Wo ich gerade mal wieder bei Dub und Techno bin: Eine Platte, die mir in dieser Kategorie schon ne Weile wirklich am Herzen liegt ist die letzte Sigha – Rawww auf Hotflush HFT010. Ich mag ja Scuba und sein Label Hotflush mit diesem, wie ich finde, sehr zukunftsorientierten und zugleich aktuellen Sound. Und wenn ich wirklich Fan von Tracks mit Dubstep-Bezug bin, dann haben die meistens einen sehr kurzen Link zu Techno. Düsteren Techno, der manchmal klingt wie ein schweres Raumschiff im Asteroidengürtel oder wie automatisierte Schwerindustrie in einer von Menschen verlassenen Industriehalle.
Beim Titeltrack Rawww kommt Sigha jedoch völlig ohne Step aus und hat uns hier einen erstklassigen Dubtechno Schieber zusammen geschraubt, der mal locker den Job als Floorfiller übernimmt. Die Tracks der B-Seite sind da schon experimenteller und überzeugen vor allem durch ihr echt starkes Sounddesign. Dazu passt übrigens auch der DJ-Mix Hotflush Podcast 02, welchen Sigha bereits im vergangenen August gemixt hat und den Du dir schon mal für die nächste Nachtfahrt auf den mp3-Player ziehen kannst.
- Sigha – Rawww (hören & kaufen)
- Sigha – Hotflush Podcast 02
- Sigha
- Hotflush
Enypnion ist eigentlich ein reines Digital-Label aus Polen. Im Jahr 2008 gab’s jedoch schon mal ein Release auf 12″ Vinyl und im Februar kam nun ein Zweites hinzu. Ich mache es kurz: Diese Various Artists EP auf Enypnion mit der Katalognummer ENV2 hat’s auf Anhieb in meine Lieblingsplattenauswahl geschafft. Ich höre sie mehrmals täglich, seitdem sie in der vergangenen Woche mit der Post gekommen ist und ich bin sehr optimistisch, dass sie sich auch nicht wirklich abnutzt. Ob Furthr, Irratio, Pegaz oder Session View – alle Tracks gefallen mir wirklich gut. Die A-Seite ist zuckersüßer Dub-Techno getreu dem Enypnion-Motto dream during dreaming. Die zwei Tracks der B-Seite sind eher Detroit-House oder so. Nur die Auslaufrille könnte ein bisschen tiefer sein, damit die Nadel nicht jedes Mal übers Papier schlittert und die geplant und gepressten zweihundert Stück finde ich auch viel zu knapp für diese eine schöne Platte!
Ungläubig gucke ich auf den
Montag: Depressionen ziehen sich durch die Timeline der Social Networks. Zum Glück wurde ich gestern auf einen neuen Mix von Ricardo Esposito in der Soundcloud aufmerksam gemacht (Danke an sma). Something That Needs Nothing: Dubtechno als Medizin gegen Grau in Grau in allen Lebenlagen – tolles Ding, Tipp!
Einen noch: Das Entertainment-Programm für den heutigen Montag beschließt – last but not least – der neue LWE Podcast 35 der Little White Earbuds von Margaret Dygas. Und wer jetzt hier vorschnell urteilt der irrt. Letztens hat sie schon ein wirklich schönes House-Set in ihrer Lieblings-Residency, der Panorama Bar, gespielt und dieser Podcast ist alles andere als der Minimalsound, den vielleicht einige befürchten. Super smooth am Ambient entlang gemixt hat mich dieses Set heute ganz wunderbar durch seine 78 Minuten begleitet. Perfekt für Tage wie diesen und inzwischen mag ich ja die Margaret Dygas überhaupt sehr gerne.
Es gibt eine Neue von Kosta Athanassiadis aka XDB auf seinem eigenen Label Metrolux Music. Die Cagomi EP beginnt auf der A-Seite mit einem 11 Minuten Desert Storm. Auf Anhieb erkenne ich wohlig warme Dubtechno-Attitüde des XDB wieder, jedoch wollen dieses Mal die Sounds nicht dubtypisch butterweich durchs Ohr gleiten. Stattdessen gibts ein bisschen Pychotreibsand in Kombination mit einer Acidline und das ist echt gelungen. An den letzten beiden Wochenenden habe ich mir immer erlaubt, die ursprünglich 118 Bpm etwas hochzupitchen und so hat der Tanzfloor beim Einsetzen der Bassdrum samt Bassline immer wieder einen schönen Ruck bekommen. Manchem ist sowas auch als Jack bekannt. Der Titeltrack Cagomi auf B1 kommt ebenso mit den Zutaten eines Chicago Jacktrax, die – wie ich immer wieder feststelle – niemals altern. Funky bassline, eine verspult säuselnde Synthmelodie, ein leicht böser Beat, Claps und eine Percussion gibt offbeat noch den Durchzug. Für mich ist es ein bisschen wie bei Jamal Moss – nur das XDB dieses Mal mit dem Plus an Harmonie und Wärme gewinnt.