Matthias Meyer: Infinity / Wareika: Smiles (Liebe Detail 29)

Matthias Meyer: Infinity / Wareika: Smiles (Liebe Detail 29)Im Dezember hatten wir hier den Hinweis auf die Efdemin-Aufnahme aus dem Harry Klein Club München. Bei Minute 56 gab’s diesen Track der mir gleich beim ersten Hören sehr angenehm aufgefallen war. Toni fragte erst erfolglos hier in den Kommentaren danach und lieferte ein paar Tage später großartiger Weise auch selbst die Antwort: Matthias Meyer – Infinity, die aktuelle Liebe Detail. Super! Ich bin dann auch schnell los und hab die mir gleich geschossen und vergangenen Freitag gleich zwei Mal gespielt (was bei mir eigentlich nicht vorkommt – auch wenn ich die 5-Stunden-Set Marke locker knacke). Kurzes Fazit: Killer! Erste Liebe Detail seit langem und Infinity werde ich wohl ne ganze Weile spielen. Ein Danke geht nochmal an Toni und der B Track Smiles von Wareika ist auch schön.

Scuba: Sub:stance (Ostgut CD 11) / Aesaunic EP (Hotflush 024)

Scuba: Sub:stance (Ostgut CD 11)Scuba – das ist der Brite Paul Rose, der neben seinem Label Hotflush auch seit Juli 2008 die Sub:stance Partys im Berghain macht. Außerdem gab’s von dem bereits neben vielen guten Singles ein tolles Album – „A Mutual Antipathie“ heißt das, welchem noch drei Remix EP’s mit Surgeon, Martyn etc. folgten. Wer erinnert sich? Im Oktober 2009  ist bereits die Aesaunic EP erschienen – und irgendwie brauche ich bei Scuba immer ein Weilchen, bis ich endlich die paar Euro für seine Platten über die Theke reiche. Und das, obwohl meistens gleich beim ersten Hören klar ist, das Geld für den jeweiligen Scuba-Tonträger nicht sinnlos raus geschmissen wäre. So hat es auch bei der Aesaunic EP wieder etwas länger gedauert – dafür bin ich jetzt umso mehr überzeugt. Fünf atmosphärische Dubstep Tracks mit (Dub)-Techno-appeal machen auf jeden Fall schon ein kleines, wunderschönes Album. Wer noch nicht reingehört hat, der muss das unbedingt nachholen.

Scuba – Symbiosis (Aesaunic EP)

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Levon Vincent: mnml ssgs mix 46 / Double Jointed Sex Freak

Levon Vincent: Double Jointed Sex FreakFrohes Neues alle zusammen! Gestern haben wir hier in der Monday Edition gleich mal absoluten Besucherrekord gefeiert. Es scheint so, als hätten es einige bis zu den Blogs beim Leserpoll der De:Bug geschafft und an dieser Stelle ein wirklich ganz großes Danke an alle, die uns in ihre Lieblingsliste für 2009 eingetragen haben. Das ist so super! Im ersten Jahr gleich mal hinter Tanith eingestiegen – WOW! Wer hätte das gedacht?

Einer, der uns im vergangen Jahr immer besonders gut gefallen hat, ist definitiv Levon Vincent und wie könnte das Jahr besser starten als mit einem neuen Mix von ihm? Seine DJ-Sets waren immer klasse, seine Platten habe ich alle gekauft und das war auch stets die richtige Entscheidung. Laut ist er immer für einen Schauer von Gänsehaut gut und das es 2010 noch ein bisschen geiler geht beweist seine neueste Veröffentlichung Double Jointed Sex Freak auf Novel Sound 04. Nur blöd, dass mir nun gerade diese Platte kurz vor Weihnachten entwischt ist. Mist! So spare ich mir erstmal weitere Worte dazu und verweise auf das Hörbeispiel in der YouTube-Playlist:

Levon Vincent – Double Jointed Sex Freak

Sie wird jedoch ganz sicher nochmal nachgeliefert und bis dahin verkürze ich mir das Warten mit dem neuen Mix von Levon Vincent bei unseren Freunden von mnml ssgs. Der ist wieder mal so tight & funky wie ich es mag und ich glaube, das ist sogar Levon’s bisher bester Mix.

Tracklist

FRED P – NO LOOKING BACK
TEVO HOWARD – 06060606
MOLE PEOPLE – THE OCEAN
XDB – RISING SUN
OMAR S – QUADRAPOLEGIC COMPANION
CULTURAL VIBE – MA FOOM BEY
TRACK SHOW – TRACK 3
MIKE PERRAS – LITTLE BIT OF THIS
FRED P – DEEP HYPNOTIC (MARS MIX)
DJ DUKE – D2-D4
FAT CAT – You Figure it Out
DJ QU – BE FREE
LEVON VINCENT – DJSF 2
MOOD II SWING – MOVE ME
TEVO HOWARD – EVERYDAY HOUSE MUSIC

Maayan Nidam – Don’t Know Why / Feels Like (Perlon 78)

Perlon ist eines dieser Labels dessen Produktionen ich in den vergangenen Jahren eher respektiert als geliebt habe. Die ziehen ihr Ding (heller, trockener Minimalsound mit Microsamples, Pappkartonbeats über extrem tiefen Bässen, keine Chords, selten unter zehn Minuten pro Track) konsequent durch, in konstant hoher Qualität, mit den allerbesten leuten – und doch liessen mich die Ergebnisse meist kalt. Wenige Ausnahmen, die über den uniformen Labelsound hinaus wiesen, wie zuletzt Portables Überhit Release, bestätigen diese Regel nur.

