Christian Naujoks: Dial Nacht im Berghain Berlin

Christian Naujoks Dial berghain berlinSeit ein paar Monaten gibt’s im Berghain den Elektroakustischen Salon, wo an einem Wochentag Artists Musik auch abseits der Dancefloortauglichkeit präsentieren können. So wurde am vergangenen Donnerstag die Dial Nacht von der Panorama Bar in den elektroakustischen Salon des Berghains umverlegt, denn in jener Nacht stand Christian Naujoks mitten auf dem Dancefloor – auf einer Bühne. Er hat soeben sein Album auf Dial veröffentlicht und sein Konzert könnte auch in die Kategorie Singer-Songwriter fallen. So saß er an seinem Klavier und singt herzzerreißend seine Lieder. Dann kommt der Beat von der Platte und er erschafft in den nächsten Minuten mit seinem Live-Gesang einen Song, der das Berghain ganz mit Romantik ausfüllt – für ein Rendezvous gab es an diesem Donnerstag keinen besseren Ort. Wie eine dekadente Bar aus einem Science Fiction blieb das Berghain romantisch entspannt und funkelte dabei ein bisschen in Rot und Blau. Im Anschluss spielten Lawrence und Efdemin ebenfalls keinen gewohnten Beat zum Tanzen. So war dann doch vereinzelt ein enttäuschtes Gesicht zu sehen, als es sich langsam abzeichnete, dass es das im Flyer angekündigte Tanzprogramm nicht gab und das Berghain allein den experimentellen Klängen überlassen wurde. Wir hatten trotzdem eine wirklich schöne und irgendwie besondere Zeit im Berghain und als wir uns mit einem wundervollen Soundtrack von Charles Curtis kurz nach Mitternacht wieder aufmachen bin ich mir eigentlich sehr gewiss, dass ich beim nächsten Mal wieder komme. Leider wird es mit unnötig geschürten Tanz-Erwartungen bei 12 Euro Eintritt echt schwer, noch jemanden zu überzeugen und alleine gehe ich meistens doch nicht los..

Tag der Arbeit (2): Erster Mai in Berlin

rotefahneGestern konnte man sie schon sehen: die gepanzertern Fahrzeuge, die Wasserwerfer, die Mannschaftswagen der Polizei. Aber neben den allgemeinen Feierlichkeiten und der hoffentlich guten Gegendemo in Köpenick gibt’s auch ein ordentliches Kulturprogramm zum langen Wochenende. Neben der durchgängig geöffneten Bar 25 und all den vielen Partys in der Hauptstadt spielt heute Ricardo Villalobos im Club der Visionäre. Abends ist Theo Parrish im Tape Club und Acid Kampftag mit DJ Pierre im Horst Krzbrg. Und wer den Sonnabend dann noch heil überstanden hat, der kann sich dann zum Sonntag in der Panorama Bar einfinden, denn da spielen dann noch Kiki und Carl Craig!

Doku: Rave City (1993)

Okay. Vervollständigen wir das Video Archiv für Tage, an denen das Wetter mal nicht so schön ist. Da gibt’s noch Rave City vom SFB 1993. Hier gab’s auch das das ganze Hardwax Interview mit Rok, welches im Ausschnitt auch kurz bei We Call it Techno zu sehen ist. Außerdem dabei: ein Tanith in Hochform, ein Bunker, ein Walfisch, Raver und ein klassischer, seriös-steifer Off-Kommentar.

Technocity Berlin 1993 Doku

Tanith & Wolle XDP @ Berlin Mitte Institut

tanith wolle xdp berlin mitte institutZwanzig Jahre Techno – Tanith und Wolle XDP sind im Gespräch wie lange nicht mehr. Am Montag Abend waren die Beiden im Videostream-Mix beim Berlin Mitte Institut. Musik gab’s dabei aus den Jahren von 1995 bis 2003. Ich habs gesehen und gehört – es war ne wirklich schöne Sendung. Und für alle, die es verpasst haben, gibt’s jetzt den Download und zwei Videos:

 

