Martyn – Great Lengths 3xLP (3024 005)

martyn Great LengthsDiesen Monat ist das bereits im vergangenen Jahr angekündigte Album Great Lengths von Martyn erschienen und es wird völlig zurecht überall umjubelt. Martyn zählt mit seinen Produktionen zu den Vorreitern der aktuellen Liaison zwischen Dubstep und Techno, obwohl für mich dieses Album eher eine Liebeserkärung für Dubstep und House ist. Hat Dubstep bisher eher das Image, düstere Musik für Kopf wippende, bekiffte Jungs zu sein, so bringt Martyn mit dieser LP ein Lächeln des Frühlings auf den Dancefloor, dessen leicht gebrochener Beat ganz locker mit der 4/4 Bassdrum im House flirten kann und dabei das bisschen Pop mitbringt, welches auch die Mädchenpopos begeistern wird. Mein Favorit ist E – Elden St. neben all den anderen, wirklich sehr schönen Tracks. Release Date ist heute – ich hab sie schon :) Großer Tip und schwere Kaufempfehlung!

The Black Dog – Further Vextations

black dog further vextationsHeute erscheint die neue Platte von The Black Dog. Wenn ich nur an dieses Album Radio Scarecrow vom letzten Jahr denke, dann ziehen sich gleich tiefe Furchen durch meine Stirn. So hatte ich doch vom Album erst erfahren, als es im LP-Format schon überall „out of stock“ war und mir bei Discogs Preise um die 60 Euro entgegen lachten. Wer hier welchen Schuss nicht gehört hat, will ich an dieser Stelle einmal offen lassen. Fakt ist: heute erscheint die neue Black Dog LP (Edit: …doch noch nicht – das Release Date ist jetzt nächste Woche Montag – 27.04.). Nachdem, was ich bereits gehört habe, ist das wieder klassischer Black Dog Style – irgendwo zwischen Ambient, IDM und Techno und insgesamt etwas dunkler als das letzte Album. Neben der wieder limitierten 3xLP Vinyl Edition gibt’s das aber auch als CD, mp3 oder flac.

Hier ist schon mal der Teaser:

  • Further Vextations
  • The Black Dog

Talking Shopcast 04: Efdemin / Phantasma EP 1

efdemin phantasma dnp 11Auf Little White Earbuds gibt’s ab heute den Talking Shopcast mit Diamonds & Pearls, dem freundlichen Musikvertrieb aus Berlin. Seit 2003 kümmern die sich dort -ich erinnere mich noch an ihr kleines Häuschen im Kreuzberger Hinterhof- um klasse Houseplatten und veröffentlichen zudem auf ihrem Label Diamonds & Pearls Music auch selbst sehr schöne Tracks. Ein Blick ins Plattenregal und ich finde unter DnP auch Henrik Schwarz, Ricardo Villalobos und diese A Gang of Crows EP von M.Cargo & At Ease. Letztere habe ich soeben gleich mal wieder in die aktuelle Playkiste gesteckt. Ganz aktuell ist die Diamonds and Pearls 11 – Phantasma EP. Die A-Seite kommt mit tobias. – Clapper und die Flip mit Efdemin – Hope.

Der Efdemin Track mit diesem geilen Bass ist für mich das Kaufargument für diese Platte und das unterstreichen DnP und Efdemin gleich noch mit einem Interview und einem Podcast.

Tracklist

01. Ferdinand Kriwet – Voice of America [Edition RZ]
02. Thriller – Swarm [Thriller]
03. Loco Dice – Black Truffles In The Snow (Mike Huckaby’s The Jazzed Out S Y N T H remix) [Desolat]
04. Vera – Hooked Up With Da Drums [Moon Harbour Recordings]
05. The Godson – Magic Water (Saint Jean remix) [Still Music]
06. Dplay – Tschaka [Running Back]
07. Rennie Foster – Little Dandelion [Futago Traxx]
08. Josh Brent – A Question of Timing [Schatrax]
09. Boris Horel – Close To Me [Eklo]
10. Studio 1 – Grün 2 [Studio 1″
11. Protectorate Collective – Nm [Protectorate Collective]
12. Norm Talley – The Journey [Nouveau Riche Entertainment]
13. Protectorate Collective – Be [Protectorate Collective]
14. STL – Silent State [Smallville Records]
15. Sian – Red Cloud (Minilogue remix) [Aus Music]
16. Eliot Orphan – Twelve [Ballad Inc.]

