STL aka Stefan Laubner habe ich zum ersten Mal auf der Perlon 13 gehört, die im Jahr 2000 erschienen ist. Der Track Portside Waves war schon da ein kleines Kunstwerk des abstrakten Minimal House und schmiedet zusammen mit dem Villalobos/Dandy Jack Track auf der Flip ein nach wie vor frisches Kleinod für die ruhigen Momente. Seitdem hat Stefan Laubner eine ganze Reihe von Tracks auf seinem Label Something releast, die sich alle durch ihre wirklich außergewöhnliche Eigenständigkeit auszeichnen – irgendwo zwischen trocken-rohem Sequenzing, herausragender Experimentierfreude und absoluter Deepness. Und ich bin ein großer Fan seiner Platten geworden. Da ist zum Beispiel die Rain Interpretations LP, die auf der B-Seite mit Thunderstorm eine 21 Minuten Aufnahme eines einsetzenden und vorrüber ziehenden Gewitters samt Regen enthält. Ich nehme das immer wieder gern – mal als Intro, mal um der Technohölle noch einen sphärischen Kick oben drauf zu setzten. Oder Dangerzone, die herrlich schief rumpelnde Alarmsirene des Minimaltechnos. Oder ganz im Gegensatz Inner Silence von der letzten 51° North EP. Ein Track der so deep ist, dass man sich mühelos seine 13 Minuten endlos in ihm fallen lassen kann – aber nicht ohne dann doch mit dem Fuß zum locker jackenden Rhythmus zu wippen.
Im Januar ist sein neues Album Nocturnal Mixdowns erschienen und obwohl ich schon den anderen Platten einen Ehrenplatz auf Lebenszeit in meiner Sammlung eingeräumt habe, könnte das mein bisher absolutes STL-Lieblingsalbum werden. Es vereint für mich alle Facetten, die ich an Laubners Produktionen so sehr mag. The Taphead war mein Eingangsfavorit. Ein relativ zackig groovender Technotrack garniert mit Klängen aus Weltraum. Fog and Snow klingt wie eine neue Interpretation des oben erwähnten Inner Silence Tracks und kam mir gleich so seltsam bekannt vor. 2 Deep groovt 15 Minuten vor sich hin. Locker hätte Stefan Laubner die Kickdrum verschärfen können und mit einem Clap jubelnd die gesamte Minimaltechno Gemeinde hinter sich versammelt. Aber ein STL bleibt im Subtilem und lässt den Track nach und nach entschweben – ganz groß! Mir würde auch noch zu jedem der 4 weiteren Tracks ein kleines Loblied einfallen… 72 Minuten Entdeckungsreise auf 2×12″. Für heute, für morgen, für nächstes Jahr und in 10 Jahren auch noch.
PS und was an STL Platten außerdem besonders ist: Jede Something 12″ enthält ein paar Bonus Loops. Irgendwann habe ich mal die Eingebung gehabt, mir endlich all diese Loops durchzuhören und war echt verblüfft, welche Vielfalt sich mir in diesen kleinen Rillen abseits der Tracks darbot (und wie Techno die manchmal sind). Ich habe mich also hingesetzt und diesen kleinen Loop Mix damit produziert. Es ist keine große Sache und auch nicht mein Diplom im kreativen Arrangieren, Mixing und Pre-Mastering. Aber vielleicht ist es eine kleine Inspiration, aus diesen eh schon super Something Platten noch ein bisschen mehr zu machen:
Ich kann mich noch sehr gut an diesen September 2007 in der Panorama Bar erinnern – damals als erst Ra.H live spielte und dann Patrice ‚Mr. Sistrum‘ Scott aufgelegt hat. Ich wusste es ja schon vorher und weiß es noch immer: Patrice Scott ist ja sooo cool! Wir haben durchgetanzt.
Ich hab mich jetzt doch mal dazu durchgerungen, meine Plattensammlung nach Staubfängern und Fehleinkäufen zu durchsuchen und diese endlich mal auszusortieren. Manchmal kommt man dabei auch mal wieder an Platten vorbei, welche zu unrecht schon zu lange ungehört im Regal standen. Dieses 2000er Album von Luomo (aka Vladislav Delay) ist eine davon. Es passt grade noch in den letzten großen Deep House Hype dieser Zeit, dem ich ja auch irgendwie meinen Zugang zu dieser Musik verdanke. Der große Hit dieser Platte ist wohl ohne Frage Tessio – dieser große Deephouse Popsong, der mir schon bei so manchen Liebeskummer so großartig zur Seite gestanden hat. Der Track wird grade zum mindestens dritten Mal wieder neu aufgekocht aber wenn man das Vocalcity Album hat, dann können diese ganzen Remakes einen völlig entspannt am Arsch vorbei gehen. Persönlich finde ich eh die C/D Platte immer noch ein bisschen besser und so habe mich für den Track „Synkro“ im Player entschieden. Nach diesem Album hat Luomo leider diese leichten Ansätze ziemlich schlimm in Richtung Pop-auf-die-12 entwickelt und hat mir überhaupt nicht mehr gefallen. Deshalb spare ich mir auch den Myspace Link.
Letzte Woche gabs erst das fantastische
Closure of the Clone record label
Ein großes Dankeschön an den Bunker Brooklyn, dass sie diesen super Mix von DJ Jus-Ed am 19.12.2008 live aufgenommen haben:
Meine Platte des Tages: Paperclip People – The Secret Tapes Of Doctor Eich. Ich kann mich noch sehr gut an diesen Montag 1996 im Plattenladen erinnern, als ich die das erste Mal gehört habe. Es war meine erste Begenung mit Detroit Techno – und das hat mich bisheute nicht mehr losgelassen. Ich schließe mich vollkommen kodebreaker an, der bei Discogs sagt: