Thomas Fehlmann: Gute Luft (Kompakt 211 / CD 81)

thomas fehlmann gute luft kompaktDa ist es, was sich bereits mit dem Resident Advisor Podcast von Thomas Fehlmann vor ein paar Wochen ankündigte: Gute Luft, Fehlmanns neues Album auf Kompakt. Und die CD, die es schöner weise zum Vinyl dazu gibt, hat sich bei mir gleich einen Heavy Rotation Platz gesichert. Die neuen Tracks von Thomas Fehlmann auf Gute Luft sind wieder stilecht und flowing und ich musste auch keine Promotexte lesen um zu hören, dass auch das eine oder andere Element aus älteren Tracks wieder einen Platz gefunden hat. Gestern Nacht bin ich nochmal nach Kreuzberg rüber und hab mir für den Weg Gute Luft mitgenommen und nicht nur der Track Speeding hat dabei einen wirklich großartigen Eindruck hinterlassen. Wow! Es sind eben nicht nur alte Tracks neu aufgekocht. Auch wenn einem geübten Thomas Fehlmann Hörer wie mir gleich einige Analogien auffallen, so ist ihm dennoch auf den tieferen Ebenen so manches, beeindruckendes Kunststück gelungen. Es ist der Soundtrack zur Doku 24h Berlin. Gute Luft funktioniert 24/7 und das ganz bestimmt nicht nur in Berlin zum Aufstehen, Frühstücken, Arbeiten, durch die Stadt fahren, Zeitung lesen, Facebook, in der Wanne liegen und zum Einschlafen. Gute Luft ist gerade mein Soundtrack. Super!

Monday Edition Podcast 11: V108 Transit (Version)

Monday Edition Podcast 11 - V108 Transit VersionEs ist Zeit für einen neuen Podcast! Ich hab zwar in den vergangen Monaten hier ein paar ganz nette Mixes aufgenommen, aber tue mich ein bisschen schwer, die hier auch ins Internet zu setzten. Ich darf mir zwar immer mal anhören, dass die cool sind und das ich die bringen soll, aber naja. Ich weiß  trotzdem nicht so richtig. So habe ich erstmal vergleichsweise im Mixordner noch ein Stück weiter zurück gescrollt und erst mal diesen Mix ausgewählt. V108 Transit (Version) war 2008 Teil einer kleinen Mixreihe, die ich begonnen habe, als ich nach Berlin gezogen bin und heute – gut 1,5 Jahre später – kann der mich immer noch überzeugen. Für alle, die den noch nicht kennen und für die es auch mal etwas oldschool sein darf.

Tracklist:

Mike Huckaby – Wavetable No. 9
Point Blank – A Game Of Two Halves
DJ Skull – Bang’n
Redshape – Slow Monday
Octave One – Meridian
Sound Stream – ‚Live‘ Goes On
Redshape – Blood Into Dust
Aroy Dee – All That Remains
Roosevelt & Charles – Monastery
Plastikman – Are Friends Electrik?
Kosmic Messenger – Soundscape (Intricate Mix)

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WAX 30003

wax 30003Oh Mann, jetzt ist mir ja fast ein schwerer Fehler unterlaufen. Nicht das ich nicht gesehen hätte, dass es die WAX 30003 frisch im Laden gibt. Nein, ich bin nur mit diesen ganzen Sublabels durcheinander gekommen, dachte erst an die Equalized 3 und hab diese frische WAX 30003 dann vorschnell als Repress einsortiert. Und das wäre echt schade gewesen, hätte mich nicht Achim vom freundlichen Hardwax Service nochmal ausdrücklich drauf hingewiesen. Danke dafür, denn die WAX 30003 ist ein Knaller – in vielerlei Hinsicht vielleicht die beste WAX. Im zügigen 128er Tempo gehts gleich los, ein lang gestreckter Clap (oder so) schiebt den funky Beat auf der 2 und der 4 und bald erklingt ein Synth-Accord, der mich an die schönsten Detroitplatten überhaupt erinnert. Dem, der da nicht Tanzt, dem ist so schnell nicht zu helfen. Und ich sehe es schon vor mir, wie ich dann mal schnell irgendeine rein mixe, die WAX 30003 umdrehe, denn Achtung: es geht auch noch ein bisschen fetter.