Mit dem Track Feels Like auf der B-Seite der Laufnummer PERL78 gibt es endlich mal wieder einen Track aus diesem Stall, der mich berührt, tanzen lässt und es zugleich schafft auf interessante Weise an meinem Nerven zu zerren. Gelungen ist dieses Kunststück der Wahlberlinerin Maayan Nidam. Sie ist keine unbekannte im Technogeschäft, legt im Watergate auf, und veröffentlicht neben ihrem bürgerlichen Namen als Miss Fitz, Laverne Radix und als Teil des Duos Mara Trax. Feels Like kombiniert holpernde beats, ein staubtrockenes, erst mal ungelenk wirkendes Geklopfe mit einem genial mäandernden akustischen Bass zu dem sich hin und wieder tiefergelegte und zerdehnte Vocals gesellen, wie eine Bande Gregorianer auf Pilzen. Mehr passiert nicht, aber es ist mehr als genug um eine unwiderstehlichen Funkyness zu entwickeln – aus Bauelementen, die für sich denkbar unfunky sind. Die A-Seite Don’t Know Why ist nicht schlechter, aber insgesamt konventioneller und näher an einem typischen Sample-Schnitzelsound wie man ihn eben von Perlon, Foundsound oder Microcosm kennt. Aber auch hier heben die verquer montierten Vocal-Fragmente das Stück über den Durchschnitt. Beide Tracks sind auf Ihre Weise mächtig Deep, und verzichten dabei auf jedes handelsübliche Klischee von Deepness. Geisterhousemusic.

Delano Smith & Norm Talley: Constellation / Detroit 2-Step (Sushitech 10″)

Delano Smith & Norm Talley: Constellation Detroit 2-Step Sushitech 10"Es gibt sie nach wie vor, diese richtig guten Tracks nur auf Vinyl. Nur sind inzwischen alle so vorsichtig und pressen so wenig, dass Plattenkaufen in den letzten Wochen noch mehr Jagd war, als es das sowieso schon immer gewesen ist. Möglichst jeden Tag die über Jahre hinweg flächendeckend abonnierten RSS-Feeds und Newsletter checken ist Pflicht, wenn man eins der paar Exemplare bekommen möchte. Und wenn man mal zu einem ungünstigen Zeitpunkt das Geld für Plattenladen und neue Technik verdienen muss, dann ist es inzwischen mehr als nur fast sicher das der geneigte Plattenkäufer blöd aus der Wäsche und hinterher guckt.

Bei dieser hatte ich Glück. In 2 Stunden gingen 20 Stück über die Ladentheke – und auch nur dann wenn man bereits wusste, dass diese da hinter der Theke liegt. So bin ich nur deswegen eines Nachmittags aufs Rad gesprungen und hab gerade noch die Letzte ergattert. Es ist ein bisschen wie damals im Osten, kurz vor Weihnachten wo es ausnahmsweise mal Orangen oder Bananen gab.  Oder wenn es für 2010 Fusion Early Bird Tickets gab oder Nachtdigitalkarten – letztere sind ja inzwischen auch schon ausverkauft, aber darum soll es hier nicht gehen…

Detroit Beatdown hat nach Jahren im Abseits eine Renaissance erfahren. Ein guter House-Dancefloor hat im Sommer 2009 auch dann locker durchgehalten, wenn die Geschwindigkeit für Stunden weit unter 120 Beats pro Minute gefallen ist. Und auf einmal sind Sie wieder da, die schon da waren, als das mit dem Techno House Ding gerade erst los ging: Norm Talley und Delano Smith. Auf Sushitech gab es nun Ende November diese auf 300 Stück limitierte Split-10″ mit 2 richtig guten House Tracks der Altmeister. Ich konnte mich lange nicht richtig entscheiden, welche Seite der Platte mir eigentlich am Besten gefällt.

Den A-Track „Constellation“ hat Delano Smith produziert. Eine rollende, tief im Bauch wubbernde Bassline trägt hier alles: die sehnsüchtige Synthsequenz, die atmosphärischen Strings, die Claps und die offbeat treibenden Hihats. Ganz klassisch und alles richtig gemacht – deep into the vibe of house, so soll’s sein. Tja, und wie beschreibe ich jetzt Norm Talleys „Detroit 2-Step“ damit hier auch rüber kommt, dass der mir noch ein kleines bisschen besser gefällt? Es ist die Soundauswahl, die nicht ganz so rund klingt, sich auch an akustischen Instrumenten bedient, so noch ein bisschen mehr psycho-akustische Reibung aufbaut und diese dann durch Norm Talleys 1A Mörder-Bassdrum perfekt transportiert. Something for your mind, your body and your soul!

