Das hat mal gedauert. Fast zehn Jahre hat sich Paul Kominek Zeit gelassen für das Debütalbum seines Techno-Alias Pawel. Wesentlich bekannter ist er mit seinem gesangsdominierten Electronica/Pop Projekt Turner geworden.
Dabei ist Kominek Mitgründer des Hamburger Labels dial records und zwischen Hamburg, Köln und seit einigen Jahren Berlin eine feste Größe und ein gutes Gewissen des Techno-Geschäfts. In ihrem klaren Detroit-Bezug und der klassisch minimalistisch trockenen Produktionsweise schienen die über die Jahre rar verstreuten Pawel 12-Inches nur nettes Beiwerk – besonders im Vergleich zu den restlichen Veröffentlichungen auf dial. Das hat sich geändert. Schon die letzten EPs Berkeley auf dial, Lines & Curves auf Ransom Note, sowie Jujuy/Salta und Gabriel auf seinem eigenen Label Orphanear überzeugten durch Haltbarkeit und Tiefe. Platten die ich immer im Laufe der Zeit wieder „nach vorne sortiert“ habe. Mit dem selbstbetitelten Debütalbum ist das nicht anders. Die Tracks haben eine etwas hinterhältige Qualität, die nie direkt ins Ohr fällt, sondern einige Zeit benötigt sich zu entfalten. Denn an sich ist die Sache klar: ziemlich straight und sauber produzierter Melancholie-Chord-Techno der melodiösen Hamburger dial Schule mit einem respektvollen Bezug auf die Klassiker aus dem Detroit der frühen Neunziger. Das alles getaucht in ein Bad aus sanfter Melancholie und sachtem Schwermut, wie man es von Lawrence und Pantha du Prince schon ganz gut kennt. Aber das ist eben nicht alles. Irgendwann, nach so drei, vier Minuten hat fast jeder der Tracks so einen Moment in dem das was zuvor nett und angenehm war in „großartig“ und „berauschend“ umschlägt. Keine Ahnung wie er das hingekriegt hat, aber es wirkt bei mir. Immer.
- Pawel – Dial LP 15 (anhören & kaufen)
- paul kominek homepage (orphanear)
- pawel myspace
- dial records
In dieser Woche ist wieder ordentlich was los in der Hauptstadt. Da hätten wir zum Einen die
Achtung, jetzt mal alle herhören hier: Falls irgend jemand mal gehört hat, dass DJ Spunky aus Dresden ein wirklicher Klasse-DJ ist – es stimmt. Soeben habe ich diesen Mix, aufgenommen bei Cosmic Listener, aus dem sozialen Netzwerk gefischt und das war echt ein Glücksgriff. So wie der mich hier durch den Abend trägt, dass ist wirklich ne Wucht. Ein super House-Set, bitte anhören…
Montag: Depressionen ziehen sich durch die Timeline der Social Networks. Zum Glück wurde ich gestern auf einen neuen Mix von Ricardo Esposito in der Soundcloud aufmerksam gemacht (Danke an sma). Something That Needs Nothing: Dubtechno als Medizin gegen Grau in Grau in allen Lebenlagen – tolles Ding, Tipp!
Die in Amsterdam lebenden Juju & Jordash hab ich ja wirklich lieb gewonnen und so sind sie inzwischen ständige Begleiter der Monday Edition. Ihr neuer Mix für den Little Wihite Earbuds Podcast macht dabei auch keine Ausnahme und passt wieder mal perfekt.
Die neue Platte auf Circus Company hat mich mal wirklich positiv überrascht. Homewreckers, das sind Johannes Ehmann, Gregor Pottmeier und Krischan Jan-Eric Wesenberg, die hier allen voran mit dem schönsten Plattencover des Monats und der Not My Business EP in der Kiste gelandet sind. Die Vocals mit ihren Versatzstücken aus der aktuellen Musikdiskussion kommen mir so vertraut vor, dass ich gleich im Intro bei Ihnen bin. Sie spielen ihre Roots von 70s Funk, Hip Hop bis House voll aus und dabei kann, wenn man’s richtig macht, nur ein richtig guter Track heraus kommen der sich in hervorragender Gesellschaft, wie z.B. jener von Henrik Schwarz, wiederfindet. Homewreckers – Not My Business ist ein warmer Dancefloorschieber, der mit seinen Lead-Vocals dann doch überzeugt und dabei ein Thema behandelt, welches aktuell und zeitlos zugleich ist. Lohnt sich…
Manchmal sagen 45 sec Samples einfach gar nichts – so gings mir jedenfalls mit der neuen Omar S – Here With Me auf seinem eigenen Label FXHE. Die hab ich nämlich vor ner ganzen Weile schon mal online gehört und war erstmal nicht wirklich von den Socken – bis ich sie jetzt zum ersten Mal von Vinyl und in voller Länge im Plattenladen gehört habe. Here With Me mit den tollen Vocals von Detroits Diviniti ist ein wirklicher Deephouse Hit, der schon jetzt durchaus als Klassiker durchgeht. Too little time for love – too much time for nothing.. das muss nicht sein und weil Omar S seit der letzten Platte auf Trackpausen verzichtet, gibts auch noch ein schönes Intro dazu. Stop Running Around auf A2 findet sicher auch noch seinen Platz, jedoch habe ich im Moment nur Ohren für Here With Me. What a lovesong – perfekt!
Im Dezember hatten wir hier den Hinweis auf die
Mein persönlicher Mix der Woche ist bisher der aktuelle Podcast von Danilo Plessow aus Stuttgart, besser bekannt als Motor City Drum Ensemble, für das US Music Mag XLR8R. Mit dem Evergreen