Juju & Jordash – Juju & Jordash (Dekmantel – DKMNTL 002)

Juju & Jordash (Dekmantel - DKMNTL 002)Das Doppel-LP Debüt der beiden in Holland lebenden Israelis Juju & Jordash steht seit dieser Woche im Laden. Das kommt mir irgendwie wie eine ganz alte Neuigkeit vor, was vermutlich daran liegt, dass die Entstehung dieser Platte über Myspace und Facebook bestens dokumentiert ist und J&J schon lange vorab kleinere Teaser und Pröbchen ins Netz gestellt haben, und vor kurzem auch das ganze Album als Stream. Zu guter letzt gibt es nun endlich auch das Vinyl – und sehr hübsch ist es geworden, in pastelliger Wortgrafik.

Juju & Jordash machen freigeistige Tanzmusik, House Music ja, aber House Music die sich nicht von Vorbildern oder Genres einschränken lassen will. Und das ist gut so. So ist ihr unbetiteltes Debütalbum eine sehr bunte Mischung aus langsamen bis schnellen, geraden bis ungeraden Tracks, die mal mit einer Oldschool Produktion kokettieren, wie der Hit Deep Blue Meanies, mal tief in Dubtechno abtauchen, wie Quasi, oder auch mal den geraden Beat sein lassen und Reggae oder sephardische Klassik zitieren. Zusammengehalten wird das von einer immer leicht psychedelisch abgetrippten Stimmung, die aber immer in Geschichtsbewusstsein und Soul/Jazz geerdet ist. Am besten gefällt mir das wenn dabei Sounds und Traditionen zusammenkommen, die eigentlich nicht zusammen können, aber doch aufs beste harmonieren, wie im wunderbaren, adäquat betitelten Jazzy Trance.

Tracklist

1. Deep Blue Meanies
2. Jugdish
3. Pulse A Denura
4. Time Slip Remix
5. Dirty Spikes
6. Jazzy Trance
7. Quasi (Ruff Dub)
8. Niks

Juju & Jordash – Deep Blue Meanies from Gno Pants on Vimeo.

mnml ssgs: The Labyrinth & Sunday Sounds

mnml ssgs: The Labyrinth & Sunday SoundsChris von mnml ssgs hatte in den vergangenen Tagen und Wochen eine ganze Reihe von sehr schönen Ambient-Beiträgen. Sicherlich ein bisschen inspiriert von The Labyrinth, dieser offensichtlich wunderschönen Party, gabs so zum Beispiel ein drei Stunden Ambient-Set von Donato Dozzy und das klasse flankiert von der neuen mnml ssgs Reihe Sunday Sounds. Ganz ehrlich – mir gefallen alle Mixes, wobei sich jenes Ambient Set von Brando Lupi am deutlichsten in meiner Playlist verankert hat – obwohl ich da eben beim Solo der heulenden E-Gitarre kurz vorspulen musste. Also wars vielleicht doch dieser Iori-Mix? Hört selbst. Ideal zum Träumen wenn draußen der Herbststurm tobt und ich träume zur Zeit wirklich gerne von The Labyrinth 2010… Thank you Chris.

Ian Simmonds: The Burgenland Dubs (Musik Krause LP03)

Ian Simmonds - BurgenlanddubsVor einigen Wochen ist das Album „Burgenland Dubs“ von Ian Simmonds auf Musik Krause erschienen und ist heute mal wieder meine Platte des Tages. Daher wird es höchste Zeit es mal genauer unter die Lupe zu nehmen. Es ist der dritte Longplayer auf Musik Krause, und da sich das Label noch nie mit 08/15 Großraumdiskothekenmusik abgegeben hat und oft auch eine sehr eigene Geige spielen will, ist Ian Simmonds dort sehr gut aufgehoben. Abseits von 4/4 Bassdrum und Tanzflächenengagement verbindet er elektronische Musik mit verkapselten Rhythmen und jazziger Attitüde. Bongobeats treffen auf analoge Sythies und vermischen sich mit akustischen Gitarren. Keine definierbare Schublade, sondern allumfassender Eklektizismus, der sich aus allem nur das Beste sucht. Spannend vom ersten bis zum letzten Track ist dieses Album kein Werk, was im Laufe der Nacht in Ekstase versetzen will, sondern bei dem man besser mal ein bisschen verweilt, um in die Tiefe der Komposition eintauchen zu können. Zwei der Songs waren schon auf vorhergehenden EPs veröffentlicht worden und sind daher nicht auf der Vinylversion enthalten. Das ist nicht so schlimm, da eine CD mit allen Tracks enthalten ist.

