Boo Williams: Hometown Chicago LP (Another Day 001)

boo williams hometown chicago another day 001Heute ist hier die Reissue der Hometown Chicago LP von Boo Williams eingetroffen. Hometown Chicago ist ursprünglich 1996 auf Relief Records in Chicago erschienen und in dieser Zeit war Boo Williams in absoluter Topform! Da gibt es zum Beispiel diese Geschichte von der Halloween-Party in Leipzig, bei der er 95 aufgelegt hat. Der Abend muss damals so gut gewesen sein, dass ich davon auch Jahre später immer wieder hörte. Wenn ich jetzt dieses Album durchhöre, dann kann ich mir aber so in etwa vorstellen, wie gut das damals gewesen ist.

Manchmal ist so eine Reissue auch ein richtiges Glück. Die kommt in bester Soundqualität auf dem extra dafür neu gegündeten Label Another Day 001 und ist für alle, die diese Platte schon 15 Jahre besitzen, sicher eine willkommene Runderneuerung. Die Originale waren zum Schluss circa 45 Euro wert und die meisten werden inzwischen ja sowas von runter sein. Und all jene, die von diesem Album bisher noch gar nichts gehört haben, dürfen hier gern ungehört zuschlagen. KILLER!

Mnml Ssg Special: Jonsson/Alter live from Sonnenallee

Jonsson/Alter LivesetZwei Schweden in Berlin: Joel Alter (Joel Alter/Jor-el) und Henrik Jonsson (Porn Sword Tobacco/Gunnar Jonsson) haben in diesem Jahr als Jonsson/Alter nicht nur ihr Debütalbum „Mod“ mit fantastischen Tracks irgendwo zwischen Move D, Vladislav Delay und Matthew Herbert auf dem Label Kontra-Musik veröffentlicht, sondern waren auch mehrmals live zu sehen und hören. Unter anderem letzten Samstag wieder in der Panorama Bar.

Für jeden, der wie ich nicht dabei sein konnte, gibt es jetzt eine kleine Entschädigung, denn für den Blog Mnml Ssg haben Joel und Henrik ein knapp einstündiges Liveset irgendwo in der Sonnenallee aufgenommen – zumindest dem Titel nach. Und das versüsst mir in den vergangenen Tagen immer wieder die Arbeit am Computer, weil die Tracks voll analoger Synthesizer so wunderbar entschlackt und subtil grooven. Zwei, drei Zutaten reichen den beiden, und schon rollt ihr Schwedenexpress in Richtung Deepness, unaufhaltsam.

Prosumer: Beats in Space Mix (11-2011)

prosumer beats in space mix 2011Prosumer ist momentan auf USA-Tour und war am Dienstag auch zu Gast bei Beats in Space in New York. Gestern Abend ist der Mix dann auch hier eingeflogen und jetzt muss ich mal eins loswerden: Prosumer ist definitiv mein DJ des Jahres! Ich hab ihn jetzt nicht so oft gehört, wie man das eventuell annehmen könnte wenn man schon den selben Wohnort teilt. Die paar Mal, die ich ihn aber doch gehört habe, waren wirklich ganz ganz große Klasse.

Wenn hier so ein Mix als mp3 neu einfliegt dann skippe ich immer erst grob durch, ob mir der Flow in diesem Moment überhaupt zusagt. Auf Play gedrückt und schon drehte sich das imaginäre Fragezeichen über meinem Kopf. Ob das jetzt wirklich die richtige Datei war? Skip Forward. Hmmm, skip, skip und dann zack – hat er mich schon wieder gekriegt und dieser Mix lief in auto-repeat. Es ist ungefähr so wie es bei Nachtdigital war. Erst gucken alle etwas skeptisch, was das nun wieder werden soll. Wenn Prosumer aber dann doch irgendwann leider wieder aufhört stellen alle Beteiligten jedes mal von Neuem fest, dass sie soeben außergewöhnlich viel Spaß aufm Dancefloor hatten. Das ihm das momentan so regelmäßig auf seine ganz persönliche Art gelingt, das ist wirklich was ganz Besonderes.