Shitkatapult – Strike 100 Release Party

shitkatapult strike100Heute gibt’s im Berghain die Release Party zur Strike 100. Herzlichen Glückwunsch an die Nachbarn von Shitkatapult! Ich erinnere mich gerne an 2002, wo ich die Strike 16 – Zartbitter EP von T.Raumschmiere gekauft habe und an diesen Typ, der mir doch tatsächlich erzählen wollte, dass Marco Haas eigentlich Tobias Raumschmiere heißt. Die Rock’nRoll-Techno Releases danach waren dann nicht mehr so mein Geschmack. Doch bei dieser 100 bin ich wieder dabei. Es ist eine Ambient-Compilation geworden. Ich hab sie bis jetzt noch nicht in Bezug auf die darauf vertretenen Artists gehört. Sie lief gestern einfach so durch – zweimal, um genau zu sein – und sie gefällt mir sehr gut. Dieses Johnny Cash Stück erinnert mich ein bisschen an KLF – Chill Out, wo Elvis im Radio kommt. Dann geht es mit spannenden Klangexperimenten weiter und weiter. Es flackern auch hin und wieder leichte Songstrukturen auf – alles sehr schön, fast völlig ohne (und wenn, dann mit einer ganz sanften) Bassdrum und das nicht nur Dienstags oder falls uns der Winter diese Woche doch noch mal für einen Augenblick einholen sollte…

Heute Abend also nun auf ein Bier mit T.Raumschmiere in Ambient Stimmung und den Live-Acts Jan Jelinek, Anders Ilar und Frank Brettschneider. Das Album gibt’s als Doppel CD und 3xVinyl.

Tracklist

T Raumschmiere – Lass Knattern!
Johnny Cash – I Heard The Lonesome Whistle Blow
Thom Thiel – Laissez Faire
Felix – Outside On A Cold Day
Ismael Pinkler – Escapismo
Das Bierbeben – Delirium
The Orb – OOPA
Kero – Noizenovio
Ben Lauber – Die Seele
Judith Juillerat – Bo-Peep
Warren Suicide – Picnic On A Minefield
Daniel Meteo – The Forest
Jan Jelinek – Happening Tone
Pluramon & Julia Hummer – If The Time Was On My Side
Krater – Viscosity
Schieres – All
Dalglish – Inoktu
Soap & Skin – Brother Of Sleep
Richard Lautenschalger – Melodie
Anaphie – Schubrauber
Shrubbn!! – -73 C
Fenin – Lastkahn
Peter Grummich – Solarian
Anders Ilar – 1003 Lullabies
Bus – Westen

Ben Klock: One LP (Ostgut Ton LP 003)

Ben Klock: One LP (Ostgut TonJetzt gibt es das Ben Klock Debüt-Album „One“ auf Ostgut Ton. Ich hatte diese Doppel-12″ schon vor zwei Wochen in der Hand und ich hab sie wegen dem gravierenden Loch im Konto erst einmal stehen gelassen. Ich dachte mir, die Zeiten der großen Techno-Kathedrale sind für mich als DJ eh erst mal auf unbestimmte Zeit vorbei und Ostgut kriege ich später immer noch. Doch fiel mir beim ersten Hören schon auf, dass Ben Klock seine Techno-Deepness, die auch auf den Singles und EP’s immer irgendwo zu spüren war, hier erstaunlich gut heraus gearbeitet hat. Alles andere als auf die Zwölf ist das hier Techno (und vielleicht manchmal schon IDM), der zwar irgendwo pumpt – das Gehirn jedoch auf eine sehr spezielle, tiefe Art und Weise berührt. Unterstützt wird das noch durch die hypnotisch überzeugenden Vocals von Elif Biçer in Goodly Sin und OK. Ich habe diese Platte seit meinem ersten Hörerlebnis nicht wieder aus dem Kopf gekriegt. Dabei war es nicht etwa ein Track oder eine Melodie, die kleben blieb – vielmehr war es ein wirklich schönes Gefühl von Wärme und Techno.

