Ebenso ganz frisch im Regal. Morphosis ist Rabih Beaini oder auch Ra.H. Auf seinem Label Morphine Doser hat er mich schon so manches Mal mit seinen ziemlich düsteren und etwas rauen House Tracks auf ganz besondere Reisen geschickt. Es ist keine Musik vom Hit-Reißbrett. Stattdessen kommt er anfangs immer ein bisschen schief, trifft dann doch mit seinem ganz persönlichen Vibe das Gehirn und lässt die Synapsen Tango tanzen. Und jetzt haben sich zwei gefunden: Aroy Dee veröffentlicht auf seinem Label M>O>S die neue EP von Morphosis. Und es klingt wieder zuerst ein bisschen unbequem und nimmt mich dann doch voll mit. Cetrik ist mein Favorit und kommt gleich nach Fall of Justice, meinem absoluten Rabih Lieblingstrack. Zum Anhören klicke die Links:
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Sven Tasnadi: Our Destiny (Ornaments 05)
Die neue Ornaments ist da. Nummer 5 des Labels, welches sich spätestens mit den Deepest America Remixes sein Kreuzchen auf unserer internationalen Diggerkarte verdient hat. Die neue ist von Sven Tasnadi und heißt „Our Destiny“. Es gab schon ordentliche Vorschuss-Lorbeeren bei der De:Bug und ich stelle ebenso fest: Es ist mein aktueller Lieblingstrack! Und Moment mal – da gabs doch auch noch die aktuelle Platte auf Stefaniks Cargo Edition. „Genau So“, ein ebenso einfach guter Housefloor-Kicker. Du findest alles zum Anhören (und noch mehr) auf Tasnadis Myspace Seite oder besuche die Ornaments Homepage.
- Sven Tasnadi
- Ornaments
- De:Bug Review
STL – Nocturnal Mixdowns (Something Vinyl Edition 08)
STL aka Stefan Laubner habe ich zum ersten Mal auf der Perlon 13 gehört, die im Jahr 2000 erschienen ist. Der Track Portside Waves war schon da ein kleines Kunstwerk des abstrakten Minimal House und schmiedet zusammen mit dem Villalobos/Dandy Jack Track auf der Flip ein nach wie vor frisches Kleinod für die ruhigen Momente. Seitdem hat Stefan Laubner eine ganze Reihe von Tracks auf seinem Label Something releast, die sich alle durch ihre wirklich außergewöhnliche Eigenständigkeit auszeichnen – irgendwo zwischen trocken-rohem Sequenzing, herausragender Experimentierfreude und absoluter Deepness. Und ich bin ein großer Fan seiner Platten geworden. Da ist zum Beispiel die Rain Interpretations LP, die auf der B-Seite mit Thunderstorm eine 21 Minuten Aufnahme eines einsetzenden und vorrüber ziehenden Gewitters samt Regen enthält. Ich nehme das immer wieder gern – mal als Intro, mal um der Technohölle noch einen sphärischen Kick oben drauf zu setzten. Oder Dangerzone, die herrlich schief rumpelnde Alarmsirene des Minimaltechnos. Oder ganz im Gegensatz Inner Silence von der letzten 51° North EP. Ein Track der so deep ist, dass man sich mühelos seine 13 Minuten endlos in ihm fallen lassen kann – aber nicht ohne dann doch mit dem Fuß zum locker jackenden Rhythmus zu wippen.
Im Januar ist sein neues Album Nocturnal Mixdowns erschienen und obwohl ich schon den anderen Platten einen Ehrenplatz auf Lebenszeit in meiner Sammlung eingeräumt habe, könnte das mein bisher absolutes STL-Lieblingsalbum werden. Es vereint für mich alle Facetten, die ich an Laubners Produktionen so sehr mag. The Taphead war mein Eingangsfavorit. Ein relativ zackig groovender Technotrack garniert mit Klängen aus Weltraum. Fog and Snow klingt wie eine neue Interpretation des oben erwähnten Inner Silence Tracks und kam mir gleich so seltsam bekannt vor. 2 Deep groovt 15 Minuten vor sich hin. Locker hätte Stefan Laubner die Kickdrum verschärfen können und mit einem Clap jubelnd die gesamte Minimaltechno Gemeinde hinter sich versammelt. Aber ein STL bleibt im Subtilem und lässt den Track nach und nach entschweben – ganz groß! Mir würde auch noch zu jedem der 4 weiteren Tracks ein kleines Loblied einfallen… 72 Minuten Entdeckungsreise auf 2×12″. Für heute, für morgen, für nächstes Jahr und in 10 Jahren auch noch.
