Es gibt eine neue Platte von Andy Stott. Seit 2005 veröffentlicht dieser wirklich gute Tracks auf Modern Love. Mit seinem Album Merciless zeigte er uns bereits 2006 seine beeindruckende Kombination zwischen deep- und darkness und immer noch gerne höre ich die Demon in the Attick EP, die neben diesem Techno Killer auch das wunderschöne Deephouse Stück Come Together enthält. So war jetzt schon vorher klar, Andy Stott wiederholt sich nicht, geht mit seinen Produktionen immer einen Stück weiter und deshalb ist für mich zumindest einmal reinhören Pflicht. Meine Erwartungen wurden nicht enttäuscht. Counter auf der A-Seite ist ein Dubtechno Track. Wer mich heute noch mit einer Dubtechno Produktion aus der Reserve locken will, der muss da schon ganz schön was hinlegen – Andy Stott hat’s hingekriegt. Die B-Seite kommt dann mit sehr gutem Dubstep genannt Drippin. Mein Fazit: Genau so! Großartige Platte!
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1995 – 2003: eine persönliche Techno-House Retrospektive (Teil 2)

1995 – 1997
Einer, der dabei Techno entscheident mitgeprägt hat ist Carl Craig. Mit seinen Produktionen von 1994 bis 1997 als Paperclip People sowie seinem Label Planet E ist er auf jeden Fall einer der wichtigsten Produzenten dieser Zeit. Wieder waren es die Tracks aus Detroit, die überall abräumten und der gesamten Techno-Community neue Inspirationen und neue Impulse gaben. Mindestens ebenso wichtig wie Carl Craig ist Jeff Mills, der nun ab 1996 auf seinem Label Purpose Maker neue Loop-Techno Impulse setzte. Convextion gab sein Debüt auf Matrix, Octave One starteten ab 1995 ebenso richtig durch, Kenny Larkin veröffentlichte sein Album Metaphor und trumpfte mit seinem Dark Comedy Alias und nicht zuletzt waren da noch Richie Hawtin (aka Plastikman & Concept), Robert Hood, Blake Baxter oder Scan 7. Und die deutschen DJs wie Sven Väth oder DJ Hell haben diese Tracks gespielt.
Wenn ich an die für mich wichtigsten Releases aus Europa denke, dann möchte ich hier nicht in einem endlosen Namedropping enden. Da sind natürlich die harten Technoplatten z.B. auf Tresor oder Djax Up. Doch aus meiner der jetztigen Perspektive finde ich die Releases u.a. von Jesper Dahlbäck oder Adam Beyer auf Svek sowie die Platten um Steve O’Sullivan auf Mosaic bei weitem spannender – um nur zwei dieser damals ganz frischen Labels zu nennen, die letztendlich nicht nur für mich das Jahr 1997 zu einem der besten Techno-House-Jahre überhaupt machten. Wenn ich durch meine Plattesammlung gucke dann bleibe ich auffällig oft an Platten von 1997 hängen – das mit dem zeitlosen Groove hatten die in diesem Jahr wirklich drauf. Und dann gab’s 95/96 natürlich noch die bis heute essentiellen Platten auf Studio 1, Maurizio usw.
Auch beim House tat sich einiges. Groß im Rennen waren damals DJ Sneak, Strictly Rhythm und so, die sich noch ne Weile am sogenannten Wildpitch Sound inspirierten. Aber für mich steht allen voran Matthew Herbert! Mit seinen Tracks auf Phono setzte er entscheidende Maßstäbe in Richtung Deep House. Die Frankfurter Ongaku Leute starteten ihr Label Playhouse, Ricardo Villalobos veröffentlichte Tracks wie MDMA oder The Contempt, Chris Liebing veröffentichte als Noosa Heads die großartige Houseplatte Mushrooms und 1997 gab’s die Nummer 1 auf Perlon.