Bullwackies All Stars – Black World Dub

Bullwackies All Stars - Black World DubUnd wo wir schon mal beim Wackies Dub sind. Als es 2008 das Repress dieser Platte gab, brauchte ich nicht groß überlegen und es war klar, dass sie natürlich als 12″ in die Sammlung mit aufgenommen wird. Es ist meine allerliebste Dub-Platte und immerhin der Grund, warum Hardwax ebenso heißt. Moritz von Oswalds und Mark Ernestus Weiterentwicklung hab ich übrigens schon einen Podcast geschenkt.

Black World came out originally in 1979, on the Wackies’ imprint Hardwax. (The original cover commemorated the first year of Honest Jon’s new reggae shop Maroons Tunes, Bullwackies’ UK distributor.) It’s a tough album, with Sibbles guiding the selection as well as sharing bass duties — there are versions of his classic composition Guiding Star and stylish Wackies heavyweight, This World; and Tribute To Studio One reworks Heptones Gonna Fight / Hail Don D. as modern steppers, with the kit-drums — as throughout this album — supplemented effectively by the latest electronic innovation from Japan. Drifter and Skylarking put in appearances; and two full Joe Auxumite vocals from the solo album scheduled for release around this time, but abandoned when most of the tapes were lost. A dub version of Delroy Wilson’s Rain From The Skies rounds out proceedings.

Wackies Sampler Volume 1, 2 and 3

wackies samplerEs ist April und schon Sommer. Ich war bereits im See baden und hab inzwischen auch den ersten Sonnenbrand des Jahres. Deshalb war ich heute mal nicht zum Sonnenbaden. Jedoch scheint hier nun nicht nur die Sonne durchs Fenster – die Wackies Sampler Compilations waren heute der Dub-Reggae Dauerbrenner. Wackies haben ja in der vergangen Zeit ihre Releases auch als Sampler CD re-released und diese seien Dir hier nun wärmstens an Herz gelegt. Volume 1 und 3 sind immer noch für kleines Geld bei Hardwax zu haben -die besondere Empfehlung geht an Volume 3- und mehr als no fillers, just killers! will ich auch nicht hinzufügen.

Andy Stott: Brief Encounter (Modern Love 55)

andy stott brief encounterEs gibt eine neue Platte von Andy Stott. Seit 2005 veröffentlicht dieser wirklich gute Tracks auf Modern Love. Mit seinem Album Merciless zeigte er uns bereits 2006 seine beeindruckende Kombination zwischen deep- und darkness und immer noch gerne höre ich die Demon in the Attick EP, die neben diesem Techno Killer auch das wunderschöne Deephouse Stück Come Together enthält. So war jetzt schon vorher klar, Andy Stott wiederholt sich nicht, geht mit seinen Produktionen immer einen Stück weiter und deshalb ist für mich zumindest einmal reinhören Pflicht. Meine Erwartungen wurden nicht enttäuscht. Counter auf der A-Seite ist ein Dubtechno Track. Wer mich heute noch mit einer Dubtechno Produktion aus der Reserve locken will, der muss da schon ganz schön was hinlegen – Andy Stott hat’s hingekriegt. Die B-Seite kommt dann mit sehr gutem Dubstep genannt Drippin. Mein Fazit: Genau so! Großartige Platte!

