Kompakt: Pop Ambient 2010

Kompakt: Pop Ambient 2010Seit 2001 gibt es bereits die Pop Ambient Compilation, die einmal pro Jahr auf Kompakt erscheint. So hat Wolfgang Voigt auch dieses Jahr wieder 13 Tracks für die aktuelle, zehnte Ausgabe Pop Ambient 2010 zusammengestellt. Manchmal werde ich etwas ungläubig angeguckt, wenn ich auf einmal Ambient auswähle und dann doch bitteschön mal erklären soll, wozu ich denn manchmal so komische Entspannungsmusik höre – meistens ohne Text und Bassdrum.

Ambient begleitet mich eigentlich schon so lange, wie ich mich mit elektronischer Musik beschäftige. Damals in den 90ern war der Chillout-Floor ein essentieller Bestandteil jeder größeren Technoparty und da lief meistens Ambient und spätestens als ich die Earthviews der Spacenight auf VHS aufgenommen hatte, gehörte Ambient einfach dazu. Am meisten mag ich wahrscheinlich die bewusste Entschleunigung in der Musik und das Verzichten auf eine klassische Songstruktur mit kurzlebigen Höhepunkten. So merke ich mir auch nicht beim 2010ten Mal die genaue Struktur eines Ambient-Tracks, so dass ein guter Ambient-Track für mich immer irgendwo spannend bleibt. Für mich gibt es keine schönere Musik, wenn ich Abends noch ein bisschen im Bett liege, um dann langsam aber sicher einzuschlafen und es gibt Tage, an denen ich absolut nichts anderes höre. Um das noch ein kleines bisschen besser zu verstehen hilft vielleicht die Erkenntnis aus Wikipedia, nach der Ambient seine besonderen Eigenschaften erst dann entwickelt, wenn sich die Aufmerksamkeit des Hörers auf etwas Anderes als die Musik selbst richtet – die Musik sich sozusagen vollkommen in das Ambiente integriert.

Pop Ambient 2010 hat den Langzeittest in den vergangenen Wochen jedenfalls ziemlich gut gemeistert. Am Anfang war ich ja noch etwas skeptisch, doch die 2010 Selektion von Wolfgang Voigt geht für mich echt gut auf. Nach einer Einleitung, wobei  Herr Voigt auch mal zu Zither und Horn greift, einen sehr schönen Track von The Orb schafft Pop Ambient 2010 spätestens zwischen DJ Koze mit Bodenweich und Jürgen Paape mit 864M einen sehr schönen, sphärischen Umschwung, der einen dann ganz warm umhüllt und bevor uns irgendwann diese Pop Ambient 2010 CD mit dem 17 Minuten langen Bvdub Epos Will You Know Where To Find Me entlässt. Auch schön ist dabei, dass es zur Vinyl-Ausgabe die CD dazu gibt.

Tracklist

  1. Marsen Jules – The Sound Of One Lip Kissing
  2. Brock Van Wey / Bvdub – Lest You Forget
  3. Triola – Schildergasse
  4. Wolfgang Voigt – Zither Und Horn
  5. Andrew Thomas – Clouds Across Face
  6. Orb, The – Glen Coe
  7. Mikkel Metal – Blue Items
  8. DJ Koze – Bodenweich
  9. Jürgen Paape – 864m
  10. Dettinger – Therefore
  11. Thomas Fehlmann – In The Wind
  12. Popnoname – Deutz Air
  13. Brock Van Wey / Bvdub – Will You Know Where To Find Me

CTM 10 – Club Transmediale Compilation / Sampler

CTM  10 Club Transmediale Compilation SamplerIn dieser Woche ist wieder ordentlich was los in der Hauptstadt. Da hätten wir zum Einen die Transmediale, die hier seit gestern läuft. Die De:Bug hat uns in der letzten Ausgabe schon ein bisschen auf das Thema Utopien etc eingestimmt und sicher war das nicht ganz unabhängig vom Thema des Festivals für Kunst und digitale Kultur im Haus der Kulturen der Welt. Parallel gibt’s dazu noch die Social Media Week und natürlich die Club Transmediale – dieses Mal hauptsächlich im WMF. Und was bringt Dir das jetzt? Zum Beispiel gibt’s bei zero“ den durchaus gelungenen Sampler zum Event mit diesem schönen Mount Kimbie Track kostenlos zum Download. News von der Social Media Week gibt’s natürlich auch im Internet – hier bei Twitter oder auch in Blogs wie diesem hier. Und wer außerhalb des Festivals ebenso Bock auf Zukunft hat, der kann auch mal nach Science vs Fiction mit Harald Lesch googlen.