Was zum Jahr 1997 auf jeden Fall mit dazu gehört ist Radio Evosonic. Das mit dem Internet war ja noch völlig in den Kinderschuhen, eigentlich viel zu teuer und bis auf techno.de und tanith.org gab’s auch noch keine wirklich relevanten Seiten im Netz. So blieb uns damals ebenfalls nur das Radio und der Plattenladen als Informationsquelle. Ich versuchte immer gleich nach der Schule im Plattenladen vorbei zu gucken und es hatte viel mit Glück zu tun, etwas von den wirklich fetten Platten abzubekommen. Eine ordentliche Radiosendung, bei der auch Platten vorgestellt wurden, gab es bei uns nicht wirklich und in meinem Freundeskreis hatten wir nur vereinzelt Tapes von der HR3 Clubnight. Aber dann kam am 1. Mai Radio Evosonic – unsere Musik, 24 Stunden, 7 Tage die Woche non stop. Es lief die ganze Zeit und was Evosonic für die Technoszene für eine Bedeutung gehabt hat, dass konnte man auch an Chris Liebings „Freitag Abend“ Sendung sehen. Er sagte da immer irgendwas mit Schranz und 3 Jahre später sollte harter Techno, den er dort immer spielte, einfach nur noch Schranz genannt werden. Fortsetzung folgt…
Tanith & Wolle XDP @ Berlin Mitte Institut
Zwanzig Jahre Techno – Tanith und Wolle XDP sind im Gespräch wie lange nicht mehr. Am Montag Abend waren die Beiden im Videostream-Mix beim Berlin Mitte Institut. Musik gab’s dabei aus den Jahren von 1995 bis 2003. Ich habs gesehen und gehört – es war ne wirklich schöne Sendung. Und für alle, die es verpasst haben, gibt’s jetzt den Download und zwei Videos:
- Download, Videos
- Tanith
- Wolle XDP
STL – Silent State EP (Smallville 12)
Neues bei Smallville in Hamburg. In der letzten Woche bekam ich das neue Release überreicht und es ist einmal mehr eine Überraschung, was da auf uns zukommt: Stephan Laubner a.k.a. STL zeichnet sich dort – abseits seiner eh schon so grandiosen Produktionen auf seinem eigenen Label Something verantwortlich für drei ganz tolle Epen, die irgendwo zwischen feinstem Deep House, aber auch dubbigem Techno angesiedelt sind. Wie immer sehr eigenständig, großartig im Aufbau der einzelnen Tracks, die teilweise recht harmonisch daherkommen und einen äußerst zwingend und dennoch unaufdringlich zum Tanzen verführen – einfach wunderschön… Es sind einfach alle Stücke so klasse auf den Punkt gebracht, daß ich an dieser Stelle ganz gut darauf verzichten kann, eines davon speziell hervorzuheben! Dankeschön, lieber Stephan sowie ein großes Kompliment an das Smallville-Team für diesen Volltreffer!!!
- STL Silent State Hören
- Stephan Laubner
- Smallville
- Smallville Records.com
Sven Weisemann – Leontica EP (Essays)
Ich weiß es zwar nicht ganz genau, aber ich tippe auf ein eigenes Labelprojekt von Sven Weisemann – Essays. Nummer 1 ist als handliche 7″ erschienen und vereint in der Plastik-Schutzhülle das Whitelabel Vinyl mit dem Kunstdruck „Treiben“ von Chen Yun Wang. Es ist aber nicht nur so, dass diese 7″ Leontica EP von innen nach außen läuft, ihr ein Kunstdruck beigelegt ist und sie somit schon fast alle optischen Besonderheiten aufweist, die ein Sammlerherz erfreuen können. Viel mehr hat hier Herr Weisemann auch mal Tracks veröffentlicht, die sich endlich ein bisschen vom bewährten Muster lösen und einen Schritt zur Seite oder -je nach Perspektive- auch einen Schritt nach vorne wagen. „Treiben“ passt dabei auch perfekt zur Musik. So erinnert mich der A-Track „Rootless“ ein wenig an wunderschöne, ältere Space Night Tracks von Elektrolux und B „Garden Of Fantasy“ bringt die Synapsen sofort auf ERP-Schwingung. Zwei Vergleiche, die ich hier jetzt einfach Mal bemühen muss, weil mir zu den Tracks auch nichts weiter einfällt – außer dass sie einfach wunderschön sind. Don’t miss!