Der Waliser Ian Simmonds ist seit einigen Jahren hier in der Saale-Stadt Jena musikalisch aktiv. Vielleicht mögen ihn einige als Mitglied der Sandals aus London kennen, oder von seinem früheren Einzelprojekt Juryman. Trotzdem kann man nicht sagen, dass er nach kreativen Jahren in der Provinzstadt gestrandet wäre. Er war wohl mehr eine Punktlandung, um mit Hilfe von Freunden das kreative Potenzial noch stärker zu Bündeln. Einen tollen Überblick über das bisherige Schaffenswerk des Ian Simmonds bietet der aktuelle Freude am Tanzen Podcast, welcher mit kleinen Interviews von Simmonds toll aufgelockert ist. Auch meine drei persönlichen Favoriten werden dort angespielt: das orientalische ‚Sands of Tunis‘, die ‚Wendelstein Variations‘ und das großartige ‚Dance of Dancers‘.

Also auf nach Burg Wendelstein. Anfahrtsweg unter: Hier klicken.

Smallville Compilation: And Suddenly It’s Morning

smallville Compilation And Suddenly It's MorningIn dieser Woche ist die erste Label Compilation And Suddenly It’s Morning des Hamburger Labels Smallville Records von Peter Kersten aka Lawrence und Julius Steinhoff offiziell erschienen. Los geht’s mit Something Like Wonderful von Julius Steinhoff und dieser Titel sagt im Kern eigentlich auch schon alles, was ich zu sagen habe – und was das für ein schöner Opener ist. Wenn es auf dem Dancefloor plötzlich schon Morgen ist, dann sind die Jungs von Smallville eine Bank. Niemals aufgesetzt, niemals hektisch und doch funky. Klassische, warme Deephouse Tracks, die wissen wie man gekonnt neue Impulse setzt, so dass die Tracks einfach zeitlos spannend bleiben. Schön ist dabei, dass diese Compilation nach und nach auch als einzeln als Vinyl veröffentlicht wird oder bereits im Plattenladen zu haben ist – wobei  ich mir letztendlich alle 12″-Releases kaufen werde. Und für diejenigen, die Vinyl nicht unbedingt brauchen, für die gibt es noch ein tolles 16-Seiten Booklett vom Stefan Marx zur CD.

Tracklist

01. Julius Steinhoff – Something Like Wonderful
02. Christopher Rau – Childhood
03. Lowtec – meandyou.dub
04. Steinhoff & Hammouda with Dionne – Touch
05. Move D & Benjamin Brunn – In the Beginning
06. Sven Tasnadi – Winter
07. Bon & Rau – Cloverleaf Days
08. Lawrence – Don’t Forget
09. Dimi Angélis & Jeroen Search – Our Live With The Wave
10. STL – Neurotransmitting Clouds on the Secret Freeway

Jeff Mills: Live @ Distillery Leipzig 1998

Jeff Mills: Live @ Distillery Leipzig 1998Noch einmal Groove n‘ Vibes für diese Woche. Dieses mal mit Jeff Mills, 1998 in der Distillery Leipzig. Das war damals zur besten Zeit des Klubs. Banane hatte die Macht an der Tür und an diesem Abend hatte ich ihn noch nicht ganz überzeugt, dass ich auf jeden Fall in diesen Club gehöre, dass ich mehr Techno bin, als die meisten dieser Distille-Divas von damals. Ich glaube es war ein Donnerstag und die Schlange vor dem Klub war einfach endlos. Banane ist diese Schlange dann immer entlang gegangen und hat so kleine Eintrittskärtchen verteilt, die zum Vorbeigehen an der Schlange und somit zum Einlass berechtigten. Hunderte haben keins bekommen, mich eingeschlossen und ich war selten so enttäuscht und angepisst wie damals. Ich weiß es noch ganz genau. Es war der letzte Abend, an dem mich Banane nicht rein gelassen hat…