PS und was an STL Platten außerdem besonders ist: Jede Something 12″ enthält ein paar Bonus Loops. Irgendwann habe ich mal die Eingebung gehabt, mir endlich all diese Loops durchzuhören und war echt verblüfft, welche Vielfalt sich mir in diesen kleinen Rillen abseits der Tracks darbot (und wie Techno die manchmal sind). Ich habe mich also hingesetzt und diesen kleinen Loop Mix damit produziert. Es ist keine große Sache und auch nicht mein Diplom im kreativen Arrangieren, Mixing und Pre-Mastering. Aber vielleicht ist es eine kleine Inspiration, aus diesen eh schon super Something Platten noch ein bisschen mehr zu machen:
Patrice Scott: Deep In Detroit Mixtape
Ich kann mich noch sehr gut an diesen September 2007 in der Panorama Bar erinnern – damals als erst Ra.H live spielte und dann Patrice ‚Mr. Sistrum‘ Scott aufgelegt hat. Ich wusste es ja schon vorher und weiß es noch immer: Patrice Scott ist ja sooo cool! Wir haben durchgetanzt.
Vor zwei Wochen ist seine neue Platte „Far Away“ auf Sistrum erschienen. Ich hab an manchen Tagen schon irgendwie festgestellt, dass ein Besuch im Plattenladen ne relativ unemotionale Sache geworden ist. Manchmal lächle ich ein wenig wegen dem jungen Spanier neben mir, der da grade wieder voll unter seinen Kopfhören abgroovt. Aber bei der Platte ist mir das auch wieder passiert. Da geht mir gleich das Chakra im Bauch auf. Deep in Detroit – ein Glück, dass die Motown noch solche Leute wie Patrice Scott hat, sonst wäre es dort inzwischen ziemlich still.
Zu Hause, mit der Platte unterm Arm und den Erinnerungen an die PBar im Kopf, hab ich wirklich einen DJ Mix von Ihm vermisst. Ab heute gibts aber die Rettung: Das Deep in Detroit Mixtape, yeah! Und Patrice Scott spielt am Freitag, den 13. Februar wieder in der Panorama Bar und am 07. März im Übel & Gefährlich Hamburg. Not to be missed!
Deep In Detroit Mixtape – Tracklist
00.00 ?
07.15 ?
14.25 Marcellus Pittman – Skylark [Late Morning mix Foool!!] – FXHE
18.05 Kerri Chandler – Moon Bounce – Deeply Rooted House
23.15 ?
27.30 ?
32.30 ?
38.30 DJ OJI – Footsteps of Phire (Ibadan)
42.30 Ferrer & Sydenham Inc. – Timbuktu [Ame Main Mix] – Ibadan
48.00 David Alvarado – Passion Fruit – Yoshitoshi
55.55 Kevin Saunderson – Pump the Move [Samuel L Sessions Mix] – KMS
Luomo: Vocalcity – Force Tracks 14 (3×12″)
Ich hab mich jetzt doch mal dazu durchgerungen, meine Plattensammlung nach Staubfängern und Fehleinkäufen zu durchsuchen und diese endlich mal auszusortieren. Manchmal kommt man dabei auch mal wieder an Platten vorbei, welche zu unrecht schon zu lange ungehört im Regal standen. Dieses 2000er Album von Luomo (aka Vladislav Delay) ist eine davon. Es passt grade noch in den letzten großen Deep House Hype dieser Zeit, dem ich ja auch irgendwie meinen Zugang zu dieser Musik verdanke. Der große Hit dieser Platte ist wohl ohne Frage Tessio – dieser große Deephouse Popsong, der mir schon bei so manchen Liebeskummer so großartig zur Seite gestanden hat. Der Track wird grade zum mindestens dritten Mal wieder neu aufgekocht aber wenn man das Vocalcity Album hat, dann können diese ganzen Remakes einen völlig entspannt am Arsch vorbei gehen. Persönlich finde ich eh die C/D Platte immer noch ein bisschen besser und so habe mich für den Track „Synkro“ im Player entschieden. Nach diesem Album hat Luomo leider diese leichten Ansätze ziemlich schlimm in Richtung Pop-auf-die-12 entwickelt und hat mir überhaupt nicht mehr gefallen. Deshalb spare ich mir auch den Myspace Link.
