Smallville Compilation: And Suddenly It’s Morning

smallville Compilation And Suddenly It's MorningIn dieser Woche ist die erste Label Compilation And Suddenly It’s Morning des Hamburger Labels Smallville Records von Peter Kersten aka Lawrence und Julius Steinhoff offiziell erschienen. Los geht’s mit Something Like Wonderful von Julius Steinhoff und dieser Titel sagt im Kern eigentlich auch schon alles, was ich zu sagen habe – und was das für ein schöner Opener ist. Wenn es auf dem Dancefloor plötzlich schon Morgen ist, dann sind die Jungs von Smallville eine Bank. Niemals aufgesetzt, niemals hektisch und doch funky. Klassische, warme Deephouse Tracks, die wissen wie man gekonnt neue Impulse setzt, so dass die Tracks einfach zeitlos spannend bleiben. Schön ist dabei, dass diese Compilation nach und nach auch als einzeln als Vinyl veröffentlicht wird oder bereits im Plattenladen zu haben ist – wobei  ich mir letztendlich alle 12″-Releases kaufen werde. Und für diejenigen, die Vinyl nicht unbedingt brauchen, für die gibt es noch ein tolles 16-Seiten Booklett vom Stefan Marx zur CD.

Tracklist

01. Julius Steinhoff – Something Like Wonderful
02. Christopher Rau – Childhood
03. Lowtec – meandyou.dub
04. Steinhoff & Hammouda with Dionne – Touch
05. Move D & Benjamin Brunn – In the Beginning
06. Sven Tasnadi – Winter
07. Bon & Rau – Cloverleaf Days
08. Lawrence – Don’t Forget
09. Dimi Angélis & Jeroen Search – Our Live With The Wave
10. STL – Neurotransmitting Clouds on the Secret Freeway

Panorama Bar 02 (2): Levon Vincent – Late Night Jam / Steffi – 24 Hours

Panorma Bar 02 Part II: Levon Vincent - Late Night Jam / Steffi - 24 Hours Ostgut TonDemnächst bekommt die Mix-CD Serie der Panorama Bar Nachwuchs. Nach dem überaus erfolgreichen Debüt von Cassy ist auf Panorama Bar 02 Resident  DJ Tama Sumo an der Reihe und vorweg gibt es schon vier exklusive Tracks auf Vinyl vom Berghain Label Ostgut Ton. Ich habe mir Part 2 gekauft mit Late Night Jam von Levon Vincent und Steffi’s 24 Hours auf der Flip. Late Nigt Jam ist dabei ein knöcherner 120 Beats pro Minute Groover aus der Kategorie Ekstase durch Reduktion, ausgestaltet mit Rave Signal und Psycho Breaks für gemeinschaftlichen Synapsenkollaps in der richtigen Soundumgebung. Steffi’s 24 Hours ist dann deutlich entspannter. An einem Morgen mit klassischer Chicago-Bassline erschafft sie hier einen House Flieger für die besonders süßen Träume. Eine Platte, zwei Tracks und zwei mal Gänsekopfhaut.

Levon Vincent: 10 Essential Tracks

levon vincent 10 essential tracks the medium is the messageNa wie geht’s am heutigen Montag? Hangover, Schlafdefizit, Stress auf der Arbeit oder einfach nur Montag? Wie auch immer, für mich kommen die 10 Essential Tracks, ausgesucht von Levon Vincent gerade recht, die gestern bei Groove n‘ Vibes veröffentlicht wurden. Der erste Track Don Carlos – Alone (Paradise) war für mich schon gleich genau die richtige Medizin für Tage wie diesen. Weiter geht’s mit einer erstklassigen Auswahl zwischen 1970 und 1997, die an dieser Stelle schon mal vorweg unterstreicht, dass Levon Vincent in den Jahrespolls unter der Rubrik Newcomer 2009 bestimmt etwas ungenau gelistet wird ;) Nebenbei muss ich an dieser Stelle unbedingt noch auf seine aktuelle 12″ The Medium is the Message hinweisen – bereits erschienen auf Levon Vincents eigenen Label Novel Sound. Nicht nur der Titel ist klasse. Mir gefällt besonders B1 A Melody For Everyone und außerdem bedankt sich die Monday Edition an dieser Stelle gleich noch mal ganz offiziell für die Erwähnung im Levon Vincent Mix der Club Tape pres. Underground Quality CD. Hach, echt schön das alles und jetzt schnell weiter zur Playlist. Made my day..