So könnte ich zwar auch wie ein Rohrspatz meckern, dass mir letzte Woche schon wieder so zwei Granaten wegen der momentan akuten Vinyl-Unterversorgung durch die Lappen gegangen sind und das meine zwei Haupt-Plattenläden dazu noch ihre Newsletter schwer vernachlässigen, was demnächst auf jeden Fall noch vor Ort besprochen wird. Andererseits ist aber auch alles wieder viel spannender geworden. Es gibt eben nur noch 300 Stück und so kann gar nicht jeder DJ mit Vinyl das Gleiche spielen. Ich merke wie mich der Platteneinkauf (mein tägliches Leben) emotional aufwühlt und das ich mich schon lange nicht mehr so über neue Platten gefreut habe. Die müssen deshalb auch nächstes Jahr wieder mehr öffentlich aufgelegt werden – mit nem Satz ganz persönlicher Trümpfe und Zaubertricks im Ärmel, versprochen!

Technics 1210 MK II

technics sl-1210 mk2Vergangene Woche ging ein Aufschrei durchs Netz. Es geht um den alten Haudegen und nahezu unkaputtbaren Technics 1210 Plattenspieler, zu welchem es angeblich nach De:Bug eine traurige Nachricht von Ian North, Sprecher von Panasonic Australien, gibt:

“It is a sad day today but due to low sales globally in analogue turntables a decision to stop production has been made on Technics Turntables. For Australia this means we will receive our last shipment in March”

Daraufhin fand man sich in Blogs und im Facebook zum kollektiven Trauern ein. Diejenigen, die zwischen Technik und Fortschritt immer noch einen streng linearen Zusammenhang annehmen, lästerten schon wieder hämisch, dass dies ein weiterer trauriger Tiefschlag für die depressive Zunft der ewig gestrigen Vinyl-DJs sei und ich saß hier wieder einmal etwas verwundert vor meinem Bildschirm. Denn erstens gibt es noch gar kein offizielles Statement dazu, zweitens weiß Panasonic Deutschland auch auf Anfrage von Electronic Beats nichts davon und drittens habe ich für das Zitat des Pressesprechers immer noch keine 1A Quelle gefunden. Außerdem gibt’s bei Scratchworks ein Posting zum selben Thema bereits aus dem Jahr 2007, man weiß nicht ob es vielleicht nur den MK2 betrifft oder den MK5 und wer Lust auf ein kleines Logikspiel hat, der kann ja auch noch das anstehende Weihnachtsgeschäft mit einbeziehen.

Und mal am Rand: Ich kann auf Vestax und Premium Numark Modellen genauso gut auflegen wie mit Technics. Und dieser Technics 1210er ist zwar auch meine erste Wahl, aber er ist nun mal auch nicht perfekt. Dieser 0%-Pitch Raster ist doch echt überflüssig und dank dieses Rasters ist auch der +/- 0,5% Pitchbereich nach ein paar Betriebsjahren nur noch ein Sumpf der Gleichlaufschwankungen. Das hält zwar fit im Kopf und steht vielleicht auch ein bisschen für dynamisches Mixing – aber gut ist was anderes. Von mir aus können sie den MK2 gerne gehen lassen. Nach den 35 Jahren seiner Produktionsgeschichte hat er ausreichend Gutes getan und ich kaufe mir beim nächsten Mal sowieso nur einen ohne Pitchraster. Hey Druffalo: Only after the last record has been played, only then will you find that the party is over – und solange ich hier am Start bin gilt zu jedem Zeitpunkt: Eine hab ich noch. :)

Updates kann man im Moment übrigens bei Scratchworx am Besten nachverfolgen und siehe da, die Zukunft sieht auf einmal gar nicht mehr so düster aus.

Joy Orbison: BRKLN CLLN / J.Doe (Doldrums 01)

Joy Orbison: J.Doe / BRKLN CLLN (Doldrums 01)Anthem Alert! Denn da ist sie, die erste Veröffentlichung von Joy Orbison auf seinem eigenen Label Doldrums – und nicht Dildrums, Sascha :) Ich müsste mich nochmal im Native Speaker Umfeld genau erkundigen aber ich glaube, dass eine Doldrum das Gegenstück zur Dildrum darstellt, oder? Seite A kommt jedenfalls mit J.Doe, was ich ja seit dem That Doldrum Joy Sound Mix sowieso schon liebe und die Flip kann mit dem Track BRKLN CLLN mindestens ebenso trumpfen. So macht Joy Orbison auch weiterhin alles richtig. Die Vibration ist über die Lautstärke stufenlos regelbar und bei richtiger Anwendung sind eargasms garantiert. Joy Orbison, ab mit dir in die Jahrespolls 2009 und ich will dich da ganz vorne sehen!