Juan Atkins: Interview at Bleep43 & Free Model 500 Track

Juan Atkins: Interview at Bleep43 & Free Model 500 TrackBleep43 hat am Wochenende ein wirklich tiefgründiges Interview mit Juan Atkins (aka Cybotron, Model 500) veröffentlicht und insgesamt hat dieses Projekt über ein Jahr Zeit benötigt bis nun endlich veröffentlicht wurde. Doch was ist ein Jahr, wenn es hier über den 1962 in Detroit geborenen Juan Atkins geht? Er ist der Godfather of Techno, auf ihn geht die noch weitgehend gültige Symbiose zwischen Musik und Technologie speziell für Techno zurück, er hat als Cybotron bereits 1984 einen meiner Alltimefaves Alleys of your Mind gemacht, gab dieser neuen Musik aus Detroit mit dem prophetischen Track Techno City ihren Namen und nicht zuletzt war da dieses Future Shock Buch von Alvin Toffler. Dabei frage ich mich, warum ich dieses Buch nach inzwischen auch schon 15 Jahren Techno immer noch nicht gelesen habe? Egal, oder auch nicht. Ein sehr persönliches und ausführliches Interview – auch für müde Interviewleser. Und als Bonus gibts bei Little White Earbuds einen neuen Model 500 Track zum kostenlosen Download.

Panorama Bar 02 (2): Levon Vincent – Late Night Jam / Steffi – 24 Hours

Panorma Bar 02 Part II: Levon Vincent - Late Night Jam / Steffi - 24 Hours Ostgut TonDemnächst bekommt die Mix-CD Serie der Panorama Bar Nachwuchs. Nach dem überaus erfolgreichen Debüt von Cassy ist auf Panorama Bar 02 Resident  DJ Tama Sumo an der Reihe und vorweg gibt es schon vier exklusive Tracks auf Vinyl vom Berghain Label Ostgut Ton. Ich habe mir Part 2 gekauft mit Late Night Jam von Levon Vincent und Steffi’s 24 Hours auf der Flip. Late Nigt Jam ist dabei ein knöcherner 120 Beats pro Minute Groover aus der Kategorie Ekstase durch Reduktion, ausgestaltet mit Rave Signal und Psycho Breaks für gemeinschaftlichen Synapsenkollaps in der richtigen Soundumgebung. Steffi’s 24 Hours ist dann deutlich entspannter. An einem Morgen mit klassischer Chicago-Bassline erschafft sie hier einen House Flieger für die besonders süßen Träume. Eine Platte, zwei Tracks und zwei mal Gänsekopfhaut.

Move D: XLR8R Podcast – Live in Portugal

Move D XLR8R Podcast - Live in PortugalIm September gabs mal wieder einen Mix von David Moufang noch besser bekannt als Move D. Dieses Mal ist es ein Set, welches live in Portugal für den XLR8R Podcast aufgenommen wurde und das gefällt mir… sehr!

Tracklist

01 Kerri Chandler „Hexadecimal“ (Deeply Rooted House)
02 Moodymanc „Snore“ (Dessous)
03 Rockford Inc. „Mina’s Theme“ (Roots)
04 Robert Dietz „Witness“ (Running Back)
05 Motor City Drum Ensemble „Feel the Love“ (Four Roses)
06 Levon Vincent „Games Dub“ (Underground Quality)
07 Radio Slave „RJ“ (Running Back)
08 Moodymanc „Next Song“ (Dessous)
09 Solomun & Jackmate „Factory“ (Phil E)
10 Marcel Dettmann „Corebox“ (Marcel Dettmann)
11 The Parkwalker „Degeneration“ (Nowar)
12 Tyree Cooper & Eric D. Clark „Stuph“ (Adapter)
13 Joe R. Lewis „Dub. My Own (Larry Heard Remix)“ (Target)
14 Fingers Inc. feat. Chuck Roberts „My House“ (Desire)