  • Groove n‘ Vibe: Ten essential tracks – Levon Vincent
  • Levon Vincent

John Daly – Aurora/Equinox & John Roberts – Blame

John Daly Aurora Equinox IRR 005Vorteil Hallspirale. Die beiden offenbar bei der Geburt getrennten Johns, von denen es einen (Daly) nach Irland und den anderen (Roberts) in die USA verschlagen hat, haben neben einer Vorliebe für langsame bpm Zähler offensichtlich auch beide als Erbe den aktuell mächtigsten und Analog-Sound mitbekommen der so zu hören ist.

Vor allem Dalys Aurora ist so ein Stück, das einen – korrekte Anlage und Lautstärke vorausgesetzt – einfach nur niederknien lässt. Und das ganz ohne auf klischierte Dub-Effekte zurückzugreifen. Widerstand zwecklos. Auch eine schöne Nachricht ist dass Adas International Records Recordings (IRR) Label auch mit der mittlerweile fünftenLaufnummer keine Schwächen zeigt. Im Gegenteil.

John Roberts Blame Laidrec 004Roberts ist nach seiner mindestens ebenso mächtigen EP Mirror auf Dial nun auf dem tooligeren Sublabel Laid etwas minimaler eingestellt, aber auch er überzeugt durch rohe Produktion, einen ziemlich unwiderstehlichen Sound und die genau richtige Portion Deepness die es bei so langsamen Stücken natürlich braucht. Und ein ausgefeilter Analog-Sound und eine groooooße Hallspirale helfen da natürlich.

Glimpse – Lazer Bather EP (GLIM008)

Glimpse Lazer Bather EP GLIM008Glimpse ist das „Band“-Projekt des Briten Christopher Spero in dem er mit verschiedenen musikalischen Partnern wie Anthony Sergeant, Martin Eyerer, Matt Tolfrey, Jay Shepheard oder Alex Jones die Möglichkeiten auslotet, respektvoll dem klassischen früh-Neunziger Deep-House New Yorks und Chicagos zu huldigen, und dennoch einen modernen, frischen und eigenen Sound zu finden – also eigentlich genau das macht was gerade allseits beliebt und respektiert wird.

Ungeachtet der Releases auf renommierten Labels wie Cadenza oder Planet E, ist Glimpse immer noch eher ein Geheimtipp. Was vielleicht daran liegt dass Spero eine hin und wieder etwas schwierig nachzuvollziehende Vorliebe für oldschoologe Vocal-Schnipsel und einen manchmal etwas käsigen Soundmaximalismus hat, womit er bei den Blockwarten der reinen Deepness-Lehre natürlich unten durch ist, andererseits diese „kommerziell“ kodierten Sounds aber viel zu subtil und ironisch-hintergründig einsetzt um in den entsprechenden Großraum-Dissen je gespielt zu werden.

Also ein sympathisches zwischen Stühle setzen, dass mir auf dem hauseigenen Glimpse Recordings (Kompakt Vertrieb) immer am stärksten zugesagt hat. Zudem haben alle Glimpse Platten ein schönes serielles Design („Die Vögel Europas“ aus einem naturhistorischen Bildband, diesmal: die diebische Elster) und sind, Value for Money, echte EPs mit vier ziemlich verschiedenen und für sich stehenden Tracks (GLIM008 digital noch mit drei zusätzlichen Remixen). Mein Favorit ist die slowhousige A1 Colours (mit Jay Shepheard) mit ihrem geschmeidig federnden Bass und mächtigen Chords. Aber auch der Vocal-House mit Dubstep-Wobbel-Bass der B1 von Glimpse & Alex Jones ist ziemlich außergewöhnlich und einfach stark.