Tracklist:

Patric Catani – Lemniscate 14
Hildur Gudnadottir – Erupting Light
Mount Kimbie – Maybes
Glass Candy – Candy Castle
Guido Möbius – Gosse Overman
Etienne Jaumet – Entropy
Desire – Don’t Call
Scuba – Klinik
Funckarma – Nays of Dight
Aoki Takamasa – RN2-09 PT1 + PT2
Joris Voorn – Empty Trash
Drop The Lime – Set Me Free (Harvard Bass Remix)
Oni Ayhun – OAR002

  • Club Transmediale Compilation

Smallville Compilation: And Suddenly It’s Morning

smallville Compilation And Suddenly It's MorningIn dieser Woche ist die erste Label Compilation And Suddenly It’s Morning des Hamburger Labels Smallville Records von Peter Kersten aka Lawrence und Julius Steinhoff offiziell erschienen. Los geht’s mit Something Like Wonderful von Julius Steinhoff und dieser Titel sagt im Kern eigentlich auch schon alles, was ich zu sagen habe – und was das für ein schöner Opener ist. Wenn es auf dem Dancefloor plötzlich schon Morgen ist, dann sind die Jungs von Smallville eine Bank. Niemals aufgesetzt, niemals hektisch und doch funky. Klassische, warme Deephouse Tracks, die wissen wie man gekonnt neue Impulse setzt, so dass die Tracks einfach zeitlos spannend bleiben. Schön ist dabei, dass diese Compilation nach und nach auch als einzeln als Vinyl veröffentlicht wird oder bereits im Plattenladen zu haben ist – wobei  ich mir letztendlich alle 12″-Releases kaufen werde. Und für diejenigen, die Vinyl nicht unbedingt brauchen, für die gibt es noch ein tolles 16-Seiten Booklett vom Stefan Marx zur CD.

Tracklist

01. Julius Steinhoff – Something Like Wonderful
02. Christopher Rau – Childhood
03. Lowtec – meandyou.dub
04. Steinhoff & Hammouda with Dionne – Touch
05. Move D & Benjamin Brunn – In the Beginning
06. Sven Tasnadi – Winter
07. Bon & Rau – Cloverleaf Days
08. Lawrence – Don’t Forget
09. Dimi Angélis & Jeroen Search – Our Live With The Wave
10. STL – Neurotransmitting Clouds on the Secret Freeway

Panorama Bar 02 (2): Levon Vincent – Late Night Jam / Steffi – 24 Hours

Panorma Bar 02 Part II: Levon Vincent - Late Night Jam / Steffi - 24 Hours Ostgut TonDemnächst bekommt die Mix-CD Serie der Panorama Bar Nachwuchs. Nach dem überaus erfolgreichen Debüt von Cassy ist auf Panorama Bar 02 Resident  DJ Tama Sumo an der Reihe und vorweg gibt es schon vier exklusive Tracks auf Vinyl vom Berghain Label Ostgut Ton. Ich habe mir Part 2 gekauft mit Late Night Jam von Levon Vincent und Steffi’s 24 Hours auf der Flip. Late Nigt Jam ist dabei ein knöcherner 120 Beats pro Minute Groover aus der Kategorie Ekstase durch Reduktion, ausgestaltet mit Rave Signal und Psycho Breaks für gemeinschaftlichen Synapsenkollaps in der richtigen Soundumgebung. Steffi’s 24 Hours ist dann deutlich entspannter. An einem Morgen mit klassischer Chicago-Bassline erschafft sie hier einen House Flieger für die besonders süßen Träume. Eine Platte, zwei Tracks und zwei mal Gänsekopfhaut.

