Panorama Bar 02 (2): Levon Vincent – Late Night Jam / Steffi – 24 Hours

Panorma Bar 02 Part II: Levon Vincent - Late Night Jam / Steffi - 24 Hours Ostgut TonDemnächst bekommt die Mix-CD Serie der Panorama Bar Nachwuchs. Nach dem überaus erfolgreichen Debüt von Cassy ist auf Panorama Bar 02 Resident  DJ Tama Sumo an der Reihe und vorweg gibt es schon vier exklusive Tracks auf Vinyl vom Berghain Label Ostgut Ton. Ich habe mir Part 2 gekauft mit Late Night Jam von Levon Vincent und Steffi’s 24 Hours auf der Flip. Late Nigt Jam ist dabei ein knöcherner 120 Beats pro Minute Groover aus der Kategorie Ekstase durch Reduktion, ausgestaltet mit Rave Signal und Psycho Breaks für gemeinschaftlichen Synapsenkollaps in der richtigen Soundumgebung. Steffi’s 24 Hours ist dann deutlich entspannter. An einem Morgen mit klassischer Chicago-Bassline erschafft sie hier einen House Flieger für die besonders süßen Träume. Eine Platte, zwei Tracks und zwei mal Gänsekopfhaut.

Levon Vincent: 10 Essential Tracks

levon vincent 10 essential tracks the medium is the messageNa wie geht’s am heutigen Montag? Hangover, Schlafdefizit, Stress auf der Arbeit oder einfach nur Montag? Wie auch immer, für mich kommen die 10 Essential Tracks, ausgesucht von Levon Vincent gerade recht, die gestern bei Groove n‘ Vibes veröffentlicht wurden. Der erste Track Don Carlos – Alone (Paradise) war für mich schon gleich genau die richtige Medizin für Tage wie diesen. Weiter geht’s mit einer erstklassigen Auswahl zwischen 1970 und 1997, die an dieser Stelle schon mal vorweg unterstreicht, dass Levon Vincent in den Jahrespolls unter der Rubrik Newcomer 2009 bestimmt etwas ungenau gelistet wird ;) Nebenbei muss ich an dieser Stelle unbedingt noch auf seine aktuelle 12″ The Medium is the Message hinweisen – bereits erschienen auf Levon Vincents eigenen Label Novel Sound. Nicht nur der Titel ist klasse. Mir gefällt besonders B1 A Melody For Everyone und außerdem bedankt sich die Monday Edition an dieser Stelle gleich noch mal ganz offiziell für die Erwähnung im Levon Vincent Mix der Club Tape pres. Underground Quality CD. Hach, echt schön das alles und jetzt schnell weiter zur Playlist. Made my day..

  • Groove n‘ Vibe: Ten essential tracks – Levon Vincent
  • Levon Vincent

John Daly – Aurora/Equinox & John Roberts – Blame

John Daly Aurora Equinox IRR 005Vorteil Hallspirale. Die beiden offenbar bei der Geburt getrennten Johns, von denen es einen (Daly) nach Irland und den anderen (Roberts) in die USA verschlagen hat, haben neben einer Vorliebe für langsame bpm Zähler offensichtlich auch beide als Erbe den aktuell mächtigsten und Analog-Sound mitbekommen der so zu hören ist.

Vor allem Dalys Aurora ist so ein Stück, das einen – korrekte Anlage und Lautstärke vorausgesetzt – einfach nur niederknien lässt. Und das ganz ohne auf klischierte Dub-Effekte zurückzugreifen. Widerstand zwecklos. Auch eine schöne Nachricht ist dass Adas International Records Recordings (IRR) Label auch mit der mittlerweile fünftenLaufnummer keine Schwächen zeigt. Im Gegenteil.

John Roberts Blame Laidrec 004Roberts ist nach seiner mindestens ebenso mächtigen EP Mirror auf Dial nun auf dem tooligeren Sublabel Laid etwas minimaler eingestellt, aber auch er überzeugt durch rohe Produktion, einen ziemlich unwiderstehlichen Sound und die genau richtige Portion Deepness die es bei so langsamen Stücken natürlich braucht. Und ein ausgefeilter Analog-Sound und eine groooooße Hallspirale helfen da natürlich.

Glimpse – Lazer Bather EP (GLIM008)

Glimpse Lazer Bather EP GLIM008Glimpse ist das „Band“-Projekt des Briten Christopher Spero in dem er mit verschiedenen musikalischen Partnern wie Anthony Sergeant, Martin Eyerer, Matt Tolfrey, Jay Shepheard oder Alex Jones die Möglichkeiten auslotet, respektvoll dem klassischen früh-Neunziger Deep-House New Yorks und Chicagos zu huldigen, und dennoch einen modernen, frischen und eigenen Sound zu finden – also eigentlich genau das macht was gerade allseits beliebt und respektiert wird.