Das Wort Prosumer kommt übrigens ursprünglich von Alvin Toffler, der das 1980 in seinem Buch „The Thrid Wave“ beschrieben hat. Ihr wisst sicherlich alle wer sich darauf noch berufen hat, oder? Juan Atkins, Derrick May und Kevin Saundersson als sie damals das Techno-Ding begründet haben. Ganz tiefe Wurzeln sag ich nur und dieser Mix sei dir hiermit wirklich wärmstens ans Herz gelegt. So gut!

Tracklist

Steve Parks – Still Thining Of You – Reynolds Records
Solo – Love Torn – Next Plateau
Bob Chance – Jungle Talk – Morrhythm
Twilight – Dance With Me – Ross Records
Panash – Cheval – Atavisme
Donnovan – I Can Make You Happy (Deeper Dubb) – R/Tyme
Springboard – Be My Man – RJM
Common feat Jill Scott – I Am Soul (Roy Davis Jr Remix/Sound Stream Reconstruction)
Vil-N-X – What Cha Gonna Do – Island Noyze
Dionne – Come Get My Lovin‘ – Bigshot
Candy J – Somethings They Never Change – Hotmix
Scott Sellars – Let’s Dance Shall We? – Big Sound Works
Noni – Be My (27th and 10th Ave Mix) – Prescription
DJ Scott – Music Man (Late Mix) – Solid Grooves
Renegades Of Rhythms – Cresent Lab 23 – Vigilante
Norma Jean Bell – Love Me In The Rain – Pandamonium
Aardvarck – (Just Washed) That Pig – Rush Hour
Marvin Dash – A1 – Morris/Audio
Ron Hardy – Liquid Love (Instrumental)
John Beltran – Brilliant Food (Kassem Mosse & Mix Mup Remix) – Delsin
Floating Points – Danger – Eglo
Electric Funk – On A Journey (I Sing The Funk Eelctric) – Rams Horn
Tata Vega – Get It Up For Love – Motown
Rinder & Lewis – Lust – Derby
Aphex Twin – Z Twig – Warp

Moomin: Clubberia Podcast CB108

moomin clubberia podcast cb108The Story About You heißt das erste Album von Moomin, dass soeben bei Smallville erschienen ist. Wo ich auch hingucke ist man Moomin und seiner Ex-Frankfurter White-Clique um Oskar Offermann und Tristen wohlgesonnen – völlig zurecht und so auch hier! Es gibt ein schönes White Feature in der aktuellen De:Bug und selbst Der Spiegel lässt sich zu einer (zugegeben ziemlich sinnlosen und dennoch irgendwie positiven) Plattenkritik über The Story About You überreden. Nicht zuletzt schrieb Spacehall: Wat ne Möhre, dit Gelöt nehm ick mir mit…

Fehlte nur noch der Mix als moderner Promo-Sidekick für alle Zauderer und Unentschlossenen. Bitte schön. Für euch und für die Fans sowieso gibt’s seit Montag den Clubberia Podcast CB108.

Tracklist

Moomin – Doobiest / Smallville
Ben Westbeech – Hang Around (Karizma’s Kaytronic Dub Mix) / Brownswood Recordings
Moomin – Sunday Moon / WHITE
Moomin – Love and .. / Laid
Kowton– 117 / Ominira
Moomin & Christopher Rau – Our Dream Of … / Unreleased
STL – Silten State / Smallville
Theo Parrish – Overyohead / Sound Signature
LoSoul – Brother In Love / Playhouse
Omar-S – Oasis #1 / Fxhe Records
Moomin – Raw Like 97 / Smallville

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Christian Löffler / Steffen Kirchhoff: Baltic Sea EP (Ki Records)

Christian Löffler / Steffen Kirchhoff: "Baltic Sea" EP [Ki Records]Zwei Jahre existiert „Ki Records“ nun schon mittlerweile. Vor einigen Monaten (im etwas durchwachsenen Sommer diesen Jahres) erschien auf dem Label, welches in Köln beheimatet ist, mit „Reisegefährte“ (sowohl für den Künstler Biodub, als auch für das Label selbst) das Erstlingswerk in Form eines Albumdebüts. Und das ist schon ziemlich gut gelungen, muss ich an dieser Stelle einfach mal anmerken.

