – Italojohnson – ITJ02
The Analogue Cops – Squeeze – Sabotage – SBT-001
Aux88 pres. Black Tokyo – Puzzlebox – PBX-16
Marieu – Dark Theory – Restoration Records – RST-004
Black Extraterrestrial – Treat me like a man – City Boy – CBR24
Joe Babylon – Rise (Rick Wade`s angry heat) – Roundabout Sounds – RS001
Iron Curtis – Stranded – Sudden Drop – SD002
Lucretio – Still me – Restoration Records – RST008
Tobias – Clapper – Diamonds and Pearls – DNP11
Rob Belleville – Tectonic Movements – adepth audio – adepth01
Black Tokyo – Dragon Fly – Puzzlebox – PBX-15
passEnger – Placid Haze – Tabernacle – Taber01

Theo Parrish: The Twin Cities EP (Harmonie Park 007)

theo parrish twin cities harmonie park 007Bei Hardwax gibt’s übrigens gerade die The Twin Cities EP von Theo Parrish auf Harmonie Park 007 noch mal als Repress. Das ist wirklich eine absolute Hammer-Theo-Parrish-Platte. Geht’s hier um Chicago und Detroit oder meint er die Twin Cities Minneapolis und St. Paul, die weiter nordöstlich liegen? Egal, denn eigentlich geht’s hier um einen ultrafetten Parrish-Schieber mit funky Piano Loops und um Dance Sing auf der Flip – einen Track, der mich mindestens ebenso begeistern kann. Wer hier also auf diesen super deepen Detroit-House steht und diese EP noch nicht hat sollte sich das unbedingt mal anhören. Die Platte zählt nämlich doppelt!

Space Dimension Controller: FACT Mix 126 & RA Podcast 231

space dimension controller ra.231Jack Hamill hat’s jetzt als Space Dimension Controller geschafft! Gerade wurde seine großartige Debüt-EP The Love Quadrant vom October 2009 noch mal nachgepresst, sein neues Album Temporary Thrillz auf R&S wird von allen Seiten gelobt und sein Remix für Anthony Shake Shakier auf Rush Hour ist ebenso gelungen. Dann gab’s kürzlich noch den Space Dimension Controller Podcast für Resident Advisor RA.231 und bereits im Februar einen, für meinen Geschmack fast noch besseren Podcast fürs Fact-Mag. Wenn das kein Lauf ist, dann weiß ich auch nicht. Es ist also mal wieder Zeit für Funkdiscosound. Tensnake hat’s ja schon bewiesen, Nebraska ebenso. Space Dimension Controller ist im Vergleich auf seine ganz eigene Art schon noch mehr 80er und wenn ich seine Musik anhöre, dann erinnere ich mich plötzlich auch wieder an diese Playgroup Lieblings-DJ-Kicks von 2002. Wo ist die Zeit hin? Let’s disco!