Just Another Beat 02: Jouem – Levitation EP

just another beat jouem levitation epDie großartige Premiere vom Neuling im Hardwaxvertieb Just Another Beat -wir eninnern uns an die Money Nugget EP- hat mit Jouem und seiner Levitation EP ihren Nachfolger gefunden. In Sachen Deepness machen sie so weiter, wie sie angefangen haben. Der Titeltrack auf der A-Seite kann das sogar dem Zeitgeist entsprechend mit 112 Beats in der Minute auch noch ein kleines bisschen langsamer und sein Name, zu deutsch schweben, ist Programm. Elemente aus Downbeat, Dubtechno und Deephouse vereinigen sich hier zu wunderschönen Klangwolken, perfekt für die ruhigen Momente. Die Flip Day Lily ist ähnlich gestrickt, jedoch ein bisschen darker. Just Another Beat!

Trapez 100

Trapez 100Kleiner Reality Check. Riley Reinholds & Jacqueline Kleins Detroit-affines, klassischem Technosound zugetane Label Trapez hat nach dem Mutterschiff Traum nun auch schon seinen hundersten Release zu feiern. Der Weg zur Laufnummer 100, das muss ich zugeben, ist allerdings weitgehend an mir vorbei gegangen. Nachdem unter den ersten Veröffentlichungen durchaus einige Tracks über ihren jeweiligen Moment hinaus weisen konnten und als Klassiker gelten dürfen (z.B. Akufens „Psychometry Vol. 1“) schienen mir die folgenden Releases, trotz prominent verlässlicher Produzenten wie Steve Barnes, Gabriel Ananda, Slg, Jeff Samuel, Oliver Hacke, Remute oder Shinedoe doch eher DJ-Tools zu sein, Futterstoff für den den richtigen Moment eines Abends, aber darüber hinaus zu selten wirklich originell oder nachhaltig. Die Kompilation zum runden Jubiläum ist da eine gute Gelegenheit die aufgelaufenen Vorurteile eventuell noch mal zu überdenken. Und tatsächlich, die Tracks von Trapez 100 haben genau diese Art von Besonderem und eigenem das mir in den letzten Releases gefehlt hat. Im Sound immer noch an klassischem Detroitschaffen der Neunziger (zwischen UR und Dub-Ästhetik) orientiert, sind die Struktur und Details im Sounddesign modern, zeigen wie sich Motorcity Klassik ins Heute übersetzen lässt. Besonders gut: der housige Vibe des Raw Hedroom Tracks, der knarzende Christian Martin Remix von UNDs großem Fox in the Box und Florian Meindls britisch anmutende Bleeps. Mein heimlicher Favorit ist allerdings Dominik Eulberg, mit dessen bollerigem Studententechno ich bislang so gar nichts anfangen konnte. Ambivalent beginnt subtil indem es einen typischen Percussion-Minimal Housesound andeutet bis nach fünf Minuten Geklöppel plötzlich ein böses Ravesignal von der Seite hereingrätscht und die große Open-Bühne freiräumt.

Tracklist Trapez 100:

1. Five Green Circle – Verse 2the Chorus (Salz Remix)
2. Raw Hedroom – Lauryn’s Tokyo Bananas
3. UND – Fox In The Box (Christian Martin Remix)
4. Roland M. Dill – 1st Century Fox
5. Oliver Hacke – Der Vampir Von Düsseldorf (Break 3000 rework)
6. Dominik Eulberg – Ambivalent
7. Gabriel Ananda – Afu 3
8. Florian Meindl – Blast (Format:B Remix)
9. Gow – Wapper Do It
10. Jeff Samuel – Lip Service
11. 3 Channels vs SLG – Wtorek