- Sven Weisemann – Leontica EP (hören & kaufen)
- Sven Weisemann
- Essaysmusic.com
Pixel – The Drive (Raster Noton)
Soeben habe ich mir den Wetterbericht für diese Woche angesehen. Es erwarten uns Sturm, Regen, Schnee und Minus-Temperaturen – und das nach dem wunderschönen „Hasch mich, ich bin der Frühling“ Start-OpenAir vom Sonnabend! Für die Monday Edition kommt da das neue Album auf Raster Noton (Archiv für Ton und Nicht-Ton) gerade recht. Mit sehr frei schwebenden Strukturen bringt uns Jon Egeskov aka Pixel mit The Drive einen Soundtrack zu einem imaginären Road-Movie. Er zielt mit seinen Tracks auf das Unterbewusstsein und erweckt dort die Bilder, welche dort vor sich hin schlummern. Aber Boomkat hat eigentlich schon alles sehr schön beschrieben, deshalb hier nur das Zitat und die Platte gibt’s dort ebenso als CD, flac oder mp3.
Using a basic palette of miniscule percussive elemnts and delicately manipulated amplifier hiss Egeskov instils a sense of gentle motion, sounding out dream-like engine noise that propels the listener down whatever shady lane they’re prepared to venture down. The floating hum and crinkled analogue warmth of Pixel’s sound shifts around in a subtle, noir-ish fashion, rising and falling with an implicit sense of drama. While these sounds remain vaporous throughout, drifting through the tracks seemingly without any strict organisation, needle-sharp beats puncture the mix in a finely ordered formation. At their most complex these minutiae crackle and spit like a digital fire, as best heard on ‚4‘, which deploys its beats in finely detailed, ear-pleasing rhythmic clusters. While The Drive bears all the aesthetic hallmarks of so many other entries into the Raster Noton canon there’s a sense of freedom embedded here on a structural level that’s seldom apparent in the work of Egeskov’s labelmates and peers. Highly recommended, of course…
- Jon Egeskov
- Raster Noton
- Boomkat
Shitkatapult – Strike 100 Release Party
Heute gibt’s im Berghain die Release Party zur Strike 100. Herzlichen Glückwunsch an die Nachbarn von Shitkatapult! Ich erinnere mich gerne an 2002, wo ich die Strike 16 – Zartbitter EP von T.Raumschmiere gekauft habe und an diesen Typ, der mir doch tatsächlich erzählen wollte, dass Marco Haas eigentlich Tobias Raumschmiere heißt. Die Rock’nRoll-Techno Releases danach waren dann nicht mehr so mein Geschmack. Doch bei dieser 100 bin ich wieder dabei. Es ist eine Ambient-Compilation geworden. Ich hab sie bis jetzt noch nicht in Bezug auf die darauf vertretenen Artists gehört. Sie lief gestern einfach so durch – zweimal, um genau zu sein – und sie gefällt mir sehr gut. Dieses Johnny Cash Stück erinnert mich ein bisschen an KLF – Chill Out, wo Elvis im Radio kommt. Dann geht es mit spannenden Klangexperimenten weiter und weiter. Es flackern auch hin und wieder leichte Songstrukturen auf – alles sehr schön, fast völlig ohne (und wenn, dann mit einer ganz sanften) Bassdrum und das nicht nur Dienstags oder falls uns der Winter diese Woche doch noch mal für einen Augenblick einholen sollte…
Heute Abend also nun auf ein Bier mit T.Raumschmiere in Ambient Stimmung und den Live-Acts Jan Jelinek, Anders Ilar und Frank Brettschneider. Das Album gibt’s als Doppel CD und 3xVinyl.
Tracklist
T Raumschmiere – Lass Knattern!