Trapez 100

Trapez 100Kleiner Reality Check. Riley Reinholds & Jacqueline Kleins Detroit-affines, klassischem Technosound zugetane Label Trapez hat nach dem Mutterschiff Traum nun auch schon seinen hundersten Release zu feiern. Der Weg zur Laufnummer 100, das muss ich zugeben, ist allerdings weitgehend an mir vorbei gegangen. Nachdem unter den ersten Veröffentlichungen durchaus einige Tracks über ihren jeweiligen Moment hinaus weisen konnten und als Klassiker gelten dürfen (z.B. Akufens „Psychometry Vol. 1“) schienen mir die folgenden Releases, trotz prominent verlässlicher Produzenten wie Steve Barnes, Gabriel Ananda, Slg, Jeff Samuel, Oliver Hacke, Remute oder Shinedoe doch eher DJ-Tools zu sein, Futterstoff für den den richtigen Moment eines Abends, aber darüber hinaus zu selten wirklich originell oder nachhaltig. Die Kompilation zum runden Jubiläum ist da eine gute Gelegenheit die aufgelaufenen Vorurteile eventuell noch mal zu überdenken. Und tatsächlich, die Tracks von Trapez 100 haben genau diese Art von Besonderem und eigenem das mir in den letzten Releases gefehlt hat. Im Sound immer noch an klassischem Detroitschaffen der Neunziger (zwischen UR und Dub-Ästhetik) orientiert, sind die Struktur und Details im Sounddesign modern, zeigen wie sich Motorcity Klassik ins Heute übersetzen lässt. Besonders gut: der housige Vibe des Raw Hedroom Tracks, der knarzende Christian Martin Remix von UNDs großem Fox in the Box und Florian Meindls britisch anmutende Bleeps. Mein heimlicher Favorit ist allerdings Dominik Eulberg, mit dessen bollerigem Studententechno ich bislang so gar nichts anfangen konnte. Ambivalent beginnt subtil indem es einen typischen Percussion-Minimal Housesound andeutet bis nach fünf Minuten Geklöppel plötzlich ein böses Ravesignal von der Seite hereingrätscht und die große Open-Bühne freiräumt.

Tracklist Trapez 100:

1. Five Green Circle – Verse 2the Chorus (Salz Remix)
2. Raw Hedroom – Lauryn’s Tokyo Bananas
3. UND – Fox In The Box (Christian Martin Remix)
4. Roland M. Dill – 1st Century Fox
5. Oliver Hacke – Der Vampir Von Düsseldorf (Break 3000 rework)
6. Dominik Eulberg – Ambivalent
7. Gabriel Ananda – Afu 3
8. Florian Meindl – Blast (Format:B Remix)
9. Gow – Wapper Do It
10. Jeff Samuel – Lip Service
11. 3 Channels vs SLG – Wtorek

Various Artists – Dérive Vol. 1 EP (Dérive Schallplatten 01)

deriveEin sehr interessantes und facettenreiches Debut präsentiert uns Dérive Schallplatten aus Hamburg. Die „Dérive Vol. 1 EP“ beginnt mit einem wunderschönen deepen Track von Benjamin Brunn, welcher meinen Nerv mittlerweile nun schon desöfteren mit seinen tollen Produktionen (u.a. für Bine Music und Smallville Records) getroffen hat. Developers Live baut sich sehr feinfühlig auf einem wabernden, blubbernden und manchmal auch tröpfelnden Soundgebilde auf. Nachdem ich dieses Stück mehrere Male durchgehört habe, fühle ich mich ein wenig an die Geschichten aus Tausendundeiner Nacht erinnert – ein fliegender Soundteppich, der mich herzlichst auf einen wohlig-warmen Trip einlädt. B1 meldet sich dann überraschenderweise mit einem derartig kickenden Burner von Achim Maerz zurück, der mich direkt auf die Tanzfläche schickt. Es ist vor allem dieser deepe Break mit seinem Detroit-Querverweis, der hier wirklich überzeugen kann. Richtig gut schmeckt aber auch das Dessert von Christopher Rau. Ne Travaillez Jamais ist ein entspannter und etwas jazzig anmutender Deep House Track von dem es gerne noch etwas mehr sein darf. Eingepackt und abgerundet wird die Platte mit einem Blessing Artwork – meinen Glückwunsch für diesen mehr als gelungenen Einstand!

Delsin II: Remix EP 1 (Delsin 074)

delsin II - remix ep 1Nach der in Kennerkreisen umjubelten Label-Compilation Planet Delsin – Interstellar Sounds Of Stardust kommt jetzt Delsin 2.0 mit zwei Remix EPs von bewährten Delsin-Bomben. Ohr- und Eye-Catcher ist in diesem Teil die Redshape Version vom Newworldaquarium Evergreen Trespassers. Dazu sage ich nur: stilecht – mit gewohnt geliebten Redshape Drive, was dem Orginal ein bisschen mehr Dancefloortauglichkeit verleiht und das hat es auch so wirklich verdient. Die Flip kommt dann mit einem Quince Remix für Taho – Energy Fields, der erst ein bisschen Neo-Detroit mäßig anläuft mich dann aber doch noch kriegt. In der Pipeline ist außerdem die Shed Version von Energy Fields auf der Remix EP 2 und die CD-Compilation mit vielen Original-Tracks für jene, die das bisher verpasst haben.