Mittlerweile haben wir schon wieder fast Winter und es bricht somit eine Zeit an, in der für einige Menschen unter uns die Melancholie und die all zu oft beschriebene >>Deepness in der Musik<< wieder etwas mehr Wertigkeit bekommt, als sie es sonst ohnehin schon tut.

Durchaus passend, dass mit der neuen Katalognummer (Ki-006) gerade vor kurzem die zweite Ausgabe der sogenannten „Split Series“ EP erschien, für die sich die zwei Künstler Christian Löffler und Steffen Kirchhoff verantwortlich zeichnen.

Die Zwei sind ganz in der Nähe der Ostsee aufgewachsen und leben dort nach wie vor.
Der eine ist – von der musikalischen Seite einmal abgesehen – künstlerisch ausserdem noch als Maler, der andere als Photograph aktiv. Beide verbindet (seit nunmehr fast einer Dekade) eine enge Freundschaft miteinander.

Nachdem der erste Part der dreiteiligen „Split Series“ EP aus der Zusammenarbeit von Arp Aubert mit Me Succeeds heraus in Hamburg entstanden ist und bereits im Dezember 2010 herauskam, liegt hier mit der Baltic Sea EP ein würdiger Nachfolger vor.

Was bereits im Vorfeld schon sehr positiv aufgefallen ist: Ein wahrhaft tolles Front- und auch Back-Cover (ver)ziert die Platte und macht sie somit allein schon visuell bewundernswert. Doch nun zur Musik: Sowohl Christian als auch Steffen steuern auf ihrer Seite der EP jeweils zwei wunderbare Tracks mit Tiefgang und einer tollen Soundästhetik bei.

Die sogenannte „C“-Seite von Christian mit den beiden Stücken „The War“ und „William“ sind vom Tempo her insgesamt ein wenig zurückgenommener bzw. etwas verhaltener als das der Tracks auf der „S“-Seite. Hier gibt es eine sowohl sehr druckvolle als auch angenehm warme Bassdynamik, dort türmen sich beeindruckende sphärische Soundwände auf, obendrein gibt es teils recht mysteriös anmutende Vocals und eine geheimnisvolle Geräuschkulisse – was das Ganze äusserst spannend macht. Da lass‘ ich mich doch nicht zweimal bitten, sondern davon (unbedingt!) gleich mal mit auf die Reise nehmen. Absolut grossartig, gerne mehr davon!

Steffens: „The Beast In Me“ und „Silk Skies“ auf der „S“ sind ebenso beide geprägt von einer tollen Sphärik, die sich insgesamt komplett durch die Tracks hindurch zieht, die sich nahe an der Grenze zur Songstruktur bewegen. Passend zur bereits weiter oben im Text beschriebenen Melancholie in der Musik gibt es hier jede Menge melodischer und klingelnder Parts, was jetzt vielleicht nicht immer jedermanns Sache ist und doch passt das hier erneut einfach alles wieder sehr gut zusammen. Für den Tanzflur sind beide Titel in jedem Fall sehr gut geeignet. Auffällig ist hier definitiv eine gewisse Affinität zu der einen (oder anderen) Produktion aus dem Hause Dial Records, was das Ganze allerdings in keinster Weise schmälert, sondern es meiner Meinung nach eher noch aufwertet.

Die bisherigen Produktionen der beiden Jungs von der Waterkant gefielen mir bislang (ausnahmslos!) alle sehr gut und ich bin jedes Mal immer wieder erfreut, wenn ich erfahre, dass etwas Neues von ihnen erscheint. Vor nicht allzu langer Zeit hatte ich (seit längerem mal wieder) glücklicherweise (einmal mehr) die Möglichkeit, Christian Löffler bei der Präsentation seines aktuellen Live Sets erleben zu dürfen. Im Moment arbeitet Christian übrigens in den letzten Zügen an seinem Debutalbum, welches dann bei „ki Records“ im kommenden Frühjahr erscheinen wird und im Januar 2012 soll es dazu noch eine Vorab-Single von ihm geben.

Zusätzlich bin ich schon sehr auf den dritten und abschliessenden Teil der „Split Series“ EP gespannt; in diesem soll dann eine Soundästhetik aus Tokyo vermittelt werden – also aus Japan und damit sozusagen aus dem Land, welches namensgebend für „ki Records“ ist. Bis dahin erfreue ich mich solange an der Baltic Sea EP.