Johnny Cash – I Heard The Lonesome Whistle Blow
Thom Thiel – Laissez Faire
Felix – Outside On A Cold Day
Ismael Pinkler – Escapismo
Das Bierbeben – Delirium
The Orb – OOPA
Kero – Noizenovio
Ben Lauber – Die Seele
Judith Juillerat – Bo-Peep
Warren Suicide – Picnic On A Minefield
Daniel Meteo – The Forest
Jan Jelinek – Happening Tone
Pluramon & Julia Hummer – If The Time Was On My Side
Krater – Viscosity
Schieres – All
Dalglish – Inoktu
Soap & Skin – Brother Of Sleep
Richard Lautenschalger – Melodie
Anaphie – Schubrauber
Shrubbn!! – -73 C
Fenin – Lastkahn
Peter Grummich – Solarian
Anders Ilar – 1003 Lullabies
Bus – Westen
The Ambient Cookbook (Fax +49-69/450464)
Diese Ambient Compilation The Ambient Cookbook ist die Platte des Tages. Es ist eine wirklich schöne Zusammenstellung von Tracks, die -wie Discogs sagt- das goldene Zeitalter des Ambient repräsentierten. Na gut, goldenes Zeitalter hin oder her. Hier kannst du neben Tracks von Pete Namlook selbst auch Tracks von Tetsu Inoue, Jonah Sharp, David Moufang, Dr. Atmo und anderen hören. Die 4xCD Box ist leider wirklich teuer. Vereinzelt gibt’s aber die Tracks inzwischen schon bei Mp3-Plattformen wie emusic und das Cookbook-Booklet habe ich auch so im Netz gefunden (hier). Für heute wähle ich:
Chicken Breast „Namlook“
0.15 kg butter, 1 small onion, 1 medium onion, 0.3 kg carrots, flour, parsley, water, 2 cups of rice (the normal patna longcorn kind of), 4 cups of water, 28 raisins, 10 sliced almonds, 2 chicken breast filets, 1 clove garlic, 1/2 glass of white wine, 25 grams of normal plain choclate (your favourite brand), sugar, salt, pepper, herbs of Provence
Let’s start this menu with the carrots. Weiterlesen
Mr. Fingers / Larry Herad: Can You Feel It (Lyrics)
In the beginning there was Jack,
And Jack had a groove,
And from this groove
Came the groove of all grooves.And while one day viciously throwing down in his box.
Jack boldly declared,
Let there be house,
And House music was born.I am, you see,
I am the Creator,
And this is my House,
And in my House there is only House music.But I am not so selfish,
Because once you ve entered my House,
It then becomes our House and our House music.And you see,
No one then owns House,
Because House music is a universal language,
Spoken and understood overall.You see, House is a feeling,
That no one can understand really,
Unless he s deep into the vibe of House.House is an uncontrollable desire,
To jack your body,
And as I told you before,
This is our House and our House music.And in every House, you ll understand,
There is a keeper,
And in this House the keeper is Jack.Some of you might wonder,
Who is Jack and what is it that Jack does.
Jack is the one,
Who gives you the power to jack your body.
Jack is the one,
Who gives you the power to do the snake.
Jack is the one,
Who gives you the key to the whiggly world.
Jack is the one,
Who learns you how to rock your body.
Jack is the one,
That can bring nations and nations of all jackers together under the one House.You may be black,
You may be white,
You may be Jew or gentile,
It don t make a differnce in our House.
And this is fresh!(Larry Heard & Chuck Roberts, Chicago 1988)
On the spot: Omar-S
In den letzten Wochen war Omar S nahezu in allen Blogs, Mags und so. Zeit, das alles mal zusammen zu fassen. Als erstes wäre da sein aktuelles Release auf Theo Parrishs Sound Signature Label. Blown Valvetrane ist mal wieder einer dieser knöchernen Houstracks, die mit einem Groove und minimaler Ausstattung auskommen. Omar-S schraubt an den Effekten, entwickelt einen Spannungsbogen und hat am Ende doch alle auf seine Art gekriegt. Mein heimlicher Favorit ist B2 – Deep Valve Cover mit dieser warmen, weichen Bassline und dem oldschool Percussion-Groove. Bei Resident Advisor konnten wir dann ein Interview mit Ihm lesen. Ich lernte: It’s all about the Namegame. Die Stifte, mit denen er einst seine Platten auf FXHE beschriftet hat, die hat er von der Arbeit mitgenommen und das Beste am Fabric und der Panorama Bar ist die Technik. Aber was ist denn mit dem Dancefloor?
Am 16. März erscheint seine Mix CD Fabric 45. Sie enthält nur Omar-S Tracks, die zum Teil auch noch nicht veröffentlicht wurden. Ich finde das wirklich klasse. In seinen DJ-Sets legt er auch gerne mal einen dieser Vocaltracks auf, die mir dann persönlich manchmal ein bisschen auf meine Technonerven gehen. Bei seinen eigenen Tracks hält er sich ja mit Vocals immer zurück. Bodytonic hat freundlicher Weise vorab eine 30-Minuten Aufnahme eines Live-Sets veröffentlicht, damit das Warten nicht so lange dauert. Beim FACT magazine hab ich eben noch ein weiteres Interview mit Ihm gefunden.. Alle Links hier:
- Bodytonic Podcast
- Omar-S
- Blown Valvetrane
- FACT Interview
- Sound Signature
- Resident Advisor Interview