Dass DJ Sprinkles aka Terre Thaemlitz mit Midtown 120 Blues ungefähr das deepste und dollste House-Album der letzten Jahre vorgelegt hat, dürfte sich mittlerweile rumgesprochen haben. Die, neben Deep-House, weiteren musikalische Leidenschaften von Terre Thaemlitz waren und sind immer noch Ambient, experimentelle Elektronik (speziell die seiner Wahlheimat Japan), Free Jazz und Word Art. Für Resident Advisor hat er nun einen Mix gemacht der all diese Welten behutsam zusammenbringt:
Tracklist
Terre’s Neu Wuss Fusion – She’s Hard (2007 Archive of Silence) – Mule Musiq
Deuter – Solitary Bird – Kuckuck
The Golden Palominos – Gun/Little Suicides (Brown Stain Walls, Red Jelly Corners) remix by Terre Thaemlitz – Restless
Oval – Textuell – Mille Plateaux
Terre Thaemlitz – 2 AM on a Silo – Instinct
Hajime Tachibana – The Girl from Ipanema – Midi
Yesterday’s Heroes – 1979 – La Louche Qui Fait Déborder Le Vase
Yoshihiiro Hanno – Platform (Home[Form]) remix by Terre Thaemlitz – Cirque
Depeche Mode – World Full of Nothing (DJ Sprinkles private edit)
Faye Wong – Shame (DJ Sprinkles private edit)
Michael Nesmith & the First National Band – Beyond the Blue Horizon – RCA Victor
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Am Sonnabend wird Hardwax 20! Und das wird gebührend auf 3 Floors im WMF Berlin gefeiert. Um 20 Uhr geht’s schon auf dem Killasan Floor los. Nach Torsten und Sascha ist dann um 22 Uhr der Chef Mark Ernestus persönlich mit Tikiman und Freunden am Start bevor es dann mit René Löwe aka Vainqueur, Anthony „Shake“ Shakier, Errorsmith und Gernot von Modeselektor durch die Nach geht.
Einen noch: Das Entertainment-Programm für den heutigen Montag beschließt – last but not least – der neue LWE Podcast 35 der Little White Earbuds von Margaret Dygas. Und wer jetzt hier vorschnell urteilt der irrt. Letztens hat sie schon ein wirklich schönes House-Set in ihrer Lieblings-Residency, der Panorama Bar, gespielt und dieser Podcast ist alles andere als der Minimalsound, den vielleicht einige befürchten. Super smooth am Ambient entlang gemixt hat mich dieses Set heute ganz wunderbar durch seine 78 Minuten begleitet. Perfekt für Tage wie diesen und inzwischen mag ich ja die Margaret Dygas überhaupt sehr gerne.
Vor einigen Wochen ist das Album „Burgenland Dubs“ von Ian Simmonds auf Musik Krause erschienen und ist heute mal wieder meine Platte des Tages. Daher wird es höchste Zeit es mal genauer unter die Lupe zu nehmen. Es ist der dritte Longplayer auf Musik Krause, und da sich das Label noch nie mit 08/15 Großraumdiskothekenmusik abgegeben hat und oft auch eine sehr eigene Geige spielen will, ist Ian Simmonds dort sehr gut aufgehoben. Abseits von 4/4 Bassdrum und Tanzflächenengagement verbindet er elektronische Musik mit verkapselten Rhythmen und jazziger Attitüde. Bongobeats treffen auf analoge Sythies und vermischen sich mit akustischen Gitarren. Keine definierbare Schublade, sondern allumfassender Eklektizismus, der sich aus allem nur das Beste sucht. Spannend vom ersten bis zum letzten Track ist dieses Album kein Werk, was im Laufe der Nacht in Ekstase versetzen will, sondern bei dem man besser mal ein bisschen verweilt, um in die Tiefe der Komposition eintauchen zu können. Zwei der Songs waren schon auf vorhergehenden EPs veröffentlicht worden und sind daher nicht auf der Vinylversion enthalten. Das ist nicht so schlimm, da eine CD mit allen Tracks enthalten ist.
Das holländische Label Eevo Lute Muzique gibts schon seit 1991 und sie haben dort diverse Klassiker veröffentlicht, angefangen mit dem Florence Klassiker The Vineyard über 2000 and One (1992!), Wladimir M, Max 404, Terrace etc. Nun gibt es das digitale Sublabel Eevo Next mit angeschlossener Radiosendung und gestern war Matthew Puffett aka Future Beat Alliance zu Gast. Ein Clubset, angereichert mit diversen Film Sound- und Sprachfetzen, dass mit der Zeit immer atmosphärischer wird und schließlich im Orbit entschwindet.