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Levon Vincent: 10 Essential Tracks

levon vincent 10 essential tracks the medium is the messageNa wie geht’s am heutigen Montag? Hangover, Schlafdefizit, Stress auf der Arbeit oder einfach nur Montag? Wie auch immer, für mich kommen die 10 Essential Tracks, ausgesucht von Levon Vincent gerade recht, die gestern bei Groove n‘ Vibes veröffentlicht wurden. Der erste Track Don Carlos – Alone (Paradise) war für mich schon gleich genau die richtige Medizin für Tage wie diesen. Weiter geht’s mit einer erstklassigen Auswahl zwischen 1970 und 1997, die an dieser Stelle schon mal vorweg unterstreicht, dass Levon Vincent in den Jahrespolls unter der Rubrik Newcomer 2009 bestimmt etwas ungenau gelistet wird ;) Nebenbei muss ich an dieser Stelle unbedingt noch auf seine aktuelle 12″ The Medium is the Message hinweisen – bereits erschienen auf Levon Vincents eigenen Label Novel Sound. Nicht nur der Titel ist klasse. Mir gefällt besonders B1 A Melody For Everyone und außerdem bedankt sich die Monday Edition an dieser Stelle gleich noch mal ganz offiziell für die Erwähnung im Levon Vincent Mix der Club Tape pres. Underground Quality CD. Hach, echt schön das alles und jetzt schnell weiter zur Playlist. Made my day..

  • Groove n‘ Vibe: Ten essential tracks – Levon Vincent
  • Levon Vincent

Barbara Preisinger: Bleep43 Podcast 144

Barbara Preisinger bleep43 podcast 144Auf Bleep43 gabs Anfang August einen Podcast mit Barbara Preisinger, die nicht nur gemeinsam mit Stefan Betke aka Pole das Label ~Scape betreibt, welches bereits 10 Jahre wie ein kleiner Diamant im großen Labelhaufen funkelt. So steht sie  z.B. auch mit deeperstill für Qualitätsmusikauswahl der Extraklasse – gern auch zum Donnerstag in Kreuzberg, mit DJs und auffällig auch für DJs, für Connaisseure elektronischer Musik. Der Hype bleibt bleibt bei Barbara Preisinger aus, macht dafür Platz für Deepness und Zeitlosigkeit und so passiert es eben, dass dieser Podcast schon 2 Monate im ungeordneten Posteingang liegt, schon mehrmals und immer wieder für gut befunden wurde, erst jetzt hier im Blog erscheint, und immer noch in der Wiedergabeliste auftauchen wird, wenn so mancher aktuellen Hype-Trompete schon längst die Puste ausgegangen ist. Die erste Stunde mit den aktuellen Tracks kann sich ebenso hören lassen.

Tracklist:

The Hasbeens – I fall to pieces
Joseph Auer – Starknight 303
Lory D – The Bank Robbery
Bodycode – Spacial Harmonics
Unity Gain Temple – Sahmo
Thomas Fehlmann – Cuddle
Jared Wilson – Bangkok Four Seasons
Volga Select – Anne des Plombs
Break SL – Laguna Seca
NWAQ – The Force (Ame remix)
Steinhoff & Hammoudi – You are (Jus Ed remix)
Shake – Indagoo
David Morley – The First Floor
Matt Chester – Col D’Aubisque

BARBARA PREISINGER MIX

Dyed Soundorom  – She knows
Losoul – Depth Control
Audio Werner  – Going Easy
Reggie Dokes – Chicago Pimp
Rick Wade – Long Walk
Lance Nuance – no title
6th Borough Projects – Planets (The Revenge Lost Groove)
Mina Jackson – Pray (Mike Dunn’s Blackball instrumental mix)
Minimal Man – Make A Move
Redshape – The Box
Steve O’Sullivan – Soft Scoop Memories
Mr. G – Low Slung
Mood Edit – DM1950 I Miss You
Los Hermanos – no title
Pure Science – Discombobulate
Motor City Drum Ensemble – Raw Cuts