1995 – 2003: eine persönliche Techno-House Retrospektive (Teil 2)

techno 1997 retrospektive

1995 – 1997

Einer, der dabei Techno entscheident mitgeprägt hat ist Carl Craig. Mit seinen Produktionen von 1994 bis 1997 als Paperclip People sowie seinem Label Planet E ist er auf jeden Fall einer der wichtigsten Produzenten dieser Zeit. Wieder waren es die Tracks aus Detroit, die überall abräumten und der gesamten Techno-Community neue Inspirationen und neue Impulse gaben. Mindestens ebenso wichtig wie Carl Craig ist Jeff Mills, der nun ab 1996 auf seinem Label Purpose Maker neue Loop-Techno Impulse setzte. Convextion gab sein Debüt auf Matrix, Octave One starteten ab 1995 ebenso richtig durch, Kenny Larkin veröffentlichte sein Album Metaphor und trumpfte mit seinem Dark Comedy Alias und nicht zuletzt waren da noch Richie Hawtin (aka Plastikman & Concept), Robert Hood, Blake Baxter oder Scan 7. Und die deutschen DJs wie Sven Väth oder DJ Hell haben diese Tracks gespielt.

Wenn ich an die für mich wichtigsten Releases aus Europa denke, dann möchte ich hier nicht in einem endlosen Namedropping enden. Da sind natürlich die harten Technoplatten z.B. auf Tresor oder Djax Up. Doch aus meiner der jetztigen Perspektive finde ich die Releases u.a. von Jesper Dahlbäck oder Adam Beyer auf Svek sowie die Platten um Steve O’Sullivan auf Mosaic bei weitem spannender – um nur zwei dieser damals ganz frischen Labels zu nennen, die letztendlich nicht nur für mich das Jahr 1997 zu einem der besten Techno-House-Jahre überhaupt machten. Wenn ich durch meine Plattesammlung gucke dann bleibe ich auffällig oft an Platten von 1997 hängen – das mit dem zeitlosen Groove hatten die in diesem Jahr wirklich drauf. Und dann gab’s 95/96 natürlich noch die bis heute essentiellen Platten auf Studio 1, Maurizio usw.

Auch beim House tat sich einiges. Groß im Rennen waren damals DJ Sneak, Strictly Rhythm und so, die sich noch ne Weile am sogenannten Wildpitch Sound inspirierten. Aber für mich steht allen voran Matthew Herbert! Mit seinen Tracks auf Phono setzte er entscheidende Maßstäbe in Richtung Deep House. Die Frankfurter Ongaku Leute starteten ihr Label Playhouse, Ricardo Villalobos veröffentlichte Tracks wie MDMA oder The Contempt, Chris Liebing veröffentichte als  Noosa Heads die großartige Houseplatte Mushrooms und 1997 gab’s die Nummer 1 auf Perlon.

Was zum Jahr 1997 auf jeden Fall mit dazu gehört ist Radio Evosonic. Das mit dem Internet war ja noch völlig in den Kinderschuhen, eigentlich viel zu teuer und bis auf techno.de und tanith.org gab’s auch noch keine wirklich relevanten Seiten im Netz. So blieb uns damals ebenfalls nur das Radio und der Plattenladen als Informationsquelle. Ich versuchte immer gleich nach der Schule im Plattenladen vorbei zu gucken und es hatte viel mit Glück  zu tun, etwas von den wirklich fetten Platten abzubekommen. Eine ordentliche Radiosendung, bei der auch Platten vorgestellt wurden, gab es bei uns nicht wirklich und in meinem Freundeskreis hatten wir nur vereinzelt Tapes von der HR3 Clubnight. Aber dann kam am 1. Mai Radio Evosonic – unsere Musik, 24 Stunden, 7 Tage die Woche non stop. Es lief die ganze Zeit und was Evosonic für die Technoszene für eine Bedeutung gehabt hat, dass konnte man auch an Chris Liebings „Freitag Abend“ Sendung sehen. Er sagte da immer irgendwas mit Schranz und 3 Jahre später sollte harter Techno, den er dort immer spielte, einfach nur noch Schranz genannt werden. Fortsetzung folgt…