Drexciya Interview mit Liz Copeland (Mai 2002)

Drexciya waren James Marcel Stinson und Gerald Donald aus Detroit. Stinson hatten wir erst kürzlich mit seinem Projektnamen The Other People Place als Platte des Tages und als Nachschlag gibt’s jetzt hier das einzige Derxciya Interview, welches er jemals im Radio gegeben hat – stellvertretend für Detroit Techno und so. Sehr schönes Interview! (via Henning Around)

Doku: Requiem for Detroit

Detroit ist in dieser ersten Maiwoche wieder schwer vertreten – jedenfalls in meinen Newstickern – und vielleicht liegt’s auch ein bisschen am vergangenen 1. Mai Wochenende. Die Doku Requiem for Detroit passt da auch ganz hervorragend ins Programm, jetzt wo sich die Finanzkrise schleichend fortsetzt und in Griechenland angebliche Revolutionäre Bankangestellte an ihrem Arbeitsplatz verbrennen. Detroit war in den vergangenen 100 Jahren der Welt schon immer ein Stückchen voraus. Erst Henry Fords Fließband, die erste Krise, ein Kriegsboom, ein noch größerer Boom, die nächsten Krisen und in den letzten Jahrzehnten ist Downtown Detroit so richtig krachen gegangen. Requiem for Detroit zeigt nicht nur, wie krass es vor der Studiotür von so manchem meiner Lieblingsproduzenten aussieht – sie erklärt auch ziemlich gut, wie es dazu gekommen ist. Alles Neue macht der Mai… (via De:Bug)

Deutsche Elektronische Musik (Soul Jazz LP213)

Deutsche Elektronische Musik (Soul Jazz LP213)Herzlich Willkommen zum unmöglichsten Plattencover des Monats: Deutsche Elektronische Musik, liebevoll compiliert auf der Soul Jazz LP213. Es gibt Tage, an denen ich mich mit 4/4-Takt-Bummtschack ein bisschen schwer tue und dass, obwohl ich das sonst 24/7 ein- und ausatmen könnte. Es gibt dann die Möglichkeit, gar nichts zu hören oder man fängt an, Musik abseits von Techno und House anzuhören. Mir kam dieser Tage diese Compilation für elektronische Musik aus Deutschland, überwiegend aus den 70ern, in die Hände. Und so eine Vorstellung haben die bei Soul Jazz in England von Plattencovern für Deutsche Elektronische Musik? Die Verpackung fällt somit als Instrument der Verkaufsförderung aus, was durchaus auch eine bewusste Entscheidung sein könnte – ebenso wie das Veröffentlichungsdatum kurz vor dem 1. Mai. So stimmt einen das großzügige, mit Fotos und massig Hintergrundwissen ausgestattete Booklet wie folgt ein:

The first seeds of experimental German rock and electronic music were planted in 1968, as students and workers in Paris, Prague, Mexico and throughout the world demonstrated for civil and employment rights and against the war in Vietnam, imperialism, capitalism and the bourgeois values that came with it. The birth of a worldwide counter-culture, drug experimentation, social consciousness expanded artistic and musical worlds. Germany experienced  its own unique cultural revolution fuelled by these students‘ and workers‘ revolts and young generation’s desire to rid itself of the guilt of Nazism…

Weil mir die LP in zwei Teilen für dieses Experiment doch etwas zu teuer erschien und sich kein mp3-Shop dafür fand, habe ich gestern Deutsche Elektronische Musik als Doppel-CD gekauft. Was für ne Erfahrung! Ich kaufte eine total hässliche Doppel-CD im Plattenladen <erster Zeitsprung: 20 Jahre zurück> um dann mit den Kommunen der 70er in ihren akustischen Kosmos einzutauchen <zweiter Zeitsprung: nochmal 15 Jahre zurück>. Eine Frischzellenkur sondergleichen und ich musste auch beim mehrmaligen Hören die Skiptaste nur ganz vereinzelt aktivieren. Und ich werde wohl auch morgen erst mal Deutscher Elektronischer Musik in dieser sehr schönen Zusammenstellung auf Soul Jazz den Vorzug geben, um dann wieder ganz Techno zu sein.