>>your ghost is not the same<< ….

TIP!

mehr info:

Levon Vincent: Impression Of A Rainstorm (Novel Sound 06)

levon vincent impression of a rainstorm novel sound 06Letzten Sonnabend hab mich wieder ziemlich geärgert, dass das Kontingent der neuen Levon VincentImpression Of A Rainstorm auf Novel Sound 06 bei Hardwax mal wieder schneller ausverkauft war, als das menschliche Auge gucken kann. Dabei war ich mir schon damals sicher, dass mir diese Platte so manchen dunklen November Tag deutlich erhellen würde. Doch es gilt wie immer: nicht aufgeben und dran bleiben und so habe ich sie heute geschossen!

Die Hysterie, die momentan über die Plattenläden bezüglich der Novel Sound 06 herein bricht, ist im übrigen völlig berechtigt. Bei Impression Of A Rainstorm klöppeln die Percussions mit klassischen Ravesignal, welches sich erst dezent im Hintergrund ankündigt und dann im Verlauf mit immer deutlicher wird. Ein Track, der Assoziationen mit so manchem US-Evergreen nicht scheuen muss. Und die Tracks auf der Flip sind nicht weniger alles Meisterwerke. Die Handschrift von Levon Vincent kann man deutlich raushören und was sind das alles für großartige Produktionen. ALL KILLER!

DJ Yoav B: Spacetrips (Syncrophone 08)

dj yoav b spacetrips syncrophone 008Meine neueste aktuelle Lieblingsplatte ist DJ Yoav B – Spacetrips, die vor kurzem auf Syncrophone 08 in Paris erschienen ist. Oberflächlich betrachtet, könnte der Titel Spacetrips auch Soundtrack einer Filmproduktion sein, welche irgendwas aus den 70er oder frühen 80er Jahren zum Thema hat. Doch wer Yoav B schon kennt der ahnt bereits, dass es hier bei entspannten 115 bpm hinter dem jazzy Klimpern noch ziemlich abgefahren in die Tiefe geht. Während sich bei A2 Temptation die Synths ganz wunderbar um eine funky Killer-Bassline modulieren wird’s dann auf der Flip mit dem Track Peace in ähnlich gemäßigtem Tempo raw und dirty. Wirklich tolle slow-mo Spacetrips!

Doku: Vinylmania

doku vinylmania arteMal ehrlich: Im Gegensatz zu den Problemen, die momentan sonst noch so auf einen eindonnern, ist alles was mit Vinylmania zu tun hat doch wirklich nur Kinderquatsch mit Michael. Und doch bleibt Vinyl neben Live einfach die schönste Art, Musik zu hören. Zuerst sollte Vinyl von der CD beerdigt werden und es ist nicht passiert. Zwar längst in die Nische verdrängt hat die gute alte Schallplatte doch überlebt und es ging ihr dort lange Zeit prächtig. Mit mp3 und der ganzen Computertechnik schien Vinyl vor einigen Jahren dann endgültig vor dem aus. Die meisten Plattenläden mussten schließen, Vertriebe wurden zahlungsunfähig, Labels und Künstler verdienten kein Geld mehr – die Vinyl-Apokalypse schien nahe!

Doch wenn man heute zu langsam ist, dann guckt man der Schallplatte nur noch hinterher. Es scheint so, als gäbe es manchmal sogar viel zu wenig Schallplatten, um die Nachfrage zu befriedigen. Immer mehr Releases werden wieder immer häufiger nachgepresst und auch verkauft. Die De:Bug macht ein drei Ausgaben umfassendes Special über Vinyl und die Sticheleien der mp3-Traktoren in Richtung Vinyl reißen einfach nicht ab. Vinyl ist relevant geblieben. Ich wette bei all jenen, die ihre Schallplattensammlung einst digitalisiert und verkauft haben, kommt manchmal sogar ein leiser Zweifel hoch, ob das nicht vielleicht doch ein Fehler gewesen ist.

Was ist also dran am Vinyl? Warum verlieren sich die Menschen trotz unzähligen, viel praktischeren Alternativen nur zu gern darin und warum bricht bei so vielen Menschen schon beim ersten Plattenkauf die Vinylmania aus? Einige Erklärungsversuche dazu und ganz viel Liebe gibt’s noch bis Donnerstag Abend in dieser Doku auf Arte+7.

