Momentan bin echt geflasht vom Kangding Ray VS Mix, den die mnml ssgs vor 3 Wochen ins Netz geschossen haben. Kangding Ray ist David Letellier und hat inzwischen 3 Alben auf Raster Noton veröffentlicht. Zum neuen Album OR schreibt Chris: OR (French for Gold) is more: this is an album that bathes you in the dark glow of late capitalism, right up to your neck. I’m not bullshitting you, either on the sound side or David’s intentions. Dieser Mix ist dazu wohl auch als Sidekick gedacht und ich lasse an dieser Stelle die Tracklist einfach für sich sprechen. Alles weitere lest ihr lieber direkt bei mnml ssgs. Unbedingt mal anhören!
Tracklist
Steve Reich „Come out“ + Rhythm & Sound „Outward“
Oneohtrix Point Never „Returnal feat. Antony (Fennesz Remix)“ + Mark Fell „Multistability 1-B“
Deadbeat „Loneliness and reverly“ + These New Puritans „Drum Courts – Where Corals Lie“
Coh „Andante Facile“ + Pole „Alles Klar“
Nam June Paik „My jubilee ist unverhemmet“ + Alva Noto „Future“
Ben Frost „Leo Needs A New Pair Of Shoes“ + Ricardo Villalobos „Fools garden (black conga)“
Ø „Ionos“ + Emeralds „It Doesn’t Arrive“
Richie Hawtin „00:24“ + Deaf Center „Lobby“
Various Production „Infinity (xx cover)“ + Senking „Breathing Trouble“
Pomassl „Tandem distiller“ + Lissom „Bask“
Fever Ray „If I Had A Heart (Fuck Buttons Remix)“ + Ital Tek „Tokyo freeze (Remix)“
Codes in the Clouds „The Distance Between Us (Nils Frahm Remix)“ + Vex’d „Slime“
Als im Februar dieser Ambient Mix von Mnml Ssgs Chris für Input Selector erschienen ist, war die Situation in Tokio noch ganz anders. Wir wissen alle, was inzwischen passiert ist und der Super-GAU in Japan hat mir in den vergangenen Wochen wirklich die meisten Sorgen gemacht. Ich hoffe jeden Tag, dass sich Japan endlich einen Ruck gibt und nochmal eindrücklich auf die Schwere und die internationale Dimension der Katastrophe hinweist. Jedem, der nur halbwegs der Logik mächtig ist, sollte doch spätestens jetzt klar werden, in welche Gefahr die Menschen ihren Lebensraum gebracht haben und was für eine Zeitbombe dieser künstliche Neutronen-Beschuss von Uran für unseren Lebensraum darstellt.
Kollektiv Turmstrasse haben bereits im November ihr drittes Album mit dem Titel Rebellion der Träumer auf Connaisseur Recordings veröffentlicht und es gab ja auch allerhand Medienpromo dafür. Wenn ich in den vergangenen Jahren mal was vom Kollektiv Trumstrasse gehört habe, dann habe ich meistens diese cleane Klangästhetik bemängelt, wie man sie einfach auf zu vielen Partys hören konnte. Zwar haben sie auch schon immer sehr schöne Synthie-Arrangements gemacht, die besonders gut auf OpenAirs zum Tragen kommen. Doch im Hintergrund war immer dieses cleane Click-Ticker-Click-Ticktick und sowas musste ich abseits der Partys nicht noch öfter hören. Nun habe ich irgendwann dieses Rebellion der Träumer Album angehört und damit haben Kollektiv Trumstrasse dann doch echt positiv überrascht. Das ist ein Allround-Album mit einem echt schönen Vibe geworden. Die Beats sind fett und von temporären Bombast-Breakbeats bis hin zu Superdezent wirklich abwechslungsreich. Es gibt außerdem eine gesunde Portion Pop und die Digital-Version hat darüber hinaus noch viele schöne Ambient-Momente, weil neun Dazwischen-Tracks die Hörer von einem Track zum Nächsten begleiten. Ein kleines Räuspern am Rande: Ich glaube, ich höre hier manchmal auch einen Hauch von Autotune. Naja, egal. Ich skippe meistens bis Dazwischen 3 vor (hier Minute 15) – ab hier gefällt mir das Album so richtig gut. Mein Favorit ist Schwindelig und bei Addio Addio kann man zum Schluss durchaus schon mal die Schuhe ausziehen und für den Sommer ein wenig barfuß Probetanzen…
Ich weiß nicht, wann ich zum ersten Mal von zeitlich begrenzten Öffnungen des Raum-Zeit-Kontinuums gehört habe. Wahrscheinlich war es irgendwann, als jeden Nachmittag Star Trek im Fernsehen lief. Vielleicht war es sogar 1998, als das Raum-Zeit-Kontinuum immer mehr Thema bei Deep Space Nine wurde. Und wenn ich jetzt auf meine jüngste Vergangenheit zurück blicke, dann habe ich in diesen Tagen erstaunlich oft Momente erlebt, die mich ganz stark an 1998 erinnern. Vielleicht hängt es mit der Wiederentdeckung von LTJ Bukem’s Earth Compilations zusammen, die diese Woche hoch und runter liefen – welche auch die Laune der zickigsten Mitfahrerin seit langem nach unserem gemeinsamen Nachtflug über die Autobahn nach Berlin auf beeindruckende Weise transformieren konnten. Vielleicht hatte ich damals beim Mixen zweier Platten zum ersten Mal dieses Gefühl, wenn man sich selbst durch Musik ausdrückt. Und vielleicht passiert es mir jetzt mit Maschinen gerade wieder, dieses Fließen. Neue Dimensionen öffnen sich, alte Visionen sind wieder hellwach. Sich mit 31 ein bisschen wie mit 19 fühlen: die neue Space Dimension Controller – Temporary Thrillz auf dem wiederbelebten R&S Label passt mir perfekt dazu.
Endlich habe ich mal die wild gestapelten Gigabytes im Download Ordner für Podcasts gesichtet und sortiert – so mancher Mix lag ja dort schon für Monate ungehört und völlig vergessen. Solche Aufräumaktionen haben ja immer zwei wirklich schöne Effekte: Erstens ist jetzt wieder richtig viel Platz auf der Festplatte und außerdem findet sich ja doch immer wieder was Schönes zwischen dem Datenmüll. Für mich ist das zum Beispiel der Slow Pitch Volume 1 Podcast von Butane gewesen. Butane ist der Macher von
Hier läuft gerade die neue Sole Exception EP von Sven Weisemann. Mit den beiden vorangegangenen Veröffentlichungen ist ja schon relativ klar geworden, dass sich Sven Weisemann auf Essays eher um die Musik kümmert, die jetzt nicht unbedingt ins klassische Deephouse-Muster fällt. So findet die Sole Exception EP bei mir auch eher ihren Platz in der Ambient- und Downbeatecke. Das ist eigentlich richtige Filmmusik und wenn es SpaceNight noch so wie früher geben würde, dann wäre diese Platte dafür nicht weniger perfekt. Alles weitere dazu darf sich jetzt jeder selbst ausmalen…