Ein Traum in Erdbeerfolie

Ein Traum in ErdbeerfolieEs ist bestimmt schon angekommen: es ist Berlinale in Berlin. So waren wir am Dienstag zur Premiere des Dokumentarfilms „Ein Traum in Erdbeerfolie“ von Marco Wilms. Passend zur Rubrik Panorama & Retrospektive (und natürlich 20 Jahre Mauerfall) entpuppte sich das als Doku über den Mode-Underground der DDR. Zu sehen waren unter Anderen die wirklich tolle Designerin Sabine von Oettingen, der unglauliche Frisör, Stylist und Model Frank Schäfer und der Wandel des Fotografen Jürgen Hohmuth. Für mich  gabs die größte Überraschung, als Sven Markquardt als der Fotograf der ostberliner Underground-Mode vorgestellt wurde. Mit diesen großartigen Protagonisten schuf Herr Wilms einen Film, der spannend war und unterhalten konnte. Er schuf jedoch zu Beginn auch eine Erwartungshaltung, der er am Ende nicht ganz gerecht wurde. Aber vielleicht können die ihre Zuschauer einfach so gut in den Bann ziehen – vielleicht so gut, dass man nach der Show immer das Gefühl hat, als hätte man auf jeden Fall noch nicht genug gesehen. Das Publikum freut sich schon auf das DVD-Bonusmaterial und die Berlinale geht noch bis zum Sonntag.

Patrice Scott: Deep In Detroit Mixtape

patrice scott Deep In Detroit MixtapeIch kann mich noch sehr gut an diesen September 2007 in der Panorama Bar erinnern – damals als erst Ra.H live spielte und dann Patrice ‚Mr. Sistrum‘ Scott aufgelegt hat. Ich wusste es ja schon vorher und weiß es noch immer: Patrice Scott ist ja sooo cool! Wir haben durchgetanzt.

Vor zwei Wochen ist seine neue Platte „Far Away“ auf Sistrum erschienen. Ich hab an manchen Tagen schon irgendwie festgestellt, dass ein Besuch im Plattenladen ne relativ unemotionale Sache geworden ist. Manchmal lächle ich ein wenig wegen dem jungen Spanier neben mir, der da grade wieder voll unter seinen Kopfhören abgroovt. Aber bei der Platte ist mir das auch wieder passiert. Da geht mir gleich das Chakra im Bauch auf. Deep in Detroit – ein Glück, dass die Motown noch solche Leute wie Patrice Scott hat, sonst wäre es dort inzwischen ziemlich still.

Zu Hause, mit der Platte unterm Arm und den Erinnerungen an die PBar im Kopf, hab ich wirklich einen DJ Mix von Ihm vermisst. Ab heute gibts aber die Rettung: Das Deep in Detroit Mixtape, yeah! Und Patrice Scott spielt am Freitag, den 13. Februar wieder in der Panorama Bar und am 07. März im Übel & Gefährlich Hamburg. Not to be missed!

Deep In Detroit Mixtape – Tracklist

00.00 ?
07.15 ?
14.25 Marcellus Pittman – Skylark [Late Morning mix Foool!!] – FXHE
18.05  Kerri Chandler – Moon Bounce – Deeply Rooted House
23.15 ?
27.30 ?
32.30 ?
38.30 DJ OJI – Footsteps of Phire (Ibadan)
42.30 Ferrer & Sydenham Inc. – Timbuktu [Ame Main Mix] – Ibadan
48.00 David Alvarado – Passion Fruit – Yoshitoshi
55.55 Kevin Saunderson – Pump the Move [Samuel L Sessions Mix] – KMS

29.01. Robert Henke & Christoph Bauder – ATOM @ Berghain

Performance for a matrix of 64 gas balloons, lights, and sound

A room is filled with deep, evolving noises from a four-channel sound system. An eight-by-eight array of white, self-illuminated spheres floats in space like the atoms of a complex molecule.

Through variable positioning and illumination of each atom, a dynamic display sculpture comes into being, composed of physical objects, patterns of light, and synchronous rhythmic and textural sonic events. Change, sound, and movement converge into a larger form.

The height of each helium balloon is adjusted with a computer-controlled cable winch, whilst the internal illumination is accomplished using dimmable super-bright LEDs, creating a pixel in a warped 8×8 spatial matrix.

The sonic events, the patterns of light, and the movement of the balloons are manipulated in real time as a 45-60 minute-long performance.

Die Platte  „Robert Henke: Atom/Document“ gibt’s bereits auf Monolake/Imbalance.