Christopher Rau: fabric Promo Mix

christopher rau fabric promo mixHier läuft momentan ständig dieser wunderbare fabric Promo Mix von Christopher Rau. Den Christopher Rau kennt ihr schon alle, oder? Der kommt aus Hamburg, betreibt das Label Dérive und hat auch schon sehr schöne Veröffentlichungen auf Smallville, Pampa, Giegling, Aim,… gefeiert. Ein toller DJ ist er auch noch, wie du es hier nachhören kannst. Super Platten und für mich ein Christopher Rau Mix für jede Gelegenheit – ein echter Allround-Promo-Mix. Tipp!

 

Tracklist:

1. Moomin – Doobiest (Smallville)
2. Roman Flügel – Song With Blue (Dial)
3. Takuya Matsumoto – Drafting Under The Stars (Lero)
4. Axel Boman – Abba 02 (Studio Barnhus)
5. Submersible Machines – When Whales Fall (Lunar Disko)
6. Legowelt – Moves for Cee Cee (Clone)
7. Moomin – unknown (Smallville)
8. Sometimes I Feel
9. Virgo Four – Its A Crime [Hunee Remix] (Rush Hour)
10. Netto Houz – Knuggles (Knuggles)
11. hutton drive – amber line

http://official.fm/tracks/315554?size=small

It’s All About Love!

its all about loveIs this “DJ” pulling records behind him? Is this Berlin 2011 or NYC/Detroit/Chicago 1988? How far we’ve come and how little we’ve progressed!

Eine Woche ist es her, dass Richie Hawtin dieses Foto mit dem DJ+Trolley auf seiner Facebook-Seite postete und dazu diesen Text schrieb. Mein Kommentar war: Remember: It’s all about love, about giving and sharing. How far have you progressed? Eine Frage, die ich mir von Zeit zu Zeit durchaus auch selbst stelle und die Antwort darauf manchmal auch nur mäßig ausgefallen ist. Tanith hat das inzwischen auch schon als Thema der Woche behandelt und dabei auf die ganzen Hater aus der Vinylfraktion gezeigt. Frei nach dem Motto: Seht her, diese ewig gestrigen von der Vinyl-Fraktion sind noch viel übler.

Dabei waren doch die kritischen Kommentare überwiegend eher darauf bedacht, dass dieses „DJ“ einfach nicht geht. Das Gegenbeispiel, welches Tanith dazu ausgegraben hat, zeigt dazu noch recht deutlich, dass das Thema nicht Digital vs. Vinyl sein sollte. Es geht doch eigentlich um eine gewisse Grundeinstellung, die bei House und Techno einst die zentrale Aussage war und die leider in den vergangenen Jahren mehr und mehr verloren gegangen ist.

Und während ich noch grübelte, wie ich das dieser Diskussion noch anfügen könnte, sind mir die alten Interviews mit Sven Väth wieder eingefallen. Zur Erinnerung: Richie Hawtin hat damals zu seiner Transformation auch gern Sven Väth als Referenz angegeben. Ich war ja nie sehr Väth orientiert. HR3 gabs bei uns nicht und wenn er denn mal in der Nähe aufgelegt hat, wars mir immer viel zu voll. Doch in seinen Interviews konnte man doch immer was durchaus Positives mitnehmen. Zum Beispiel Sven Väth 1998 bei Boulevard Bio oder auch hier im 95er Interview für Spiegel TV.

Ich wünsche mir, dass genau die Aspekte wie Toleranz und Brücken schlagen in Zukunft wieder mehr diskutiert werden. Das es eben am Wichtigsten ist, dass da ein Funken überspringt und der DJ sich öffnen kann. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass wenn ich hinter den Decks genau das machen kann, was ich in dem Moment am Meisten liebe, dann erreiche ich die Leute auch mit dem was ich da mache. Ich fühle sie und sie fühlen mich – ganz egal wer da vor mir ist und was sie dort eigentlich von mir erwartet haben. Mit welcher Technik man am Besten dorthin gelangt, dass muss und soll jeder für sich selbst raus finden und entscheiden.