Ungeachtet der Releases auf renommierten Labels wie Cadenza oder Planet E, ist Glimpse immer noch eher ein Geheimtipp. Was vielleicht daran liegt dass Spero eine hin und wieder etwas schwierig nachzuvollziehende Vorliebe für oldschoologe Vocal-Schnipsel und einen manchmal etwas käsigen Soundmaximalismus hat, womit er bei den Blockwarten der reinen Deepness-Lehre natürlich unten durch ist, andererseits diese „kommerziell“ kodierten Sounds aber viel zu subtil und ironisch-hintergründig einsetzt um in den entsprechenden Großraum-Dissen je gespielt zu werden.

Also ein sympathisches zwischen Stühle setzen, dass mir auf dem hauseigenen Glimpse Recordings (Kompakt Vertrieb) immer am stärksten zugesagt hat. Zudem haben alle Glimpse Platten ein schönes serielles Design („Die Vögel Europas“ aus einem naturhistorischen Bildband, diesmal: die diebische Elster) und sind, Value for Money, echte EPs mit vier ziemlich verschiedenen und für sich stehenden Tracks (GLIM008 digital noch mit drei zusätzlichen Remixen). Mein Favorit ist die slowhousige A1 Colours (mit Jay Shepheard) mit ihrem geschmeidig federnden Bass und mächtigen Chords. Aber auch der Vocal-House mit Dubstep-Wobbel-Bass der B1 von Glimpse & Alex Jones ist ziemlich außergewöhnlich und einfach stark.

Just Another Beat 02: Jouem – Levitation EP

just another beat jouem levitation epDie großartige Premiere vom Neuling im Hardwaxvertieb Just Another Beat -wir eninnern uns an die Money Nugget EP- hat mit Jouem und seiner Levitation EP ihren Nachfolger gefunden. In Sachen Deepness machen sie so weiter, wie sie angefangen haben. Der Titeltrack auf der A-Seite kann das sogar dem Zeitgeist entsprechend mit 112 Beats in der Minute auch noch ein kleines bisschen langsamer und sein Name, zu deutsch schweben, ist Programm. Elemente aus Downbeat, Dubtechno und Deephouse vereinigen sich hier zu wunderschönen Klangwolken, perfekt für die ruhigen Momente. Die Flip Day Lily ist ähnlich gestrickt, jedoch ein bisschen darker. Just Another Beat!

Omar-S: Still Serious Nic (FXHE AOS-432-L)

omar-s still serious nic - fxheMal ehrlich: Seine Letzte, Blown Valvetrain auf Sound Signature, wurde groß umjubelt, alle hatten etwas ganz tolles erwartet und dann verschwand diese Platte in den Kisten und Regalen. 10 Euro – geschenkt. Danach dann der große Hype um die Fabric Mix CD. Hat irgendjemand, nachdem die CD endlich erschienen war, noch ein Wort darüber verloren? Einzig sein Afterhour-Rooftop-Set zum Detroit Electronic Music Festival blieb im TechnoHouseBlogGedächtnis kleben. Da war er wohl in Hochform – keine PR-Maschine, keine blöden Sprüche, just Music. Und jetzt höre ich seine neue auf dem eigenen Label FXHE und sehe in meinem Kopf die Bilder von diesem Rooftop. Es könnte gut sein, dass es sich dort so angefühlt hat wie es nun hier aus meinen Lautspechern erklingt. Die beiden Tracks auf der jeweiligen Seite gehen nahtlos ineinander über und sie klingen nach dem Omar-S, den ich so am Liebsten mag – deep und funky zugleich.

  • Omar-S (reinhören)

Kirk Degeorgio: Mass (Applied Rhythmic Technology ART8)

Kirk DeGeorgio: Mass (Applied Rhythmic Technology ART8)Die neue EP von Kirk Degeorgio trägt den Titel Mass und ist soeben auf seinem Label Applied Rhythmic Technology (ART) erschienen. Von 1991 bis 1995 hat es ART auf sieben Releases mit einer klasse Mischung aus Detroit Techno und britischen IDM-Style á la B12 & Co geschafft. Dann war lange Sendepause bis es vor drei Jahren wieder ein Lebenszeichen des Labels gab – ein neu gemastertes Repress der 1993 von Carl Craig als BFC / Psyche produzierten Applied Rhythmic Technology 3. Jetzt, 15 Jahre später, kommt Kirk Degeorgio mit neuen eigenen Tracks und der ART Nummer 8. Ich mag Kirk Degeorgio und ich mag vor allem diese B-Seite. Fliegende Technotracks, die nicht nur openair in der Morgendämmerung mit IDM-Understatement so manchen Gänsehautschub über den Körper jagen!