- Luomo: Vocalcity (Discogs)
- Debug Review
Clone schließt das Label
Closure of the Clone record label
After running the label since 1993/ 94 we recently noticed that we were going to repeat ourselves. We started as a label influenced by the first wave of techno and house labels who were just releasing music for the sake of good and personal music (we cloned what they did… by just having fun and release music which we enjoyed ourselves). We have started very immature and without having an idea in mind that we we’re going to make this a business…
At that moment we were exploring the field of minimalish techno and acid. Then our attention slowly moved to electro, post Detroit techno and the new sonic territories with modern electronica. We’ve had the return of disco in the late 90’s and the nu-disco thing and a fusi on of styles in the early ’00. Simultaneously we’ve released dark electro techno, campy nu-disco ,advanced modern electronica and personal favorites in the rebound.
Artists developed into different directions and there is not much we haven’t touched in our field… from very ‚obscure‘ records to ‚underground‘ dance floor hits that got big festival crowds and balearic holiday ravers moving. So what is there left to do? Basically there is no challenge at this moment… we can continue releasing everything we like (from people we like) without a marketing strategy and without a potential buyers in mind as we used to do… but we already did so for many years.
At this moment we don’t understand the popularity of many artists and releases….or… actually we do!. We do, to a certain level, because we’ve tried many things when we just started our journey into music when we were teenagers and when we started the label +/- 15 years ago! By now we do understand the tricks and formulas of dance music and the different users. However using these tricks and formulas just to ensure maximum effect would be betrayal to our own musical ethics because our goal with Clone records is to entertain ourself with the music we release (and to be clear… with the music…and not the sideeffects). Somehow we feel we’ve had an almost complete life cycle of personal evolution in dance music and thats also how we developed the label into a versatile label which is releasing different styles of dance music for different purposes. Its a difficult decision because the label is doing very well and we get warm reactions from the strangest places in this world and we could do this for another 10 years!
But in order to remain passioned about what we do, we feel we should not continue the label as it is.. so we won’t.
but no worries.. there will be new things coming, but its just not exactly clear what, how (and when). More news on th at in a few weeks time!
There will be to two remaining releases (scheduled for Februari.) C#55 – I-f ft Fred Ventura/ Ajello – I cut my heart out (Craig Richards edit)/ I’m ready C#56 – Marco Bernardi – Mystery Of Nazerus (plus a limited Marcus Bernardi rmx 12″) then it will be quiet on the label…
oh.. and Clone Clasic Cuts still has some releases lined up (incl a Unit Moebius CD release), so for now we don’t know what will happen with that.. but most likely we will continue with the Classic Cuts Series.
Paperclip People – The Secret Tapes Of Doctor Eich
Meine Platte des Tages: Paperclip People – The Secret Tapes Of Doctor Eich. Ich kann mich noch sehr gut an diesen Montag 1996 im Plattenladen erinnern, als ich die das erste Mal gehört habe. Es war meine erste Begenung mit Detroit Techno – und das hat mich bisheute nicht mehr losgelassen. Ich schließe mich vollkommen kodebreaker an, der bei Discogs sagt:
Every one of the tracks is a creative collection of minimal elements bound together to form a compelling track. From the gritty bass on „The Floor“ to the modulating synth patterns on „Oscillator“ Carl Craig weaves his unique musical talents to the maximum and delivers an essential piece of music history.
No fillers, just killers!
Closure of the Clone record label