Dark Arx: Blood Vein (Dark Arx Recordings 002)

dark arx blood vein dkx 002So, Onkel Hotze meldet sich wieder zu Wort. Ich würde ja wirklich gern mehr schreiben, aber ich habe erst gestern wieder darüber referiert, dass ich mir dieses Jahr unbedingt noch einen ordentlichen, natürlich analogen, Drumsynth kaufen muss und da beißt die Maus keinen Faden ab: Dafür muss viel gearbeitet werden. Egal. Eine Platte, die mich aber heute so zwischendurch wirklich sehr erfreut hat, muss hier unbedingt erwähnt werden: Dark Arx – Blood Vein. Mit Roots im Dupstep geht Dark Arx hier so filigran und dennoch mit Feuer in den Venen die Brücke zum Techno, dass es mir ein wahre Freude ist. Auf Minus 6 passt sie vom Tempo auch in meine Schrittgeschwindigkeit und klingt dabei immer noch so fett. Die 8 Euro waren an dieser Stelle für Dark Arx goldrichtig investiert. 3x Tipp!

Daniel Bell: The Bunker Podcast 12

daniel bell - the bunker podcast 12Heute hab ich mal wieder einen älteren Mix ausgegraben: The Bunker Podcast 12 – gemixt von Daniel Bell vor ziemlich genau 2 Jahren. In Sacramento geboren und in der Nähe von Toronto aufgewachsen zog er Ende der 80er nach Detroit um dort u.a. mit Richie Hawtin und John Aquaviva 90-92 als Cybersonic zu veröffentlichen. Er gründete bald das Label Accelerate und hatte als DBX mit Losing Control seinen größten Hit und vor allem hat Daniel Bell schon damals das Blueprint für Minimal Techno mitentwickelt, welches bis heute so gültig ist. Bald kamen die Labels 7th City, Elevate und Harmonie Park hinzu. Aus 7th City entwickelte sich ein Vertrieb, durch welchen sich Daniel Bell wahrscheinlich all diese noch nie gehörten Killer-Platten geangelt hat, die er heute so auflegt. Seit 2000 wohnt Daniel Bell in Berlin und es ist seitdem in Bezug auf Releases deutlich ruhiger um ihn geworden. Aber nicht nur durch sein Neujahrsset bei den weißen Hasen in Berlin und dem DBX Berghain Live-Set vom März ist Daniel Bell für mich immer noch einer der DJ’s überhaupt. Beide Sets waren so richtig klasse und ich freue mich jetzt schon aufs nächste Mal…

SCB: 20_4 (SCB 01)

SCB: 20_4 (SCB 01)Auf die Uhr geguckt: It’s Scuba Time! Oder auch SCB, Paul Rose eben, der gerade auf allen Kanälen sendet. Als Scuba hat er soeben sein neues Album Triangulation veröffentlicht, welches auch schon überall umjubelt wurde. Ich habe mir inzwischen ja angewöhnt, mir bei Scuba ein bisschen länger Zeit zu lassen. So auch dieses Mal, denn ich freue mich schon so richtig über sein SCB – 20_4 Release. Was für eine Techno-Platte! Als das mit Dubstep los ging, hatten es mir gleich diese düsteren Atmosphären besonders angetan – und genau diese wehen bei 20_4 von Ferne über eine warme 4/4 Kickdrum, um dann von treibenden Hihats umgarnt zu werden. Killer! …und für 3_5 auf der Flip gilt das ebenso!

Anton Zap: I Get No Kick From Champagne (Ethereal 001)

anton zap i get no kick from champagne ethereal 001Kurze Pause, sorry. Das Autorenteam dieses Blogs scheint momentan sehr gut ausgelastet zu sein bzw. widmet sich mal anderen Dingen. Trotzdem gab’s für mich ein paar wirklich schöne Platten.

Besonders positiv aufgefallen ist dabei wieder einmal Anton Zap, der – ich erwähnte es bereits – für mich zu den aktuellen Top-Produzenten gehört und bei dem man immer genauer hinhören sollte. Die I Get No Kick From Champagne EP ist im März auf dem neuen russischen Label Ethereal erschienen und im gewohnten Terrain zwischen Dub- und Deephouse wird Anton Zap immer besser. B1 – Air kommt mit leicht gebrochenen Beats auf entspannt knarzender Bassline. So weit, so gut. Ich erinnere mich an diesen Moment, als ich hier nachts saß und diesen Anfangstönen lauschte. Ich ahnte noch nicht, dass mich gleich eine kurze Ansage „movin!“ und eine wunderschöne Synthmelodie in die Mitte meines Zimmer (auf den Dancefloor) springen lassen. Was für ein Starter! Und I Get No Kick From Champagne ist klar und doch so süß wie Wolken, die am Morgen aufreißen und die warme Sommersonne plötzlich gebündelt auf die Erde scheint. Wer braucht da noch Champagner aufm Floor, um glücklich zu sein? Lieblingsplatte.