Wackies Sampler Volume 1, 2 and 3

wackies samplerEs ist April und schon Sommer. Ich war bereits im See baden und hab inzwischen auch den ersten Sonnenbrand des Jahres. Deshalb war ich heute mal nicht zum Sonnenbaden. Jedoch scheint hier nun nicht nur die Sonne durchs Fenster – die Wackies Sampler Compilations waren heute der Dub-Reggae Dauerbrenner. Wackies haben ja in der vergangen Zeit ihre Releases auch als Sampler CD re-released und diese seien Dir hier nun wärmstens an Herz gelegt. Volume 1 und 3 sind immer noch für kleines Geld bei Hardwax zu haben -die besondere Empfehlung geht an Volume 3- und mehr als no fillers, just killers! will ich auch nicht hinzufügen.

Shitkatapult – Strike 100 Release Party

shitkatapult strike100Heute gibt’s im Berghain die Release Party zur Strike 100. Herzlichen Glückwunsch an die Nachbarn von Shitkatapult! Ich erinnere mich gerne an 2002, wo ich die Strike 16 – Zartbitter EP von T.Raumschmiere gekauft habe und an diesen Typ, der mir doch tatsächlich erzählen wollte, dass Marco Haas eigentlich Tobias Raumschmiere heißt. Die Rock’nRoll-Techno Releases danach waren dann nicht mehr so mein Geschmack. Doch bei dieser 100 bin ich wieder dabei. Es ist eine Ambient-Compilation geworden. Ich hab sie bis jetzt noch nicht in Bezug auf die darauf vertretenen Artists gehört. Sie lief gestern einfach so durch – zweimal, um genau zu sein – und sie gefällt mir sehr gut. Dieses Johnny Cash Stück erinnert mich ein bisschen an KLF – Chill Out, wo Elvis im Radio kommt. Dann geht es mit spannenden Klangexperimenten weiter und weiter. Es flackern auch hin und wieder leichte Songstrukturen auf – alles sehr schön, fast völlig ohne (und wenn, dann mit einer ganz sanften) Bassdrum und das nicht nur Dienstags oder falls uns der Winter diese Woche doch noch mal für einen Augenblick einholen sollte…

Heute Abend also nun auf ein Bier mit T.Raumschmiere in Ambient Stimmung und den Live-Acts Jan Jelinek, Anders Ilar und Frank Brettschneider. Das Album gibt’s als Doppel CD und 3xVinyl.

Tracklist

T Raumschmiere – Lass Knattern!
Johnny Cash – I Heard The Lonesome Whistle Blow
Thom Thiel – Laissez Faire
Felix – Outside On A Cold Day
Ismael Pinkler – Escapismo
Das Bierbeben – Delirium
The Orb – OOPA
Kero – Noizenovio
Ben Lauber – Die Seele
Judith Juillerat – Bo-Peep
Warren Suicide – Picnic On A Minefield
Daniel Meteo – The Forest
Jan Jelinek – Happening Tone
Pluramon & Julia Hummer – If The Time Was On My Side
Krater – Viscosity
Schieres – All
Dalglish – Inoktu
Soap & Skin – Brother Of Sleep
Richard Lautenschalger – Melodie
Anaphie – Schubrauber
Shrubbn!! – -73 C
Fenin – Lastkahn
Peter Grummich – Solarian
Anders Ilar – 1003 Lullabies
Bus – Westen

The Ambient Cookbook (Fax +49-69/450464)

the ambient cookbookDiese Ambient Compilation The Ambient Cookbook ist die Platte des Tages. Es ist eine wirklich schöne Zusammenstellung von Tracks, die -wie Discogs sagt- das goldene Zeitalter des Ambient repräsentierten. Na gut, goldenes Zeitalter hin oder her. Hier kannst du neben Tracks von Pete Namlook selbst auch Tracks von Tetsu Inoue, Jonah Sharp, David Moufang, Dr. Atmo und anderen hören. Die 4xCD Box ist leider wirklich teuer. Vereinzelt gibt’s aber die Tracks inzwischen schon bei Mp3-Plattformen wie emusic und das Cookbook-Booklet habe ich auch so im Netz gefunden (hier). Für heute wähle ich:

Chicken Breast „Namlook“

0.15 kg butter, 1 small onion, 1 medium onion, 0.3 kg carrots, flour, parsley, water, 2 cups of rice (the normal patna longcorn kind of), 4 cups of water, 28 raisins, 10 sliced almonds, 2 chicken breast filets, 1 clove garlic, 1/2 glass of white wine, 25 grams of normal plain choclate (your favourite brand), sugar, salt, pepper, herbs of Provence

Let’s start this menu with the carrots. Weiterlesen