Es gibt ein neues Label mit dem Namen General Elektro aus Berlin. Auf ihren erstem Release AU 1, produziert von SVN und Daniel Pflumm vom Elektro Music Department, gibt’s eine Mischung aus Drones und super deepen Techno. Und auch wenn das Atelier da hinten am Kanal am Görlitzer Park schon saniert sein sollte, so höre ich hier immer noch den Putz bröckeln, im Berliner Hinteraus. Ich mag wirklich alle Tracks und besonders A2 Trilogy und B1 Building. Trilogy beginnt mit dem analogen Einstellen des Synths, um sich dann in prägnanter Klangfolge ins Hirn zu schleifen und Building lege ich zur Zeit einfach am liebsten auf… Hört selbst und Pflicht für alle, die nach Hardwax was mit pure Berlin underground techno w/ lo-fi attitude oder z.B. mit
Ein Phänomen, aber es gibt immer mal wieder Platten die mich faszinieren, die ich immer wieder hören muss, obwohl ich die einzelnen Tracks eigentlich gar nicht so gerne habe. Der Japaner Hirofumi Goto alias Rondenion hat mit seiner Love Bound EP nun genau so ein Ding produziert, von dem ich gerade nicht mehr los komme. Irgendwo im Großraum zwischen Disco-Edit und Sample-intensivem Maximal-House im Innervisions Style angesiedelt, zerren besonders die beiden Stücke auf der A der EP, Carnival Time und Storm gehörig an meinen Nerven. Zu viel quer übereinander gestapelte Samples (oft nicht mal in der selben Tonart)? Zu viel penetrante Wiederholungen? Zu viel unterschweilliger Noise? Die B Wave Amplitude ist dagegen entspannter, klassischer Deep-House zu sofortigen Genießen. Die erste Seite der EP aber nervt auf eine seltsame, das Interesse wachhaltende Weise, die mich dazu auffordert, immer noch einmal reinzuhören, es immer noch einmal zu versuchen die Tracks endlich zu kapieren. Eine abseitige Qualität, aber definitiv eine Qualität!
Vor ein paar Tagen hab ich Euch bereits den Donato Dozzy DJ Mix aus dem
Seit ein paar Monaten gibt’s im Berghain den Elektroakustischen Salon, wo an einem Wochentag Artists Musik auch abseits der Dancefloortauglichkeit präsentieren können. So wurde am vergangenen Donnerstag die Dial Nacht von der Panorama Bar in den elektroakustischen Salon des Berghains umverlegt, denn in jener Nacht stand Christian Naujoks mitten auf dem Dancefloor – auf einer Bühne. Er hat soeben sein Album auf Dial veröffentlicht und sein Konzert könnte auch in die Kategorie Singer-Songwriter fallen. So saß er an seinem Klavier und singt herzzerreißend seine Lieder. Dann kommt der Beat von der Platte und er erschafft in den nächsten Minuten mit seinem Live-Gesang einen Song, der das Berghain ganz mit Romantik ausfüllt – für ein Rendezvous gab es an diesem Donnerstag keinen besseren Ort. Wie eine dekadente Bar aus einem Science Fiction blieb das Berghain romantisch entspannt und funkelte dabei ein bisschen in Rot und Blau. Im Anschluss spielten Lawrence und Efdemin ebenfalls keinen gewohnten Beat zum Tanzen. So war dann doch vereinzelt ein enttäuschtes Gesicht zu sehen, als es sich langsam abzeichnete, dass es das im Flyer angekündigte Tanzprogramm nicht gab und das Berghain allein den experimentellen Klängen überlassen wurde. Wir hatten trotzdem eine wirklich schöne und irgendwie besondere Zeit im Berghain und als wir uns mit einem wundervollen Soundtrack von Charles Curtis kurz nach Mitternacht wieder aufmachen bin ich mir eigentlich sehr gewiss, dass ich beim nächsten Mal wieder komme. Leider wird es mit unnötig geschürten Tanz-Erwartungen bei 12 Euro Eintritt echt schwer, noch jemanden zu überzeugen und alleine gehe ich meistens doch nicht los..